UNESCO-Welterbe in Polen

Krakau: die Wawelburg am Ufer der Weichsel (zusammen mit der Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe in Polen)

UNESCO-Welterbe in Polen. Überblick

Das UNESCO-Welterbe in Polen umfasst 17 Welterbestätten (Stand 2021):

Das UNESCO-Weltdokumentenerbe in Polen besteht aus 16 Dokumenten.

Das immaterielle Welterbe in Polen zählt zwei Kulturformen.

UNESCO-Weltkulturerbe in Polen (Liste)

Jedes Weltkulturerbe muss mindestens eines von sechs Kriterien erfüllen. Die Liste mit dem  UNESCO-Welterbe in Polen ist chronologisch geordnet:

Kraków, poł. XVII wieku

Historisches Zentrum von Krakau

Krakau (780.000 Einw.) war bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen. In der Mitte der Altstadt liegt der 200 m x 200 m große Hauptmarkt mit den Tuchhallen (16. Jh.) und der Marienkirche (Hochaltar von Veit Stoß).

Am Ufer der Weichsel erhebt sich die Residenz der polnischen Könige, die Wawelburg (Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel; Arkadenhof; siehe Foto ganz oben).

Salzbergwerk Wieliczka: Hl.-Kinga-Kapelle (UNESCO-Welterbe in Polen)

Königliche Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia und Salzgrafenschloss

Die im 13. Jh. angelegten Bergwerke liegen südöstlich von Krakau. Seit dem dem 19. Jh. sind sie auch für dem Tourismus geöffnet. Wieliczka (300 km Gesamtganglänge) ist bekannt für die unterirdische Hl.-Kinga-Kapelle. Das Salzgrafenschloss in Wieliczka war der Verwaltungssitz. Der Salzhandel sicherte dem polnischen König rund ein Drittel der Staatseinnahmen.  Webseite: https://www.salzbergwerkwieliczka.de/

Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau); UNESCO-Welterbe in Polen

Auschwitz Birkenau

Bei der Stadt Auschwitz (ca. 50 km westlich von Krakau) gab es drei große Lager (Auschwitz I – III). Auschwitz II lag bei Birkenau. Dieses Vernichtungslager ist UNESCO-Welterbe. Die meisten Opfer, rund 900.000 Menschen, wurden in den sechs Gaskammern erstickt und die Leichen in Krematorien verbrannt. Außerdem fanden Menschenexperimente statt. In den drei Lagern wurden insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen getötet. Webseite: http://www.auschwitz.org/

Marktplatz in der Altstadt von Warschau. Warsaw Old Town Market Square (UNESCO-Welterbe in Polen)

Warschau

Warschau (Einw.) ist die Hauptstadt Polens. Die Altstadt ist von einem Mauerring umgeben; im Süden steht das Schloss. Im Zweiten Weltkrieg wurden Altstadt und Schloss zerstört. Polnischen Restaurator*innen rekonstruierten die Altstadt originalgetreu. 

Marktplatz und Rathaus von Zamośc (UNESCO-Welterbe in Polen). Piękne niebo nad ratuszem w Zamościu

Zamość

Zamość (63.000 Einw.) an der polnisch-ukrainischen Grenze wurde 1578 als Planstadt gegründet. Charakteristisch für das Straßenbild sind die bunten Häuser mit Schatten spenden Arkadengängen.

Panorama of Malbork Castle. Marienburg (UNESCO-Welterbe in Polen)

Deutschordensburg Marienburg

1230 begann der Deutsche Orden mit der Missionierung des Baltikums. 1291 wählte der Orden die Marienburg 1309 zum Hauptsitz. Sie liegt am Ostufer der Nogat und gilt als größtes Bauwerk der Backsteingotik. Bedeutsam sind der Hochmeisterpalas mit Sommerremter und Winterremter. Die Burg wurde nach Beschädigung weitgehend rekonstruiert.

Blick über die Weichsel auf die ALtstadt von Thorn/Toruń (UNESCO-Welterbe in Polen)

Thorn

Die Großstadt Thorn (200.000 Einw.) liegt am Nordufer der Weichsel. Der Deutsche Orden gründete Thorn 1231. In der gut erhaltenen Altstadt kam 1473 der Astronom Nikolaus Kepler zur Welt (siehe UNESCO-Weltdokumentenerbe).

Kalwaria Zebrzydowska - Kaplica Pierwszego Upadku 29001GP

Kalvarienberg Zebrzydowska

1601 ließ der Adlige Mikołaj Zebrzydowski eine Kapelle auf dem Berg Zarek in Niederschlesien errichten. In der Folge entstanden weitere Kapellen und eine Siedlung (Kalwaria Zebrzydowska; 4.600 Einw.). Sie sind Pilgerziel und Aufführungsort der jährlich stattfindenden Passionsspiele, die von Hunderttausenden besucht werden. Webseite: http://www.kopalniasrebra.pl/DE/

Friedenskirche von Schweidnitz: Blick auf Europas größte Fachwerkkirche ((UNESCO-Welterbe in Polen). SM Świdnica Kościół Pokoju

Friedenskirchen von Jauer und Schweidnitz

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) durften die schlesischen Protestanten nur in Glogau (1758 zerstört), Jauer und Schweidnitz Kirchen errichten. Die Friedenskirche von  Schweidnitz/Świdnica (erbaut 1758) ist Europas größte Fachwerkkirche. Webseite: http://www.kopalniasrebra.pl/DE/

Erzengel-Michael-Kirche, Dębno (UNESCO-Welterbe in Polen Holzkirchen im Süden von Kleinpolen). Kościół św. Michała Archanioła w Dębnie

Holzkirchen im Süden von Kleinpolen

Sechs gotische Holzkirchen bilden das Weltkulturerbe. Ein Beispiel ist die Erzengel-Michael-Kirche in Binarowa (1700 Einw.). Die Kirche wurde um 1500 an der Stelle einer hölzernen Vorgängerkirche erbaut. Das Kircheninnere ist fast vollständig mit Malereien ausgeschmückt.

Bad Muskauer Park (UNESCO-Welterbe in Polen)

Muskauer Park

Der Muskauer Park liegt bei Bad Muskau beiderseits der deutsch-polnischen Grenze. Fürst Pückler legte den Park als englischen Landschaftspark an – mit 8,3 km² Fläche der größte Mitteleuropas. Webseite: http://www.muskauer-park.de/

Wrocław - Jahrhunderthalle in Brelsua (UNESCO-Welterbe in Polen)

Jahrhunderthalle (Hala Stulecia) in Breslau

Die Großstadt Breslau (642.000 Einw.) liegt in Niederschlesien. Die Jahrhunderthalle wurde 1911-13 nach Plänen des Stadtbaumeisters Max Berg und des Ingenieurs Günther Trauer auf dem Messegelände errichtet. Webseite: http://halastulecia.pl/de/

St.-Paraskewi-Kirche (UNESCO-Welterbe in Polen) Radruż zespół cerkiewny

Holzkirchen der Karpatenregion in Polen und der Ukraine

Das Welterbe besteht aus 16 Holzkirchen, von denen je acht in Polen und in der Ukraine stehen. Sie wurden zwischen dem 16. und 19. Jh. errichtet; einige für ostkatholische, andere für orthodoxe Gemeinden. Die St.-Paraskewi-Kirche in Radruz diente auch als Wehrkirche und heute als Museum. Info: https://www.wmf.org/project/st-paraskewa-church

Tiefer Friedrichstollen im Bergwerk von Tarnowitz. SZTOLNIA GŁĘBOKA FRYDERYK - część trasy turystycznej pn. Sztolnia Czarnego Pastrąga

Blei-Silber-Zink-Mine von Tarnowitz (Tarnowskie Góry) und ihr unterirdisches Wassermanagementsystem

Die Stadt Tarnowitz/Tarnowskie Góry (62.000 Einw.) liegt in Oberschlesien. Im 16. Jh. entdeckte man reiche Erzvorkommen. 1788 kam in dem Bergwerk erstmals in Preußen eine Dampfmaschine für die Entwässerung zum Einsatz. Zu den Entwässerungskanälen zählt u. a. der 4,5 km lange Tiefe Friedrichstollen (erbaut 1821-34). Im Freilichtmuseum sind u. a. Dampfmaschinen ausgestellt. Webseite: http://www.kopalniasrebra.pl/DE/

Feuersteinbergbau in Krzemionki (UNESCO-Welterbe in POlen). Wyrobisko

Prähistorischer Feuersteinbergbau in Krzemionki

Bei der südostpolnischen Stadt Ostrowiec Świętokrzyski (67.000 Einw.) liegt Europas größte Feuersteinmine Krzenionki. Über 2000 Jahre (von 3900 bis 1600 v. Chr.) baute man Feuerstein (SiO2) ab. Auf dem Grubengelände von Krzemionki befindet sich ein Freilichtmuseum. Webseite: http://www.krzemionki.info/

UNESCO-Weltnaturerbe in Polen

Wisente im Waldgebiet Bialowieza (UNESCO-Weltnaturerbe in POlen und Belarus), Białowieski Park Narodowy

Waldgebiet Bialowieza

Das 876 km² große Waldgebiet liegt in Polen und Belarus. In dem rund 10.000 Jahre alten Urwald leben u. a. Wisente. Der Wald war ein beliebtes Jagdgebiet der polnischen Könige oder des Zaren. Webseite: http://pttk.bialowieza.pl/info/21/wir-uber-uns

Bieszezady-Nationalpark im Winter (UNESCO-Weltnaturerbe in Polen), Gdy budzę się Bieszczady

Bieszczady-Nationalpark (Alte Buchenwälder)

Der Bieszczady-Nationalpark (292 km²) liegt im Südosten Polens an der Grenze zur Ukraine und zur Slowakei. Die Buchenwalder im Bieszczady-Nationalpark bilden den polnischen Beitrag zum transnationalen Welterbe „Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Der Nationalpark bildet außerdem mit Gebieten in der Ukraine und in der Slowakei das UNESCO-Biosphärenreservat Ostkarpaten (2.132 km²). Webseite: http://parkinarodowe.edu.pl/pn/n_n_babiogorski_pn.htm

UNESCO-Weltdokumentenerbe in Polen

Das UNESCO-Weltdokumentenerbe in Polen umfasst folgende Dokumente:

De Revolutionibus manuscript p9b

"Über die Kreisbewegungen der Weltkörper" (Kopernikus)

Der in Thorn geborene Forscher Nikolaus Kopernikus (1473-1543) leitete die Kopernikanische Revolution ein: Das geozentrische Weltbild (die Sonne umkreist die Erde) ersetzte er durch das bis heute gültige heliozentrische Weltbild (die Erde umkreist die Sonne). Sein Hauptwerk wurde 1543 veröffentlicht, die Idee hatte er aber schon um 1509 skizziert. (Digitalisat: https://www.bavarikon.de/object/bav:SBP-HSS-00000BSB00106359)

Geburtshaus von Frédrérik Chopin in Żelazowa Wola  (Polen)

Meisterwerke Frédéric Chopins

Der Komponist und Pianist Frédéric Chopin wurde 1810 in dem Weiler Żelazowa Wola (65 Einw.) geboren. Chopin litt an Tuberkulose und starb 1849 in Paris. Zu Chopins bekanntesten Werken zählen die zwei Klavierkonzerte, die 21 Nocturnes sowie das Regentropfen-Prélude, das er 1838 auf Mallorca während eines Urlaubs mit George Sand komponierte. Es zählt zu dem bedeutenden Klavierzyklus von 24 Préludes (entstanden 1836-39). 

Poland Bydgoszcz Rejewski monument

Dokumente der Polnischen Funkaufklärung aus der Zeit der Schlacht bei Warschau (1920)

Polen brachte exzellente Mathematiker hervor, darunter bedeutende Kryptologen. So gelang es dem Biuro Szyfrów (Chiffren-Büro) 1919, den russischen Geheimcode zu entschlüsseln. Bereits 1932, Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, schaffte der Mathematiker Marian Rejewski den Bruch der deutschen Enigma-Maschine, mit der die Wehrmacht ihre Funksprüche verschlüsselte. Webseite: http://www.unesco.org/new/en/communication-and-information/memory-of-the-world/register/full-list-of-registered-heritage/registered-heritage-page-2/documents-of-polish-radio-intelligence-from-the-period-of-the-battle-of-warsaw-in-1920/

Zwei Eintragungen des Weltdokumentenerbes beschreiben das Warschauer Ghetto aus unterschiedlicher Perspektive:

Warsaw Uprising - Getto at Bonifraterska Street by Karpinski 3

Archivbestände aus dem Warschauer Ghetto

1940 trennten die Nazis durch eine 18 km lange Mauer ein 3,5 km² großes Stadtgebiet westlich der Warschauer Altstadt ab. In diesem Warschauer Ghetto mussten insgesamt rund 500.000 Juden auf ihren Transport in das Vernichtungslager Treblinka warten. Übervölkerung und Nahrungsmangel ließen viele verhungern oder erkranken. Die Zustände im Warschauer Ghetto wurden im Ringelblum-Archiv, das in Kisten und Milchkannen versteckt war, dokumentiert. Einer der Mitarbeiter des Archivs war der deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Ihm gelang die Flucht und das Ausharren im Untergrund. Das Ringelblum-Archiv befindet sich heute im Jüdischen Historischen Museum (http://www.jhi.pl/)

Bericht des SS-Gruppenführers Jürgen Stroop zur Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto

Der Aufstand im Warschauer Ghetto ab dem 19. 04. 1943 wurde unter dem deutschen Befehlshaber Jürgen Stroop niedergeschlagen und das Ghetto anschließend dem Erdboden gleich gemacht. Stroob fertigte einen Bericht zur Niederschlagung in dreifacher Ausführung an, von denen zwei Exemplare erhalten sind. Neben dem Text- gibt es einen Bildteil (Link). Zu den bekanntesten Bildern zählt das „Foto des Jungen aus dem Warschauer Ghetto“  (2017; http://www.unesco.org/new/en/communication-and-information/memory-of-the-world/register/full-list-of-registered-heritage/registered-heritage-page-4/juergen-stroops-report/)

Podpisanie Porozumień Sierpniowych w Szczecinie

21 Forderungen von Danzig

Im Dezember 1970 fanden in Polen wegen der Inflation mehrere Streiks statt, bei denen offiziel 45 Menschen starben. Im Jahr 1980 fanden in Polen erneut Streiks statt. Zu den 21 Forderungen von Danzig“ zählen u. a. Lohnerhöhungen und ein Denkmal für die Opfer von 1970. Bekannt wurden die August-Streiks auf der Danzig Werft. (Ähnliche Forderungen gab es in Stettin, Bad Königsdorff-Jastrzemb/Jastrzębie-Zdrój und im Hüttenwerk Kattowitz/Huta Katowice.)

Im August 1980 wurden die Streiks beendet, nachdem Regierung und Streikende Abkommen unterzeichnet hatten.  Auf der Danziger Werft entstand die Gewerkschaft Solidarność. Einer der Anführer, Lech Wałęsa, erhielt 1983 den Friedensnobelpreis.

Weitere Dokumente sind:

Immaterielles Kulturerbe in Polen

Zum immateriellen Kulturerbe in Polen zählen:

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Kurzinfo Polen (Polska)

  • Einwohner*innen: 37.800.000
  • Fläche: 312.696 km²
  • Landeshauptstadt: Warschau
  • Großstädte: Warschau (Warszawa; 1.750.000); Krakau (Kraków; 775.000), Lodz (Łódź; 695.000), Breslau (Wrocław; 641.000), Posen (Poznań, 540.000), Danzig (Gdańsk; 470.000)
  • Nachbarländer: Deutschland, Russland, Litauen, Belarus, Ukraine, Slowakei, Tschechien
  • Höchster Berg: Zugspitze (2962 m)
  • Hauptgewässer: Weichsel, Oder, Warthe, Bug; Ostsee, Spirdingsee (Śniardwy; 114 km²), Mauersee (Mamry; 104 km²), Lebasee (Jezioro Łebsko; 75 km²)

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