Burg Pfalzgrafenstein und Gutenfels bei Kaub im Hintergrund (UNESCO Welterbe Mittelrheintal) (10940779845)

UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz

Das UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz umfasst vier Welterbestätten (Stand 2020):

  • Speyerer Dom
  • Römische Baudenkmäler in Trier
  • Obergermanisch-Raetischer Limes
  • Oberes Mittelrheintal

Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Rheinland-Pfalz zählt der Codex Egberti in Trier, eine der kostbaren Reichenauer Handschriften.

UNESCO-Weltkulturerbe in Rheinland-Pfalz

Speyer---Cathedral---East-View---(Gentry)

Speyerer Dom

Der Speyerer Dom ist die größte romanische Kirche der Welt, Grablege deutscher Kaiser und bahnbrechend für den Sakralbau. Am Ostrand der malerischen Altstadt Speyer ließen die salischen Kaiser den Speyerer Dom erbauen. Seine Krypta zählt zu den schönsten Unterkirchen. Mehr zum UNESO-Weltkulturerbe Speyerer Dom

Trier Porta Nigra outside

Römische Baudenkmäler in Trier

Trier, eine der ältesten Städte Deutschlands, war eine der Hauptstädte des Römischen Reichs. Mehrere Monumentalbauten der Römerzeit (Porta Nigra, Kaiserthermen, Konstantbasilika) haben sich erhalten. Zum Welterbe zählen auch der Trierer Dom und die Liebfrauenkirche, die eine der seltenen Zentralbaukirchen der Gotik darstellt. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe Römische Baudenkmäler in Trier.

Saalburg Main Gate (Porta Praetoria)

Obergermanisch-Raetischer Limes

Der Obergermanische Limes beginnt am Rheinufer bei Rheinbrohl, wo sich das Limesinformationszentrum Rheinland-Pfalz befindet. Der Limes zieht sich dann durch Rheinland-Pfalz und geht über in den Raetischen Limes, der bis zur Donau bei Regensburg führt. Der Deutsche Limes-Radweg und -Wanderweg folgen der Grenzbefestigung der Römerzeit. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes.

Burg Pfalzgrafenstein und Gutenfels bei Kaub im Hintergrund (UNESCO Welterbe Mittelrheintal) (10940779845)

Oberes Mittelrheintal

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist gesäumt von Burgen, Weinhängen und malerischen Städtchen. Die Römer hinterließen den Weinanbau und das besterhaltene Kastell Deutschlands (Boppard); vom Mittelalter zeugen Burgen und Klöster. Und Festung Ehrenbreitstein bietet einen großartigen Ausblick auf Koblenz und das Rheintal. Und singt da nicht von ferne die Loreley? Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.

UNESCO-Weltnaturerbe in Rheinland-Pfalz

Teufelstisch im Pfälzerwald

UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald

Bislang gibt es kein UNESCO-Weltnaturerbe in Rheinland-Pfalz. Das UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald (über 1589 km²) ist eines der größten zusammenhängende Waldgebiete Deutschlands mit vielen Sandsteinfelsen; im Süden geht der Pfälzerwald über in das französische Biosphärenreservat Vosges du Nord. Webseite Pfälzerwald www.pfaelzerwald.de/, Webseite Vosges du Nord: www.parc-vosges-nord.fr

(Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald (100 km²) liegt zu 90% in Rheinland-Pfalz, zu 10% im Saarland.)

UNESCO-Weltdokumentenerbe in Rheinland-Pfalz

Der Egbert codex (STadtbibliothek Trier) zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe Reichenauer Handschriften

Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Rheinland-Pfalz zählt der Codex Egberti. Zusammen mit neun anderen Dokumenten bildet er das Welterbe „Reichenauer Handschriften“ (2003, Stadtbibliothek Trier).

Aktuelle Kandidaten für das UNESCO-Weltkulturerbe in Rheinland-Pfalz

Jüdischer Friedhof Worms-4174 Synagogue Mainz Exterior1

Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz

Das europäische Judentum hatte im Mittelalter zwei große Zentren: die iberische Halbinsel (sephardische Juden) und (ab dem 10. Jhd.) das Rheinland mit den drei Gemeinden Speyer, Worms und Mainz (aschkenasische Juden). „SchUM“ setzt sich zusammen aus den drei hebräischen Anfangsbuchstaben von Schpira, Warmaisa und Magenza.

Zeugnisse der jüdischen Tradition sind in Speyer u. a. der Judenhof mit Mikwe (1110-20) und Überresten von Synagoge (Weihe 1104) und Frauenschul (um 1250).

Die Wormser Synagoge war Vorbild für andere europäische Synagogen, z. B. im UNESCO-Welterbe Regensburg. Im Synagogengarten befindet sich die gut erhaltene Mikwe (1185-86). In der Nähe des Wormser Doms liegt der alte Friedhof Heiliger Sand mit rund 2500 Gräbern. Er gilt – mit dem Judensand in Mainz – als ältester jüdischer Friedhof Europas.

An der Stelle der 1938 niedergebrannten Hauptsynagoge Mainz steht seit 2010 die Neue Synagoge Mainz (Architekt: Manuel Herz). Webseite: https://schumstaedte.de/

Lahn river and casino, Bad Ems, Rheinland-Pfalz, Germany - panoramio

Bad Ems

Bad Ems steht auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe – zusammen mit anderen Kurorten in Europa (in Deutschland: Baden-Baden, Bad Kissingen). Der Kurort Bad Ems liegt an der Lahn (östlich von Koblenz). Die Kurbrücke führt ins Zentrum des Kurviertels mit dem Kursaalgebäude (1835-49) im Westen und dem prächtigen Kurhaus (1715) im Osten, verbunden durch die Kolonnade. Das Kursaalgebäude beherbergt eine der ältesten Spielbanken Deutschlands. Durch den Kurpark entlang des Nordufers gelangt man zur Karlsburg (ab 1696), wo illustre Kurgäste ihr Quartier aufschlugen.

Bad Ems ist bereits Standort eines UNESCO-Weltkulturerbes: der Limes führte durch Bad Ems; ein Kleinkastell befand sich am südlich der Kurbrücke, das größere bei der Martinskirche. Bekannt ist Bad Ems nicht nur für das salzhaltige Thermalwasser, das aus den Heilbrunnen strömt, sondern auch für die Emser Depesche, durch die Bismarck Frankreich zur Kriegserklärung provozierte.

Ehemalige Kandidaten für das UNESCO-Weltkulturerbe in Rheinland-Pfalz

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Burg Eltz

Einige Kilometer nördlich der Mosel steht eine der bekanntesten Burgen Deutschland. Burg Eltz thront auf einem Berg im Elzbachtal, den eine Flußschleife umgibt. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert errichtet und seitdem um- und ausgebaut, so dass eine turmartige Hauptburg entstand. Sie besteht aus vier Bauteilen: Bergfried Platt-Eltz, Rübenacher Haus, Kempenicher und Roedendorfer Häuser. Burg Eltz ist vollständig erhalten und besuchbar zwischen April und Ende November. (Webseite: http://www.burg-eltz.de/)

Auf dem Weg zur Burg passiert man die Ruine der kleinen Belagerungsburg Trutzeltz (erbaut während der Eltzer Fehde 1331-36). Die Belagerung markiert einen Wendepunkt der Artillerietechnik: Der Beschuss erfolgt durch ein Katapult und – erstmals in Deutschland – durch Feuerwaffen (sogenannte „Feuertöpfe“). In der Folgezeit wurden Burgen an den Kanonenkampf angepasst und später durch Festungen ersetzt.

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Maria Laach (1984-1993)

Die Abtei Maria Laach liegt am Laacher Maar, einem alten Vulkansee in der Eifel (westlich von Andernach). Die romanische Anlage wurde zwischen 1093 bis 1216 erbaut. Der sechstürmigen Abteikirche ist im Westen das große Paradies mit Löwenbrunnen vorgelagert. Gotische und barocke Umbauten wurden 1937 und 1958 entfernt; die Einwölbung des Kirchenschiffs blieb erhalten. Sehenswert ist die bedeutende Jesuiten-Bibliothek (1865). Zu den Klosterbetrieben zählen u. a. das Seehotel Maria Laach und eine Klostergärtnerei. In der Abtei fand Konrad Adenauer von 1933-34 als Bruder Konrad Zuflucht. Die Klostergemeinschaft ist uneins, ob Maria Laach weiterhin für den Tourismus geöffnet sein soll. (Webseite: https://www.maria-laach.de/)

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Wormser Dom (1984-1993)

Der Wormser Dom wurde 1130-1181 als Doppelchoranlage mit reichem Bauschmuck erbaut und blieb weitgehend originalgetreu erhalten. Zusammen mit dem Speyerer Dom (UNESCO-Welterbe) und dem Mainzer Dom ist der Wormser Dom einer der drei rheinischen Kaiserdome. Sie sind herausragende Zeugnisse romanischer Sakralbaukunst in Deutschland.

Zu den Sehenswürdigkeiten im Innenraum zählen fünf große Reliefs (1487-1515), die Gruft mit den Saliergräbern oder der barocke Hochaltar von Balthasar Neumann. An der Nibelungenpforte sollen Brünhild und Kriemhild darum gestritten haben, wer zuerst den Dom betreten darf. (Die mittelalterlichen Glasfenster gingen 1921 zu Bruch, verursacht durch die seinerzeit größte Explosion Deutschlands im 13 km entfernten BASF-Werk.) Webseite: http://www.wormser-dom.de/)

Vor dem Dom finden jährlich die Nibelungenfestspiele statt (Webseite: http://www.nibelungenfestspiele.de/).

Rheinland-Pfalz Anreise

  • ICE-Bahnhof (Auswahl): Mainz, Ludwigshafen, Koblenz, Trier
  • Autobahn: A 1, 3, 6, 8
  • Radfernweg:
    • D-Route 5 (Saaar- Mosel – Main)
    • D-Route 8 (Rheinroute)
  • Flughafen: Frankfurt/Hahn; Flugplatz Zweibrücken

Reiseziel Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz entdecken: (Wein-)Kultur für jeden Geschmack

Rheinland-Pfalz ist Weinland. Vom Welterbe zum Wein ist es nicht weit: Wein wächst an den Steinhängen im Welterbe Oberes Mittelrheintal, das an Rheingau und Nahe grenzt. Den Limes trennt nur der Rhein vom Ahrtal, Deutschlands größtes Rotwein-Anbaugebiet. Trier ist umgeben von den Weingärten der Mosel. Der Speyerer Dom steht in der mediterranen Pfalz: Wo der Pfälzerwald das Rheintal begrenzt, reihen sich beschauliche Winzerdörfer aneinander, verbunden durch die Weinstraße und oberragt von alten Burgen. Für Genießer*innen ein Paradies: Das Welterbe in Rheinland-Pfalz.

Kurzinfo Rheinland-Pfalz

  • Einwohner*innen: 4.090.000
  • Landeshauptstadt: Mainz
  • Großstädte: Mainz (217.000), Ludwigshafen (171.000), Koblenz (114.000), Trier (110.000)
  • Nachbarländer: Frankreich, Luxemburg, Belgien; Baden-Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen
  • Höchster Berg: Erbeskopf (816 m)
  • Hauptgewässer: Rhein, Mosel, Saar, Lahn, Lacher See (331 ha)

Welterbe in der Nähe von Rheinland-Pfalz