Kloster Maulbronn, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1993, gilt als eine der besterhaltenen Klosteranlagen des Mittelalters. 1147 gründete der Zisterzienserorden das Kloster an der Salzach im Nordschwarzwald. Ab dem 16. Jahrhundert gab es Machtkämpfe zwischen dem Herzog und dem Orden um das Kloster. Es wechselte mehrfach den Besitzer, wurde aber nie zerstört.

Man kann drei Bereiche unterscheiden:

  • das Außengelände vor den Klostermauern, das die Mönche u. a. wasserwirtschaftlich gestalteten, z. B. mit einem Stausee und Kanälen;
  • das Klostergelände innerhalb der Mauern (mit Mühle und Wirtschaftsgebäuden),
  • die Klausur als abgetrennter Bereich innerhalb des Klostergeländes.

10 Daten zur Geschichte des UNESCO-Weltkulturerbes „Kloster Maulbronn“

1147Mönche des Zisterzienserordens gründen im Tal der Salzach das Kloster Maulbronn.
ab 1210Errichtung von Klosterbauten nach Plänen des Paradiesmeisters (Paradies, südlicher Kreuzgangflügel, Herrenrefektorium)
1300-50Errichtung der übrigen Kreuzgangflügel; in der Folge Bau und Erneuerung der Klostermauern
1534Säkularisierung des Klosters durch Herzog Ulrich von Württemberg
1556Einrichtung einer evangelischen Klosterschule unter Herzog Christoph von Württemberg
1630Die Zisterzienser erhalten Kloster Maulbronn zurück.
1751Abriss des Abtshauses
1806Säkularisierung durch König Friedrich I. von Württemberg
1893Abriss von  Klostergebäuden (u. a. Herberge)
1993Die UNESCO erklärt das „Kloster Maulbronn“ zum Weltkulturerbe.
AdresseKloster Maulbronn
 Klosterhof 5 75433 Maulbronn
E-Mailinfo@kloster-maulbronn.de
Telefon070 43 92 66-10
Fax070 43 92 66-11

Klosterkonzerte

AdresseEvangelisches Seminar Maulbronn
 Klosterkonzerte Maulbronn
 Klosterhof 17 75433 Maulbronn
E-Mailinfo@klosterkonzerte.de
Telefon070 43 95509-50
Fax070 43 95509-54
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Kloster Maulbronn

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Kloster Maulbronn: 49.000985, 8.812129

Anfahrt und Lage

Navi-Eingabe (Parkplatz)

innerhalb des Klosters:  Klosterhof 5; 75433 Maulbronn

außerhalb des Klosters: Friedhofweg 4; 75433 Maulbronn

 

Anfahrt

  • Von der A 8 bei Pforzheim-Ost auf die B 10 Richtung Illingen.
  • In Illingen von der B 10 links nach Norden auf die B 35 Richtung Maulbronn.
  • Von der B 35 rechts nach Norden auf die K 4513 (= Stuttgarter Straße in Maulbronn) wechseln. 
  • In Maulbronn von der Stuttgarter Straße rechts nach Norden abbiegen in den Klosterhof oder in den Friedhofweg.
  • Mit der S 9 bis Maulbronn West. Dann
    • mit dem Bus 734 oder 735 Richtung Maulbronn oder
    • mit dem Anrufsammeltaxi (AST Richtung Schefenacker; Anruf mind. 30 Min. vor Abfahrt, Telefon: 07041/6022)

zur Haltestelle „Alte Post, Maulbronn“

MonatTagUhrzeit
01. März – 31. Oktobertäglich09.00 – 17.30 Uhr
  Letzter Einlass: 16.45 Uhr
   
01. November – 28. FebruarDi – So09.30 – 17.00 Uhr
  Letzter Einlass: 16.15 Uhr

23. – 25. und 31. Dezember: geschlossen
01. Januar: 13.00 – 17.00 Uhr

Erwachsene8,00 €
ermäßigt4,00 €
Familien20,00 €
Gruppe (ab 20 Personen), pro Person7,00 €
Jahreskarte40,00 €
Erwachsene11,00 €
ermäßigt5,50 €
Familie27,50 €
Gruppe (ab 20 Personen), pro Person9,90 €

Führungen finden täglich um 11.15 und 15.00 Uhr statt (Dauer etwa 60 Minuten). Ausnahme: 23. Dezember geschlossen; im Winter (01.11. – 28.02) finden montags keine Führungen statt.

Klosterhof

VILLAGGIO Kloster Maulbronn - panoramio

Durch das Klostertor tritt man in den Klosterhof.  (Das Foto zeigt den Blick zurück vom Klosterhof in Richtung Tor.) Das Gebäude vorne links ist die Remise. Dahinter die Buchhandlung Krüger.

Rechts neben dem Klostertor befindet sich die „Kloster-Apotheke Maulbronn“, die Johann Hochstetter 1766 gründete. Das Gebäude soll um 1215 errichtet worden sein und diente zunächst als Herberge. Davor steht das Frühmesserhaus, in dem das Klostermuseum untergebracht ist. Der name leitet sich von“Frühmesse“ ab, er hat nichts mit einem Messer zu tun.

Klosterhof

Kloster Maulbronn Haberkasten - Pfisterei - panoramio - Augenstein
Um den Klosterhof gruppieren sich die Wirtschaftsgebäude: Gästehaus, Getreidespeicher, Ställe, Werkstätten…. geschützt von der turmbewehrten Klostermauer. Hier stand das Vieh; Gäste und Klosterbedienstete hatten hier ihre Unterkunft. Die Mönche lebten von ihnen abgeschieden in der Klausur.

Klausur

Courtyard facade - Maulbronn Monastery

Vom Klosterhof blickt man nach Osten auf die Klausur:  Sie ist ein isolierter Gebäudekomplex innerhalb des Klosters. Als erstes bauten die Mönche die Klosterkirche (1178 geweiht). Charakteristisch für die Romanik sind die Rundbogenfenster. Dann folgte das Laienrefektorium, der Speisesaal der Laienbrüder (links, z.T. vom Baum verdeckt). Der Vorbau der Kirche, das sogenannte „Paradies“ (rechts), ist ein bedeutendes Beispiel für den Übergangsstil zur Gotik. Den neuen Stil erkennt man den Spitzbogenfenstern (linke Bildmitte).

Kloster Maulbronn Plan

Der Grundriss zeigt die Anordnung der Gebäude:

Im Süden gelangt man durch die Vorhalle („Paradies“) in die Kirche. Dies ist zweigeteilt: Der westliche Teil ist für die Laienbrüder, der östliche für die geweihten Mönche bestimmt. Der Rechteckchor ist von zwei Querhausflügeln mit je drei Kapellen flankiert.

Nördlich davon der annähernd quadratische Kreuzgang mit dem Brunnenhaus.

Im Westen des Kreuzgangs liegen der Keller und das Laienrefektorium (Speisesaal der Laienbrüder; darüber der Schlafsaal). Zwischen beiden bildet ein schmaler Gang den Zugang zur Klausur.

Es folgen im Norden die Küche (abgegangen), Herrenrefektorium (darüber Schlafsaal) und Heizraum (darüber Kalefaktorium (beheizbare Stube)).

Im Osten schließen sich an (von Nord nach Süd) Keller und Lagerraum; Frateria (Bruderhalle; hier arbeiteten die Mönche). Ein Gang führt zum Parlatorium (Sprechsaal), das die Verbinung zum Herrenhaus (mit Krankenstation) darstellt. Der Kapitelsaal war der Versammlungsraum der Mönche. Die Sakristei schließt an das nördliche Querhaus der Klosterkirche an.

Cellarium

Cellarium and konversengang - Maulbronn Monastery - Maulbronn - Germany 2017
Cellarium interior - Maulbronn Monastery - Maulbronn - Germany 2017

Durch den großen Rundbogen im Konversengang gelangt man in den den großen Keller (Cellarium). Zwei Pfeiler tragen das hohe Rippengewölbe. In dem Raum sind Kapitelle, Säulenschäfte und Steinmetzwerkzeuge ausgestellt.

Laienrefektorium

Laienrefektorium Kloster Maulbronn
Kloster-Maulbronn-Refektorium

Das Laienrefektorium ist 36 x 10,5 m groß. In der Raummitte stehen gekoppelte Säulen, die die zwei mal acht Kreuzgratgewölbe tragen. Die Außenmauern sind original erhalten; die Gewölbe wurden im 19. Jahrhundert erneuert. Das Laienrefektorium dient heute als Veranstaltungsraum für Konzerte.

Foto links: Blick auf die Nordostecke des Laienrefektoriums. Das Obergeschoss wird vom Evangelischen Seminar genutzt. Ursprünglich trug das steinerne Erdgeschoss einen Fachwerkaufbau, in dem das Maulbronner Gericht tagte.

Kreuzgang

Church side seen from the cloister - Maulbronn Monastery - Maulbronn - Germany 2017 (2)

Die vier Flügel des Kreuzgangs entstanden in mehreren Bauphasen. Den Südflügel errichtete man zwischen 1210 und 1220. Die Wandöffnungen sind rundbogig und ohne Maßwerk. Die beiden südlichen Joche des West- und Ostflügels entstanden ebenfalls im 13. Jahrhundert.

Cloister - Maulbronn Monastery - Maulbronn - Germany 2017 (5)

Das Foto zeigt den Westflügel. Links erkennt man das Joch der ersten Bauphase. Es übernimmt die Proportionen der Fenster des Südpflügel; in die Fensterlaibung hat man Säulen gestellt; den oberen Abschluss bildet ein Spitzbogen mit offenem Dreipaß. Rechts davon die Arkaden aus der Zeit um 1300: Je zwei Spitzbögen und ein Rundfenster sind von einem spitzbögigen Blendbogen zusammengefasst. Die Fenster sind mit Maßwerk geschmückt.

Brunnenhaus

Cloister garden - Maulbronn Monastery - Maulbronn - Germany 2017
Well House (Brunnenhaus) Maulbronn Monastery 1

Am Brunnen konnten die Mönche sich die Tonsur schoren lassen oder vor dem Essen im Refektorium  ihre Hände waschen. Deshalb wird das Brunnenhaus manchmal als „Lavatorium“ oder „Tonsur“ bezeichnet. Ein Brunnenhaus ragt in das Kreuzganggeviert hinein; seine Position wird meist durch das Refektorium bestimmt, dem es gegenüber steht.

So auch in Maulbronn: Auf einen runden Unterbau (um 1220) baute man 1340-50 das neuneckige Brunnenhaus. Jedes Fenster setzt sich zusammen aus drei hohen Lanzettfenstern und darüber drei Vierpäßen (= vier zusammengefügte Kreisbögen). Den Fachwerkaufbau fügte man später (16. oder 17. Jahrhundert) hinzu. Die untere Brunnenschale wurde 1878 durch die zwei oberen ergänzt.

In einem Gewölbezwickel ist ein Maulesel vor einem Brunnen dargestellt: Der Sage nach ließen die Mönche einen Maulesel entscheiden, wo das Kloster entstehen soll: nämlich dort, wo er erstmals stehen bleibt.

Herrenrefektorium

Herrenrefektorium Kloster Maulbronn

Die geweihten Mönche schliefen und aßen von den Laienbrüdern getrennt. Das Herrenrefektorium (ca. 1220-25) war der Speisesaal der Priestermönche. Der Zisterzienserorden legte Wert auf ein asketisches Leben in schlichter Architektur ohne Bauschmuck. Das Herrenrefektorium ist ein hervorragendes Zeugnis dafür, wie „asketisch“ das Mönchsleben im Kloster Maulbronn tatsächlich war. Das Gebäude ist etwas kürzer als das Laienrefektorium (Maße: 27,3 m x 11,8 m). Die Fenster und der Raum sind höher; statt mit einem einfachen Kreugratgewölbe ist der Raum mit Kreuzrippen gewölbt. In der Raummitte wechseln sich stärkere und schwächere Säulen ab. 

Parlatorium

Kloster Maulbronn - panoramio - Andy Mendyk (1)

Das Parlatorium (erbaut 1493; „Sprechzimmer“) war der Besuchsraum eines Klosters. Dort konnte man mit Gästen sprechen (lat. „parlare“: sprechen; vgl. „Parliament“). Der Raum mit Netzgewölbe öffnet sich nach Süden durch dreibahnige Spitzbogenfenster. Im Norden befand sich das Abtshaus. An der Ostwand ist Maria dargestellt; sie wird angebetet von zwei Äbten bzw. Bischöfen mit Heiligenkranz; möglicherweise ist der heilige Bernhard von Clairvaux dargestellt. Der Raum weicht durch eine leichte Schrägstellung vom dem rechtwinkligen Muster der übrigen Klausurräume ab (Siehe Foto unten.).

Kapitelsaal

Maulbronn Kloster Kreuzgang Kapitelsaal 3
Klosterkirche in Maulbronn, Das Kloster Maulbronn ist eine ehemalige Zisterzienserabtei. Das Kloster Maulbronn gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Alle Stilrichtungen vo - panoramio

Im Kapitelsaal trafen sich die Mönche. Dort las man ihnen Kapitel aus der Bibel oder den Ordensregeln vor. Drei Säulen in der Raummitte tragen das Sterngewölbe. Im Osten öffnen sich ein polygonaler Erker und zwei Spitzbogenfenster zum Klostergarten. Von außen erinnert der Erker mit dem Fachwerkaufsatz an das Brunnenhaus im Kreuzgang. 

Klosterkirche

MONASTERO DI MAULBRONN .PANORAMICA INTERNO - panoramio
Klosterfront maulbronn

1556 richtet Herzog Christoph von Württemberg eine evangelische Klosterschule ein, die bis heute als Gymnasium mit Internat besteht. Zu den Schülern zählen Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse. Die Schule heißt heute „Evangelisches Seminar Maulbronn“.

Von den evangelischen Klsoterschulen hat sich noch eine zweite erhalten – im Kloster Blaubeuren, wo sich das UNESCO-Weltkulturerbe „Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura“ befindet.