UNESCO-Welterbe in Hessen

Rhönlandschaft bei Tann

UNESCO-Welterbe in Hessen. Übersicht

Das UNESCO-Welterbe in Hessen umfasst sieben Welterbestätten (Stand 2021):

  • Grube Messel bei Darmstadt (Weltnaturerbe seit 1995),
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee südwestlich von Kassel (Weltnaturerbe seit 2007),
  • Obergermanisch-Raetischer Limes rund um Frankfurt (Weltkulturerbe seit 1987),
  • Kloster Lorsch bei Heidelberg (Weltkulturerbe seit 1991),
  • Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel (Weltkulturerbe seit 2013),
  • Außerdem liegt der südöstliche Zipfel des Weltkulturerbes „Oberes Mittelrheintal“ (Weltkulturerbe seit 2002) in Hessen; der allergrößte Teil aber in Rheinland-Pfalz.
  • Mathildenhöhe Darmstadt (Weltkulturerbe seit 2021).

UNESCO-Weltnaturerbe in Hessen

Grube Messel Fritz Geller-Grimm [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], bearbeitet

Grube Messel

Die Grube Messel ist ein ehemaliger Tagebau in einem Wald bei Darmstadt. Sie zählt zu den bedeutendsten Fossilienfundstätten der Welt. Im Besucherzentrum bei der Grube sind einige Fossilien ausgestellt. Im Rahmen von Führungen kann man die Grube betreten. Fossilien sind in Messel und in Darmstadt ausgestellt.

Buchen im Hutewald Halloh

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ umfasst fünf Waldgebiete, von denen  eines in Hessen liegt. Es handelt sich um einen alten Buchenwald im Nationalpark Kellerwald-Edersee südwestlich von Kassel. Einen Besuch wert ist der nahe Ederstausee.

UNESCO-Weltkulturerbe in Hessen

The Porta Praetoria (Main Gate), Saalburg Roman Fort, Limes Germanicus, Germania (Germany) (33895401094)

Obergermanisch-Raetischer Limes

Kastell Saalburg ist ein rekonstruiertes Römerlager und zählt zum Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes. Durch Hessen verläuft ein Abschnitt des Obergermanischen Limes: Von Grebenroth im Norden, im Bogen um die Wetterau nach Seligenstadt am Main. (Der Obergermanische Limes grenzt außerhalb Hessens – in Bayern – an den Raetischen Limes.)

Lorsch, Kloster, Torhalle, Ansicht von Osten 20170609 003

Kloster Lorsch

Die karolingische Torhalle vom Kloster Lorsch ist kostbares Kleinod und besterhaltenes Relikt des im Mittelalter bedeutenden Klosters. Das „Lorscher Arzneibuch„, das Ende des 8. Jahrhunderts im Kloster Lorsch angefertigt wurde, zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe (aufbewahrt in der Staatsbibliothek Bamberg). Im Freilichtlabor Lauresham kann man mittelalterliches Leben nacherleben.

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Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel

Von Schloss Wilhelmshöhe bis zum Herkules auf der Bergspitze erstreckt sich der Bergpark Wilhelmshöhe bei Kassel. Beliebt sind die Wasserspiele im Sommer, wenn aufgestautes Wasser über Kaskaden und Wasserfälle ins Tal hinabstürzt.

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Oberes Mittelrheintal

Der hessische Anteil am Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ erstreckt sich auf der rechten Rheinseite zwischen Rüdesheim am Rhein und Niedertal nördlich von Lorch. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt u.a. der „schönste Renaissancebau am Mitttelrhein“ (Dehio), das Hilchenhaus in Lorch. Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Niederwalddenkmal, das einen guten Ausblick über den Rheingau mit seinen Rebflächen bietet.

Hochzeitsturm 14

Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

Östlich des Zentrums von Darmstadt erhebt sich die Mathildenhöhe mit bedeutender Jugendstil-Architektur am Platanenhain. Sehenswert sind die Künstlerkolonie mit Meisterhäusern (1899-14), die Russische Kapelle oder die Ausstellungshalle. Einen guten Ausblick auf Darmstadt bietet der 48,5 m hohe Hochzeitsturm (1908). Im Osten bildet der Park Rosenhöhe mit dem Rosendom einen prächtigen Abschluss. (Webseite: http://www.mathildenhoehe.eu/) Unter der Mathildenhöhe erstrecken sich die sogenannten „Darmstädter Katakomben“: ehemalige Bierkeller sowie der rund 2,5 km lange Brauereitunnel und ein Wasserspeicher (1877-80).

Aktuelle Kandidaten für das UNESCO-Welterbe in Hessen

Im Juli 2021 hat die UNESCO den bis dahin einzigen aktuellen Kandidaten Hessens, die Mathildenhöhe Darmstadt, zum Weltkulturerbe erklärt.

Ehemalige UNESCO-Welterbe-Kandidaten in Hessen

Kloster Eberbach Weinkeller

Kloster Eberbach

Die Zisterzienserabtei wurde 1136 im Rheingau (bei Eltville am Rhein) gegründet und ist eines der ältesten Zisterzienserklöster Deutschlands. Die mauerumwehrte Klosteranlage ist gut erhalten. Sehenswert sind u. a. die romanische Klosterkirche (1140-78), die riesigen Dormitorien (Schlafsaal der Mönche: 74 m x 14 m; der Laien: 85 x 13 m) oder die mächtigen Weinpressen im Laienrefektorium.

Kloster Eberbach war ein bedeutender Weinproduzent. Die Nachfolger der 1803 aufgelösten Abtei, die „Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach“, sind das größte Weingut Deutschlands. Zwischen 1984-96 war das Kloster auf der Kandidatenliste des UNESCO-Weltkulturerbes. Webseite: https://kloster-eberbach.de/

Elisabethkirche Marburg von SO

Elisabethkirche (Marburg)

Die Elisabethkirche ist eine der ältesten gotischen Kirchen Deutschlands (Weihe 1286). 1231 starb in Marburg Landgräfin Elisabeth von Thüringen. Sobald sie 1235 heilig gesprochen war, ließ der Deutsche Orden eine Kirche bei ihrem Grab erbauen. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen u. a. die alten Glasfenster im Chor (13. Jhd.), das Mausoleum der Heiligen Elisabeth (13. Jhd.) und die Grabsteine der Landgrafen im Südchor. Im Nordturm ruht Paul von Hindenburg, Reichspräsident von 1925-34. Von 1980-96 war die Elisabethkirche auf der Kandidatenliste des Weltkulturerbes. Webseite: https://www.elisabethkirche.de/

Gelnhausen Kaiserpfalz Palas Front und Bergfried

Kaiserpfalz Gelnhausen

Die Kaiserpfalz Gelnhausen steht am Nordufer der Kinzig am Rande der Altstadt Gelnhausen. Die Stadt wurde 1170 durch Kaiser Friedrich Barbarossa gegründet, die Pfalz wohl um dieselbe Zeit. Die ehemalige Wasserburg ruht auf rund 12000 Eichenpfählen und bestand aus Kernburg und westlicher Vorburg. 1634 ließ der der Kommandant der Festung Hanau, James Ramsey, die Kaiserpfalz zerstören. Dennoch gilt sie als besterhaltene der Stauferzeit. Die Ringmauer sowie Teile von Palas, Bergfried und Torgebäude sind erhalten. Die Pfalz war 1984-96 Welterbe-Kandidat. Sehenswert ist auch die Altstadt Gelnhausen mit Fachwerkhäusern, St. Peter und Marienkirche und Stadtbefestigung. Webseite: https://www.gelnhausen.de/tourismus/gelnhausen-erleben/sehenswuerdigkeiten/kaiserpfalz/

Altstadt - Goethe House - 20180701112748

Goethehaus (Frankfurt)

Im Goethehaus (Großer Hirschgraben 23) kam Johann Wolfgang von Goethe 1749 zur Welt. Das Stein-Fachwerkhaus wurde durch Bomben 1944 zerstört und bis 1951 originalgetreu wiederaufgebaut. (Die Rekonstruktion war seinerzeit sehr umstritten.) Das ausgelagerte Mobiliar blieb unversehrt. Webseite: https://www.goethehaus-frankfurt.de/

Paulskirche from Frankfurter Dom during Weihnachtsmarkt 2012

Paulskirche (Frankfurt)

Ein paar Gehminuten weiter östlich steht auf elliptischem Grundriss die Paulskirche (1789-1833; Johann Fr. Hess). Von 1848 bis 1849 tagte in der Kirche das erste gesamtdeutsche Parlament, die „Frankfurter Nationalversammlung“. Auch die Paulskirche fiel den Bombardierungen von 1944 zum Opfer. Seit 1948 wird in der Paulskirche der Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main verliehen, u. a. 1961 an den Architekten eines Weltkulturerbes (Walter Gropius). Beide Gebäude waren von 1993 bis 1996 Kandidaten für das UNESCO-Weltkulturerbe. Webseite: https://frankfurt.de/frankfurt-entdecken-und-erleben/sehenswuerdigkeiten/fuer-historisch-interessierte/paulskirche

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Burg Münzenberg

Zwischen Frankfurt und Gießen, am Ufer der Wetter, erhebt sich die Ruine der Burg Münzenberg (1162 erstmals erwähnt). Auftraggeber war Kuno I. von Münzenberg, ein Unterstützer von Kaiser Friedrich Barbarossa. Ein Großteil der Gebäude in der Hauptburg wurde bis 1174 errichtet (u. a. Münzenberger Palas und östlicher Bergfried). Spätere Besitzer bauten die Burg um (Falkensteiner Bau und westlicher Bergfried) und zur Festung aus. Seit 1648 ist Burg Münzenberg Ruine. Der rund 30 m hohe östliche Bergfried ist zugänglich und bietet von der Aussichtsplattform einen guten Weitblick auf die Wetterau. Von 1993 bis 1996 war Burg Münzenberg Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe. Webseite: http://www.muenzenberg.de/geschichte-burg.html

Weltdokumentenerbe in Hessen

Zum Weltdokumentenerbe in Hessen zählen nicht nur prächtige Handschriften, sondern auch Filme und Tonaufnahmen. (In Klammer Jahr der Anerkennung und Standort.)

  • Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ (2001, Friedrich-Murnau-Stiftung, Wiesbaden)
  • Gero-Codex (2003, Landesbibliothek Darnstadt): Zusammen mit neun anderen Reichenauer Handschriften ist der Gero-Codex ein Beispiel für die ottonische Buchmalerei (Digitalisat). 
  • Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ (2005, Brüder-Grimm-Museum in Kassel),
  • zwei Ausführungen der „Goldenen Bulle“ (2013, Landesbibliothek Darmstadt (Digitalisat), Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Digitalisat). Die Goldene Bulle von 1356 war eine Art „Grundgesetz“ des Heiligen Römischen Reichs.
  • Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen (2013). Der Suchdienst recherchierte zu Inhaftierten, Zwangsarbeiter*innen und Vermissten während der NS-Herrschaft (Webseite: www.arolsen-archives.org).
  • Verfahrensunterlagen und Tonbandaufnahmen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses“ (2017, Hessisches Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden), Während des Prozesses (1963-65) wurden die Aussagen von 318 Zeugen per Tonband aufgenommen (Webseite: www.auschwitz-prozess.de).
  • Constitutio Antoniniana“ (2017, Universitätsbibliothek Gießen), Kaiser Caracalla (Marcus Aurelius Severus Antoninus) verlieh im Jahr 212 allen Bewohner*innen des Römischen Reichs das römische Bürgerrecht. Die Urkunde ist das einzig erhaltene Dokument (Webseite: www.constitutio.de/de).

UNESCO-Welterbe in Hessen besuchen

Kurzinfo Hessen

  • Einwohner*innen: 6.270.000
  • Landeshauptstadt: Wiesbaden
  • Großstädte: Frankfurt (750.000), Wiesbaden (280.000), Kassel (200.000), Darmstadt (160.000), Offenbach am Main (130.000)
  • Nachbarländer: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen, Thüringen
  • Höchster Berg: Wasserkuppe (950 m)
  • Hauptgewässer: Rhein, Main, Fulda; Edersee (11,8 km²)

Hessen Anreise

Das UNESCO-Welterbe in Hessen ist gut zu erreichen per Bahn, Rad oder Flugzeug, denn Hessen besitzt ein dicht ausgebautes Verkehrsnetz.

  • ICE-Bahnhof (Auswahl): Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Wiesbaden
  • Autobahn: A3, 4, 5, 7
  • Radfernweg:
    • D-Route 4 (Mittelandroute)
    • D-Route 5 (Saar – Mosel – Main)
    • D-Route 9 (Weser – Romantische Straße)
    • Flughafen: Frankfurt; Frankfurt-Hahn (liegt in Rheinland-Pfalz)

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