Gartenreich Dessau-Wörlitz

Romantischer Landschaftspark an der Elbe

Wörlitzer Gartenreich 2 322 Sichtenfächer goldene Urne

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz besteht aus mehreren Parkanlagen südlich der Elbe zwischen Dessau und Wörlitz. Fürst Leopold III. von Anhalt-Dessau ( 1740-1817) ließ ab 1769 die Gebäude und Parks anlegen. Verantwortlich für die Planung war sein Freund Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800). Im Jahr 2000 erklärte die UNESCO das Gartenreich Dessau-Wörlitz zum Weltkulturerbe. Zum Welterbe zählen mehrere Schlösser und Parkanlagen. An der Eisenbahnlinie von Köthen über Dessau nach Wörlitz liegen (von West nach Ost):

  • Schloss und Park Mosigkau,
  • Schloss und Park Georgium,
  • Schloss und Park Luisium,
  • Schloss und Park Oranienbaum,
  • Schloss Wörlitz und Wörlitzer Park sowie etwas abseits
  • Schloss Großkühnau und der Park am Sieglitzer Berg.
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Gartenreich Dessau-Wörlitz

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Schloss Wörlitz und Wörlitzer Park: 51.846296, 12.421610
Schloss und Park Oranienbaum: 51.800110, 12.402341
Georgium: 51.844308, 12.229371
Schloss und Park Großkühnau: 51.854124, 12.179697
Luisium: 51.850538, 12.273295
Schloss und Park Mosigkau: 51.806909, 12.150686
Park am Sieglitzer Berg: 51.865850, 12.321768
Schloss Mosigkau

Mosigkau

Das Dorf Mosigkau liegt westlich von Dessau. Von der Haltestelle Desau-Mosigkau läuft man südwärts  durch die erich-Weinert-Straße und die Knobelsdorffallee. Sie führt zum Schlosspark, dessen Westseite sie bildet. Das Rokoko-Schlösschen wurde 1752-57 für Prinzessin Anna-Wilhelmine (1715-80) erbaut. Sehenswert sind die Rokoko-Innenaustattung und der Galeriesaal mit zahlreichen Gemälden. Im südlichen Bereich des Schlosspark steht die Orangerie und ein Irrgarten.

Georgium

6185b Dessau

Hauptbahnhof

Man verlässt den Hauptbahnhof Dessau an der Westseite (siehe Foto) und folgt der Puschkinallee westwärts. Die drei Gebäude an der Ecke Puschkinallee / Heinz-Röttger-Straße beherbergen die Anhaltische Gemäldegalerie (Webseite: https://www.georgium.de/)

Dessau Georgium

Schloss Georgium​

Man umrundet das Gebäude und läuft durch den Park auf Schloss Georgium zu. Prinz Johann Georg (1748-1811) ließ ab 1780 durch von Erdmannsdorff ein klassizistisches Schloss errichten, das seinen Namen trägt. Es ist von zwei Parkbauten flankiert: Links das Küchengebäude, rechts das Blumengartenhaus. Am Nordwestrand des Parks befinden sich ein Ionischer Tempel und das Fremdenhaus. Der Park Georgium grenzt im Osten an die Georgenallee, die von Nord nach Süd verläuft. Im Osten schließt sich der Tierpark Dessau.
Dessau - Mausoleum - geo.hlipp.de - 40771

Tierpark Dessau

Ursprünglich hieß der Park Mausoleumpark, da dort das Mausoleum (1894-98) für die Herzöge von Anhalt steht. Auftraggeber war Friedrich, Architekt Franz Schwechten; den Park gestaltete man 1894-96 nach Plänen von August Hooff. Das Mausoleum ähnelt dem Invalidendom (1677-1706) und dem Pantheon (1764-90) in Paris sowie dem Französischen und Deutschen Dom (1780-85) am Gendarmenmarkt in Berlin. 1958 überführte man die Särge aus der Gruft auf den Ziebigker Friedhof; aus dem Park machte man einen Zoo. Zu den rund 120 Tierarten zählen neben Wölfen auch Kängurus und Lamas. (Webseite: https://tierpark.dessau-rosslau.de/)

Luisium

Flussbad Rehsumpf Badestelle

Flussbad Rehsumpf

Man verlässt den Bahnhof Waldersee ostwärts und biegt rechts nach Süden in die Rehsumpfstraße. Siemündet in die Alte Mildener Straße (L133). Links, in einer Flussschleife, befindet sich das Flussbad Rehsumpf, eines der ältesten Deutschlands und ausgezeichnet von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Webseite:  https://www.rehsumpf.net/). Zum Luisium biegt man aber rechts ab und folgt ein Stück dem Fluß Jonitzer Mulde. Jonitz ist ein Dorf, das man 1935 mit dem Nachbarort Naundorf vereinte. Die Doppelgemeinde erhielt den Namen Waldersee – nach der Burg Waldeser (nördlich des Luisiums), die 1212 erstmals erwähnt und bereits im 14. Jhd. zerstört wurde.

Dessau-Roßlau,Waldersee,Jonitzer Mühle

Jonitzer Mühle

An der Jonitzer Brücke biegt man wiederum rechts ab in die Straße „Der Wall“. Das Gebäude links ist die ehemals fürstliche Jonitzer Mühle (1729). Nach den Bahngleisen der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn biegt man links in die Jonitzer Allee. Sie führt – vorbei an Kleingartenanlagen und durch einen Wald – bis zum Luisium.
Schloss Luisium 1

Wenn man aus dem Wald tritt steht man vor der Weißen Brücke. Links in der Ferne hinter dem Altwasser sieht man das Gestüt (1779-81); auf etwa 10 Uhr das Blumengartenhaus, auf 11 Uhr steht das würfelförmige Schloss Luisium, geradeaus die Orangerie und auf 2 Uhr das Schlangenhaus.

Gegen den Uhrzeigersinn besucht man das Schlangenhaus (ca. 1800) auf einem Hügel und gelangt zum Osttor mit den zwei Torwächterhäuschen (1816). Nördliche davon steht die Skulptur „Das verschleierte Bild zu Saïs“ (1785). Man wendet sich dann westwärts und läuft vorbei an den Wirtschaftsgebäuden zum Schloss Luisium (1774-78). Es ist nach Luise (1750-1811) benannt, die Gattin von Leopold III. Das würfelförmige Haus sollte ihr als Witwensitz dienen. Von dort wendet man sich nach Südwesten und überquert die Palladio-Brücke (benannt nach dem italienischen Architekten Palladio, dessen Werk zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt). Man gelangt zum Blumengartenhaus und zum Pegasusbrunnen.

Dessau-Roßlau,Waldersee, Saugartenalle,Tiergarten am Luisium

Abstecher Schloss Waldersee

Von Schloss Luisium reicht der Blick durch die Saugartenallee (siehe Foto) weit nach Norden. Folgt man der Allee überquert man kurz vor dem Elbdamm den Fließgraben, der in die Pelze mündet. Man biegt links nach Westen und spaziert über die Beerenhorsts-Wiese. In dem Waldstück rechterhand stand die Burg Waldeser (auch Schloss Waldersee). Wenn man dem Weg entlang der Mulde folgt, kommt man zurück zur Jonitzer Mühle.

Oranienbaum

Luftbild Oranienbaum

Schloss, Park und Siedlung Oranienbaum

Südlich von Wörlitz liegt Schloss Oranienbaum, umgeben von einem Park und einer planmäßig angelegten Siedlung. Mit der Bahn fährt man bis zur Haltestelle Oranienbaum/Anhalt. Nach der kerzengerade Strecke durch den Wald hält der Zug nach einer Linkskurve in Oranienbaum. Man verlässt das Bahnhofsgebäude, biegt links ab und läuft die Eisenbahnstraße bis zur Dessauer Straße. Geradeaus führt ein Weg zur Straße „Am Waldhaus“. Man überquert die Straße. 

Schlosspark Oranienbaum, Pagode

Schlosspark Oranienbaum

Links erstreckt sich der Schlosspark Oranienbaum, rechts der Park um den Citronengarten mit der Orangerie, eine der größten Europas (175 m). Geradeaus läuft man auf Schloss Oranienbaum zu.

Vom Schlossbrunnen gelangt man südwärts zum ehemaligen Labyrinthgarten, nordwärts zum Chinesischen Garten mit fünfgeschossiger Pagode und Chinesischem Haus.

Schloss Oranienbaum2

Das Schloss wurde 1681-85 für die niederländische Prinzessin Henriette Catharina erbaut und später erweitert. Man besucht oder umrundet das Schlossgebäude; das Foto zeigt den Blick zurück. Links der Zustand vor, rechts nach der Sanierung. Der historische Ortskern Oranienbaum ist charakterisiert durch eine lockere Bebauung mit ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern, die meist mit der Traufe zur Straße stehen. Ziegel- und Fachwerkhäuser wechseln sich ab mit verputzen Häusern. Geradeaus überquert man die Schlossstraße und passiert den baumgesäumten Markt, der sich zum quadratischen Markt öffnet.

250-OranienbaumBlickMarktplatzRundkirche-2857

Markt und Stadtkirche

An jeder Seite führe eine Straße mittig auf den Platz mit dem eisernen Orangenbaum (Oranienbaum) in der Mitte. Vom Markt wendet man sich nach Süden in die Kirchstraße. Man läuft auf die Stadtkirche (1704-12) zu, die man schon von Weitem sieht. Die Barockkirche hat einen elliptischen Grundriss mit drei Risaliten. Sie wurde an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1676 errichtet. Östlich der Kirche befindet sich der Pfarrgarten und die Tabakfabrik. (1751-52 baute man östlich der Pagode die Kleine Kirche. Der Backsteinbau auf achteckigem Grundriss erwies sich als baufällig und dient nicht mehr als Kirche.)

230-OranienbaumOrangerie-2835

Orangerie

An der Kreuzung Kirchstraße/Henriettenstraße biegt man nach Rechts, überquert die Schlossstraße und biegt in der Rüddigerstraße rechts in die Leopoldstraße. Am Parkplatz befindet sich die Touristinformation. Man wendet sich westwärts zum Bahnhof. Man folgt entweder der Dessauer Straße und passiert die Orangerie oder man besucht den südlichen Zeil des Schlossparks mit dem Labyrinthgarten.

Schloss Wörlitz und Wörlitzer Park

Wörlitz Schloss

Schloss Wörlitz (1769-73) ist eines der frühesten Beispiele des Klassizismus in Deutschland. Das Schloss steht im Wörlitzer Park, der als Englischer Landschaftspark angelegt ist, und den der langgestreckte Wörlitzer See durchzieht. Zu den sehenswerten Parkbauten zählen das Gotische Haus, die Felseninsel Stein (mit künstlichem Vulkan), sowie die Synagoge und die St.-Petri-Kirche.

Bahnhof Wörlitz

Bahnhof Wörlitz

Von Oranienbaum geht es weiter nach Wörlitz. Vom Bahnhof tritt man auf die Straße „Am Bahnhof“, wendet sich nach rechts und biegt in die Bahnhofsstraße ein. Sie führt nach Norden und endet an der Einmündung der Neue Reihe in die Erdmannsdorffstraße. Man überquert die Neue Reihe und biegt in der Erdmannsdorffstraße links ab. Ein paar Häuser weiter rechts in die Förstergasse einbiegen. Dort befinde sich die Tourist-Information. Am Ende der Förstergasse links in die Kirchgasse biegen.

St Petri und Bibelturm

St. Petrikirche Wörlitz

Rechterhand steht die St. Petrikirche (1804-09). Der Kirchturm trägt den namen „Bibelturm“ und bietet eine gute Aussicht über den Wörlitzer Park.

Westlich der Kirche stehen Marstall und Küchengebäude, östlich Propstei und das Graue Haus. Vom Küchengebäude (1770-72) führt ein unterirdischer Gang zu Schloss Wörlitz. Er ist für Besucher*innen zugänglich. Im Grauen Haus wohnte Fürstin von 1790-1811; ihr ist dort eine Ausstellung gewidmet.

Wörlitz,Rousseau-Insel

Neumarks Garten

In der Teelaubenfähre setzt man über zur großen Insel Neumanns Garten, benannt nach dem ersten Gärtner Johann Christian Neumann (1741-1811). In dem Garten befindet sich ein Labyrinth, Statuen und Parkbauten (Pavillon, Eisenhart). Westlich und nicht zugänglich liegt die  Rousseau-Insel. Mit der Roseninselfähre geht es weiter zur kleinen Roseninsel. Eine zweite Fähre setzt über zu Schochs Garten.

Gotisches Haus Wörlitz

Schochs Garten

Der Garten trägt den Namen des zweiten Gärtners Johann Leopold Ludwig Schoch d. Ä. (1728-93). Ostwärts folgt man dem Weg über den Wolfskanal und erreicht das Gotische Haus (1773-1813; Erdmannsdorff, Georg C. Hesekiel). Das Gebäude hat zwei Schauseiten im gotischen Stil: Die Südfassade hat das britische Schloss Strawberry Hill (1749-76) bei London zum Vorbild; die Nordfassade die Kirche Madonna dell’Orto (1377-1464) im Weltkulturerbe Venedig. Das Gotische Haus beherbergt eine Sammlung von Buntglasfenstern und eine Sammlung aus rund 200 Wachsfrüchten.

Die Frontseite des Gotischen Hauses im Wörlitzer Park

Chiesa della Madonna dell'Orto, Venice (Italy)

2011.05.15.CR2.167

Floratempel

Man über quert den Wolfskanal ein zweites Mal beim Kuhstall, lässt ihn aber rechts stehen und geht weiter zum Palmengarten mit Palmenhaus, Garteninspektorhaus und Floratempel. Im Nordenosten führt die Kettenbrücke über den Mittelholzgraben auf den Venustempel (1794-97) zu.

Venustempel

Venustempel

Im Rundtempel steht eine Kopie der Venus Medici; das Original (1. Jhd. v. Chr. ) befindet sich in den Uffizien im Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Florenz“. Der Venustempel markiert den Nordzipfel des Wörlitzer Parks. Er führt an den Luisenklippen vorbei zur Coswiger Straße und jenseits dieser zu den Elbewiesen. Vom Venustempel geht es nach Osten. Man passiert den See Kleines Walloch und erreicht die Säule aus Pompeji. Zwischen Agneskanal zur Rechten und dem Gewässer Redding führt der Weg zur Goldenen Urne und weiter zum Wallwachhaus zum Pferde. Wem dieser Rundgang reicht, geht südwärts auf Schloss Wörlitz zu – auf der Schwimmenden Brücke über den Sonnenkanal und vorbei am Wurzelhaus. Mit der Amtsfähre erreicht man das Ufer am Schloss. Das Gebäude auf dem Hügel zur Linken ist die Synagoge.

Woerlitz synagoge aussen

Synagoge

Die Synagoge (1789-90, Erdmannsdorff) ist ein klassizistischer Rundbau; als Inspirationsquelle mag der antike Rundtempel (120 v. Chr.) im Forum Boarium in Rom gedient haben. Im Untergeschoss befindet sich eine Mikwe; im Tempel eine Ausstellung zum Jüdischen Leben in Anhalt.

WörlitzPantheon2

Neuen Anlagen

Die Neuen Anlagen sind v. a. das Werk von Johann Leopold Ludwig Schoch d. J. (1758-1826). Möchte man eine große Runde drehen, geht man weiter nach Osten. Man erreicht das Pantheon, benannt nach dem Tempel im Welterbe Rom. Südlich davon erstreckt sich das Große Walloch mit Herderinsel (West) und Amalieninsel (Ost). Der Fußweg am Nordufer führt zum Roten Wallwachhaus (1772, Erdmannsdorff). Man steigt westwärts hinab, überquert den Hoppgraben und besucht das Piemonteser Bauernhaus. Man folgt dem Wallochufer und dann dem Georgenkanal.

Wörlitz, Die Eiserne Brücke

Villa Hamilton im Wörlitzer Park

Eiserne Brücke

Die Eiserne Brücke (1791) hat ein UNESCO-Weltkulturerbe zum Vorbild: die Iron Bridge in England (1779), die die erste Gußeisenbrücke der Welt ist. Die Eiserne Brücke ist immerhin die erste Deutschlands. Nach der Wirtschaftsbrücke mündet der Georgenkanal in den Wörlitzer See bei der Insel Stein, die man über eine Brücke erreicht. Nach einer Italienreise ließ Fürst Leopold III. 1788-94 durch Erdmannsdorff die Insel errichten. Villa Hamilton und ein künstlicher Vulkan („Vesuv“) teilen sich die kleine Insel. Zurück auf dem „Festland“ spaziert man am Südufer zurück – vorbei an der Grotte der Egeria und am Goethefelsen. 

Das Foto links zeigt die Insel Stein vom südöstlichsten Punkt des Rundgangs (nahe der Grotte der Egeria). Rechts der Weg, der am Georgenkanal entlang führt; links der Weg, der westwärts zum Wörlitzer Schloss zurückführt. 

Sieglitzer Berg,Vasenwall,Vockerode

Sonstige Anlagen

Zum Gartenreich Dessau-Wörlitz zählen noch Schloss Großkühnau (westlich von Dessau) und der Park am Sieglitzer Berg (östlich von Dessau).

Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz