Rundgang Speyer: durch die Altstadt zum Speyerer Dom

Speyer Rundgang zum UNESCO-Welterbe: Speyerer Dom & Judenhof

Dom zu Speyer Portalansicht (Station am Speyer Rundgang zum UNESCO-Welterbe)

Speyer Rundgang. Überblick

Der Speyer Rundgang führt durch die gut erhaltene Altstadt zu zwei Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes. Start- und Zielpunkt ist der Hauptbahnhof Speyer. Für die reine Wegstrecke von rund vier Kilometern benötigt man mindestens eine Stunde, nicht eingerechnet sind Besichtigungen oder Pausen. Die Welterbetour führt zu folgenden Sehenswürdigkeiten in Speyer:

  • UNESCO-Weltkulturerbe Kaiserdom (größte romanische Kirche der Welt)
  • UNESCO-Weltkulturerbe Judenhof (Teil der SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz)
  • Maximiliansstraße (Haupteinkaufsstraße und ehemalige Via triumphalis; 3D)
  • Altpörtel (einer der höchsten Tortürme Deutschlands mit guter Aussicht), Heidenturm, Reste der Stadtmauer
  • Sakralbauten christlichen und jüdischen Glaubens (u. a. Dreifaltigkeitskirche, Gedächtniskirche der Protestation, Synagoge Beith-Schalom)
  • Altstadtviertel mit Gässchen und Märkten (Fischmarkt, Holzmarkt)

Speyer Karte

Nördliche Altstadt

Der erste Tourabschnitt führt vom Hauptbahnhof nach Süden zum Torturm „Altpörtel“. Die Altstadt reicht bis zum Bahnhof.

Hauptbahnhof Speyer, Pfalz

Speyer Hauptbahnhof


Die Station heißt „Speyer Hauptbahnhof“, obwohl Speyer nur diesen einen Bahnhof hat. Es gab allerdings eine Bahnlinie nach Heidelberg, die nach Kriegszerstörung stillgelegt wurde. Dort stand die Haltestelle „Speyer Rheinbahnhof„.

Das erste Empfangsgebäude von 1847 wurde im Krieg zerstört, dann abgerissen und durch den Neubau ersetzt. Südlich davon haben sich Bahnhofsgebäude des 19. Jahrhunderts erhalten.

Östlich des Bahnhofs verlief bereits die Stadtmauer.

Karte Stadtbefestigung Speyer

Stadtmauern von Speyer

 Die Karte zeigt rot eingezeichnet die Stadtmauern (Grundlage ist der Stadtplan von Schwaab, 1730). Man erkennt:

  • die alte Stadtmauer der Kernstadt (erstmals 946, danach ausgebaut, u. a. um 1100 die Hirschgrabenmauer),
  • im Westen die Gilgenvorstadt (ummauert ca. 1324–26),
  • im Süden die St.-Markus-Vorstadt (ummauert um 1365),
  • im Osten die Vorstadt überm Hasenpfuhl (ummauert um 1335) und
  • im Norden die Vorstadt Altspeyer (um 1380 ummauert).

Adenauerpark

Adenauerpark Speyer Pfalz
Kapelle Unserer Lieben Frau Adenauerpark Speyer
Südfrüchte im Adenauerpark. Speyer-Rundgang
Helmut Kohls Grab auf dem Domkapitularischen Friedhof Speyer

Vom Bahnhof geht es durch die Bahnhofsstraße südwärts zum Adenauerpark. Er liegt auf dem Gelände des alten Friedhofs Speyer, der von 1502 bis 1881 genutzt wurde. Umgeben von Grabsteinen (18.–19. Jh.) und alten Bäumen steht die Kapelle „Unserer Lieben Frau“ (1515–16), eine spätgotische Saalkirche mit 5/8-Chorschluss. Seit 2021 befindet sich auf dem östlich angrenzenden Domkapitularischen Friedhof das videoüberwachte und umzäunte Grab Helmut Kohls (Bundeskanzler 1982–98).

Wir gehen schräg durch den Park zum Südostzugang. Beim Verlassen laufen wir direkt auf einen erhaltenen Teil der Stadtmauer am Hirschgraben zu.

Hirschgraben & Wormser Straße

Stadtmauer am Hirschgraben 8, Speyer. Blick auf die Feldseite
Wormser Warte an der Wormser Landstraße in Speyer

Die Straße „Hirschgraben“ folgt dem zugeschütteten Graben, der vor der Stadtmauer (1. Hälfte 13. Jh.) lag. Auf der rechten Seite nach dem Fußgängerweg hat man einen Mauerrest in eine Hauswand integriert. Weit außerhalb, am Ende der Wormser Landstraße, steht die Wormser Warte, ein mittelalterlicher Wartturm (1451). Die Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine betreibt dort ein Museum.

Friedenskirche St. Bernhard & Synagoge Beith-Schalom

Friedenskirche St. Bernhard Speyer
Synagoge Beith-Schalom Speyer

An der Friedenskirche St. Bernhard (1953–54, August Josef Peter und Ludwig Ihm) mit dem freistehenden Glockenturm biegen wir rechts in den St.-Guido-Stifts-Platz. Rechterhand öffnet sich der Platz zu einer zweiten Grünanlage, genannt „Weidenberg“. Das elliptische Gebäude in der Nordwestecke ist die 2011 eröffnete Synagoge Beith-Schalom (Architekt: Alfred Jacoby). An der Weggabelung im Süden des Platzes folgen wir rechts der Wormser Straße.

Willy-Brandt-Platz

Amtsgericht Speyer. Wormser Strasse 41-43 Speyer
Speyer Augustinerkloster, Kreuzgang

Der Name der angrenzenden Augustinergasse erinnert daran, dass den Platz bis 1866 ein Augustinerkloster einnahm. Heute steht dort ein Sparkassen-Gebäude und davor der Goldwäscherin-Brunnen (1994; Martin Mayer): Eine hockende Frau hält in ihren Händen eine Goldpfanne. Die Skulptur ist ein Zweitguß; auch im Skulpturenpark Schloss Gottorf (beim UNESCO-Welterbe Haithabu) in Schleswig-Holstein geht die Goldwäscherin ihrer Arbeit nach (https://sh-kunst.de/martin-mayer-goldwaescherin/).

Die Südseite des Platzes nimmt das Amtsgericht Speyer ein (1900–1902, Otto Bär). Zwischen Sparkasse und Gericht hindurch gelangt man zum Kreuzgang des Augustinerklosters. Er entging der Spitzhacke und wurde hierher versetzt.

Von der Weggabel beim Gericht führt die Gutenbergstraße (rechts) südwärts zum Altpörtel. (Ein Abstecher durch die Mathäus-Hotz-Str. führt westwärts zu einem längeren Abschnitt der Stadtmauer und zur Villa Körbling.)

Altpörtel Speyer (Stadtseite). Blick durch die Maximilianstraße westwärts

Altpörtel

Das Altpörtel (1. Hälfte 13. Jh.) ist mit 55 m einer der höchsten Stadttortürme Deutschlands. Im 1. Obergeschoss informiert eine Ausstellung über das Reichskammergericht, das in Speyer von 1527 bis 1689 tagte (Link). Nach 159 Stufen hat man die Aussichtsplattform erreicht, die einen guten Ausblick auf Speyer und das Umland bietet. Neben dem Altpörtel stand bis ins 18. Jahrhundert eine Wassermühle. Was man nicht sieht, ist der Speyerbach. Er durchquert das Viertel und fließt unterirdisch neben dem Altpörtel vorbei, folgt der Maximilianstraße ein Stück und biegt dann nach Norden ab, wo er in den Woogbach mündet.

Feuerbachhaus Garten (Speyer)

Postplatz

Passiert man das Tor stadtauswärts, gelangt man zum Postplatz. Dort befindet sich die ehemalige Oberpostdirektion, die zu einem Einkaufszentrum umfunktioniert wurde und „Postgalerie“ heißt. Vom Postplatz kann man zwei Abstecher machen:

Gilgenvorstadt in Speyer. Unten die eintürmige Gedächtniskirche, oben die zweitürmige St. JosephsKirche
Hilgardstraße: Blick nordwestwärts auf drei Türme der Speyerer Stadtmauer (v. rechts n. links) Turm zum Drachen, zur Taube, zum Bock Blick vom Dach des Gästehauses Freiherr vom Stein über Mensadach, Freisitz Mensa, Forschungsgebäude und rechts Lehrgebäude

Gilgenvorstadt. Abstecher

Nach Westen erstreckt sich die Gilgenvorstadt. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen zwei unübersehbare Kirchen in der Gilgenstraße:

In der Gilgenvorstadt haben sich einige Reste der Stadtmauer erhalten, z. B. an der Hilgardstraße drei Türme: der Turm zum Bock, der Turm zur Taube und der Turm zum Drachen.

Speyer ist heute nicht mehr Bühne dramatischer Ereignisse der Religionspolitik, sondern Sitz einer sakulären Institution außerhalb des Rampenlichts: Im Westen der Stadt, an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, haben zahlreiche deutsche Minister, Staatssekretäre und andere Spitzenpolitiker*innen studiert oder unterrichtet, z. B. der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Das Hochschulgebäude (erbaut 1958–60) ist ein Beispiel der Neuen Sachlichkeit. Architekt war Sep Ruf, der auch den Kanzlerbungalow in Bonn entwarf. Webseite: http://www.uni-speyer.de/

Maximilianstraße. Via Triumphalis zwischen Altpörtel und Dom

Der zweite Tourabschnitt führt durch die Maximilianstraße vom Altpörtel zum Dom, von Westen nach Osten. Vom Altpörtel geht man entweder geradeaus durch die breite Maximilianstraße oder man biegt links in die schmale Korngasse. Beide laufen parallel zueinander und vereinigen sich am St. Georgsbrunnen.

Blick vom Speyerer Dom westwärts auf die Altstadt von Speyer

Die Maximilianstraße ist die Hauptstraße Speyers mit zahlreichen Geschäften. Blickt man vom Dom nach Westen, sieht man am Ende der Straße den Turm Altpörtel. Die Maximilianstraße war ursprünglich so breit wie im Bereich zwischen Dom und Alter Münze. Durch den Bau einer Häuserzeile entstand die Korngasse.

Im Vordergrund links der Bischofspalais (ehemals Vikarienhof), rechts das Stadthaus. Rechts die Dreifaltigkeitskirche; deren Dachreiter verdeckt den Glockenturm von St. Georg; dieser verdeckt wiederum das Dach der Heiliggeistkirche. Gut erkennbar ist der Chor von St. Ludwig (neben der Baumgruppe). Die doppeltürmige Kirche ist St. Joseph; links davon die Gedächtniskirche der Protestation. Im Hintergrund zeichen sich die Berge des Pfälzerwalds ab.

Korngasse

An der Korngasse befindet sich St. Ludwig, der wiederaufgebaute Chor der ehemaligen Dominikanerkirche. Das Kloster wurde 1260 gegründet. Der Chor, 1308 geweiht, schließt mit einem 7/10-Scheitel. Der sog. „Boßweiler Altar“ stand bis 1960 im Speyerer Dom.
Wer Zeit hat, macht einen Abstecher zum Purrmann-Haus (https://www.speyer.de/de/kultur/bildende-kunst/purrmann-haus/). Es ist benannt nach dem Maler Hans Purrmann (1880–1966), der hier zur Welt kam. Die evangelische Heiliggeistkirche (Anfang 18. Jh.) ist eine kleine Saalkirche mit Dachreiter und Empore.

Alte Münze und St. Georgsbrunnen in Speyer. The Old Mint and fountain in Speyer

Alte Münze

Am St. Georgsbrunnen zwischen Maximilianstraße und Korngasse steht die Alte Münze (ehemaliges Kaufhaus von 1748 nach Plänen von Sigismund Zeller). Südlich davon befindet sich der Kulturhof Flachsgasse. Er beherbergt Städtische Galerie, Kunstverein und Winkeldruckerey); Im Süden schließt sich das Johann-Joachim-Becher-Haus an; es erinnert an den bedeutendsten deutschen Merkantilisten (1635–82).

Historisches Rathaus Speyer, Maximilianstraße 13 - Germany

Historisches Rathaus Speyer

Der elfachsige Barockbau Nr. 12 ist das Rathaus (1712–24, Pläne vom Hofbaumeister Johann Adam Breunig). Im 1. Obergeschoss befindet sich ein großer Sitzungssaal mit erhaltener Stuckdecke, im kleinen Sitzungssaal ist das Deckengemälde von Johann Georg Dathan (1725) sehenswert.

Im Nachbargebäude (Maximilianstraße Nr. 13) befindet sich das Tourismusbüro: https://www.speyer.de/de/tourismus

Geschirrplätzel. Vorne der Jakobspilger, dahinter die Fassade der Dreifaltigkeitskirche. Rechts das Hohenfeldsche Haus.

Geschirrplätzel

Ein paar Schritte weiter öffnet sich links das Geschirrplätzel, das einen Durchblick zur Dreifaltigkeitskirche bietet. Vor dem Platz kommt der Jakobspilger (Bronze-Statue von Martin Mayer) nicht vom Fleck; im Osten erinnert das Hohenfeldsche Haus (Nr. 99; um 1700) an die Schriftstellerin Sophie La Roche (Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitschrift; https://www.speyer.de/de/tourismus/speyer-erleben/museen/sophie-la-roche-stube/). Daneben steht das Stadthaus (Nr. 100; 1902–03 für Kreisversicherungsanstalt nach Plänen von Franz Schöberl), dahinter lag der Sitz des Reichskammergerichts (Lageplan).

Dreifaltigkeitskirche Speyer

Speyer Dreifaltigkeitskirche Innenansicht
Frankfurt Katharinenkirche 1683.jpg Katharinenkirche (Frankfurt am Main) Gemeinfrei, Link

Die Dreifaltigkeitskirche (1701–17, Johann Philipp Danner, seit 1710 Christian Dathan) ist laut Dehio „eine der beachtenswerten Leistungen des protestantischen Kirchenbaues.“ (S. 841) Sehenswert ist die erhaltene Ausstattung, v. a. die dreiseitige Empore mit zwei Rängen. Vorbild war die Katharinenkirche (1678–81) in Frankfurt am Main, wohin viele Bürger*innen nach der Zerstörung Speyers 1689 geflüchtet waren. Die Abbildung von Johann Ulrich Kraus zeigt den Zustand der Frankfurter Katharinenkirche im Jahr 1683. Die Kirche diente auch als Vorbild für die Dreifaltigkeitskirche in Worms (erbaut 1709–25).

Wir gehen geradeaus zum Domplatz.

Speyerer Dom und Umgebung

Blick Domvorplatz 08 04 2012

Domplatz mit Domnapf

Die steinerne Schale auf dem Domplatz (3D) ist der Domnapf (1490), der die Grenze zwischen Reichsstadt und Stiftsbezirk markierte. Ist ein neuer Bischof gewählt, wird der Napf mit Wein gefüllt. Das Foto zeigt den nördlichen Teil des Domplatzes mit Blick nordwärts. Die Maximilianstraße führt von links auf den Domnapf, das UNESCO-Weltkulturerbe Speyerer Dom steht rechts.

Speyerer Dom (St. Maria und St. Stephan)

Speyer Dom (Rundgang Speyer)

Das heutige Erscheinungsbild des Kaiserdoms ist das Ergebnis von Umbauten, Zerstörung und Wiederaufbau: Der erste Dom (Speyer I), wurde von 1027 bis 1061 im Auftrag Konrads II. erbaut. Sein Enkel Heinrich IV. ließ Teile abreißen und einen größeren Dom (Speyer II) mit einer bahnbrechenden Neuerung erbauen: Statt einer Flachdecke wagte man eine Überwölbung des Kirchenschiffs mit einem Kreuzgratgewölbe (vollendet 1106). In der Kaisergruft (3D) liegen die Sarkophage mehrerer deutscher Kaiserinnen und Kaiser.

1689 wurde der Speyerer Dom während des Pfälzischen Erbfolgekrieges schwer beschädigt. 1772–78 rekonstruierte Franz Neumann die zerstörten Teile. (Sein Vater war Balthasar Neumann, Architekt des UNESCO-Welterbes Würzburger Residenz.) Den Zweiten Weltkrieg überstanden Dom und Stadt fast unbeschadet. Eine virtuelle Domführung bietet kaiserdom-virtuell.de.

Speyerer Dom, Innenraum (Blick durch das Hauptschiff ostwärts zum Chor)
Speyerer Dom, Innenraum: Krypta (Unterkirche)

Der Kaiserdom ist umringt von zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die zu mehr oder weniger kurzen Abstechern (siehe unten) einladen. Nach dem Verlassen umrunden wir den Dom gegen den Uhrzeigersinn. Gegen den Uhrzeigersinn geht es einmal um den Kaiserdom herum. Das zweite UNESCO-Welterbe ist ganz nah: der Judenhof im Südwesten. Auf dem Weg dorthin biegen wir um die Ecke des Bischofspalais.

Bischofspalais

Speyer-32-Domplatz-Vikarienhof-gje

Das Bild zeigt den Blick westwärts über den südlichen Domplatz auf den Bischofspalais. Die buchstabenförmigen Maueranker verraten die ehemalige Nutzung: „VICARIORVM AEDES“ bedeutet „Vikariatshaus“. Die Dreiflügelanlage wurde um 1704 erbaut und 1821 erweitert. Den Balkon über dem Portal schmückt das Bischofswappen. An der linken (= südöstlichen) Gebäudeecke biegen wir in die Kleine Pfaffengasse ein, die zum Judenhof führt.

Judenhof mit Mikwe

Judenhof mit Mikwe (UNESCO-Weltkulturerbe) in Speyer. Jewish Courtyard 2 Speyer

Wir erreichen nach wenigen Schritten das ehemalige Judenviertel. Dort befinden sich das Museum SchPIRA und der Judenhof mit der Mikwe (Webseite: https://www.speyer.de/de/tourismus/speyer-erleben/museen/museum-schpira/).

In Speyer lebte im Mittelalter eine große jüdische Gemeinde mit bedeutenden Rabbinern. An die jüdische Kultur des Mittelalters erinnert die gut erhaltene Mikwe (um 1100), die größte Anlage in Deutschland. Eine Treppe führt innerhalb des rechteckigen Badeschachts zehn Meter unter das Bodenniveau bis zur grundwasserführenden Schicht. Der Judenhof zählt zum UNESCO-Welterbe „SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz„. Wir gehen zurück zum Domplatz und laufen direkt auf den Ölberg zu:

Ölberg (Speyer)

Ölberg

An der Südseite steht der Ölberg (1505–11, 3D). Er markiert die Mitte des 1437–44 erbauten und 1820 abgerissenen Kreuzgangs. Die Originalfiguren sind ein Werk der Gebrüder Hans und Lienhard Syfer und stehen heute im Historischen Museum. Im Inneren des Gehäuses (Lorenz Lechler) befindet sich eine Michaelkapelle.

Speyer Heidenturm

Domgarten mit Heidentürmchen

Erholung findet man östlich des Doms im Domgarten: Bäume spenden Schatten, Vögel zwitschern und eine Wasserfontaine rauscht. In der Grünanlage hat sich ein Teil des ersten Stadtmauerrings erhalten, das Heidentürmchen mit Zinnenkranz und Ecktürmchen (Ende 13. Jh.). Weiter östlich geht es hinab zum Rhein.

Die Rheinallee führt zum Museum im Brückenhaus (https://www.museumsportal-rlp.de/museen/museum-im-brueckenhaus). Eine Schiffsbrücke (ab 1865) und später eine feste Brücke (ab 1938) überquerten den Rhein. An dessen Ostufer, im Naturschutzgebiet Hockenheimer Rheinbogen, erstreckt sich ein schmaler Streifen Auenwald

Antikenhalle Speyer

Antikenhalle und Stauferstele

Nördlich des Speyerer Doms steht die klassizistische Antikenhalle (1826, Johann P. Mattlener). In der offenen dreibogigen Arkadenhalle stellte man erst Bodenfunde aus, später (nach 1871) französisch Beutekanonen. Gegenwärtig erinnert sie an die Opfer der beiden Weltkriege.

Vor der Halle steht die achteckige Stauferstele. Zahlreiche solcher Stelen erinnern an das Geschlecht der Staufer, z. B. in den UNESCO-Welterbestätten Kloster Maulbronn, Baden-Baden, Bamberg sowie Syrakus und Castel del Monte.

Der Edith-Stein-Platz an der Nordseite des Doms ist benannt nach der Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein (1891–1942). Die vom Juden- zum Christentum Konvertierte wurde im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (UNESCO-Welterbe in Polen) ermordet. 1998 erfolgte ihre Heiligsprechung. Edith Stein unterrichtete 1923–31 an der nahegelegenen Klosterschule von St. Magdalena.

Der Speyer Rundgang führt nach rechts in die Stuhlbrudergasse. In den kleinen Häuschen links (Nr. 1 – 4) lebten die Stuhlbrüder (bis 1400 gab es auch Stuhlschwestern), die täglich für die verstorbenen Kaiser beten sollten, um sie im Gedächtnis zu bewahren. Rechts befinden sich die Gebäude des Domkapitels.

Zwei Speyerer Museen (Abstecher)

Südlich des Doms stehen zwei Museen, die jeweils für sich eine Reise wert sind. Man kann sie aber auch mit einem Stadtrundgang kombinieren, z. B. bei Regen oder im Winter.

Historisches Museum der Pfalz in Speyer

Historisches Museum der Pfalz

Die Stadtmauer führt nach Süden zum Historischen Museum der Pfalz (Di–So 10–18; eingeweiht: 1910, Gabriel von Seidl). Diverse Sammlungen (Urgeschichte, Römer, Domschatz, Luther), das Weinmuseum, Sonderausstellungen zur Weltgeschichte und das Junge Museum für Kinder machen das Museum zu einem Publikumsmagneten der Stadt. Webseite: http://museum.speyer.de/

Technik-Museum Speyer. Raumfahrthalle mit der Rückseite der Raumfähre Buran OKG-LI. Rear of Space Shuttle Buran Prototype "OK-GLI"

Technik-Museum Speyer

Südlich der Altstadt befindet sich das riesige Technik-Museum Speyer. Auf dem Außengelände und in großen Hallen ausgestellt sind u. a. das größte Propellerflugzeug der Welt (Antonow An-22), die Raumfähre Buran OKG-LI und das deutsche U-Boot U 9. Neben den Fahr- und Flugzeug-Kollektionen gibt es auch u. a. eine große Sammlung alter Musikinstrumente (http://speyer.technik-museum.de/).

* kommerzieller Link

Hasenpfuhl. Vom Dom zum Hauptbahnhof Speyer

Speyer, Hasenpfuhl: Stadtmauer entlang des Eselsdamms

Die Gasse biegt ab in die Trankgasse. An deren Ende führt die zweibogige Sonnenbrücke (erbaut vor 1242) mit einer Nikolaus-Statue über den Speyerbach in den Stadtteil Hasenpfuhl. Von der Stadtbefestigung (14. Jh.) haben sich fast auf der gesamten Länge niedrige Mauerreste, Turmstümpfe und der Graben erhalten.

Einen großen Bereich des Stadtteils nimmt das im 13. Jh. gegründete Dominikanerkloster St. Magdalena ein. Die schlichte Kirche mit dem Dachreiter wurde um 1700 erbaut. Von der 1689 zerstörten Vorgängerkirche (13 Jh.) haben sich nur Teile des Rechteckchors erhalten.

Vom Kloster führt der Speyer Rundgang westwärts durch die Hasenpfuhlstraße. Wir überqueren den Speyerbach auf der Mittelstegbrücke und gelangen zum verwinkelten Holzmarkt. Geradeaus führt die enge St. Margarethengasse zur Ruine des gotischen Patrizierhauses Retscher (13. Jh.). Durch die St. Veltengasse geht es westwärts zum Fischmarkt.

Kutscherhaus (Fischmarkt 5a Speyer)

Fischmarkt

Speyer war Umschlagplatz für Tabak, der dank des milden Klimas um Speyer herum angebaut wurde. Am Fischmarkt mit dem Stelzenfisch-Brunnen (Stefan Forler), stehen zwei Zeugnisse der Tabakfabrikation: das Wohnhaus des Tabakfabrikanten Hermann Wellensiek, die Villa Wellensiek (1896; Franz Schöberl), und das zugehörige Kutscherhaus (5a; siehe Foto). Die Tabakfabrik grenzte an die Villa an und nahm fast die gesamte Nordseite des Platzes ein. Das kolossal anmutende Verwaltungsgebäude (Johannesstr. 22) der Tabakfabrik beherbergt heute das Stadtarchiv Speyer (https://www.speyer.de/de/bildung/kulturelles-erbe-stadtarchiv/).

Wir passieren den Fischmarkt. An dessen Ende haben wir drei Alternativen:

  • Der kürzeste Weg zurück zum Bahnhof führt links durch die Pfaugasse, die in die Johannesstr. mündet. Diese führt zum St.-Guido-Stifts-Platz.
  • Geradeaus kommt man nach der Durchfahrt zum Maulbronner Hof. Dort stand – anstelle der heutigen Neubauten – ein Wirtschaftshof des UNESCO-Welterbes Kloster Maulbronn. Das Kloster besaß mehrere solcher Pfleghöfe, u. a. in Knittlingen („Steinhaus„).
  • Rechts gelangt man nach wenigen Schritten zur Lauergasse, die links abzweigt. Über Kopfsteinpflaster geht’s vorbei an mehreren denkmalgeschützen Häusern. Schmale Gässchen gehen rechts ab Richtung Nonnenbach. Am Ende der Lauergasse nach der Linkskurve führt die Straße „Halbes Dach“ zur Mörschgasse. Wir biegen rechts zur Mörschbrücke.

Woogbach

SpeyerRiegel

Vor uns fließt der Woogbach, der hier (wegen des Nonnenklosters St. Magdalena) Nonnenbach heißt. Rechterhand sind Teile der Stadtmauer zu erkennen: u. a. der „Riegel„, ein Durchlassbogen, der den Woogbach überspannt. Wir biegen links ab: entweder vor der Brücke (Am Nonnenbach) oder danach (Eselsdamm). In beiden Fällen biegen wir an der nächsten Straße (Petschengasse) links ab und gehen geradeaus. An der Kreuzung entweder wie beim Hinweg über den Adenauerpark oder alternativ rechts in die Wormser Straße und dann die erste Straße links in die Luitpoldstraße, die direkt auf den Hauptbahnhof Speyer zuführt. Dort endet der Speyer Rundgang.

UNESCO-Welterbe in Speyers Nähe

Der Speyerer Dom und der Judenhof zählen zum

Zu den Sehenswürdigkeiten in Speyers Umgebung zählen vor allem die UNESCO-Welterbestätten:

UNESCO-Weltkulturerbe

UNESCO-Weltnaturerbe

Grube Messel Rundgang zum Fossilienmuseum

Welterbetour Messel: Rundgang zum Fossilienmuseum und zur Grube Messel

Messelc

Messel Rundgang

Messel liegt in einem Waldgebiet bei Darmstadt in Hessen. Der Bahnhof befindet sich zwischen der Gemeinde im Norden und der Grube Messel im Süden. Der Rundgang führt vom Bahnhof

  • durch den Ort Messel. Dort befindet sich das Fossilien- und Heimatmuseum Messel.
  • dann zurück zum Bahnhof und weiter nach Süden zur Grube Messel.

Karte Messel

Messel Rundgang

Bahnhof Messel Empfangsgebaeude 2015

Bahnhof Messel

Der Messel Rundgang beginnt am Bahnhof. 1858 eröffnete man an der Bahnstrecke zwischen Darmstadt und Aschaffenburg den Bahnhof Messel. Das Empfangsgebäude wurde erst 1870 errichtet. Der Bahnhof lag näher an der Grube als am Dorf, da er v. a. für den Gütertransport von der Grube diente. Die Gemeinde besitzt, gemessen an der Einwohnerzahl, einen großen Bahnhof mit mehreren Rangiergleisen.

Katholische St. Bonifatius-Kirche Messel

St. Bonifatius

Vom Bahnhofsgebäude gehen wir durch die Straße „Am Bahnhof“ ein kurzes Stück westwärts. Wir biegen rechts ab in die Rößdorfer Straße und verlassen das Industriegebiet. Vor uns liegen Felder und Wiesen, links steht Wald. Nach rund 800 Metern knickt die Rößdörfer Straße nach rechts ab. Wir folgen der Abzweigung und erreichen die ersten Häuser von Messel. Nach rund 460 Metern biegen wir rechts in die Bahnhofstraße ein und folgen ihr nordwärts. An der Ecke Adelungstraße steht die katholische Kirche St. Bonifatius (1957). Das satteldachgedeckte Kirchengebäude unterscheidet sich gar nicht so sehr von den Wohnhäusern der Umgebung; der schlanke Glockenturm kennzeichnet das Gebäude weithin sichtbar als Kirche.

Rathaus Messel Ludwig-Glock-Schule Messel

Rathaus & Ludwig-Glock-Schule

Der Messel Rundgang führt von der der Bahnhofstraße weiter bis zur Kreuzung mit der Wilhelm-Leuschner-Straße (links) und Kohlweg (rechts). Wir biegen rechts in den Kohlweg und erreichen den Rathausplatz mit dem Rathaus. Wir laufen schräg über die Spielwiese.

Ein schmaler Fußweg führt links (nach Westen) zur Ludwig-Glock-Schule. Da die Einwohner- und auch die Schülerzahlen in den letzten Jahren gestiegen sind, wird das alte Schulgebäude wohl ersetzt werden. Wir nehmen den Fußweg nach Norden und gelangen in eine Abzweigung der Holzhäusergasse. An der Einmündung biegen wir links ab. Auf dem Grundstück Nr. 20 stand eine Synagoge mit Mikwe in einem Fachwerkhaus, das in den 1970er Jahren abgerissen wurde. An der Mündung in die Hanauer Straße biegen wir rechts ab und laufen auf das Heimatmuseum Messel zu.

Fossilien- und Heimatmuseum Messel

Fossilien- und Heimatmuseum Messel. Langgasse 2, Messel

In dem Fachwerkhaus (1785) ist das Fossilienmuseum untergebracht; früher befand sich hier die erste Schule. Im Erdgeschoss erhält man Einblick in die Geschichte des Ölschieferabbaus; in einem Anbau kann man sich über die Erdgeschichte informieren. Z. B. ist dort ein Modell der Grube Messel ausgestellt. Im Museumshof ist ein Förderwagen der Grubenbahn aufgestellt, ein sogenannter „Grubenhunt“.

 

Adresse: Fossilien- und Heimatmuseum, Langgasse 2, 64409 Messel

Webseite: www.messelmuseum.de

Öffnungszeiten

  • April – Oktober: täglich, 11:00  -17:00 Uhr
  • November – März: samstags, sonn- und feiertags: 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt

Der Eintritt ist kostenlos.

Das Museum Messel bietet Führungen an:

  • Museum: 2,- € pro Person; mindestens 40,- €. Schulklassen zahlen die Hälfte.
  • Museum und Grube: 9,- € pro Person; mindestens 90,- €. Schulklassen (mindestens Oberstufe) zahlen 85,- €. Führungen durch die Grube erfolgen nur von April bis Oktober.

 

Messel Hanauer Str 16

Adelshof

Das traufseitige Wohnhaus  gegenüber des Heimatmuseums wurde 1618 erbaut. Das Anwesen Hanauer Straße 16 ist ein ehemaliger Adelshof. Den Wohlstand verraten das unterkellerte Erdgeschoss, das in Stein – und nicht in Fachwerk – ausgeführt ist, das Zierfachwerk und nicht zuletzt die Gebäudegröße.  

Evangelische Kirche in Messel, Langgasse 6
Evangelische Kirche Messel Innenraum. Blick ostwärts zum Chor

Evangelische Kirche Messel

Von der Kirche aus dem 15. Jahrhundert hat sich der Kirchturm mit Spitzbogenfenstern erhalten. 1812-13 baute man das Kirchenschiff nach Plänen des Landbaumeisters Michael Spieß. Zur Ausstattung zählt eine Wegmannorgel von 1762. Die Kirche umgab ein Friedhof, von dem sich zwei Grabsteine erhalten haben. Der eine wird „Mordstein“ genannt. Er erinnert an einen 18-Jährigen, der 1752 Opfer eines Jagdunfalls wurde (Mehr Infos unter suehnekreuz.de.).

Altes Schulhaus, Pfarrhaus & noch ein Schulhaus

Messel Langgasse 5 ehem Schulhaus
Messel Hanauer Str 19 Pfarrhaus Strassenseite
Messel Bahnhofstr 10 ehem Schule

Hinter der Kirche steht das Alte Schulhaus (Langgasse 5; links). Das würfelförmige Gebäude mit den Rundbogenfenstern ist wie die Kirche ein Werk des Klassizismus (erbaut 1835-36). Der Vergleich mit dem benachbarten Fachwerkhaus zeigt die „riesigen“ Dimensionen der Schule: Beide sind zweigeschossig, aber das Schulhaus ist fast doppelt so hoch.

Von ähnlichen Proportionen sind zwei weitere Gebäude: das Pfarrhaus in der Hanauer Straße 19 (ca. 1840 nach Plänen von Georg Moller; Mitte) und das Schulhaus (Bahnhofstraße 10; rechts). Beide sind mit einem ortsuntypischen Zeltdach bedeckt. Verschieden sind u. a. die Fensterformen und das Baumaterial. Vom Heimatmuseum gehen wir südwärts die Hanauer Straße entlang.

Torbogen Arlheiliger Pforte; Gasthaus Laumann, Messel

Arheiliger Pforte

Kurz vor der Weggabelung steht das Alte Rathaus, das man auch als Gericht und Gastwirtschaft nutzte. Die Gaststätte Laumann ist seit 2018 geschlossen. Das Fachwerkhaus wurde um einen Anbau erweitert, den man über die Straße baute. 1609 wird erstmals die Arlheiliger Pforte erwähnt. An der Weggabelung biegen wir rechts in die Darmstädter Straße. Wer seinen Füßen etwas Gutes tun will, kann einen Abstecher machen zur Kneippanlage. Rechts in den Bornweg, an dessen Ende biegt man rechts ab in die Straße „Am Steinernen Kreuz“. 

Burgstall Messel 05

Burg Messel, Trinkbornquelle

Zwischen 1088 und 1101 wurde eine Wasserburg errichtet, wahrscheinlich durch das Kloster Lorsch. Von der Burg sind nur noch geringe Reste der Motte (= Burghügel) und des Wassergrabens erhalten. Im Hintergrund  (vor dem Schutzdach) befindet sich eine Kneippanlage und die Trinkbornquelle. Anschließend wenden wir uns erneut nach Süden, bis wir auf die Darmstädter Straße stoßen. Wir biegen rechts ab.

Messeler Falltorhaus

Messeler Falltorhaus​

Der kleine Ort besitzt zwei (ehemalige) Forsthäuser. An der Nordseite der Darmstädter Straße (Nr. 61) steht das Falltorhaus. Erstmals 1630 erwähnt, diente es zunächst als Zollstation und nach 1710 als Försterhaus. 1890 errichtete man das aktuelle Gebäude.

2020 08 Messeler Forsthaus

Forstamt Kranichstein

Auf der gegenüberliegenden Südseite (Nr. 63)  ließ Landgraf Ernst Ludwig zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Forstamt Kranichstein erbauen, benannt nach dem Ort Kranichstein bei Darmstadt. 1785 erweiterte man das Gebäude um ein zusätzliches Geschoss.

Von dort laufen wir zurück in Richtung Bahnhof. Wir können  der L 3317 folgen oder spazieren über die Wiesen zur Rößdorfer Straße. Nachdem wir die Gleise überquert haben, biegen wir links in die Marktstraße.

Messel St Antoniuskapelle vorn

St. Antonius Kapelle

Das Gebäude der katholischen St. Antonius-Kapelle wurde 1910 als Spritzenhaus erbaut. Statt der Kapellentür gab es zwei Tore. Ein Kapellenverein bemühte sich 30 Jahre lang erfolglos um den Bau einer Kapelle. Erst 1945 wurde das umgebaute Spritzenhaus als Kapelle geweiht. Mit dem Bau der katholischen Bonifatiuskirche (1957) verlor die Kapelle an Bedeutung. Es finden aber immer noch gelegentlich Gottesdienste statt – und zwar katholische und evangelische Gottesdienste (Marktstraße 37, 64009 Messel; mehr Infos unter antoniuskapelle.de). Neben der Kapelle befindet sich die Außenstelle des Senckenberg Forschungsinstituts (Marktstraße 35, 64009 Messel).

Grube Messel

Grube Messel

Durch den Wald führt der Weg bis zur Bus-Haltestelle Grube Messel/Besucherzentrum Abzweig. Von der Aussichtsplattform am Grubenrand hat man einen Ausblick auf die ehemalige Ölschiefergrube. 

Kontakt zur Gemeinde Messel:

Gemeinde Messel

Kohlweg 15
64409 Messel
www.messel.de
Telefon: 06159 7157-0
Telefax: 06159 7157-13

Stadtrundgänge zu UNESCO-Welterbestätten

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Lorsch Rundgang zu Sehenswürdigkeiten & Kloster Lorsch

Lorsch Rundgang zum UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch

Lorsch, Kloster, Torhalle, Ansicht von Osten (Lorsch Rundgang)

Lorsch Rundgang. Überblick

Der Lorsch Rundgang führt zum UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch und Altenmünster sowie zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt Lorsch.

Der Lorsch Rundgang (Link zum Routenplaner) hat eine Länge von etwa 4,2 Kilometern und dauert etwas mehr als eine Stunde (bei einer Gehgeschwindigkeit von 4 km/h). Der Besuch von Museen, Cafés etc. ist nicht eingerechnet. Das Gelände ist flach, das Kloster Lorsch liegt allerdings auf einem Hügel.

Karte Lorsch

Vom Bahnhof zum Kloster Lorsch

Bahnhof Lorsch, Start- und Endpunkt der Welterbetour Lorsch

Bahnhof Lorsch

Der Lorsch Rundgang startet an einem Denkmal: dem Lorscher Bahnhof, der 1869 eröffnet wurde und Haltestelle der Nibelungenbahn war. Wir verlassen den Bahnhof und biegen links (nach Osten) ab. Am Ende der Lindenstraße biegen wir rechts in die Bahnhofstraße.

Lorsch Bahnhofstrasse 18 Frontansicht

Bahnhofstraße

Mehrere Häuser stehen unter Denkmalschutz (Nr. 1, 4, 11, 13, 18, 25, 30, 41 und 48).

Nr. 18. Der Oberforstmeister Freiherr von Hausen ließ 1775 das Palais von Hausen erbauen  (Bahnhofsstraße 18). Das Gebäude wurde durch Ludwig Auler von 1868 bis 1921 als Zigarrenfabrik genutzt. Heute gehört das Palais der Stadt Lorsch.

  • Auf dem Grundstück Bahnhofstraße 10 stand bis 1938 die Lorscher Synagoge.
  • Nr. 1. Das barocke Fachwerkhaus am Marktplatz wurde 1711 erbaut und beherbergt das Wirtshaus „Im weißen Kreuz„. Der Vorgängerbau war im Besitz des Klosters und diente als Wirtshaus und Herberge. Im Anbau im Hof befand sich früher eine Zigarrenfabrik.
Ehemalige Zigarrenfabrik, Bahnhofsstraße 1, Lorsch Weisses Kreuz Lorsch 02

Dem Straßenverlauf nach Süden rund 600 Meter folgen. Die Bahnhofstraße führt direkt zum Alten Rathaus.

Altes Rathaus & Marktplatz Lorsch

Lorsch Altes Rathaus
Rathaus Heppenheim an der Bergstraße, town hall 2007

Das ehemalige Rathaus wurde 1714-1715 erbaut. Seit 1989 erklingt um 11.00, 12.00 und 17.00 Uhr ein 23-stimmiges Glockenspiel mit jeweils anderer Melodie. Als Vorbild für das Lorscher Rathaus (links) diente das Rathaus im benachbarten Heppenheim an der Bergstraße (Foto rechts); erbaut nach 1693.

Tabakbrunnen auf dem Marktplatz von Lorsch (Bildhauer: Siegfried Speckhardt)

Tabakbrunnen

Der Tabakbrunnen (1991) vor dem Rathaus ist ein Werk des Bildhauers Siegfried Speckhardt. Dargestellt ist eine Tabaknäherin bei der Arbeit: Die geernteten Tabakblätter werden mit einer großen Nadel aufgefädelt. Die Schnüre hängt man dann in Tabakschuppen zum Trocknen auf.

Der Tabakanbau hatte im klimatisch begünstigten Oberrheintal eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert reichte. Auch linksrheinisch bei Speyer baute man Tabak an. Er bot auch auf einer kleinen Anbaufläche ein relativ gutes Einkommen. Der Tabakanbau war nämlich viel arbeitsintensiver als z. B. Getreideanbau.

Nibelungenstraße

Der Rundgang führt links in die Nibelungenstraße, vorbei an dem beachtenswerten Eckgebäude der Kloster Apotheke. Der Straßenname erinnert an die Beziehung zwischen Kloster Lorsch und den Nibelungen: In einer der drei Handschriften des Nibelungenliedes ist die Rede davon, dass Ute, die Mutter von Krimhild und Gunther, das Kloster Lorsch gegründet haben soll. Wer mag, kann einen Zwischenstopp einlegen:

Museumszentrum

In dem Gebäude der ehemaligen Marmeladenfabrik Bechthold befindet sich das Museumszentrum. Die klostergeschichtliche Abteilung informiert über die glanzvolle Geschichte des Klosters, vor allem über die Klosterbibliothek, für die das Kloster Lorsch berühmt war. Zu besichtigen ist beispielsweise der Nachbau eines Skriptoriums. Außerdem kann man hier Tickets für den Besuch des Freilichtlabors Laurensham kaufen; eine zweite Verkaufsstelle befindet sich im Besucherinformationszentrum neben dem Freilichtlabor.

Konzerthalle - panoramio (2)
Evangelische Pfarrkirche Lorsch, Nibelungenstraße 23 20170609 002

(Abstecher: Neben dem Zentrum führt ein Weg zum Stephan-Jäger-Pavillon (1930), der ursprünglich auf dem Gelände des Hotels Jäger (Bahnhofsstraße) stand. Oberhalb des Pfingstrosengartens steht die evangelische Pfarrkirche.). Wir gehen weiter zur sogenannten Torhalle; sie ist das Prunkstück im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch.

Kloster Lorsch

Torhalle Lorsch (Kloster Lorsch)

Höhepunkt des Lorsch Rundgangs: die Torhalle. Das um 774 errichtete Gebäude, auch Königshalle genannt, gibt Rätsel auf: Es ist nicht geklärt, ob das Bauwerk überhaupt als Torhalle diente. Archäologische Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass die Königshalle hinter dem Westtor frei in einem langen Hof stand. Denkbar ist vielmehr eine Funktion als Gerichtshalle oder als Bibliothek. Das äußere Erscheinungsbild hat sich seit über 1000 Jahren wenig geändert. Lediglich das Dach ist steiler, außerdem musste der nördliche Treppenturm wiederaufgebaut werden.

Torhalle Lorsch Innenraum

Torhalle Lorsch innen

Das Obergeschoss der Torhalle ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Das Foto links zeigt übrigens eine Kuriosität: der Boden steigt von rechts nach links (Richtung Klosterkirche) an. Diese Neigung bestand von Anfang an. Durch die Halle im Erdgeschoss (Grundriss) können wir geradeaus zum Kirchenfragment der Klosterkirche gehen.

Ehemalige Vorkirche (Kloster Lorsch)

Kirchenfragment

Von der Klosterkirche hat sich oberirdisch lediglich dieses Fragment erhalten, das als Vorkirche diente (Bauaufnahme; Bilder mit zugemauerten Bögen). Im Westen schloss sich eine Zweiturm-Anlage an, im Osten folgten Westwerk, Hauptkirche und Gruftkapelle. Südlich der Hauptkirche lag ein Kreuzgang. Die Umrisse der Gebäude sind im Boden nachgezeichnet.

Klostergelände

Auf dem Klostergelände stehen drei Gebäude aus nachklösterlicher Zeit: Das barocke Wohngebäude ist das ehemalige kurfürstliche Jagdhaus, das der Mainzer Bischof Lothar Franz von Schönborn 1701-1725 erbauen ließ  (Bilder). Seit der Sanierung heißt das Gebäude Adalherhaus, hier hat das Kuratorium UNESCO Welterbe Kloster Lorsch seinen Sitz. Das zweite Gebäude dient als Wohnhaus. Das kleine Steinhaus war früher ein Schweinestall. 

Adalherhaus im UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch, Niebelungenstraße 32
Kloster Lorsch, Nibelungenstraße 38
Lorsch, Kloster, Nebengebäude

Vom Kloster zum Altenmünster

Vom Klostergelände gelangt man zurück zur Nibelungenstraße, die wir stadtauswärts gehen. An der Weggabelung biegen wir links. Links sehen wir das Freilichtlabor Laurensham.

Freilichtlabor Lauresham

Freilichtlabor Lauresham (UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch)

Das experimentalarchäologische „Freilichtlabor karolingischer Herrenhof Lauresham“ besteht aus mehreren rekonstruierten Gebäuden, die einen Herrenhof des 9. Jahrhunderts darstellen. Die Anlage setzt sich zusammen aus Wohnhäusern, Ställen, Ziehbrunnen und einer Kapelle (Drohnen-Video Deutsche Welle). Die Archäolog*innen gehen u. a. der Frage nach, wie das Raumklima in den Häusern war (Forschungsbericht: pdf-Datei). Das Freilichtlabor ist nur im Sommer zugänglich. Webseite: https://www.kloster-lorsch.de/freilichtlabor

Halle Lorsch 02

Besucherinformationszentrum BIZ

Einen offensichtlichen Gegensatz zu den kleinen Holzhütten bildet das Besucherinformationszentrum BIZ, das uns nach wenige Meter entgegenfunkelt. Die Holzhütten und das Glashaus verdeutlichen, welche Fortschritte das menschliche Bauen im Laufe einiger Jahrhunderte gemacht hat.

Das Gebäude wurde 2013-14 errichtet; die Pläne stammen vom Architekturbüro HAD, das sich auf Denkmalsanierung spezialisiert hat. 

Zuchtherde Wattenheimer Brücke

Auerrind-Projekt

Die Experimentalarchäologie untersucht nicht nur Bauweise und Funktion von Gebäuden, sondern auch die landwirtschaftlichen Techniken und die Viehzucht. Auf den Wiesen an der Weschnitz kann man Auerrinder grasen sehen (das Foto zeigt Auerrinder bei der Wattenheimer Brücke, die nördlich der B47 die Weschnitz überquert). Im 17. Jahrhundert starb der Auerochse aus. Inzwischen versucht man, durch Programme wie das Auerrind-Projekt, Rinder zu züchten, die dem Auerochsen sehr ähnlich sind. Sie sollen ausgewildert werden und einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Altenmünster

Altenmünster (Lorsch Rundgang)

Nordöstlich des Freilichtlabors Lauresham befindet sich das Besucherinformationszentrum. Die benachbarte Brücke führt über die Weschnitz. Vor der Brücke rechts abbiegen und dem Flußlauf bis zum Altenmünster folgen. An der Stelle des Altenmünsters befand sich vor 764 ein Kloster, das auf einer kleinen Insel lag. 764 schenkten Graf Cancor und seine Mutter Williswinda das Kloster einem Verwandten, dem  Bischof Chrodegang aus Metz. Ab 767 errichtete man auf einer Sanddüne das Kloster Lorsch, dessen Kirche 774 geweiht wurde (Grundriss). Erdaufschüttungen und Aufmauerungen markieren die Umrisse der Anlage. Es gab in Lorsch übrigens noch ein drittes Kloster, das Kloster Hagen am Seehof (Grundriss). Der Lorsch Rundweg führt von der Weschnitz weg, auf der sogenannten Kulturachse gehen wir zurück in Richtung Kloster. Vor uns auf der rechten Seite steht ein langes hölzernes Gebäude: ein Tabakschuppen.

Vom Altenmünster zum Bahnhof

Tabakschuppen

Lorsch, Tabakscheune 20170609 001

In einem Tabakschuppen hängt man nach der Ernte die aufgefädelten Tabakblätter zum Trocknen an ein Holzgerüst auf. Um den Luftzug und somit das Raumklima zu kontrollieren, besitzt der Tabakschuppen an den Längsseiten viele Klappen, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden. Die Trocknung dauert je nach Witterung und Blättern einige Wochen. Der Tabakschuppen stand ursprünglich in der südlichen Nachbargemeinde Hüttenfeld. 1965 versetzte man ihn an die geggenwärtige Stelle.

Wir setzen den Spaziergang fort und folgen der Kulturachse, überqueren die Odenwaldallee und gehen zur Klostermauer.

Klostermauer

Lorsch, Klostermauer (Lorsch Rundgang)

Von der um 774 erbauten Klostermauer hat sich ein etwa 500 m langer Abschnitt erhalten. Das Wort „Kloster“ leitet sich von dem lateinischen „claustrum“ ab, das einen abgeschlossenen Ort bezeichnet. Wir folgen der Klostermauer im Uhrzeigersinn. Der Weg biegt schließlich links ab, wir wenden uns aber nacht rechts und betreten erneut das Klostergelände. Schräg links liegen der Kräutergarten und die Zehntscheune.

Zehnscheune im UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch

Kräutergarten & Zehntscheune

Im Kräutergarten wachsen Pflanzen, die im Lorscher Arzneibuch erwähnt werden. Im Schaudepot Zehntscheune, um 1590 erbaut, werden u. a. Ausgrabungsfunde ausgestellt – auf Beschriftungen hat man verzichtet. Das Gebäude ist im Rahmen einer Führung zugänglich. Die große Platane vor der Zehntscheune ist eines von vier Naturdenkmälern in Lorsch (Liste).

Schillerstraße

Lorsch, Nibelungenstraße 56

Wir überqueren den Markplatz, gehen die Nibelungenstraße bis zur Einmündung in die Kirchstraße, wo wir scharf rechts abbiegen (Vor dem Fachwerkhaus Nibelungenstraße 56 erinnern mehrere Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus (Liste der Lorscher Stolpersteine).). Dann nehmen wir die erste Straße links (Schillerstraße) und die erste Straße rechts (Alexanderstraße).

Alexanderstraße

Alexanderstrasse 17 Lorsch (Rundgang Lorsch)

Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung parallel zur Bahnhofsstraße, das Straßenbild ist aber ein anderes: Hier stehen keine barocken Fachwerkhäuser, sondern Wohnhäuser des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter villenartige Einfamilienhäuser, aber auch Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser. Die Häuser Nr. 17, 21, 24 und 29 sind denkmalgeschützt. Am Ende der Alexanderstraße links in die Rheinstraße abbiegen. Dann in die zweite Straße rechts, die Klarastraße, biegen und an deren Ende rechts in die Lindenstraße biegen. Am Bahnhof schräg links ist der Lorsch Rundgang zu Ende.

UNESCO-Welterbe in der Nähe von Kloster Lorsch

Kloster Lorsch zählt zum UNESCO-Welterbe in Hessen. In der Nähe von Kloster Lorsch befinden sich zwei Welterbestätten:

  • Speyerer Dom. Südlich von Lorsch liegt die Altstadt Speyer am linken Rheinufer (UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz). Der romanische Speyerer Dom ist die größte romanische Kirche des Abendlands, Grablege der Salier und durch die Wölbung des Hauptschiffs bahnbrechend für den europäischen Sakralbau.
  • Grube Messel. Wo die Landesregierung eine Abfalldeponie plante, befindet sich dank einer Bürgerinitiative nun eine der drei UNESCO-Weltnaturerbestätten in Deutschland. Die Grube Messel ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstellen Europas.

Lorsch Sehenswürdigkeiten (Überblick und Empfehlungen)

Lorsch Sehenswürdigkeiten (Überblick und Empfehlungen)

Karolingische Torhalle (Ansicht von Osten), eine der Sehenswürdigkeiten in Lorsch

Lorsch Sehenswürdigkeiten. Überblick

Lorsch, Marktplatz 3

Wer in Lorsch Sehenswürdigkeiten sucht, kommt an dem UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch nicht vorbei. Lorsch bietet sich an als Station für einen Urlaub, für einen Tagesauflug oder als Zwischenstopp einer Radtour.

Die Kleinstadt Lorsch liegt auf halber Strecke zwischen Heidelberg und Darmstadt. Im Westen fließt der Rhein, im Osten erstrecken sich Weinberge vor der burgenbekrönten Silhouette des Odenwalds. Rundherum eine an Naturschönheiten und Kulturdenkmälern reiche Landschaft. Man findet aber nicht nur in der Umgebung von Lorsch Sehenswürdigkeiten – auch in Lorsch gibt es einiges zu entdecken.

Sehenswürdigkeiten in Lorsch

  • UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch und Altenmünster (u. a. mit Torhalle, Klostermauern, Kirchenfragment, Freiluftlabor Laurensham und Museumszentrum),
  • Relikte der einst ortsbildprägenden Tabakkultur: Tabakscheune; ehemalige Tabakfabriken, Tabakmuseum,
  • Marktplatz mit Altem Rathaus und Tabakbrunnen,
  • eine der Hauptstraßen: Die Nibelungenstraße durchzieht den Ortskern von Westen nach Osten; Bahnhofsstraße, Römerstraße sowie Hügelstraße bzw. Hirschstraße bilden die Nord-Süd-Achse.
  • das wichtigste Gewässer: der Fluß Weschnitz,
  • eine der Grünflächen: Kräutergarten, Klostergelände, Klosterpark oder das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel,
  • Spezialitäten der regionalen Küche, z. B. das Lorscher Welschbrot oder einen Wein aus einem der Winzerorte.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt die Welterbetour Lorsch.

Sehenswürdigkeiten bei Lorsch

Es ist einfach, auch außerhalb von Lorsch Sehenswürdigkeiten zu entdecken:

  • Durch Lorsch führen zwei Erlebnisstraßen: die Nibelungenstraße und die Siegfriedstraße.
  • Lorsch liegt bei der Bergstraße, die durch das Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße führt – vorbei an zahlreichen hübschen Dörfern und alten Burgen.
  • Sehenswert sind mehrere (ehemalige und aktuelle) Kandidaten für das UNESCO-Welterbe, sowie zwei UNESCO Creative Cities.

Nibelungenstraße & Siegfriedstraße

Lorsch liegt an der Nibelungenstraße und der weiter südlich verlaufenden Siegfriedstraße. Die Nibelungen sind ein mittelalterliches Heldenepos, das in mehreren Handschriften erhalten. Kloster Lorsch wird in Handschrift C mehrmals erwähnt.

Nibelungenstrasse
Siegfriedstrasse

Route der Nibelungenstraße

Die 110 Kilometer lange Nibelungenstraße verläuft in West-Ost-Richtung zwischen Worms (im Westen) und Würzburg im Osten. Das gilt auch für die Siegfriedstraße, die aber weiter südlich verläuft und mit 150 Kilometer länger ist. Gemeinsam ist beiden der Bezug zur Nibelungensage, deren tragischer Held Siegfried ist (Webseite: http://www.nibelungen-siegfriedstrasse.de/). Die Gemeinden beider Straßen sind unter dem Namen „Nibelungenland“ im Internet präsent (Webseite: https://www.nibelungenland.net/)

Bergstraße

Die rund 68 Kilometer lange Bergstraße führt am Westrand des Odenwaldes in Nord-Süd-Richtung entlang. Das günstige Klima in der Rheinebene und die sanften Hügel begünstigen den Anbau von Wein oder südländischen Früchten, z. B. Mandeln. (Webseite: http://www.diebergstrasse.de/) Die Hessische Bergstraße ist eines von 13 Weinanbaugebieten in Deutschland; mit rund 440 Hektar das kleinste (das südlich anschließende Anbaugebiet Baden umfasst rund 16.000 ha). Von den  Weinbaugemeinden sei lediglich eine als Beispiel vorgestellt: Heppenheim, die Nachbargemeinde östlich von Lorsch.

Heppenheim Rathaus RZ

Heppenheim

Die Altstadt von Heppenheim (26.000 Einw.) ist durch zahlreiche Fachwerkhäuser geprägt, z. B. das Rathaus (Erdgeschoss 1551, Fachwerkaufbau 1705–06) am Marktplatz. Lorsch-Besucher*innen werden feststellen: Das Rathaus in Lorsch ist quasi eine Kopie des Heppenheimer Rathauses. Sehenswert ist außerdem der sogenannte „Dom der Bergstraße„: die neugotische Pfarrkirche St. Peter (erbaut 1900-04). Jährlich findet im letzten Juni-Wochenende der 10-tägige Bergsträßer Weinmarkt statt.  Webseite: https://www.heppenheim.de/heppenheim-erleben/sehenswuerdigkeiten

Starkenburg Schlossberg

Starkenburg

Oberhalb von Heppenheim thront die Starkenburg. Sie wurde vom Kloster Lorsch ab 1065 erbaut. 700 Jahre später gab man die Burg auf und sie verfiel. 1924 sprengte man den Bergfried wegen Baufälligkeit und baute ihn dann 1928–30 wieder auf, allerdings einige Meter weiter westlich. In der Burg befindet sich eine Jugendherberge (Webseite: https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/starkenburg-heppenheim-484/portraet/). 

Bensheim Auerbach - Schloss 18 ies

Schloss Auerbach

Laut einer Umfrage 2009 war die Torhalle von Kloster Lorsch das zweitbeliebteste Bauwerk – und Schloss Auerbach das beliebteste. Die Burg ist recht gut erhalten. Das Foto zeigt die Schildmauer mit dem Nordturm. Auf der Mauer wachst seit 300 Jahren eine Waldkiefer. Von der Burg hat man einen guten Ausblick auf den Odenwald und die Rheinebene. Webseite: https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-auerbach

Weitere Burgen oberhalb der Bergstraße sind:

Kandidaten für das UNESCO-Welterbe & Creative Cities in der Nähe von Lorsch

Von Lorsch kann man Touren zu mehreren Sehenswürdigkeiten unternehmen, die Kandidaten für das Welterbe waren oder sind:

Heidelberg: Welterbe-Kandidat & UNESCO Creative City Literature

Heidelberg Schloss Alte Brücke 20100626

Heidelberg (160.000 Einw.) zählt zu den wenigen Großstädten in Deutschland, die vom Zweiten Weltkrieg und dem autofreundlichen Stadtumbau weitgehend verschont geblieben sind. Die barocke Altstadt ist so gut erhalten, dass sie mit dem Heidelberger Schloss von 1999 bis 2014 für das UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen wurde, allerdings vergeblich. Erfolgreich war allerdings ein anderer Versuch: Heidelberg ist seit 2014 UNESCO Creative City of Literature (https://www.unesco.org/en/creative-cities/heidelberg).

Einen guten Ausblick auf Stadt und Neckar hat man von der Ruine des Heidelberger Schlosses. Es war die Residenz eines der sieben Kurfürsten, des Pfalzgrafen bei Rhein (Webseite: https://www.schloss-heidelberg.de/start). Die Heidelberger Universität wurde 1386 gegründet und ist die älteste Deutschlands. Mit der Bergbahn kann man zur Molkenkur (Café) und weiter zum Berg Königsstuhl fahren. Dort liegt das Märchenparadies Heidelberg, ein Freizeitpark für Kinder. Heidelberg ist ein Touristenmagnet und entsprechend gut besucht (Webseite: https://www.heidelberg.de/hd/HD/Besuchen.html).

Schwetzingen

Schwetzingen Schlosspark Eingangsbereich Luftbild

Im Städtchen Schwetzingen (22.000 Einw.; https://www.schwetzingen.de) liegt die ehemalige Sommerresidenz der pfälzischen Kurfürsten, das Schwetzinger Schloss (1350 erstmals erwähnt; Umbau zum Schloss ab 1697). Sehenswert ist vor allem der Schlosspark Schwetzingen, der einen Barockgarten (siehe Foto) und einen großen Landschaftspark vereint (Webseite: http://www.schloss-schwetzingen.de/). Von 1999 bis 2014 stand Schwetzingen auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe unter dem Titel: „Schwetzingen: Eine Kurpfälzische Sommerresidenz – Gartendesign und freimaurerische Anspielungen“.

Wormser Dom

Wormser Dom Lichtbruecke Worms

Der Wormser Dom wurde 1130–81 erbaut und stand von 1984–93 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe. Er zählt mit den Domen von Speyer und Mainz zu den drei großen Kaiserdomen am Rhein. Webseite: http://www.wormser-dom.de/

Worms (83.500 Einw.) zählt zu den ältesten Städten Deutschlands und hat daher ein reiches kulturelles Erbe. Die Nibelungenstadt kann über die erfolglose Kandidatur des Doms gelassen hinwegsehen, denn eine weitere Kandidatur mit Wormser Beteiligung war 2021 erfolgreich: Worms zählt mit Speyer und Mainz zu den SchUM-Städten.

Mannheim: UNESCO Creative City of Music

Der Friedrichsplatz und der Wasserturm

Die Großstadt Mannheim (310.000 Einw.) liegt an der Mündung des Neckars in den Rhein. Die Altstadt ist in Quadrate eingeteilt; die Straßen haben keinen Namen, sondern eine Kombination aus Buchstaben und Nummern. Mannheim war eines der Vorbilder für die US-Hauptstadt Washington. Der Wasserturm am Friedrichsplatz ist das Wahrzeichen der Stadt. Mannheim ist seit 2014 UNESCO City of Music https://www.unesco.org/en/creative-cities/mannheim).

Die Nachbarstadt Ludwigshafen am Rhein (172.000 Einw.) auf der pfälzischen Rheinseite ist eine Industriestadt, bekannt als Standort der BASF und Geburts- und Wohnort des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (1930–2017). Beide Städte weisen wenig alte Bausubstanz auf: Mannheim wurde im 18., Ludwigshafen erst im 19. Jahrhundert gegründet. Beide Industriestädte erlitten im Zweiten Weltkrieg durch Bombardierungen schwere Schäden.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Es seien noch zwei Sehenswürdigkeiten vorgestellt: die eine liegt quasi in der Nachbargemeinde von Lorsch, die andere weiter weg:

BiblisKKW2018-01-14-15-27-02

Atomkraftwerk Biblis

Nicht nur Klöster und Burgen sind Teil der deutschen Geschichte, auch Atomkraftwerke zählen bald dazu. Das AKW Biblis steht bei der Gemeinde Biblis am Rhein. Baubeginn war 1970 (Biblis-A) und 1972 (Biblis-B). 2017 wurden beide Blöcke stillgelegt. Die Anlage wird abgerissen und soll durch ein Gaskraftwerk ersetzt werden. Im Informationszentrum Biblis informiert RWE, das AKW ist besuchbar. Webseite: https://www.group.rwe/unser-portfolio-leistungen/betriebsstandorte-finden/kernkraftwerk-biblis. Etwas andere Informationen zum AKW Biblis bietet Greenpeace: https://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/stoerfall-im-akw-biblis-vertuscht. Das nächste AKW in Baden-Württemberg ist Philippsburg, das ebenfalls abgerissen wird.

Hirschhorn und das Neckartal

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Das malerische Neckartal mit zahlreichen Burgen erstreckt sich im Süden und Osten von Lorsch und ist ebenfalls eine Reise wert. Direkt am Neckar liegt das Städtchen Hirschhorn (3.400 Einw.; https://www.hirschhorn.de/).

Eine gut erhaltene Stadtmauer umgibt die Altstadt und führt hinauf zur Burg Hirschhorn. Sie wurde um 1260 erbaut und später erweitert. Webseite: https://www.schloesser-hessen.de/de/burg-hirschhorn

UNESCO-Welterbe in der Nähe von Lorsch

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Speyerer Dom (29 km)

Auf der linken Rheinseite, direkt am Rheinufer, steht der Speyerer Dom. Er ist die größte romanische Kirche der Welt. Sehenswert sind die Speyerer Altstadt und das Technik-Museum Speyer. Durch die Altstadt führt der Speyer Rundgang.

Jüdischer Friedhof Heiliger Sand in Worms (Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz)

Speyer (SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz) (29 km)

Auf der westlichen Rheinseite, in Rheinland-Pfalz, kandidieren seit 2015 drei Stätten jüdischen Glaubens für das Welterbe: der Judenhof (Speyer), Friedhof Heiliger Sand (Worms) und der Jüdische Friedhof in Mainz (UNESCO-Webseite: http://whc.unesco.org/en/tentativelists/5975). Lorsch liegt Worms am nächsten; Speyer im Süden und Mainz im Norden sind von Lorsch etwa gleich weit entfernt.

Grube Messel: Hassiacosuchus haupti

Grube Messel (32 km)

Die nächstgelegene Weltnaturerbestätte ist die Grube Messel nördlich von Lorsch. Sie ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstellen der Welt. Der Messel Rundgang führt zu Sehenswürdigkeiten in Messel und zur Grube Messel.

Hamburg Sehenswürdigkeiten (Übersicht & Empfehlung)

Hamburg Sehenswürdigkeiten

Elbphilharmonie, Hamburg

Hamburg Sehenswürdigkeiten. Übersicht


Es ist einfach, in Hamburg Sehenswürdigkeiten für den eigenen Geschmack und Geldbeutel zu finden: Die Metropole Nordeutschlands ist mit bedeutenden Bauwerken, zahlreichen Museen, Theatern und Straßenkunst reich gesegnet. Wer Hamburg besucht, sollte folgende Highlights nicht verpassen:

  • Architektur
    • das UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus,
    • den größten Hafen Deutschlands: den Hamburger Hafen,
    • eine der Hauptkirchen: St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai oder St. Petri. Vom Turm der St. Nikolai-Kirche hat man einen guten Ausblick auf Hamburg.
    • mehrere Fleete und Brücken (Hamburg ist Brückenhauptstadt Europas!)
  • Straßen & Plätze; Wasser- & Grünflächen
    • eine der wichtigsten Straßen Hamburgs: Mönckebergstraße, Spitalerstraße (Haupteinkaufsstraßen), Jungfernstieg, Hafenstraße Ballindamm (Uferstraßen),
    • einen der größeren Plätze: Rathausplatz, Burchardplatz, Gerhard-Hauptmann-Platz
    • die Alster mit den Alsterschwänen,
    • eine der Grünanlagen: Planten un Blomen, Alter Elbpark oder Alsterpark,
    • die Hamburger Streetart,
  • Museen, Attraktionen (z. B. bei schlechtem Wetter)
    • eines der Museen (je nach Interesse), z. B. das Speicherstadtmuseum
    • eine der Erlebnis-Attraktionen: z. B. Miniatur Wunderland Hamburg, ein Musical oder Hamburg Dungeon,
  • Hamburger Küche in den zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurants, z. B. Labskaus, Hamburger Aalsuppe, Scholle Finkenwerder Art oder Franzbrötchen,
  • die Lebensart (auch soziale Gegensätze) und Sprache kennenlernen. 

Karte Hamburg

UNESCO-Welterbe in Hamburg

Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Hamburg zählen die zwei UNESCO-Welterbestätten:

  • Speicherstadt und Kontorhausviertel mit dem Chilehaus“ sind seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe
  • Das „Hamburgische Wattenmeer“ bei der Insel Neuwerk ist UNESCO-Weltnaturerbe.
Blick von der Poggenmühlbrücke westwärts in den Holländischbrookfleet auf das Wasserschloss in der Speicherstadt (UNESCO-Welterbe in Hamburg)
Hamburg.Skylift.Kontorhausviertel (UNESCO-Weltkulturerbe in Hamburg)

Speicherstadt & Kontorhausviertel

Direkt an der Elbe liegt die Speicherstadt. In einem der alten Backsteinspeicher befinden sich u. a. das MiniaturWunderland Hamburg sowie das Speicherstadtmuseum. Das Foto oben zeigt die Speicherstadt; das Foto links das Kontorhausviertel mit dem zentralen Burchardplatz.

Neuwerk Turmwurt: Staatscheune, Großer Leuchtturm und Schulgebäude (im UNESCO-Welterbe Hamburgisches Wattenmeer)
Neuwerker Watt (Sehenswürdigkeit in Hamburg)

Hamburgisches Wattenmeer

Hamburg besteht aus zwei Gebieten: der Stadt an der Elbe und einem Stück Wattenmeer um die Insel Neuwerk an der Elbemündung. Der Leuchtturm Neuwerk (erbaut 1300–10) ist das älteste Gebäude Hamburgs. Das Hamburgische Wattenmeer zählt – mit dem von Niedersachsen und Schleswig-Holstein – zum UNECO-Welterbe Wattenmeer. Reizvoll ist eine Wattwanderung an der frischen Luft. Für einen Stadtbummel ist die Exklave zu weit weg.

Touren im UNESCO-Welterbe (zu Fuß, Boot, Bus)

zu Fuß: Hamburg: UNESCO-Welterbestätten Tour

  • Preis: ab 18,00 €/Person
  • Dauer: 2 h
  • Treffpunkt: Jacobikirche, Ecke Bugenhagenstraße und Barkhof
  • Tour-Anbieter: Stattreisen Hamburg e.V.

* kommerzieller Link zu Getyourguide

Boot: Hamburg: 1,5-stündige Hafen- und Speicherstadtrundfahrt

  • Preis: ab 34,00 €/Person
  • Dauer: 1,5 h
  • Treffpunkt: Überseebrücke
  • Tour-Anbieter: RAINER ABICHT Elbreederei GmbH & Co. KG

* kommerzieller Link zu Getyourguide

BUS: Hamburg: Linie A Hop-On/Hop-Off-Tour Sightseeingtour

  • Preis: ab 21,00 €/Person
  • Dauer: 1 Tag gültig
  • Treffpunkt: beliebige Haltestelle
  • Tour-Anbieter: Hamburger Stadtrundfahrt

* kommerzieller Link zu Getyourguide

Hamburger Hafen

St. Pauli-Landungsbrücken (Hamburg): Startpunkt für Hafenrundfahrten durch den Hamburger Hafen
Karte Hamburger Hafen nördlich der Norderelbe

Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen. Bei der Hammaburg existierte schon im 9. Jahrhundert ein Hafen. Im Hamburg feiert man jährlich am 07. Mai mit einem Volksfest den Hafengeburtstag (Webseite: http://www.hamburg.de/hafengeburtstag/).

Das ganze Jahr über bieten verschiedene Veranstalter Hafenrundfahrten durch das Hafengebiet an. Sie dauern eine bis fünf Stunden. Einige führen auch durch die Kanäle der Speicherstadt. Ausgangspunkt sind meist die St. Pauli-Landungsbrücken (siehe Foto oben). Webseite: http://www.hamburg.de/hafenrundfahrt

Das neue Wahrzeichen Hamburgs, die Elbphilharmonie, ist ein Speichergebäude (Kaispeicher A, 1963), den die Architekten Herzog & de Meuron 2007-16 aufstocken ließen. In dem Gebäude befindet sich der Konzertsaal des NDR- Elbphilharmonie Orchesters und ein Hotel. Webseite: http://www.elbphilharmonie.de/

Ein zweites Konzerthaus ist die Laiszhalle (Symphoniker Hamburg; Webseite: https://www.symphonikerhamburg.de/). In der Staatsoper Hamburg spielt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg (Webseite: http://www.staatsorchester-hamburg.de/).

Touren im Hamburger Hafen

Hamburg: Geführter Hafenrundgang für Familien

  • Preis: ab 14,00 €/Person
  • Dauer: 1 h
  • Treffpunkt: Ecke Deichstraße und Steintwiete.
  • Tour-Anbieter: Stattreisen Hamburg e.V.

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Hamburg: Elbphilharmonie Plaza Guided Tour

  • Preis: ab 23,00 €/Person
  • Dauer: 1 h
  • Treffpunkt: variabel
  • Tour-Anbieter: Adventure World Tours

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Hamburg: 90-minütige abendliche Hafenrundfahrt mit Lichtern

  • Preis: ab 25,20 €/Person
  • Dauer: 1,5 h
  • Treffpunkt: Landungsbrücken, Brücke 10,
  • Tour-Anbieter: MARITIME CIRCLE LINE

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Hamburg: 2-stündige XXL-Hafenrundfahrt

  • Preis: ab 40,00 €/Person
  • Dauer: 2 h
  • Treffpunkt: diverse (St. Pauli Landungsbrücken, Brücke 1 oder Brücken 4-10)
  • Tour-Anbieter: RAINER ABICHT Elbreederei GmbH & Co. KG

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Architektur in Hamburg

Da es in Hamburg Sehenswürdigkeiten in große Zahl gibt, kann nur eine sehr kleine Auswahl vorgestellt werden. Wenn man vom Hamburger Hauptbahnhof (im Osten) durch die Innenstadt westwärts geht, gelangt man zu folgenden Sehenswürdigkeiten.

Hamburg Hauptbahnhof
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Rathaus & Hauptbahnhof

Der Hamburger Hauptbahnhof ist Deutschlands meistfrequentierter Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude (erbaut 1904–06) befindet sich am Ostrand der Altstadt; in der Nähe liegt das Kontorhausviertel.

Durch die Mönckebergstraße (Fußgängerzone) gelangt man westwärts zum Hamburger Rathaus am Rathausmarkt. Das große Gebäude besitzt eine prächtige Ausstattung. Mehr Infos zum Hamburger Rathaus.

Michel (Hauptkirche Michaeliskirche in Hamburg); Sehenswürdigkeit in Hamburg

Flussschifferkirche Hamburg im Zollkanal

Kirchen in Hamburg

Zu den bedeutendsten Hamburger Kirchen zählen die fünf Hauptkirchen, die sich alle im Zentrum Hamburgs befinden:

  • die barocke Michaeliskirche, die auf der Zwei-Euro-Münze abgebildet ist;
  • die St. Petrikirche an der Mönckebergstraße ist die älteste Pfarrkirche Hamburgs. Der Kirchturm ist begehbar.
  • Die Jacobikirche steht an der Steinstraße und wurde – wie die anderen Kirchen – im Zweiten Welkrieg schwer beschädigt. Erhalten haben sich u. a. vier Altäre und die wertvolle Arp-Schnitger-Orgel, die größte Barockorgel Nordeuropas.
  • Der 147 m hohe Turm der Kirchenruine St. Nikolai war das höchste Gebäude der Welt und dient als Gedenkstätte.
  • Die Katharinenkirche (Turm 13. Jh.) steht am Zollkanal gegenüber der Speicherstadt.

Sehenswert ist auch die Flussschifferkirche im Zollkanal (Mehr Infos zur Kirche und zum Zollkanal).

Touren durch Hamburgs Zentrum

Privater Rundgang durch die Hamburger Innenstadt

  • Preis: b 23,00 €/Person
  • Dauer: 2 h
  • Treffpunkt: Haupteingang des Rathauses
  • Tour-Anbieter: Robin and the Tourguides

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Hamburg 3,5-Stunden Fahrrad Tour

  • Preis: ab 39,00 €/Person
  • Dauer: 3 h
  • Treffpunkt: Gebrüder-Wolf-Platz (Hopfenstr. 15b)
  • Tour-Anbieter: Hamburg City Cycles

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St. Pauli & Schanzenviertel: Buntes & bunte Vögel

Wandmalerei am Grünspan, Hamburg 1968 von Werner Nöfer

Streetart

Wer Kunst sehen will, muss nicht unbedingt ins Museum gehen. Auf Schritt und tritt begegnet man auch im öffentlichen Raum Kunstwerken. Das Foto links zeigt ein Wandbild in St. Pauli beim Grünspan (heute: Gruenspan, siehe unten). Bilder unten: links: Gemeindehaus St. Pauli (Antoniestraße 12, Hamburg St. Pauli). Mitte: Das höchste Grafitto der Welt (laut Guinessbuch der Rekorde 1996) befindet sich in Hamburg-Lohbrügge. Rechts: Die großen Wandflächen der zahreichen Hochbunker bieten sich als Malgrund an, z B. der Hochbunker Löwenstraße.

 

Graffiti in Hamburg: Gemeindehaus St. Pauli (Antoniestraße 12, Hamburg St. Pauli)

Zeichen der Zeit Hochhaus-Graffiti

Hochbunker Löwenstraße
Flakturm IV Heiligengeistfeld (Sehenswürdigkeit in Hamburg)  

Flaktürme

Hamburg ist neben Berlin und Wien eine von drei europäischen Städten mit großen Flaktürmen. Das Foto zeigt den G-Turm (Gefechtsturm) von Flakturm IV am Heiligengeistfeld, das sich am Ostrand der Altstadt erstreckt. Auf dessen vier Türmen war die schwere Flak stationiert; die Balkone sollten leichte Flak aufnehmen. Die Leitung erfolgte durch den (abgerissenen) L-Turm. In Hamburg-Wilhelmsburg (Flakturm VI) wurde der G-Turm zum Energiebunker umgebaut.

Nach einem Umbau führt an der Fassade eine Treppe hinauf zum grünen Stadtgarten.

Dollhouse, Große Freiheit in St. Pauli, Hamburg

Reeperbahn

Am Millerntorplatz beginnt die Reeperbahn, eine lange Straße, die nach Altona führt. Viele Besucher*innen zweigen aber vorher in eine der Seitenstraßen ab, z. B. am Beatles-Platz in die Große Freiheit. Hier gibt es mehrere Nachtclubs, z. B. der Indra-Musikclub, wo die Beatles ihre Weltkarriere starteten. Weitere (ehemalige) Clubs sind:

Außerdem gibt es in dem Vergnügungsviertel Bars, Kneipen, Tatooläden, Travestieshows; in der Herbertstraße reihen sich Bordelle; die Davidwache ist die Polizeistation des Viertels.

Touren durch St. Pauli

Hamburg: Sex und Kriminalität in St. Pauli Tour für 18+ Jahre

  • Preis: ab 23,00 €/Person
  • Dauer: 2 h
  • Treffpunkt: frei wählbar
  • Tour-Anbieter: Adventure World Tours

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Hamburg: Insider Tour über die Reeperbahn & St. Pauli

  • Preis: ab 23,80 €/Person
  • Dauer: 100 min
  • Treffpunkt: frei wählbar
  • Tour-Anbieter: Kult-Kieztouren.de

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Grünanlagen & Parks in Hamburg

Stadtpark Hamburg- Winterhude.Festwiese (Hamburg Sehenswürdigkeiten)

Einen Überblick über Hamburgs Parkanlagen bietet die Website: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/hamburgs-gruen/parkanlagen. Zu den größten Grünanlagen in Hamburg zählen folgende:

  • Der Planten und Blomen (47 ha) liegt innenstadtnah: Er wurde auf dem Gelände der Stadtwälle errichtet und begrenzt die Hamburger Altstadt im Westen.
  • Der Stadtpark Hamburg (148 ha) liegt in Winterhude (nördlich der Hamburger Altstadt). Webseite: http://www.hamburg.de/stadtpark/
  • Nicht zu verwechseln sind der Alsterpark (4,8 ha; Link) bei Fuhlsbüttel und das „Alsterpark“ genannte Alstervorland (165 ha). Dieses liegt zwischen der Außenalster und dem von Villen gesäumten Harvestehuder Weg, der zu den teuersten Straßen Deutschlands zählt (Link).

Drei Parks liegen im Westen von Altona. Für einen Spaziergang von der Hamburger Innenstadt sind sie zu weit entfernt, aber per Rad oder ÖPNV erreichbar:

Rosengarten Friedhof Ohlsdorf (Hamburg)
Altonaer Volkspark: Pavillon im Schulgarten
Alstervorland an der Außenalster (Hamburg)

Friedhöfe in Hamburg

Jüdischer Friedhof Königstraße HH-Altona (3)

Paris hat den Friedhof Père-Lachaise (ältester Parkfriedhof der Welt), Hamburg hat den Friedhof Ohlsdorf und den Jüdischen Friedhof Altona:

Hamburg Grüner Ring I 3-tägige E-Bike Tour

  • Preis: ab 300,- €/Person
  • Treffpunkt: Michael Poliza eBikes & Mehr
  • Tour-Anbieter: HA-KU-NA E-Biketour

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Hamburg: Brückenmetropole Europas

Hochstraße Elbmarsch mit Köhlbrandbrücke (Sehenswürdigkeit in Hamburg)

Hamburg gilt als Brückenmetropole Europas – hier gibt es mehr Brücken als in Venedig. Das Foto zeigt die zwei längsten Straßenbrücken Deutschlands: die 4,2 km lange Hochstraße Elbmarsch und die 3,6 km lange Köhlbrandbrücke (Hintergrund). Mehr erfahren:

Museen, Theater und Erlebnis-Attraktionen

Der Hamburg City Pass ist nicht zu verwechseln mit der Hamburg Card:

  • Hamburg City Pass = Bus-, Boots-Tour + Museen + (optional) ÖPNV. Viele Museen in Hamburg kann man mit dem Hamburg City Pass besuchen. Er ermöglicht optional die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.
  • Hamburg Card = ÖPNV. Die Hamburg Card ermöglicht nur die Nutzung des ÖPNV.

Hamburg: 40+ Attraktionen City Pass & öffentliche Verkehrsmittel

  • Preis: ab 39,90 €/Person
  • Dauer: 1–7 Tage
  • Der Hamburg City Pass bietet u. a. Eintritt in zahlreiche Museen (z. B. das Speicherstadt Museum, außerdem: St. Michaelis Turm und Aussichtsplattform, Panoptikum Wachsfigurenkabinett, St. Nikolai-Denkmal (Turm und Museum), HSV-Stadionmuseum, Hamburger Kunsthalle, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Museum der Arbeit, Museum für Kunst & Handwerk, BaillinStadt, Altonaer Museum, Polizeimuseum) und zwei Museumsschiffe (Rickmer Rickmers Museumsschiff, Cap San Diego Museumsschiff)

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Hamburg: Hamburg City Card mit kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln

  • Preis: ab 11,90 €/Person
  • Dauer: 1–5 Tage

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Hamburg: Hamburg Dungeon Eintrittskarte

  • Preis: ab 19,60 €/Person
  • Das Hamburger Dungeon befindet sich innerhalb der UNESCO-Welterbestätte Speicherstadt

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Hamburger Küche

Hamburger Pannfisch, 2016 (01 retuschiert)

Fischgerichte

Eine regionale Spezialität sind Fisch und Meeresfrüchte aus der Nordsee. Ein Beispiel ist Hamburger Pannfisch: Fisch mit Bratkartoffeln in Senfsauce. Die Foto unten zeigen (von links nach rechts) drei weitere Fischgerichte:

  • Hamburger Aalsuppe. Das Fleisch des vom Aussterben bedrohten Aals ist sehr fetthaltig. Die Hamburger Variante wird durch Backobst verfeinert. 
  • Bismarckhering mit Bratkartoffeln, Spiegelei und roter Beete. Bismarckhering ist Hering, der in einer Essig-Marinade eingelegt wird.
  • Finkenwerder Scholle. Die Scholle ist ein Plattfisch, der auf dem Meeresboden lebt. Benannt ist das Gericht nach dem westlichen Stadtteil Finkenwerder.
Hamburger Aalsuppe bei Hamburger Fischerstuben
GT Hering-Spiegelei.Bratkartoffeln 2
2017-05-01 Scholle Finkenwerder Art
Oberhafenkantine (Hamburger Rundstück)

Hamburger

Ist der Hamburger eine Hamburger Spezialität? Vielleicht: Ein Rundstück ist ein (rundes) Brötchen; ein Rundstück warm ist ein Brötchen mit warmem Bratenfleisch, Bratensauce und Beilage. Eine Variante besteht aus gebratenem Hackfleisch. Möglicherweise brachten Hamburger Auswanderer*innen das Rezept für ein solches Hackfleischbrötchen mit nach Amerika. Der Name „Hamburger“ stammt aber möglicherweise auch von der amerikanischen Übersetzung für Hackbraten: „hamburger steak“. Inzwischen gibt es in Hamburg fleischhaltige, vegetarische und vegane Burger.

Hamburger Speck 1

Hamburger Speck & Süßes

Über den Hamburger Hafen werden große Mengen an Kaffee und Tee importiert. Dazu kann man verschiedene Süßwaren reichen:

  • Franzbrötchen ist Plunderteiggebäck. Das Rezept brachten wohl hugenottische Bäcker aus Frankreich mit.
  • Kopenhagener sind ebenfalls Plundergebäck, oft mit Pudding oder Fruchtfüllung.
  • Hamburger Speck bezeichnet Schaumzuckerwürfel in den Hamburger Farben Rot und Weiß.
Franzbroetchen (Hamburger Spezialität)
Mehrere Sorten Kopenhagener Gebäck;  Danish

Kulinarische Touren

Hamburg: Chocoversum Guided Tour mit Verkostungen

  • Preis: ab 25,00 €/Person
  • Dauer: 1,5 h
  • Treffpunkt: Überseebrücke
  • Tour-Anbieter: Chocoversum

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Hamburg: Kulinarische Tour durch das Schanzenviertel

  • Preis: ab 44,00 €/Person
  • Dauer: 3 h
  • Treffpunkt: variabel
  • Tour-Anbieter: Chocoversum

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Hamburg: Rundgang durch die Speicherstadt mit Kaffeeverkostung

  • Preis: ab 46,00 €/Person
  • Dauer: 2,5 h
  • Treffpunkt: gegenüber dem Hamburg Dungeon
  • Tour-Anbieter: Kiezjungs Hamburg Touren

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UNESCO-Welterbe in Hamburgs Nähe

Es gibt auch außerhalb von Hamburg Sehenswürdigkeiten, z. B. Welterbestätten in den beiden großen Nachbarstädten, die ebenfalls bedeutende Hansestädte waren und sind.

Luebeck Holstentor

Hansestadt Lübeck

Die Altstadt von Lübeck ist berühmt für das Holstentor, das Budenbrookhaus oder die Kirchen – Meisterwerke der Backsteingotik.

 Rathaus Bremen (UNESCO-Welterbe in Bremen)

Bremer Roland und Rathaus Bremen

Als herausragendes Beispiel der Weserrenaissance gilt das Bremer Rathaus. Der Roland ist die größte freistehende Statue des Mittelalters.