Goslar & Oberharz

UNESCO-Welterbe im Oberharz: Stollen, Walkenried & Grube Samson

Okerstau im Okertal im Herbst

Die UNESCO erklärt 1992 die Altstadt von Goslar und das Bergwerk Rammelsberg zum Weltkulturerbe. 2010 kamen Kloster Walkenried, Grube Samson und die Oberharzer Wasserwirtschaft hinzu. Mit Ausnahme von Kloster Walkenried liegen alle Welterbestätten im Oberharz oder in dessen Nähe.

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Goslar, Rammelsberg, Oberharzer Wasserwirtschaft

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Goslar: 51.905949, 10.429019
Rammelsberg: 51.891337, 10.420403
Grube Samson: 51.713030, 10.516099
Kloster Walkenried: 51.583116, 10.619295

Harz

Harz map

Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands – mit dem Brocken (1141 m) als höchster Erhebung. Er bildet zusammen mit den anderen hohen Harzbergen (Achtermannshöhe, Bruchberg und Höhenzug „Auf dem Acker“) den Hochharz (in der Karte der dunkelbraune Bereich).

  • Den nordwestlichen Teil des Harzgebirges nennt man Oberharz. Er liegt in Niedersachsen.
  • Der südöstliche Teil heißt Nieder- oder Unterharz und liegt in Sachsen-Anhalt; ein kleiner Teil bei Nordhausen gehört zu Thüringen.

Die Grenze verläuft etwa zwischen Herzberg (im Süden) und Ilsenburg im Norden. Die drei Bundesländer haben ihren Anteil am Harz jeweils als Naturpark ausgewiesen (Harz (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt) und Südharz [Thüringen]). Der Nationalpark Harz umfasst den Hochharz.

Wenn man in Goslar startet und nach Süden reist, kann man alle Welterbstätten besuchen.

Oberharz

Im Oberharz liegen sieben Bergstädte, in denen jahrhundertelang Silberbergbau betrieben wurde: St. Andreasberg, Altenau, Clausthal, Bad Grund, Lauthental, Wildemann und Zellerfeld.

Die Teiche, Stollen und Gräben der Oberharzer Wasserwirtschaft verteilen sich auf die sieben Städte und deren Umgebung. Z. B. ist  Clausthal-Zellerfeld von zahlreichen Stauseen umgeben; in der Stadt befindet sich das Oberharzer Bergwerksmuseum.

Die zum Welterbe zählende Grube Simson befindet sich in St. Andreasberg. Kloster Walkenried liegt im Unterharz.

Altstadt Goslar

Beeindruckende Fachwerkbauten prägen die Goslarer Altstadt. 06

Zu den Sehenswürdigkeiten der Goslarer Altstadt zählen das gotische Rathaus, mehrere Kirchen, zahlreiche Fachwerkhäuser (z. B. das Siemenshaus) und die wuchtigen Türme der Stadtmauer (mehr).

Kaiserpfalz Goslar

Kaiserpfalz Goslar vom Turm der Marktkirche St. Cosmas und Damian ausgesehen

Am Rande der Altstadt erhebt sich die Kaiserpfalz Goslar, beliebt bei den salischen Kaisern. Sie ist der größte deutsche Profanbau des 11. Jahrhunderts.

Bergwerk Rammelsberg

Bergbau Rammelsberg Goslar - panoramio

Oberhalb von Goslar liegt das Erzbergwerk Rammelsberg, das über 1000 Jahre (968-1988) in Betrieb war. Einblicke bieten das Museum und das Besucherbergwerk.

Oberharzer Wasserwirtschaft

Wasserregal Einlauf Rothenberger Wasserlauf

Zahlreiche künstliche angelegte Seen und Kanäle prägen den Oberharz. Man nutzte die Wasserkraft, um Wasserräder anzutreiben. Verantwortlich waren die Mönche des Klosters Walkenried.

Kloster Walkenried

Zisterzienser Kloster Walkenried - südl. Harz Vierung nach Nordwesten - panoramio

Die Gemeinde Walkenried besteht aus drei Ortsteilen (Walkenried, Wieda und Zorge) und hat rund 4.500 Einwohner*innen. Im Südosten des Ortsteils Walkenried liegt das gleichnamige Zisterzienserkloster (gegründet 1129).

Kloster Walkenried - 02

Die Klosterkirche ist Ruine, da man nach der Auflösung des Klosters 1648 die Gebäude bis 1817 als Steinbruch nutzte.

Kloster Walkenried - 07

Gut erhalten haben sich Nebengebäude und der Kreuzgang. Der nördliche Kreuzgangflügel Er weist eine architektonische Kuriosität auf: Er ist doppelschiffig.

Carl Georg Adolph Hasenpflug - Das Kloster Walkenried

Der Maler Carl Hasenpflug (1802-58), der sich auf die Darstellung von Kirchen spezialisierte, hat auch Kloster Walkenried in seinen romantischen Bildern verewigt.

Grube Samson (St. Andreasberg)

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Die Grube Samson, 1537 erstmals urkundlich erwähnt, ist ein ehemaliges Silberbergwerk. In guten Jahren wurden rund 200 kg Silber gefördert. Da die Vorkommen erschöpft waren, stellte man 1910 den Silberbergbau ein. Unter dem schmalen Verbindungsbau (Bildmitte) dreht sich das riesige Kunstrad, das einen Durchmesser von 12 Metern hat. Etwa kleiner, „nur“ 9 Meter hoch, ist das benachbarte Kehrrad. Beide wurden durch Wasserkraft angetrieben. Die Grube Samson befindet sich im Herzen der Bergstadt St. Andreasberg (1.600 Einw.). Die Schüler*innen der Glückaufgrundschule haben zur Kinderarbeit im Bergbau recherchiert und ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Samsonite-656898

Neben Silber förderte man auch wertvolle  Mineralien wie das Samsonit, das nach der Grube benannt ist. Weltweit sind nur fünf weitere Samsonit-Fundorte bekannt. Ausgestellt sind Samsonite in Münster und Hannover.

FahrkunstGrSamson

Samson war mit über 800 m Teufe eines der tiefsten Bergwerke der Welt. Das Auf- und Absteigen erfolgte mit einer Fahrkunst (1837): Zwei sich abwechselnd auf- und abbewegende Drahtseilpaare mit Trittbrettern dienten als Leiterersatz (Fotos). Das Wechseln zwischen den Trittbrettern war gefährlich, in der Grube ereigneten sich sieben tödliche Unfälle.

Harzer Roller 2

Das Harzer-Roller-Museum im Gaipel (im Foto oben das linke Gebäude) informiert über Kanarienvögel, die man in der Harzregion züchtete. Sie dienten den Bergleuten als lebender Warnmelder vor dem giftigen Kohlenmonoxidgas. Außerdem bot der Verkauf der Kanarienvögel den armen Familien einen Zusatzverdienst.

Immaterielles Welterbe "Finkenmanöver im Harz"

Seit 2014 zählt das sogenannte „Finkenmanöver im Harz“ zum immateriellen Welterbe, zumindest auf Bundesebene. Der Eintrag in die UNESCO-Liste steht aus. Bei dem Finkenmanöver handelt sich dabei um einen Gesangswettbewerb mit Buchfinken. Die Praxis ist umstritten: Von Tierquälerei ist die Rede und davon, dass manche der Buchfinken gar nicht aus dem Harz, sondern aus Bottrop im Ruhrgebiet stammen sollen. (Infos)

UNESCO-Geopark Harz und Welterbe

Bodetal2

Der „Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen“ ist ein UNESCO Global Geopark. Er umfasst den gesamten Harz sowie dessen südliche Umgebung; im Norden reicht der Geopark bis Wolfsburg. In dem Park liegt auch das Bodetal mit der Roßtrappe: ein über 400 Meter hoher Granitfelsen. An dessen Fuße duckt sich Gut Königsruhe; in der Nähe befinden sich das Bergtheater Thale und der Hexentanzplatz. Der Sage nach versammeln sich dort in der Walpurgisnacht die Hexen. Hexenhaus und Walpurgishalle erinnern an das Märchen. Tatsächlich diente die Anhöhe als Fliehburg. Teile des sogenannten Sachsenwalls haben sich erhalten.

In der Nähe des Harz‘ liegen weitere UNESCO-Welterbestätten: im Westen Alfeld (Fagus-Werk) und Hildesheim; im Osten Quedlinburg und die Lutherstadt Eisleben.

Mehr Infos:

Ein Wintermärchen: der Harz

Dampfzug zum Brocken im Winter

Der Harz ist auch – oder gerade – im Winter eine Reise wert. Z. B. kann man mit der Dampflok durch verschneite Landschaften bis zum Brocken fahren und bei gutem Wetter die herrliche Aussicht genießen.