Kloster Lorsch

Was vom mächtigen Kloster übrig blieb: die karolingische Torhalle

Lorsch, Kloster, Torhalle, Ansicht von Osten 20170609 003

Das ehemalige Kloster Lorsch galt als eines der bedeutendsten Klöster des Reiches, berühmt für seine Bibliothek und für das architektonische Kleinod, die Torhalle. Das Welterbe besteht aus zwei Kernzonen:

  • Kloster Lorsch innerhalb der Klostermauern mit Torhalle, Kirchenfragment und Nebenbauten,
  • Altenmünster (Grundmauern)

Beide Kernzonen liegen innerhalb der sogenannten Pufferzone, zu der auch Gebäude in Lorsch zählen.

10 Daten zur Geschichte des UNESCO-Weltkultuerbes „Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch“

764 Gründung des Benediktinerklosters durch den Grafen Cancor
771 Erhebung zum Reichskloster
876 Baubeginn der Ecclesia varia („Bunte Kirche“). Kloster Lorsch wird Grablege karolingischer Könige (Ludwig den Deutschen; Ludwig III; Kunigunde).
1090 Ein Brand zerstört die Kirche.
1229  Das Kloster verliert den Status als Reichskloster. Die Zisterzienser übernehmen das Kloster (1232-1248), ab 1248 die Prämonstratenser.
1564 Aufhebung des Klosters durch den pfälzischen Kurfürsten.
1621 Dreißigjähriger Krieg: Spanische Truppen brandschatzen das Kloster.
ab 1621 Die Gebäude dienen als Steinbruch.
ab 1890 Ausgrabungen erfolgen 1890 durch Rudolf Adamy sowie 1927-1928 und 1934-1937 durch Friedrich Behn.
1991 Die UNESCO erklärt Kloster Lorsch und Altenmünster zum Weltkulturerbe.

Kontakt

Adresse UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch
  Nibelungenstraße 32
  64653 Lorsch
E-Mail info@kloster-lorsch.de
Telefon 06251-869 200
Fax 06251-869 2029

Kloster Lorsch

Kloster-lorsch-um-1615-matthaeus-merian 1-648x313

Ein kolorierter Stich von Matthias Merian zeigt das „Closter Lorsch“ um das Jahr 1615. Ganz links Kirche und Häuser der Gemeinde Lorsch. Sie lag vor der Klostermauer, die sich bis heute erhalten hat. Das zweite Türmchen, das über die Baumwipfel ragt, ist der Dachreiter der Torhalle. Auch sie ist erhalten. Die große Klosterkirche (rechts im Bild) ist weitgehend zerstört. Von der ehemals dichten Bebauung innerhalb der Klostermauern hat sich nur noch wenig erhalten.

Torhalle Kloster Lorsch

Lorsch, Kloster, Torhalle, Ansicht von Westen 20170609 002

Das um 774 errichtete Gebäude stand ursprünglich hinter dem Westtor frei in einem langen Hof  (Lageplan). Es diente vielleicht als Gerichtshalle oder als Bibliothek. Das Obergeschoss ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich. (Grundriss, Querschnitt).

Klostermauer

Lorsch, Kloster, Klostermauer 20170609 001

Von der um 774 erbauten Klostermauer hat sich ein etwa 500 m langer Abschnitt erhalten. Das Wort „Kloster“ leitet sich von dem lateinischen „claustrum“ ab, das einen abgeschlossenen Ort bezeichnet.

Kirchenfragment

Lorsch, Kloster, Kirchenfragment, Ansicht von Südwesten 20170609 002

Das Kirchenfragment diente als Vorkirche (Längsschnitt, Bilder mit zugemauerten Bögen). Im Westen schloss sich eine Zweiturm-Anlage an, im Osten folgten Westwerk, Hauptkirche und Gruftkapelle. Südlich der Hauptkirche lag ein Kreuzgang (Grundriss). Die Umrisse der Gebäude sind im Boden nachgezeichnet.

Kräutergarten und Zehntscheune

Zehntscheune im Kloster Lorsch (Welterbe in Hessen)

Im Kräutergarten wachsen Pflanzen, die im Lorscher Arzneibuch erwähnt werden. Im Schaudepot Zehntscheune, um 1590 erbaut, werden u. a. Ausgrabungsfunde zur Schau gestellt.  Die große Platane vor der Zehntscheune ist ein Naturdenkmal (Liste).

 

Altenmünster

Umrisse der Grundmauern

Altenmünster bei Lorsch

Rund 650 m östlich von Kloster Lorsch befand sich vor 764 ein Kloster („Altenmünster“), das auf einer kleinen Insel lag. Erdaufschüttungen und Aufmauerungen markieren die Umrisse der Anlage. Ab 767 errichtete man auf einer Sanddüne das Kloster Lorsch, dessen Kirche 774 geweiht wurde.

Außerhalb der Kernzone

Freilichtlabor Lauresham

Rekonstruierte Hütten und Speicher im Freilichtlabor Lauresham (Weltkulturerbe Kloster Lorsch)

Lauresham ist eine Siedlung aus rekonstruierten Wohnhäusern, Ställen und Speichern. Das Freilichtlabor ist nur im Sommer zugänglich. Weiter westwärts liegt das Besucherinformationszentrum. Die benachbarte Brücke führt über die Weschnitz.

Tabakschuppen

Tabakschuppen in Lorsch

Lorsch lag früher in einem Tabakanbaugebiet. Nach der Ernte hängt man die aufgefädelten Tabakblätter für einige Wochen zum Trocknen an ein Holzgerüst auf. Um das Raumklima zu kontrollieren, besitzt der Schuppen (nach 1850) an den Längsseiten Klappen.

Weltkulturerbe "Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch"

Klostergelände

Kloster Lorsch mit Kräutergarten und Klostermauer sowie Altenmünster: jederzeit zugänglich.

Museumszentrum (Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch)

Januar – Dezember: Dienstags – Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr (An Feiertagen auch montags). Geschlossen: 01.01., Faschingsdienstag, 24., 31. Dezember

Torhalle und Schaudepot Zehntscheune

Januar – Dezember: Dienstag – Sonntag: Zugänglich nur im Rahmen von Führungen.

Freiluftlabor Laurensham

Zugänglich nur im Rahmen von Führungen. Geöffnet von Mitte März bis Ende Oktober, im Winter geschlossen. Mitnahme von Hunden nicht erlaubt.

Besucherinformationszentrum (BIZ) (Im Klosterfeld 12-16, 64653 Lorsch)

Mehr Informationen: Link

Weltkulturerbe der Karolinger

Aachener Dom: Pfalzkapelle

Aachen Germany Imperial-Cathedral-01

Die Pfalzkapelle im Aachener Dom gilt als bedeutendstes Bauwerk der Karolingerzeit. Der Dom war Krönungsstätte deutscher Könige und Kaiser. Der Granusturm (vollendet 788) ist Relikt der Kaiserpfalz.

Kloster Corvey: Westwerk

Johanniskapelle im Westwerk von Kloster Corvey (Welterbe in Niedersachsen)

Die Karolinger gründeten Kloster Corvey im eroberten Sachsen. Das Westwerk ist ein monumentaler Repräsentationsbau und das besterhaltene Westwerk der Karolingerzeit.

Weltkulturerbe der Karolingerzeit

UNESCO-Welterbe in der Nähe

Speyerer Dom

Speyerer Dom (29 km)

Auf der linken Rheinseite, direkt am Rheinufer, steht der Speyerer Dom. Er ist die größte romanische Kirche der Welt. Sehenswert sind die Speyerer Altstadt und das Technik-Museum Speyer.

Hassiacosuchus haupti

Grube Messel (32 km)

Die nächstgelegene Weltnaturerbestätte ist die Grube Messel nördlich von Lorsch. Sie ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstellen der Welt.