UNESCO-Welterbe in Slowenien: 5 Sehenswürdigkeiten

Höhlen von St. Kanzian / Škocjan (Luftbild). Blick in eine eingebrochene Höhle. UNESCO-Weltnaturerbe in Slowenien.

UNESCO-Welterbe in Slowenien – Überblick

Das UNESCO-Welterbe in Slowenien umfasst fünf Welterbestätten (Stand 2023):

  • Zum UNESCO-Weltkulturerbe in Slowenien zählen drei Stätten.
  • Das UNESCO-Weltnaturerbe in Slowenien besteht aus zwei Stätten.

Das UNESCO-Weltdokumentenerbe in Slowenien umfasst ein Dokument.

Das immaterielle Welterbe in Slowenien zählt sechs Kulturformen.

UNESCO-Welterbe in Slowenien – Karte

UNESCO-Weltkulturerbe in Slowenien – Liste

Zum UNESCO-Weltkulturerbe in Slowenien zählen Stätten, die mindestens eines von sechs Weltkulturerbe-Kriterien erfüllt haben.

Sonnegg in der Krain / Ig (UNESCO-Welterbe in Slowenien), Slovenia

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Zu den 111 Stätten des transnationalen Welterbes zählen in Slowenien zwei Fundstätten. Beide liegen im Laibacher Moor bei der Gemeinde Sonnegg in der Krain / Ig (7.700 Einw.), südlich der Hauptstadt Laibach / Ljubljana. Von den Pfahlbauten ist oberirdisch nichts zu sehen; das Moor ist aber Lebensraum des Wachtelkönigs, ein seltener Vogel. Webseite: http://www.ljubljanskobarje.si/

Idrija. Links der Bildmitte befindet sich die Burg Gewerkenegg (UNESCO-Weltkulturerbe in Slowenien)
Idrija : Burg Gewerkenegg (UNESCO-Welterbe in Slowenien) Idrija (1679) Valvasor

Historische Stätten der Quecksilbergewinnung: Almadén und Idrija

Idrija (12.000 Einw.) zählt zur transnationalen Welterbestätte „Historische Stätten der Quecksilbergewinnung: Almadén und Idrija“. (Almadén liegt in Spanien.) Quecksilber ist das einzige Metall, das unter Normalbedingungen flüssig ist. In der Natur kommt es allerdings meist als Mineral vor, z. B. als rötlicher Zinnober (Almadén) oder als grüngelbliches Idrialin (Iddrija).

1493 entdeckte man in Idrija Quecksilber. Der Abbau hatte gravierende Folgen: Das giftige Quecksilber schädigte über Generationen die Gesundheit der Menschen; die Berge wurden entwaldet, um den Holzbedarf zu decken (siehe Zeichnung von 1679). 1994 endete der Quecksilberbergbau. An ihn erinnert das Stadtmuseum in Burg Gewerkenegg (1522–33). Sie diente den Minenbesitzern auch als Lager und Verwaltungsgebäude. Webseite: https://www.muzej-idrija-cerkno.si/de/lokacija/burg-gewerkenegg/

Laibach / Ljubljana. Blick von der Burg von Laibach südwestwärts: Im Vordergrund der Laibach mit der Promenade (= Blaues Band). Rechts am Bildrand die Nationalbibliothek (4-Flügelbau mit Flachdach) am Grünen Band: die Baumreihe, die an der doppeltürmigen Trnovo-Kirche (linker Bildrand) endet (UNESCO-Welterbe in Slowenien)
Jože Plečnik (1943) Harald V and Sonja of Norway in Slovenia in 2011 (12) Herz-Jesu-Kirche (Plečnik) in Prag, Tschechien

Die Werke von Jože Plečnik in Ljubljana – am Menschen orientierte Stadtgestaltung

Jože Plečnik (1872–1957) kam in Laibach / Ljubljana zur Welt, arbeitete und starb dort. Von ihm entworfene Bauten stehen u. a. in Wien und Laibach. 1918 erklärt sich Slowenien für unabhängig von Österreich-Ungarn; Laibach sollte Hauptstadt werden. Plečnik entwarf einen Plan zur Umgestaltung. Anders als andere Städtepläner, die z. T. radikale Abrisse (Le Corbusier) und autofreundliche Städte (Niemeyer: Brasília) planten, ging Plečnik behutsamer vor. Das Welterbe besteht aus sieben Stätten in Laibach:

  • Im Zentrum verlaufen zwei stadtbildprägende Achsen:
    • die blaue Achse am Wasser: Promenaden am Laibach,
    • die grüne Achse an Land: eine Baumreihe führt von der baumbepflanzten Trnovo-Brücke zum Kongressplatz mit dem Sternenpark. An dieser grünen Promenande steht die Slowenische National- und Universitätsbibliothek; ebenfalls ein Werk Plečniks und Aufbewahrungsort des Codex Supraliensis (Weltdokumentenerbe; siehe unten)
  • Die Römischen Mauern in Mirje zeigen Plečniks Umgang mit den Relikten der Römersiedlung Aemonaz.
  • Nördlich des Zentrums: der Friedhof und die Franz-von-Assissi-Kirche.
  • Südlich des Zentrums: die St.-Michael-Kirche.

Das Plečnik-Museum befindet sich direkt hinter der Trnovo-Kirche im ehemaligen Wohnhaus Plečniks. Webseite: https://mgml.si/en/plecnik-house/. Einige Werke Plečniks sind Teil von UNESCO-Welterbestätten:

Von 2015–18 war auch die von Plečnik entworfene Herz-Jesu-Kirche in Prag (Tschechien) Kandidat für das UNESCO-Welterbe.

UNESCO-Weltnaturerbe in Slowenien

Höhlen von Škocjan: Blick in den unterirdischen Canyon (UNESCO-Welterbe in Slowenien). Slovenia
Doline (Höhlen von St. Kanzian / Škocjan; UNESCO-Weltnaturerbe in Slowenien)

Höhlen von St. Kanzian / Škocjan

St. Kanzian / Škocjan ist ein Ortsteil südöstlich von Waatsche / Divača (ca. 4.000 Einw.). Die Höhlen liegen in einem Kalksteingebirge, in dem durch Wasser große Höhlen entstanden. Der Fluss Reka hat einen unterirdischen Canyon geschaffen. Teile des Höhlendachs sind  eingestürzt und bilden große Dolinen (trichterförmige Täler; siehe Foto). Webseite: https://www.park-skocjanske-jame.si/

Krainer Schneeberg / Snežnik (UNESCO-Weltnaturerbe in Slowenien)
Schloss Snežnik. Grad Sneznik

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas

Das transnationelle Weltnaturerbe besteht aus zahlreichen Buchenwäldern in 18 europäischen Staaten. In Slowenien zählen zwei Wälder zum Welterbe:

  • Der Krainer Schneeberg (1.796 m) liegt an der Grenze zu Kroatien. Es handelt sich um ein ca. 85 km² großes verkarstetes Kalksteinplateau mit zahlreichen Höhlen und viel Niederschlag (3.000 mm/Jahr). Im Westen liegt die Stadt Illyrisch Feistritz/ Ilirska Bistrica; nordöstlich steht das Schloss Schneeberg / Grad Sneznik (erbaut 1462 an der Stelle einer Vorgängerburg). Zum Welterbe zählt nur ein kleiner Teil (7,2 km²) der Buchenwälder. 
  • Der Urwald beim Berg Krokar (1.122 m) liegt im Süden Sloweniens an der Grenze zu Kroatien; 0,75 km² sind Welterbe.

Webseite: https://www.kocevsko.com/de/poi/urwald-krokar/

UNESCO-Biosphärenreservate in Slowenien

In Slowenien gibt es fünf Biosphärenreservate:

UNESCO-Weltdokumentenerbe in Slowenien

Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Slowenien zählt ein Dokument:

  • Codex Suprasliensis (2007; gemeinsam mit Polen und Russland): 151 Blätter befinden sich in Polen, 16 in Russland und 118 in Slowenien (Slowenische National- und Universitätsbibliothek in Ljubljana; siehe oben: Die Werke von Jože Plečnik in Ljubljana).

Immaterielles Kulturerbe in Slowenien

Das immaterielle Kulturerbe in Slowenien zählt sechs Kulturformen:

Als ein Beispiel des immateriellen Kulturerbes seien der Karneval und die Lipizzanerzucht vorgestellt:

Lipica: Lipizzaner.
Gestüt Lipica (Immaterielles Kulturerbe in Slowenien).

Tradition der Lipizzanerzucht

Rund zehn Kilometer östlich von Triest liegt der Weiler Lipica, dessen italienischer Name „Lipizza“ lautet. Seit dem 13. Jahrhundert züchtet man dort Pferde. 1580 ließ der österreichische Erzherzog Karl das Gestüt Lipica* errichten, um weiße Paradepferde zu züchten; eine Kreuzung aus arabischen, italienischen und spanischen Pferden. Sie hießen früher (Spanischer) Karster, seit 1786 sind sie als „Lipizzaner“ bekannt. Tätig sind sie unter anderem in der Spanischen Hofreitschule, die Teil der Wiener Hofburg ist (die wiederum in der UNESCO-Welterbestätte“Historisches Zentrum von Wien“ liegt). Auf der slowenische 20-Cent-Münze sind zwei Lipizzaner dargestellt (siehe unten). Website: https://www.lipica.org/de/

* Das slowenische Gestüt Lipica ist nicht zu verwechseln mit dem kroatischen Gestüt Lipik (1843 gegründet), das bei der Stadt Lipik (5.700 Einw.) liegt.

20 Cent

Kurenti in Ptuj 2019
Ptuj / Pettau: Blick über die Drava ostwärts auf die Altstadt und den Schlossberg mit der Burg

Tür-zu-Tür-Runden der Kurenti

Die ostslowenische Stadt Ptuj / Pettau (18.000 Einw.) liegt an der Drava und war bis 1918 Teil der Steiermark. Seit 1960 feiert man in der Fastenzeit jährlich die Vertreibung des Winters, also Karneval. Die Feiern dauern 11 Tage und enden am Aschermittwoch. Zu den Karnevalsfiguren zählt u. a. der Kurent; seine Markenzeichen sind Stiefel, rote Beinstulpen, ein Schafsfell, Kuhglocken um die Hüfte, eine Maske und ein Geweih. Diese Kostüme werden von Männer, Frauen und Kindern getragen.

Die Tür-zu-Tür-Runden finden in und um Ptuj statt. Mehrere Kurenti jagen einen Teufel, wobei sie von Haus zu Haus ziehen. Website: https://www.slovenia.info/de/geschichten/karneval-in-slowenien

UNESCO-Welterbe in Slowenien besuchen

Slowenien Flagge.. Flag of Slovenia

Slowenien Flagge

Die Flagge Sloweniens ist eine Trikolore mit den Farben Weiß, Blau und Rot. Diese panslawischen Farbenfolge finden sich auch in anderen Flaggen (z. B. in der Flagge Russlands, siehe unten links). Vorbild soll aber die niederländische Flagge gewesen sein (siehe unten rechts).

Die slowenische Flagge hat zusätzlich links oben das Wappen Sloweniens (Entwurf: Marko Pogačnik, 1991): Die Wellen stehen für die Adria, der Dreiberg steht für den Dreikopf /Triglav und die drei Sterne sind dem Wappen der Grafen von Cilli entnommen. Die Flagge wurde 1994 angenommen.

Flag of Russia
Flag of the Netherlands

Aktuelle Reiseinfos Slowenien

Länderinfo Slowenien

  • Einwohner*innen: 2.100.000
  • Fläche: 20.273 km²
  • Hauptstadt: Laibach / Ljubljana
  • Großstädte: Laibach / Ljubljana (295.000), Marburg an der Drau / Maribor (112.000), Celje (38.000), Krainburg / Kranj (38.000)
  • Nachbarländer: Italien, Kroatien, Österreich, Ungarn
  • Höchster Berg: Dreikopf / Triglav (2.864 m)
  • Hauptgewässer:  Save /Sava (945 km), Drau / Drava (749 km), Mur (453 km), Soča (136 km), Laibach (41 km); Adria (132.000 km²),
  • Feiertage in Slowenien
  • Wohlstandsniveau: Slowenien im Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index)

UNESCO-Welterbe in Sloweniens Nähe

Das UNESCO-Welterbe in Slowenien zählt zum UNESCO-Welterbe in Europa.

In der Nähe Sloweniens befinden sich mehrere Welterbestätten:

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