UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada: 12 Sehenswürdigkeiten

Spirit Island, Maligne Lake, Jasper Nationapark (UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada)

UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada. Überblick

Das UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada umfasst elf Welterbestätten (Stand 2024):

  • Zum UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada zählt elf Stätten.
  • Das gemischte UNESCO-Weltkultur- und Weltnaturerbe in Kanada besteht aus einer Stätte.

Kanada Karte

UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada

Blick vom Flussufer auf die Viriginia Falls im Nahanni Nationalpark Reserve
Blick vom Flussufer in der ersten Schlucht des Nahanni Rivers (Zelt und Ausrüstung im Vordergrund; nebelverhangene Felswände im Hintergrund; rechts Fluss). Morning in First Canyon

Nahanni Nationalpark Reserve

Das 30.050 km² große Nahanni Nationalpark Reserve ist benannt nach dem South Nahanni River. Er fließt nach Südosten, passiert die 96 m hohen Virginia-Fälle, vereint sich mit dem Flat River und führt durch vier tiefe Schluchten und ein Karstgebiet mit Höhlen. Höchster Berg ist der Nahteni Shih (Donnerberg; 2.773 m). Mitten im Welterbe, bei Nahanni Butte (ca. 90 Einw.), liegt die Prairie Creek Mine.

Im Reserve leben die Dene (First Nation) und die Métis (frz.: „Mestizen“; Nachfahren indigener Frauen und französischsprachiger Pelzhändler). Webseite: http://www.pc.gc.ca/eng/pn-np/nt/nahanni/index.aspx

Dinosaurier-Provinzpark: Blick auf das Red Deer River Valley in den Canadian Badlands
Chasmosaurus belli RTM 01

Dinosaurier-Provinzpark

Der Dinosaurier-Provinzpark (73,3 km²)  gilt als eine der weltweit ergiebigsten Fossilienstätten der späten Kreidezeit (83,6 72 Mio. Jahre). Der Provinzpark erstreckt sich 250 km östlich von Calgary (1,2 Mio. Einw.) beiderseits des Red Deer Rivers (724 km). Er fließt durch eine beeindruckende Landschaft, die Kanadischen Badlands, die auch Aufführungort der Kanadischen Passionsspiele sind (http://www.canadianpassionplay.com/).

Viele der gefundenen Dinosaurier-Fossilien sind ausgestellt im riesigen Royal Tyrrell Museum of Palaeontology (http://www.tyrrellmuseum.com/) im Städtchen Drumheller (8.000 Einw). Webseite: http://www.albertaparks.ca/dinosaur/

Luftbild von Kanada nach Alaska (USA): Mount Logan (Vordergrund) und Mount Saint ELias (rechts oben)
Sandduenen Alsek Turnback Canyon

Kluane / Wrangell-St. Elias / Glacier Bay / Tatshenshini-Alsek

Das transnationale Weltnaturerbe besteht aus vier Parks. In Kanada liegen zwei Parks:

  • Im Kluane Nationalpark (22.016 km²) liegt der höchste Berg Kanadas und der zweithöchste Nordamerikas: der Mount Logan (5.959 m). Webseite: https://www.pc.gc.ca/en/pn-np/yt/kluane
  • Der Tatshenshini-Alsek Provincial Park (9.470 km²) ist benannt nach zwei Flüssen. Im Park leben zahlreiche Grizzlybären; er liegt außerdem im grenzüberschreitenden Siedlungsgebiet der Tlingit (Hauptort: Hoonah (900 Einw.; Alaska) und der Tutchone. Webseite: http://www.env.gov.bc.ca/bcparks/explore/parkpgs/tatshens/

In den USA liegen der Wrangell-St. Elias und der Glacier Bay Nationalpark. Siehe: UNESCO-Weltnaturerbe in den USA.

Die vier Parks schützen das größte und das zweitgrößte Gletscher-Eisfeld außerhalb der Polarregion: das Bagley Icefield (Wrangell-St. Elias) und das Kluane Icefield.

Schreikraniche. Grus americana -Aransas National Wildlife Refuge, Texas, USA -three-8 Waldbison (Bison bison athabascae) im Wood Buffalo National Park

Wood Buffalo National Park

Der Wood Buffalo National Park (44.802 km²) ist der größte Nationalpark Kanadas und das weltgrößte Lichtschutzgebiet. Der Park liegt südlich des Großen Sklavensees (27.200 km²); mit 614 m Maximaltiefe der tiefste See Nordamerikas. Der Name leitet sich ab vom Stamm der Slavey. Die Ostgrenze des Parks bilden der Athabasca River (1.231 km) und der Slave River (434 km²). Zusammen mit dem Peace River (1.521 km) durchfließen sie ein Binnendelta mit Feuchtgebieten, Bächen und Seen. Dort leben zahlreiche Fische, Vögel (z. B. die sehr seltenen Schreikraniche sowie die nördlichste Population der Nashornpelikane) sowie rund 6.000 Wald- und Präriebisons.

In Fort Smith (2.500 Einw.) befinden sich die Parkverwaltung und das Northern Life Museum (http://www.nlmcc.ca/the-museum/), das über die Kultur und Natur der Region informiert. Südlich des Parks werden die Athabasca-Ölsande abgebaut. Webseite: http://www.pc.gc.ca/pn-np/nt/woodbuffalo.aspx

Lake Edith Jasper im Jasper National Park (UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada)
Karte Canadian Rocky Mountain Parks map

Canadian Rocky Mountain Parks

1980 wurde der Burgess-Schiefer (im Yoho-Nationapark), eine der weltweit bedeutendsten Fossilienfundstätten, zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. 1984 und 1990 erweiterete man die Welterbstätte um den Yoho- und drei andere Nationalparks sowie drei Provinzialparks. Sie liegen im kandischen Teil der Rocky Mountains. Der Jasper National Park (10.878 km²) ist der größte der Parks. Das Foto zeigt den Blick über den Lake Edith Jasper nordwestwärts auf Pyramid Mountain (2.766 m); beide unweit des Ortes Jasper (4.700 Einw.), benannt nach Postmeister Jasper Hawes. Webseite: https://www.pc.gc.ca/en/pn-np/ab/jasper/

NLW GrosMorne3 tango7174
Western Brook Pond 4

Gros Morne National Park

Der Gros Morne National Park, benannt nach dem Berg Gros Morne (807 m), umfasst eine Fjord- und Seenlandschaft am Ostufer des Sankt-Lorenz-Golfs. Am ehemaligen Fjord Western Brook Pond (23 km²) stürzen die Pissing Mare Falls 343 m in die Tiefe.

Die kargen Tablelands im Süden des Parks sind weltweit eine der wenigen Stellen, wo Peridotit offen zutage tritt. Es ist der Hauptbestandteil des Erdmantels, der mehrere Kilometer unter der Erdkruste beginnt. Peridotit enthält zu über 40% Olivin sowie drei anderen Hauptmineralien. Diese Zusammensetzung erschwert das Pflanzenwachstum in den Tablelands. Webseite: http://www.pc.gc.ca/eng/pn-np/nl/grosmorne/index.aspx

Blick vom Bears Hump Trail südostwärts. Links der Middle Waterton Lake, vorne und rechts der Upper Waterton Lake
Prince of Wales lodge in Waterton Lakes

Waterton Glacier International Peace Park

Das transnationale Weltnaturerbe „Waterton Glacier International Peace Park“ liegt in Kanada und den USA zwischen den Rocky Mountains im Westen und der Prärie der Great Plains im Osten. Auf kanadischer Seite liegt der Waterton-Lakes-Nationalpark (525 km²), der zugleich ein UNESCO-Biosphärenreservat ist. Höchster Berg ist der Mount Blakiston (2.920 m). Namensgebend sind die drei Waterton Seen (Upper, Middle und Lower Waterton Lake). Webseite: http://www.pc.gc.ca/pn-np/ab/waterton/index_E.asp

Einen fantastischen Blick auf zwei der Seen bietet das Prince of Wales Hotel (erbaut 192627; Thomas D. McMahon). Webseite:  https://www.glacierparkcollection.com/lodging/prince-of-wales-hotel/. Es ist ein Beispiel nordamerikanischer Eisenbahnhotels; vergleichbar denen des Welterbes „Semmeringbahn“ in Österreich.

Pano Miguasha
Bothriolepis NT small

Parc national de Miguasha

Der winzige Nationalpark (0,87 km²) liegt in Ostkanada auf der Gaspé-Halbinsel. Er erstreckt sich als schmaler Streifen entlang der nördlichen Steilküste der Escuminac-Bucht (siehe Foto oben). An der Südküste liegt das Städtchen Dalhousie (3.100 Einw.).

Der Küstenstreifen erlangte Bedeutung als weltweit eine der reichhaltigsten Fossilienfundstätten des Ober-Devon (372359 Mio. Jahre). Der Devon gilt als „Zeitalter der Fische„; aus ihnen entwickelten sich gegen Ende des Devon die Landwirbeltiere, z. B. die Dinosaurier. Typisch für den Devon waren die Panzerfische, z. B. Bohtriolepis. Zahlreiche der Funde sind direkt oberhalb der Steilküste im Museum ausgestellt. Webseite: http://www.miguasha.ca/mig-fr/

Blick auf Strand und Kliff von Joggins Fossil Cliffs, Joggins, Nova Scotia (UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada) Joggins Fossil Centre (UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada: Joggins Fossil Cliffs)

Joggins Fossil Cliffs

Joggins Fossil Cliffs beim Ort Joggings (Einw.) ist ein rund 15 km langes und bis zu 30 m hohes Riff am Ostufer der Bay of Fundy (zwischen Novai Scotia und Festland). Der mit über 15 m höchste Tiedenhub der Welt legt kontinuierlich neue Fossilien frei.

Joggings Fossil Cliffs sind die bedeutendste Fundstelle für Fossilien des Oberkarbon (323298 Mio. Jahre). Aus den riesigen Wäldern des Oberkarbon entstand die Steinkohle, die wir heute nutzen. Über die Funde informiert das Joggins Fossil Centre. Webseite: https://jogginsfossilcliffs.net/

Oldest multi-cellular animal Fractofusus (Rekonstruktionsdarstellung)

Mistaken Point

Im Südosten Neufundlands befindet sich die Halbinsel Avalon (10.360 km²). 1967 entdeckte der Student Shiva Balak Misra bei Mistaken Point die wohl ältesten Fossilien von Mehrzellern: Fractofusus misrai (Zerbrochene Spindel) lebte vor rund 560.000.000 Jahren. Es handelt sich um ein 320 cm langes Lebewesen, das wohl weder Tier noch Pflanze war, sondern eher den Pilzen ähnelte.

Rivière Chicotte - Anticosti

Anticosti

Die Insel Anticosti (7.890 km²) liegt an der Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms. Größter Ort ist Port-Menier (263 Einw.). Auf der Insel haben sich Fossilien erhalten, die zu den besterhaltenen Zeugnissen des ordovizische Massenaussterben zählen. Dieses fand vor ca. 450 bis 440 Mio. Jahren statt; ihm fielen bis 85 % der Arten fielen ihm zum Opfer. Das Leben war damals nicht mehr auf das Meer beschränkt (Landgang der Pflanzen und Gliederfüßler ab vor ca. 480 Mio. Jahren, Landgang der Wirbeltiere ab vor ca. 416 Mio. Jahren).

Gemischtes UNESCO-Welterbe in Kanada

Woodland Caribou Provincial Park
Wildreisernte bei den Ojibway-Indianern (UNESCO-Weltkulturerbe in Kanada)

Pimachiowin Aki/ᐱᒪᒋᐅᐃᐧᓂᐊᑭ

Das UNESCO-Biosphärenreservat „Pimachiowin Aki“ (Ojibwe-Sprache: „Leben spendendes Land“) ist zugleich ein gemischtes UNESCO-Welterbe mit einer Fläche von 29.000 km². Die Landschaft ist geprägt durch zahllose kleinere Seen, Flüsse, Feuchtgebiete und boreale Wälder, durch die u.a. Wölfe und Karibus streifen.

Das Gebiet ist seit Jahrtausenden Heimat der Anishinaabeg („ᐊᓂᔑᓈᐯᒧᐎᓐ“). Sie leben u.a. von der Jagd und von Wildreis und pflegen dabei die Tradition „Ji-ganawendamang Gidakiiminaan“ (Bewahrung des Landes). Neben der lateinischen gebrauchen die Anishinaabeg auch die  Cree-Schrift, eine Silbenschrift (siehe Überschrift). Webseite: https://pimaki.ca/

UNESCO-Biosphärenreservate in Kanada

In Kanada gibt es 19 UNESCO-Biosphärenreservate (Stand 2022; siehe https://www.biospherecanada.ca/). Der Waterton-Lakes-Nationalpark ist zugleich UNESCO-Welterbe (siehe oben). Ein Beispiel für ein UNESCO-Biosphärenreservat in Kanada ist Tsa Tue.

Blick von Deline auf den Großen Bärensee im Winter (UNESCO-Biosphärenreservat in Kanada) Großer Bärensee, Karte. Great Bear Lake (de)

Tsa Tue-Nationalpark

Das mit Abstand größte UNESCO-Biosphärenreservat in Kanada ist der 93.313 km² große Tsa Tue-Nationalpark. Es schützt den Großen Bärensee (31.153km²), den viertgrößten Binnensee Nordamerikas. Größte Siedlung ist Deline (ca. 500 Einw.) am Westufer; Port Radium (ca. 56 Einw.; Stand 1981) am Ostufer verdankt seinen Namen den Radium-Minen (Eldorada und Echo Bay). Webseite: https://www.srrb.nt.ca/index.php?option=com_content&view=article&id=249&catid=9&Itemid=435

UNESCO-Welterbe in Kanadas Nähe

Das UNESCO-Weltnaturerbe in Kanada ist nur ein Teil des UNESCO-Welterbes in Kanada. Zu diesem zählt auch das UNESCO-Weltkulturerbe in Kanada.

In der Nähe Kanadas befinden sich mehrere Welterbestätten:

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner