UNESCO-Weltkulturerbe Burgen und Schlösser

Schönburg bei Oberwesel (UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal)

Burgen und Schlösser als UNESCO-Welterbe: Überblick

Zum UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland zählen auch Burgen und Schlösser sowie sonstige Verteidigungsbauten. Einige, z. B. die Wartburg bei Eisenach, sind als Einzelgebäude UNESCO-Welterbe. Andere, z. B. die Löwenburg bei Kassel, sind Teil eines Welterbes. Im Folgenden werden

  • Burgen,
  • Schlösser & Festungen sowie
  • Grenzanlagen

in Deutschland vorgestellt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Burgen als UNESCO-Welterbe

Von den über 10.000 Burgen, die einst in Deutschland gebaut wurden, haben sich ein paar tausend mehr oder weniger gut erhalten. Zum UNESCO-Welterbe zählen:

  • die zahlreichen Burgen (und Schlösser und Festungen) im Oberen Mittelrheintal,
  • die Wartburg bei Eisenach,
  • die kleine Burg Schopfen, die die Klosterinsel Reichenau sicherte. 

Im Gegensatz zu diesen Burgen und Burgruinen mit nennenswerter Bausubstanz aus dem Mittelalter stehen solche Burgen, die in der Neuzeit erbaut wurden und gar keine alte Bausubstanz aufweisen. Z. B. ist die Löwenburg im UNESCO-Welterbe Bergpark Kassel eine künstliche Burgruine des 18. Jahrhunderts.

UNESCO Welterbe 'Mittelrheintal' - Burg Pfalzgrafenstein und Gutenfels bei Kaub (8502788937)
Marksburg 13. Jh. 04

Oberes Mittelrheintal

Wegen der vielen und z. T. gut erhaltenen Burgen und Festungen ist das Obere Mittelrheintal besonders empfehlenswert: Burgen, Schlösser und Festungen säumen den Rhein. Das Foto oben zeigt die Burg Pfalzgrafenstein im Rhein, die als Zollstation diente. Auf dem Berg befindet sich die Burg Gutenfels. Die Marksburg ist eine der wenigen unzerstörten Burgen am Rhein. Dort kann man sich einen Eindruck vom Leben in einer Burg verschaffen (siehe Foto links). Am Oberen Mittelrhein liegen außerdem mächtige Festungen, z. B. die Festung Rheinfels oder die Festung Ehrenbreitstein (siehe unten).

Eisenach Wartburg 32
Thuringia Eisenach asv2020-07 img26 Wartburg Castle

Wartburg in Eisenach

Die Wartburg ist eine z. T. rekonstruierte Burg mit Palas (12 Jh.), Bergfried (19. Jh.) und Nebengebäuden. Sie ist bekannt für den Sängerstreit auf der Wartburg und das Wartburgfest 1817 sowie das Wirken Martin Luthers und Elisabeths von Thüringen. Infos zum Weltkulturerbe Wartburg in Eisenach.

Löwenburg im Bergpark Kassel (UNESCO-Welterbe in Hessen)

Löwenburg und Schloss Wilhelmshöhe

Die Löwenburg ist keine Burg des Mittelalters, sondern wurde ab 1793 zur Zierde des Bergparks in Kassel-Wilhelmshöhe erbaut. Das zeitgleich erbaute Schloss Wilhelmshöhe ist klassizistisch. Mehr zum Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel.

Im Unterschied zur Löwenburg, die von Anfang an als Ruine geplant war, ist Schloss Neuschwanstein ein Beispiel für den Neubau einer vollständigen Burg.

Kandidaten für das UNESCO-Welterbe

Unter den aktuellen Kandidaten für das UNESCO-Welterbe sind ebenfalls Burgen vertreten:

Zu den ehemaligen Kandidaten für das UNESCO-Welterbe zählen folgende Burgen:

  • Burg Münzenberg in der Wetterau (Hessen),
  • Burg Eltz in der Nähe der Mosel,
  • das Heidelberger Schloss (mit der Altstadt Heidelberg).
Neuschwanstein Castle panorama
Schloss Neuschwanstein innen: throne room 00180u

Schloss Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein bei Füssen (in Bayern) wurde 1869-86 an der Stelle zweier kleiner Burgruinen erbaut. Bauherr war der bayerische König Ludwig II. Als Vorbild diente ihm u. a. die Wartburg, die er 1867 besucht hatte. Schloss Neuschwanstein steht mit zwei anderen Schlössern Ludwigs (Herrenchiemsee und Linderhof) seit 2015 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/5983). Webseite: https://www.neuschwanstein.de/

Burg Münzenberg 20200610 019

Burg Münzenberg

Burg Münzenberg wurde 1162 erstmals urkundlich erwähnt und später erweitert. Sie befindet sich auf dem Münzenberg in der Wetterau. Die Ruine gilt mit zwei Bergfrieden, Palasbauten, Ringmauern und Nebenbauten als eine der besterhaltenen Burgen der Stauferzeit. Vom östlichen Bergfried hat man einen guten Ausblick auf die Wetterau. Von 1993-96 stand Burg Münzenberg auf der Kandidatenliste für das Welterbe. Webseite: https://www.muenzenberg.de/burg-m%C3%BCnzenberg.html

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Burg Eltz

Burg Eltz thront auf einem Berg im Elznachtal, wenige Kilometer nördlich der Mosel. Burg Eltz wurde im 12 Jahrhundert erbaut und später mehrfach erweitert. Burg Eltz war von 1984-96 Kandidat für das UNESCO-Welterbe. Bei der Belagerung der Burg  während der Eltzer Fehde (1331-36) kam erstmals in Deutschland Feuerwaffen zum Einsatz. Das war ein Wendepunkt in der Geschichte des Wehrbaus: Das Zeitalter des Burgenbaus ging seinem Ende entgegen. An die Stelle der Burg traten Schloss (als Wohnbau) und Festung (als Wehrbau). Webseite: https://burg-eltz.de/de/

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Heidelberger Schloss

Das Heidelberger Schloss thront oberhalb der Heidelberger Altstadt. Es diente über Jahrhunderte als Residenz des Pfalzgrafen bei Rhein, der zu den sieben Kurfürsten zählte. Eine erste Burg wurde im 13. Jh. errichtet und stetig ausgebaut, z.B. durch bedeutende Renaissancebauten und mächtige Geschütztürme. 1693 sprengten französische Truppen das Schloss zur Ruine. Webseite: http://www.schloss-heidelberg.de/

Schlösser als UNESCO-Welterbe

Manche Schlösser sind umgebaute Burgen, z. B. hat man die Wasserburg in Brühl im 18. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut. Andere Schlösser sind Neubauten, z. B. die Würzburger Residenz.

Die Schlösser der Renaissance sind Bindeglied zwischen mittelalterlicher Burg und barockem Schloss. Sie haben oftmals noch Türme, die Verteidigungsfunktion tritt aber in den Hintergrund. Ein Beispiel ist Schloss Wittenberg.

Wittenberg - Beim Schlossplatz - geo.hlipp.de - 28220

Schloß Wittenberg

An der Stelle einer Burg, die 1187 erstmals urkundlich erwähnt wurde, entstand ab 1489 ein prächtiger Neubau, – der später zu einer nüchternen Kaserne umgebaut wurde. Er war keine Burg mehr, sondern ein Renaissanceschloss. Bekannt ist die Schlosskirche Wittenberg, da Luther am 31. Oktober 1517 dort seine 95 Thesen angeschlagen haben soll. Zusammen mit mehreren Gebäuden zählt die Schlosskirche (nicht das gesamt Schloss!) zum Welterbe „Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg„. Das Foto zeigt das Schloss von Westen, links hinter dem Schlosskirchturm befindet sich die Schlosskirche.

Würzburger Residenz, Gartenfront
Kaisersaal Würzburg

Würzburger Residenz

Die Würzburger Residenz ist ein großes Barock-Schloss (erbaut 1720-81), das man nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut hat. Erhalten hat sich das Treppenhaus mit dem weltgrößten Deckenfresko, das der Maler Tiepolo schuf. Hauptarchitekt war der Artillerist Balthasar Neumann. Den Hofgarten begrenzen zwei große Bastionen der Stadtbefestigung. Mehr erfahren zum UNESCO-Weltkulturerbe Würzburger Residenz.

Schloss Augustusburg in Brühl 6

Schlösser Augustusburg und Falkenlust

Eine Wasserburg bei Brühl wurde umgebaut zum Rokoko-Schloss Augustusburg. Vom prächtigen Barock-Schlosspark führt eine Allee zum Schloss Falkenlust. Balthasar Neumann plante das beeindruckende Treppenhaus. Mehr Infos zum Weltkulturerbe Schlösser Augustusburg und Falkenlust.

Sanssouci von oben, 2008

Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin

Außerhalb von Berlin, am hügeligen Ufer der Havel, ließen die preußischen Könige mehrere Schlösser und große Parks anlegen. Bekannt ist das Rokoko-Schloss Sanssouci oberhalb eines Weinbergs. Durch den großen Park Sanssouci führt die Hauptallee zum Neuen Palais. Mehr erfahren zum Weltkulturerbe Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin.

Residenzschloss Weimar

Klassisches Weimar: Schlösser

In Weimar steht das klassizistische Stadtschloss neben Teilen der alten Burg. Außerhalb Weimars liegen die Schlösser und Parks Belvedere, Ettersburg und Tiefurt. Sie zählen – mit Wohngebäuden von Goethe, Schiller und Herder – zum Weltkulturerbe Klassisches Weimar.

Schloss Oranienbaum im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schlösser im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Am Südufer der Elbe erstreckt sich zwischen Dessau und Wörlitz das Gartenreich mit den Schlössern Oranienbaum (Foto), Mosigkau, Georgium und Luisium. Schloss Wörlitz gilt als erstes Schloss des Klassizismus. Das Foto zeigt Schloss Oranienbaum. Mehr erfahren zum Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz

Das Neue Schloss im Park

Neues Schloss im Muskauer Park

Beiderseits der deutsch-polnischen Grenze liegt der Muskauer Park. Das rot verputzte „Neue Schloss“ wird auch Fürst-Pückler-Schloss genannt, da er in dem Schloss wohnte und den Park gestaltete. Eine Wasserburg (13. Jh.) wurde nach 1586 zum Renaissanceschloss umgebaut. Es folgten Umbauten zum Barock- (17. Jh.) und Neorenaissanceschloss (19. Jh.). Das „Alte Schloss“ am anderen Ufer des Sees ist das Torhaus der Wasserburg. Mehr erfahren zum Weltkulturerbe Muskauer Park.

Festungen als UNESCO-Welterbe

Im Vergleich zu Schlössern sind Festungen des 18. und 19. Jahrhunderts in Deutschland unterrepräsentiert.

  • Die Festung Koblenz und Ehrenbreitstein ist kein eigenständiges Welterbe, sondern Teil der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal.
  • Die Bundesfestung Ulm war Kandidat für das Welterbe, wurde aber nicht zum Welterbe erklärt.
  • Gleiches gilt für die Festung Jülich in Nordrhein-Westfalen.
  • Auch die Zitadelle Spandau musste sich mit der Kandidatur begnügen.
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System Feste Franz

Festung Koblenz und Ehrenbreitstein

An der Stelle einer mittelalterlichen Burg errichtete man zwischen 1817 und 1828 die Festung Ehrenbreitstein (siehe Foto). Sie thront auf einem langgestreckten Felsen am Ostufer des Rheins – gegenüber der Moselmündung am Deutschen Eck. Mit Festungen und Forts am Westufer bildete sie die Festung Koblenz und Ehrenbreitstein. Die Karte zeigt die Festungen nördlich der Mosel, u. a. die Feste Kaiser Franz. Neben dem Ehrenbreitstein haben sich noch etliche Festungsteile erhalten.

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Bundesfestung Ulm

Für das UNESCO-Welterbe kandidierte zwischen 1984 und 1993 die Bundesfestung Ulm. Sie wurde 1842-59 erbaut und bestand aus einem Festungsgürtel, der die Stadt Ulm umschloss. Zwar ist die Bundesfestung Ulm kein Welterbe, aber Ulm ist günstiger Ausgangspunkt, um das Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura“ zu besuchen. Sie liegen im Westen und Norden von Ulm. Die Stadt besitzt beeindruckende Meisterwerke der Architektur: das Ulmer Münster, die Bibliothek

Die vier anderen Bundesfestungen waren Landau in der Pfalz, Luxemburg, Mainz und Rastatt. Die Festung Luxemburg (das „Gibraltar des Nordens“) ist seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe (http://whc.unesco.org/en/list/699).

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Zitadelle Spandau

Für das UNESCO-Welterbe kandidierte auch die Zitadelle Spandau, und zwar von 1984 bis 1996.

An der Stelle einer Burg, von der der Bergfried erhalten ist, entstand zwischen 1559-94 eine riesige Festung mit vier Eckbastionen. Sie sollte Berlin schützen und dem Kurfürsten von Brandenburg Zuflucht bieten. Die Zitadelle Spandau ist eine der besterhaltenen Renaissancefestungen nördlich der Alpen. 

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Festung Jülich

Die Festung Jülich wurde 1547-1580 erbaut und stand von 1993-96 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe. Vor Schleifung großer Teile der Festung führte man 1860 Schießübungen mit neuen Hinterladergeschützen durch. Sie verschießen nicht mehr (wie bei der Belagerung von Burg Eltz) Steinkugeln, sondern drallstabilisierte Langgeschosse. Das Foto zeigt die Wirkung auf die Mauern der rechten Flanke der Bastion III. Die Festung Jülich war größer als die Zitadelle Spandau, ist aber  weniger gut erhalten, da sie im Zweiten Weltkrieg schwere Bombenschäden erlitt. 

Grenzanlagen

Grenzanlagen sind lineare Wehrbauten: Sie riegeln ein Gebiet gegen das Feindesland ab – und ermöglichen zugleich durch Tore den Personen- und Warenverkehr. In Deutschland und Österreich gibt es zwei Grenzanlagen, die zum UNESCO-Welterbe zählen:

  • der Obergermannisch-Raetische Limes als ein Teil der Grenzanlage des Römischen Reichs,
  • das Danewerk als Grenzanlage des dänischen Königreichs.
Saalburg Main Gate (Porta Praetoria)
A Római Birodalom

Obergermanisch-Raetischer Limes

Der Limes, die Grenzanlage des Römischen Reiches, zog sich in Mitteleuropa vom Rhein zur Donau. Die Grenzbefestigung bestand aus Graben, Wall, Palisaden und Wachttürmen. Im Hinterland lagen Kastelle, Militärlager und Zivilstädte; verbunden durch ein Straßennetz. Neben spärlichen Überresten gibt es auch Rekonstruktionen wie Kastell Saalburg (mehr Infos zum Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes).

Das besterhaltene römische Kastell in Deutschland steht in Boppard (UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal).

Das besterhaltene Stadttor aus Römerzeit nördlich der Alpen ist die Porta Nigra. Sie zählt mit anderen Römerbauten zum  Welterbe in Trier.

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Niedergermanischer Limes & Donaulimes

Der Obergermanische Limes ist nur ein Teil der Grenzanlage, die das Römische Reich schützte. Der Niedergermanische Limes (im Norden) und der Donaulimes (im Süden) sind Kandidaten für das Welterbe. Rhein und Donau bilden natürliche Grenzen, auf Befestigungen kann weitgehend verzichtet werden. Auf den Flüssen patroullierten Schiffe. Das Foto zeigt eine Rekonstruktion im Museum für Antike Schiffahrt in Mainz (https://web.rgzm.de/museen/museum-fuer-antike-schifffahrt-mainz/). In Österreich ist v. a. das große Legionslager Carnuntum sehenswert (http://www.carnuntum.co.at/).

Hadrians Wall with Weedkiller

Hadrianswall & Antoniuswall

Auf der britischen Insel bildete ab ca. 120 n. Chr. der 118 km lange Hadrianswall in West-Ost-Richtung die Grenze des Römischen Reichs. Er bestand – im Unterschied zum Limes in Deutschland – aus einer Steinmauer. 1987 wurde der Hadrianswall zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Run 150 km weiter nördlich des Hadrianswalls verläuft der Antoniuswall (UNESCO-Welterbe seit 2008). Die Römer erbauten ihn ca. 140 n. Chr. an der engsten Stelle der Insel. Er war deshalb nur rund 60 Kilometer lang und bestand aus Graben und Wall. Webseite: http://www.antoninewall.org/

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Danewerk und Haithabu

Hadrianswall und Adrianswall sicherten die britische Insel nach Norden ab, das Danewerk die dänische Halbinsel nach Süden. Die Dänen errichteten das Danewerk wurde ab ca. 700 n. Chr. in mehreren Phasen erbaut und verbessert. Die Abschnitte der Grenzanlage verlaufen etwa in West-Ost-Richtung; erhalten haben sich Wall und teilweise Mauern. Ein Besonderheit ist das Seesperrwerk, das die Schlei sicherte. Der Erdwall von Haithabu erinnert an die alte Wikingersiedlung, die einst Handelszentrum Nordeuropas war. Mehr erfahren zum UNESCO-Weltkulturerbe Danewerk und Haithabu.

Burgen, Schlösser und Festungen außerhalb Deutschlands

Grenzanlagen, Burgen, Schlösser und Festungen, die UNESCO-Weltkulturerbe sind, baute man auch außerhalb Deutschlands. Beispiele aus zwei Nachbarländern sind:

  • die Stelling Amsterdam im westlichen Nachbarland Niederlande
  • die Marienburg in östlichen Nachbarland Polen.

Das bekannteste Beispiele für eine Grenzanlage ist die Chinesische Mauer.

Fort Uitermeer Toren met Schutsluis
Stelling van Amsterdam the Netherlands de

Stellung von Amsterdam

Die Stadt Amsterdam wurde ab 1881 von einem rund 135 Kilometer langen Festungsgürtel umgeben: die Stelling Amsterdam. Sie bestand aus Forts und Artilleriestellungen sowie zahlreichen Anlagen zur Überflutung: Deichen, Wasserkanäle und Überflutungsflächen. Im Verteidigungsfall sollte Amsterdam von einer etwa knietiefen Wasserfläche umgeben sein. Das Foto oben zeigt das runde Fort Uitermeer südöstlich von Amsterdam Webseite: http://whc.unesco.org/en/list/759

Panorama of Malbork Castle, Marienburg (UNESCO-Welterbe in Polen)
Plan der Ordensburg Marienburg Grundriss

Marienburg (Zamek w Malborku)

Die größte Backsteinburg Europas steht in Polen, am Ufer der Nogat. Die Marienburg (polnisch: Zamek w Malborku) war der Sitz des Deutschen Ordens. Das Hochschloss wurde 1280 fertiggestellt. 1309 begann der Bau des  Mittelschlosses. Die Marienburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden durch Artilleriebeschuss. 1997 erklärte die UNESCO die Marienburg zum Weltkulturerbe (http://whc.unesco.org/en/list/847).

 Chinesische Mauer, Great Wall in China (UNESCO-Welterbe)

Auch im Ausland gibt es Grenzanlagen, die zum UNESCO-Welterbe zählen oder dafür kandidieren:

  • die Chinesische Mauer (chinesisch 萬里長城 / 万里长城) sollte das Chinesische Reich nach Norden gegen die Steppenvölker schützen. Seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. erbaute man zahlreiche Abschnitte. Deren Gesamtlänge liegt bei über 20.000 Kilometern. Webseite: http://whc.unesco.org/en/list/438) Die ca. 190 km lange Große Mauer in Südchina (苗疆长城) zählt nicht zum Welterbe (Link).
  • Die zweitlängste Grenzanlange Asiens ist die Große Mauer von Gorgan im Iran (persisch: دیوار بزرگ گرگان). Sie ist 200 Kilometer lang und wurde ab 248 v. Chr. erbaut. Sie ist ein aktueller Kandidat für das UNESCO-Welterbe (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/6199)