UNESCO-Weltkulturerbe Industrie und Technik

Zum UNESCO-Weltkulturerbe Industrie und Technik in Deutschland zählen:

  • Industrieanlagen, z. B. Zeche Zollverein, Völklinger Hütte oder das Fagus-Werk,
  • Wirtschaftsregionen, wie z. B. der Oberharz oder die Montanregion Erzgebirge,
  • Technische Denkmäler, die Teil eines Weltkulturerbes sind, z. B. Brücken oder Mühlen.

Industrieanlagen als Weltkulturerbe

Die UNESCO hat in Deutschland drei Industrieanlagen zum Weltkulturerbe erklärt:

Zeche Zollverein Essen Okt10 011

Zeche Zollverein

In Essen, mitten im Ruhrpott, steht das größte Steinkohlebergwerk Deutschlands. Wer will, kann auf eigene Faust das Industriegelände erkunden. Über den Alltag der Kumpels informiert das Ruhrmuseum. Mehr zum Weltkulturerbe „Zeche Zollverein“.

Hochofen HDR

Völklinger Hütte

Die Völklinger Hütte im im Saarland war das größte Stahlwerk Europas. In der Sinteranlage befindet sich das Besucherzentrum, außerdem finden wechselnde Ausstellungen statt. Mehr zum Weltkulturerbe  Völklinger Hütte.

Eingang Tür Gropius Bau Fagus Werk Alfeld

Fagus-Werk

In der Fabrik bei Alfeld stellt man Schuhleisten aus Buchenholz her. Die Leisten dienen bei der Schuhherstellung als Form. Architekt Walter Gropius wurde später Leiter des Bauhauses und plante eine der Siedlungen der Berliner Moderne. Mehr zum Weltkulturerbe „Fagus-Werk“

Wirtschaftsregionen als Weltkulturerbe

In drei Regionen Deutschlands wurde im Bereich Bergbau und Wasserwirtschaft Bedeutendes geleistet: im Harz, im Erzgebirge und im Stadtgebiet von Augsburg.

Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

Das UNESCO-Welterbe im Harz besteht aus mehreren Stätten, darunter die Altstadt Goslar und Kloster Walkenried. Zu den technische Denkmälern zählen zwei Bergwerke und das Oberharzer Wasserwirtschaftssystem: 

Bergwerk Rammelsberg

Rammelsberg

In dem ehemaligen Bergwerk bei Goslar hat man über 1000 Jahre lang Silber und andere Erze abgebaut. Im Besucherbergwerk kann man unter Tage fahren.

FranzAugusterWL

Oberharzer Wasserregal

Zisterziensermönche schufen ein Wasserwirtschaftssystem aus Staubecken, Kanälen und Stollen, um die Bergwerke mit Wasserkraft zu versorgen. Der längste Stollen verläuft 40 km unter der Erde.

FahrkunstGrSamson

Grube Samson

Im Harz befindet sich das kleine Silberbergwerk „Grube Samson“, wo die weltweit letzte Fahrkunst in Betrieb ist (Foto). Die Grube war eines der tiefsten Bergwerke der Welt.

Mehr Informationen  zum UNESCO-Weltkulturerbe „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserregal.

Augsburgs historische Wasserwirtschaft

Wassertürme am Roten Tor, links St. Ulrich - Fotograf Reinhard Paland

In Augsburg hat sich ein Wasserwirtschaftsystem erhalten, das sich vom Oberharz unterscheidet: Nicht Mönche, sondern Bürger der Reichsstadt Augsburg legten die Kanäle an. Statt Stauseen baute man die ersten Wassertürme Deutschlands – nicht in der Natur, sondern v. a. im städtischen Raum. Mehr erfahren zum UNESCO-Weltkulturerbe „Augsburgs historische Wasserwirtschaft„.

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

Frohnauer Hammer 2010 (1)

In Sachsen und Tschechien erstreckt sich das transnationale Weltkulturerbe „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“. Nachdem man im 15. Jahrhundert Silbererz entdeckt hatte, entstanden mehrere Bergwerkstädte, z. B. Freiberg oder Annaberg. Zu den bedeutenden technischen Denkmälern zählt u. a. der Frohnauer Hammer.

Brücken als Teil eines Weltkulturerbes.

In Deutschland zählen einige Brücken als Teil eines Ensembles zum Weltkulturerbe, z. B. die Römerbrücke in Trier. Es gibt in anderen Ländern Brücken, die als Einzelbauwerk Welterbestatus besitzen (sollen), z. B. die Salginatobelbrücke in der Schweiz, eine elegante Stahlbetonbrücke von Robert Maillart. Andere Beispiele für technische Denkmäler sind Mühlen oder Kräne (im Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“).

2014-10 roemerbruecke

Römerbrücke in Trier

Die Römer errichteten ca. 142-50 n. Chr. bei Trier eine Brücke über die Mosel. Sie ist mit anderen Bauten in Trier Teil des Weltkulturerbes und gilt als älteste Brücke Deutschlands. Mehr zum Weltkulturerbe in Trier.

00 2265 Regensburg - Steinerne Brücke

Steinerne Brücke

Die Steinerne Brücke (1135-46) verbindet die Altstadt von Regensburg mit dem Vorort Stadtamhof und zählt mit diesen zum UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt Regenburg.

Bingen Drususbrücke 2015

Drususbrücke bei Bingen

Die Kernzone des Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ ist bei Bingen bis zur Drususbrücke verlängert. Sie wurde im 11. Jahrhundert über die Nahe erbaut.

Welterbestätten der Industrie und Technik in Europa

In Europa hat die UNESCO mehrere Industrieanlagen oder technische Denkmäler zum Weltkulturerbe erklärt. Von Deutschland gut erreichbar sind die Welterbestätten in Frankreich, Polen und den Niederlanden.

 

Frankreich

  • Römisches Aquädukt Pons du Gard (1 Jh. n. Chr.)
  • Große Saline von Salins-les-Bains (791 erwähnt) und Saline in Arc-et-Senans (1775-79) in Frankreich
  • Canal du Midi (1667-81)
  • Nordfranzösisches Kohlerevier (Abbau ab  1660: Größe: 120.000 ha)

Niederlande

  • Mühlen von Kinderdijk (18. Jahrhundert, Niederlande)
  • Dampfschöpfwerk Wouda (Dirk Frederik Wouda, 1917-20, Niederlande)
  • Van-Nelle-Fabrik (Leendert van der Vlugt; 1925-31, Niederlande)

Polen

  • Salzbergwerk in Wieliczka und Bochnia (Polen)
  • Blei-Silber-Zink-Mine von Tarnowitz und ihr unterirdisches Wasserwirtschaftssystem