Gartenreich Dessau-Wörlitz

Landschaftspark & UNESCO-Welterbe

Wörlitzer Gartenreich 2 322 Sichtenfächer goldene Urne

Gartenreich Dessau-Wörlitz. Überblick

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz liegt in Sachsen-Anhalt bei den Gemeinden Dessau-Roßlau (80.000 Einw.) und Oranienbaum-Wörlitz (8.200). Das insgesamt 145 km² große Gartenreich besteht aus mehreren, nicht zusammenhängenden Parkanlagen (von West nach Ost):

  • Schloss und Park Mosigkau,
  • Schloss und Park Georgium,
  • Schloss und Park Luisium,
  • Schloss und Park Oranienbaum,
  • Schloss Wörlitz und Wörlitzer Park.
  • Schloss Großkühnau im Westen und der Park am Sieglitzer Berg im Osten sind die äußersten Anlagen. Sie liegen abseits der Bahnstrecke. Schloss Großkühnau ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Einige Schlösser besitzen bedeutende Gemäldesammlungen und Ausstattungen. Fürst Leopold III. von Anhalt-Dessau (1740-1817) ließ ab 1769 die Gebäude und Parks anlegen. Verantwortlich für die Planung war sein Freund Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800). Im Jahr 2000 erklärte die UNESCO das Gartenreich Dessau-Wörlitz zum Weltkulturerbe.

Schloss Mosigkau

Das Urteil des Paris (Brueghel und de Clerck), Schloss Mosigkau (UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz)

Mosigkau

Das Dorf Mosigkau liegt westlich von Dessau. Von der Haltestelle Desau-Mosigkau läuft man südwärts durch die Erich-Weinert-Straße und die Knobelsdorffallee. Sie führt zum Schlosspark, der sich östlich der Allee erstreckt. Das Rokoko-Schlösschen wurde 1752-57 für Prinzessin Anna-Wilhelmine (1715-80) erbaut. Sehenswert sind die 24 Räume mit gut erhaltener Rokoko-Innenaustattung und vor allem der Galeriesaal mit zahlreichen Gemälden. Ein Beispiel ist das Bild „Das Urteil des Paris von Hendrick de Clerck und Jan Brueghel d. Ä. Im südlichen Bereich des Schlosspark befinden sich ein Irrgarten, ein Teich und zwei Orangerien. Webseite: https://www.gartenreich.de/de/schloesser-u-gaerten/mosigkau

Auf dem Weg von Mosigkau nach Dessau fährt man am ehemaligen Werksgelände der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke vorbei. Die Junkersstraße (südlich der Bahnstrecke) und die Alte Landebahn (nördlich) erinnern an das Unternehmen des Flugzeug-Pioniers Hugo Junkers.

Georgium

Dessau-Wörlitzer Gartenreich 2012-05-28zzb

Anhaltinische Gemäldegalerie

Man verlässt den Hauptbahnhof Dessau an der Westseite und folgt der Puschkinallee westwärts. Die drei Gebäude an der Ecke Puschkinallee / Heinz-Röttger-Straße beherbergen die Anhaltische Gemäldegalerie, deren Sammlungen rund 1.800 Gemälde und 18.000 Grafiken umfasst. Schwerpunkte sind die niederländische und deutsche Malerei vom 15. Jh. bis zum 19. Jh. Webseite: https://www.georgium.de/

Kaulbach Hedda

Dessauer Fürstenaltar (Lucas Cranach). Anhaltinische Gemäldegalerie (Georgium, Dessau)

Zu den ältesten Gemälden zählt der Dessauer Fürstenaltar (1509/10) von Lucas Cranach d. Ä.; zu den jüngsten das Bildnis von Hedda Kaulbach, gemalt ca. 1878 von ihrem Vater Friedrich August (die Kaulbachs waren eine bedeutende Maler-Familie).

Dessau, Georgium Blumengartenhaus (UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz)

Park Georgium​ & Parkbauten

Man umrundet das Gebäude der Gemäldegalerie und läuft durch den Park auf Schloss Georgium zu. Prinz Johann Georg (1748-1811) ließ ab 1780 durch von Erdmannsdorff ein klassizistisches Schloss errichten, das seinen Namen trägt (siehe Foto oben). Es ist von zwei Parkbauten flankiert: Links das Küchengebäude, rechts das Blumengartenhaus (siehe Foto links). Am Nordwestrand des Parks befinden sich ein Ionischer Tempel und das Fremdenhaus. Der Park Georgium grenzt im Osten an die Georgenallee, die von Nord nach Süd verläuft. Im Osten schließt sich der Tierpark Dessau an.

Dessau - Mausoleum - geo.hlipp.de - 40771

Tierpark Dessau

Ursprünglich hieß der Park Mausoleumpark, da dort das Mausoleum (1894-98) für die Herzöge von Anhalt steht. Auftraggeber war Herzog Friedrich, Architekt war Franz Schwechten (1841-1924), zu dessen bekanntesten Bauten die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin zählt. Den Park gestaltete man 1894-96 nach Plänen von August Hooff. Das Mausoleum ähnelt dem Invalidendom (1677-1706) und dem Pantheon (1764-90) in Paris sowie dem Französischen und Deutschen Dom (1780-85) am Gendarmenmarkt in Berlin. 1958 überführte man die Särge aus der Gruft auf den Ziebigker Friedhof; aus dem Park machte man einen Zoo. Zu den rund 120 Tierarten zählen neben Wölfen auch Kängurus und Lamas. (Webseite: https://tierpark.dessau-rosslau.de/)

Luisium

Flussbad Rehsumpf Badestelle

Flussbad Rehsumpf

Man verlässt den Bahnhof Waldersee ostwärts und biegt rechts nach Süden in die Rehsumpfstraße. Sie mündet in die Alte Mildener Straße (L133). Links, in einer Flussschleife, befindet sich das Flussbad Rehsumpf, eines der ältesten Deutschlands und ausgezeichnet von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Webseite:  https://www.rehsumpf.net/). Zum Luisium biegt man aber rechts ab und folgt ein Stück dem Fluß Jonitzer Mulde. Jonitz ist ein Dorf, das man 1935 mit dem Nachbarort Naundorf vereinte. Die Doppelgemeinde erhielt den Namen Waldersee – nach der Burg Waldeser (nördlich des Luisiums), die 1212 erstmals erwähnt und bereits im 14. Jh. zerstört wurde.

Dessau-Roßlau,Waldersee,Jonitzer Mühle

Jonitzer Mühle

An der Jonitzer Brücke biegt man wiederum rechts ab in die Straße „Der Wall“. Das Gebäude links ist die ehemals fürstliche Jonitzer Mühle (1729). Nach den Bahngleisen der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn biegt man links in die Jonitzer Allee. Sie führt – vorbei an Kleingartenanlagen und durch einen Wald – bis zum Luisium.
Schloss Luisium 1

Wenn man aus dem Wald tritt steht man vor der Weißen Brücke. Links in der Ferne hinter dem Altwasser sieht man das Gestüt (1779-81); auf etwa 10 Uhr das Blumengartenhaus, auf 11 Uhr steht das würfelförmige Schloss Luisium, geradeaus die Orangerie und auf 2 Uhr das Schlangenhaus.

Gegen den Uhrzeigersinn besucht man das Schlangenhaus (ca. 1800) auf einem Hügel und gelangt zum Osttor mit den zwei Torwächterhäuschen (1816). Nördliche davon steht die Skulptur „Das verschleierte Bild zu Saïs“ (1785). Man wendet sich dann westwärts und läuft vorbei an den Wirtschaftsgebäuden zum Schloss Luisium (1774-78). Es ist nach Luise (1750-1811) benannt, die Gattin von Leopold III. Das würfelförmige Haus sollte ihr als Witwensitz dienen. Von dort wendet man sich nach Südwesten und überquert die Palladio-Brücke (benannt nach dem italienischen Architekten Palladio, dessen Werk zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt). Man gelangt zum Blumengartenhaus und zum Pegasusbrunnen.

Dessau-Roßlau,Waldersee, Saugartenalle,Tiergarten am Luisium

Abstecher Schloss Waldersee

Von Schloss Luisium reicht der Blick durch die Saugartenallee (siehe Foto) weit nach Norden. Folgt man der Allee überquert man kurz vor dem Elbdamm den Fließgraben, der in die Pelze mündet. Man biegt links nach Westen und spaziert über die Beerenhorsts-Wiese. In dem Waldstück rechterhand stand die Burg Waldeser (auch Schloss Waldersee). Wenn man dem Weg entlang der Mulde folgt, kommt man zurück zur Jonitzer Mühle.

Auf dem Weg zwischen Bahnhof Waldersee und Bahnhof Oranienbaum passiert man die Haltestelle Biosphärenreservat (siehe unten) sowie die ehemalige Heeresmunitionsanstalt Kapen. Beide liegen mitten im Wald, an den sich südlich die Oranienbaumer Heide, ein sehr artenreiches Naturschutzgebiet, anschließt. Dort leben u. a. Heckrinder, Konikpferde und auch Wölfe (Infos: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/oranienbaumer-heide/).

Oranienbaum

Luftbild Oranienbaum

Schloss, Park und Siedlung Oranienbaum

Südlich von Wörlitz liegt Schloss Oranienbaum, umgeben von einem Park und einer planmäßig angelegten Siedlung. Mit der Bahn fährt man bis zur Haltestelle Oranienbaum/Anhalt. Nach der kerzengerade Strecke durch den Wald hält der Zug nach einer Linkskurve in Oranienbaum. Man verlässt das Bahnhofsgebäude, biegt links ab und läuft die Eisenbahnstraße bis zur Dessauer Straße. Geradeaus führt ein Weg zur Straße „Am Waldhaus“. Man überquert die Straße. 

Schlosspark Oranienbaum, Pagode

Schlosspark Oranienbaum

Links erstreckt sich der Schlosspark Oranienbaum, rechts der Park um den Citronengarten mit der Orangerie, eine der größten Europas (175 m). Geradeaus läuft man auf Schloss Oranienbaum zu.

Vom Schlossbrunnen gelangt man südwärts zum ehemaligen Labyrinthgarten, nordwärts zum Chinesischen Garten mit fünfgeschossiger Pagode und Chinesischem Haus.

Schloss Oranienbaum2

Das Schloss wurde 1681-85 für die niederländische Prinzessin Henriette Catharina erbaut und später erweitert. Man besucht oder umrundet das Schlossgebäude; das Foto zeigt den Blick zurück. Links der Zustand vor, rechts nach der Sanierung. Der historische Ortskern Oranienbaum ist charakterisiert durch eine lockere Bebauung mit ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern, die meist mit der Traufe zur Straße stehen. Ziegel- und Fachwerkhäuser wechseln sich ab mit verputzen Häusern. Geradeaus überquert man die Schlossstraße und passiert den baumgesäumten Markt, der sich zum quadratischen Markt öffnet.

250-OranienbaumBlickMarktplatzRundkirche-2857

Markt und Stadtkirche

An jeder Seite führe eine Straße mittig auf den Platz mit dem eisernen Orangenbaum (Oranienbaum) in der Mitte. Vom Markt wendet man sich nach Süden in die Kirchstraße. Man läuft auf die Stadtkirche (1704-12) zu, die man schon von Weitem sieht. Die Barockkirche hat einen elliptischen Grundriss mit drei Risaliten. Sie wurde an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1676 errichtet. Östlich der Kirche befindet sich der Pfarrgarten und die Tabakfabrik. (1751-52 baute man östlich der Pagode die Kleine Kirche. Der Backsteinbau auf achteckigem Grundriss erwies sich als baufällig und dient nicht mehr als Kirche.)

230-OranienbaumOrangerie-2835

Orangerie

An der Kreuzung Kirchstraße/Henriettenstraße biegt man nach Rechts, überquert die Schlossstraße und biegt in der Rüddigerstraße rechts in die Leopoldstraße. Am Parkplatz befindet sich die Touristinformation. Man wendet sich westwärts zum Bahnhof. Man folgt entweder der Dessauer Straße und passiert die Orangerie oder man besucht den südlichen Zeil des Schlossparks mit dem Labyrinthgarten.

Schloss Wörlitz und Wörlitzer Park

Wörlitz Schloss

Schloss Wörlitz (1769-73) ist eines der frühesten Beispiele des Klassizismus in Deutschland. Das Schloss steht im Wörlitzer Park, der als Englischer Landschaftspark angelegt ist, und den der langgestreckte Wörlitzer See durchzieht. Zu den sehenswerten Parkbauten zählen das Gotische Haus, die Felseninsel Stein (mit künstlichem Vulkan), sowie die Synagoge und die St.-Petri-Kirche.

Bahnhof Wörlitz

Bahnhof Wörlitz

Von Oranienbaum geht es weiter nach Wörlitz. Vom Bahnhof tritt man auf die Straße „Am Bahnhof“, wendet sich nach rechts und biegt in die Bahnhofsstraße ein. Sie führt nach Norden und endet an der Einmündung der Neue Reihe in die Erdmannsdorffstraße. Man überquert die Neue Reihe und biegt in der Erdmannsdorffstraße links ab. Ein paar Häuser weiter rechts in die Förstergasse einbiegen. Dort befinde sich die Tourist-Information. Am Ende der Förstergasse links in die Kirchgasse biegen.

St Petri und Bibelturm

St. Petrikirche Wörlitz

Rechterhand steht die St. Petrikirche (1804-09). Der Kirchturm trägt den namen „Bibelturm“ und bietet eine gute Aussicht über den Wörlitzer Park.

Westlich der Kirche stehen Marstall und Küchengebäude, östlich Propstei und das Graue Haus. Vom Küchengebäude (1770-72) führt ein unterirdischer Gang zu Schloss Wörlitz. Er ist für Besucher*innen zugänglich. Im Grauen Haus wohnte Fürstin von 1790-1811; ihr ist dort eine Ausstellung gewidmet.

Wörlitz,Rousseau-Insel

Neumarks Garten

In der Teelaubenfähre setzt man über zur großen Insel Neumanns Garten, benannt nach dem ersten Gärtner Johann Christian Neumann (1741-1811). In dem Garten befindet sich ein Labyrinth, Statuen und Parkbauten (Pavillon, Eisenhart). Westlich und nicht zugänglich liegt die  Rousseau-Insel. Mit der Roseninselfähre geht es weiter zur kleinen Roseninsel. Eine zweite Fähre setzt über zu Schochs Garten.

Gotisches Haus Wörlitz

Schochs Garten

Der Garten trägt den Namen des zweiten Gärtners: Johann Leopold Ludwig Schoch d. Ä. (1728-93). Ostwärts folgt man dem Weg über den Wolfskanal und erreicht das Gotische Haus (1773-1813; Erdmannsdorff, Georg C. Hesekiel). Das Gebäude hat zwei Schauseiten im gotischen Stil: Die Südfassade hat das britische Schloss Strawberry Hill (1749-76) bei London zum Vorbild; die Nordfassade die Kirche Madonna dell’Orto (1377-1464) im Weltkulturerbe Venedig. Das Gotische Haus beherbergt eine Sammlung von Buntglasfenstern und eine Sammlung aus rund 200 Wachsfrüchten.

Die Frontseite des Gotischen Hauses im Wörlitzer Park

Chiesa della Madonna dell'Orto, Venice (Italy)

2011.05.15.CR2.167

Floratempel

Man über quert den Wolfskanal ein zweites Mal beim Kuhstall, lässt ihn aber rechts stehen und geht weiter zum Palmengarten mit Palmenhaus, Garteninspektorhaus und Floratempel. Im Nordenosten führt die Kettenbrücke über den Mittelholzgraben auf den Venustempel (1794-97) zu.

Venustempel

Venustempel

Im Rundtempel steht eine Kopie der Venus Medici; das Original (1. Jhd. v. Chr. ) befindet sich in den Uffizien im Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Florenz“. Der Venustempel markiert den Nordzipfel des Wörlitzer Parks. Er führt an den Luisenklippen vorbei zur Coswiger Straße und jenseits dieser zu den Elbewiesen. Vom Venustempel geht es nach Osten. Man passiert den See Kleines Walloch und erreicht die Säule aus Pompeji. Zwischen Agneskanal zur Rechten und dem Gewässer Redding führt der Weg zur Goldenen Urne und weiter zum Wallwachhaus zum Pferde. Wem dieser Rundgang reicht, geht südwärts auf Schloss Wörlitz zu – auf der Schwimmenden Brücke über den Sonnenkanal und vorbei am Wurzelhaus. Mit der Amtsfähre erreicht man das Ufer am Schloss. Das Gebäude auf dem Hügel zur Linken ist die Synagoge.

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Synagoge

Die Synagoge (1789-90, Erdmannsdorff) ist ein klassizistischer Rundbau; als Inspirationsquelle mag der antike Rundtempel (120 v. Chr.) im Forum Boarium in Rom gedient haben. Im Untergeschoss befindet sich eine Mikwe; im Tempel eine Ausstellung zum Jüdischen Leben in Anhalt.

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Neuen Anlagen

Die Neuen Anlagen sind v. a. das Werk von Johann Leopold Ludwig Schoch d. J. (1758-1826). Möchte man eine große Runde drehen, geht man weiter nach Osten. Man erreicht das Pantheon, benannt nach dem Tempel im Welterbe Rom. Südlich davon erstreckt sich das Große Walloch mit Herderinsel (West) und Amalieninsel (Ost). Der Fußweg am Nordufer führt zum Roten Wallwachhaus (1772, Erdmannsdorff). Man steigt westwärts hinab, überquert den Hoppgraben und besucht das Piemonteser Bauernhaus. Man folgt dem Wallochufer und dann dem Georgenkanal.

Wörlitz, Die Eiserne Brücke Iron Bridge - geograph.org.uk (UNESCO-Welterbe in Groß-Britannien)

Eiserne Brücke

Die Eiserne Brücke (1791) hat ein UNESCO-Weltkulturerbe zum Vorbild: die Iron Bridge in England (1779), die die erste Gußeisenbrücke der Welt ist. Die Eiserne Brücke ist immerhin die erste Deutschlands. Sie ist im Maßstab 1:4 nachgebaut. Das zeigt sich an der Höhe des Geländers: Während es bei der Iron Bridge mannshoch ist, reicht es bei der Eisernen Brücke etwa bis zum Knie.

Das Foto links oben zeigt die Eiserne Brücke, darunter die Iron Bridge (http://whc.unesco.org/en/list/371).

Nach der Wirtschaftsbrücke mündet der Georgenkanal in den Wörlitzer See bei der Insel Stein, die man über eine Brücke erreicht.

Villa Hamilton im Wörlitzer Park

Insel Stein

Nach einer Italienreise ließ Fürst Leopold III. 1788-94 durch Erdmannsdorff die Insel errichten. Villa Hamilton und ein künstlicher Vulkan („Vesuv“) teilen sich die kleine Insel. Zurück auf dem „Festland“ spaziert man am Südufer zurück – vorbei an der Grotte der Egeria und am Goethefelsen. 

Das Foto links zeigt die Insel Stein vom südöstlichsten Punkt des Rundgangs (nahe der Grotte der Egeria). Rechts der Weg, der am Georgenkanal entlang führt; links der Weg, der westwärts zum Wörlitzer Schloss zurückführt. 

Sieglitzer Berg,Solitüde,Küchengebäude

Burgtor im Park Sieglitzer Berg

Sieglitzer Berg

Zum Gartenreich Dessau-Wörlitz zählen noch Schloss Großkühnau (westlich von Dessau) und der Waldpark am Sieglitzer Berg (östlich von Dessau). In den Park befinden sich ein tempelartiges Badehaus (Solitude, erbaut 1777, abgerissen 1979, wiedererbaut 2008-12) sowie mehrere Denkmäler. Drei Tore führen in den Park (Burgtor im Osten, Vockeroder Tor im Süden und Dessauer Tor im Westen), von denen das Burgtor am Dianenwall sehenswert ist.

Dessau,Großkühnau Weinberghaus Weinbergterassen Weinbergschloss

Schloss Großkühnau (UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz)

Park und Schloss Großkühnau

Im Westen von Dessau liegt Großkühnau. Nördlich der Gemeinde erstreckt sich der Kühnauer See. Am Südufer befinden sich Schloss und Park Großkühnau, am Nordufer das Naturbad. Das Schloss wurde 1754 erbaut und 1780 verändert. Seit 1998 beherbergt das Schloss die Verwaltung der Stiftung Dessau-Wörlitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Der Kühnauer Park ist ein Werk des Gartenarchitekten Johann Schoch. Der Park erstreckt sich in West-Ostrichtung entlang des Ufers zwischen Schloss Großkühnau im Westen und dem kleinen Rapunzelturm im Osten. Dazwischen liegen u. a. der Weinberg und das Weinberghaus (1818-20; Carlo Ignazio Pozzi; siehe Foto oben). Nördlich des Weinberghauses befindet sich die um 950 von Slawen errichtete Wallburg Kühnau.

Warum ist das Gartenreich Dessau-Wörlitz Weltkulturerbe?

Die UNESCO hat das Gartenreich Dessau-Wörlitz im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt, weil zwei (von zehn) Kriterien erfüllt sind (Übersetzung durch Auswärtiges Amt):

„Kriterium (ii): Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ein herausragendes Beispiel für die Anwendung der philosophischen Grundsätze der Aufklärung auf eine Landschaftsgestaltung, die Kunst, Bildung und Wirtschaft zu einem harmonischen Ganzen verbindet.
Kriterium (iv): Das 18. Jahrhundert war eine wegweisende Zeit für die Landschaftsgestaltung, was das Gartenreich Dessau-Wörlitz auf außergewöhnliche und vielfältige Weise veranschaulicht.“ (Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2355022/a45f80b84f67a43d18e1afa0ed5fc1fb/23-dessau-data.pdf)

Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz

UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe

Dessau-Roßlau,Großkühnau,Elbe

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz grenzt an das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe an. Dieses ist Teil des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe.

Im Wald zwischen zwischen Dessau und Oranienburg liegt die Haltestelle Biosphärenreservat. Nördlich der Bahnlinie  steht das Kapenschlösschen. Es handelt sich um ein rustikales Jagdhaus (erbaut um 1905) und dient als Verwaltungssitz des Biosphärenreservats. Südlich der Bahnlinie stehen das Alfred-Hinsche-Haus und das Informationszentrum Auenhaus. Webseite: https://www.mittelelbe.com/mittelelbe/besucherinfos/infozentrum-auenhaus/

 

Forsthaus bei der Kapenmühle in Oranienbaum-Wörlitz - panoramio
Biosphärenreservat Mittelelbe,Informationspavillon Auenhaus

UNESCO-Welterbe in der Nähe des Gartenreichs

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz zählt zum UNESCO-Welterbe in Sachsen-Anhalt. Die nächstgelegenen Welterbestätten sind das Bauhaus Dessau und die Lutherstadt Wittenberg:

Dessau,Bauhausgebäude UNESCO-Welterbe in Sachsen-Anhalt)

Bauhaus Dessau

Direkt in Dessau gibt es ein zweites UNESCO-Weltkulturerbe: „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau“. Der dort enwickelte Bauhausstil verbreitete sich weltweit. Zum Welterbe zählen in Dessau das Bauhaus Dessau (siehe Foto), die sieben Meisterhäuser (Architekt: Walter Gropius) und fünf Laubenganghäuser (Hannes Meyer).

Stadtkirche Wittenberg bei Nacht

Lutherstadt Wittenberg

Wenige Kilometer elbaufwärts, östlich von Wörlitz, liegt das nächste UNESCO-Welterbe: die Lutherstadt Wittenberg. Sie zählt zusammen mit der Lutherstadt Eisenach zum Welterbe „Luthergedenkstätten in Eisenach und Wittenberg“.