Hildesheimer Dom

UNESCO-Welterbe

Hildesheimer Dom (Weltkulturerbe) von Nordwesten.

Der Hildesheimer Dom beherbergt wertvolle Kunstwerke, darunter Christussäule und Bernwardstür. Auf die Zerstörungen des 2. Weltkriegs folgten Wiederaufbau und Sanierung (2010-14). Zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt der Hildesheimer Dom zusammen mit der St. Michaeliskirche seit 1985.

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Umgebung des Hildesheimer Doms

Vogelperspektive auf Domhof und Hildesheimer Dom

Blick auf den Domhügel Richtung Nordosten. Am Westrand der Hildesheimer Altstadt erhebt sich der Mariendom auf dem Domhügel. 872 ließ Bischof Altfried eine Kirche auf kreuzförmigem Grundriss erbauen, von der sich die Krypta erhalten hat. Der Dombezirk ist noch an drei Seiten von einer Mauer umgeben, die Bischof Bernward um 1000 errichten ließ. Der Platz links des Hildesheimer Doms ist der Große Domhof, rechts des Doms der kleine Domhof. Dazwischen die „Hohe Domkirche St. Mariä Himmelfahrt“ mit dem Kreuzgang (Dommuseum und Schatzkammer). Der Tausendjährige Rosenstock und die gotische St. Annen-Kapelle (Kupferdach) befinden sich inmitten des Kreuzgangs. Südlich davon das Bischöfliche Gymnasium Josephinum; nördlich das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie.

Rundgang um den Hildesheimer Dom

Domhof, Hildesheimer Dom von Norden. Hildesheim 20171201 002

Ein kurzer Rundgang vermittelt einen Eindruck von der Architektur des Hildesheimer Doms:

  • Oben der Große Domhof mit Blick auf die Nordseite des Hildesheimer Doms. Links das große Nordparadies (1412 gestiftet). Links (verdeckt) davon die Steinbergkapelle; rechts drei gotische Kapellen (St. Matthäus und Drei Könige; Kapelle der Zehntausend Märtyrer, Georgskapelle) und Nordportal. Rechts der Westriegel mit dem Geläut und der Bernwardstür. An ihren Auftraggeber erinnert das Bernwardsdenkmal (Bildmitte).
  • Unten links Blick auf Westriegel und Vorhalle. Sie wurden nach dem 2. Weltkrieg neu erbaut. Die von außen zu sehende Tür der Vorhalle ist nicht die Bernwardstür. (Diese befindet sich innen.)
  • Unten rechts der Kleine Domhof mit Blick auf die Südfassade. Von links: Westriegel, Südportal, Barbarakapelle; Vicentius- und Anastasiuskapelle und zwei Kapellenräume. Rechts (außerhalb des Bildes) schließt sich das Josephinum ( Bischöfliches Gymnasium)  an. Zum Fachwerkviertel führt die Stinekenpforte neben den Josephinum.
Hildesheimer Dom 2015
Domhof, Dom, von Süden Hildesheim 20171201 003

Westbau (Hildesheimer Dom - Mindener Dom)

Westbau Hildesheimer Dom. Monasterio-Hildesheim Alemania
Mindener Dom, Westwerk

Der Rundgang kann etwas nicht vermitteln: die große Ähnlichkeit der Westbauten des Hildesheimer (links) und des Mindener Doms (rechts). Der Hildesheimer Westbau war Vorbild für den Mindener Westbau, als dieser 1152 umgebaut wurde. 1840 riss man den Hildesheimer Westbau wegen Baufälligkeit ab und baute ihn verändert (mit zwei Türmen) auf. Nach dem 2. Weltkrieg hat man die Veränderung rückgängig gemacht.

Der Westbau nimmt zwei Glockenstuben auf. Insgesamt 12 Glocken befinden sich in der Unteren und der Oberen Glockenstube:

  • In der unteren Glockenstube hängen die drei tiefstklingenden Glocken, sie heißen Cantabona, Apostolica (Guße: 1765) und Bernward.
  • In der oberen Glockenstube hängen neun Glocken (darunter sechs neue; Guß 2013 in der Glockengießerei Bachert).

Jährlich ertönen alle 12 Glocken am 14. August zu einem Glockenkonzert.

Innenraum

Innenansicht des Hildesheimer Doms

Blick in den Innenraum des Hildesheimer Doms nach Osten. Im Vordergrund die Bronzetaufe (1. Drittel 13. Jh.), darüber der Heziloleuchter. Die Bernhardstür befindet sich im Rücken. Im Hintergrund der Chor mit der Krypta, die Christussäule ist rechts zwischen den Säulen als dunkle Fläche zu erahnen. Der Hildesheimer Dom ist ein Beispiel für den sächsischen Stützenwechsel: Auf einen Pfeiler (rechteckige Grundfläche) folgen zwei Säulen (runde Grundfläche), während beim rheinischen Stützenwechsel ein Pfeiler und eine Säule einander abwechseln.

Grundriss Hildesheimer Dom

Hildesheim Dom Grundriss (Dehio 47)

Der Grundriss zeigt den Zustand vor dem Anbau der gotischen Kapellen. Im Grundriss gut zu erkennen ist der sächsische Stützenwechsel. Die Anordnung der Stützen und die der Fenster sind noch nicht einem übergeordneten Ordnungsprinzip unterworfen:

Sehenswürdigkeiten im Hildesheimer Dom

Bernwardstür

Bernwardstür – Detail (Hildesheimer Dom)

Von kunsthistorisch herausragender Bedeutung ist die Amtszeit Bischof Bernwards (950 oder 960-1022). Er ließ den Dombezirk befestigen und 1015 die bronzenen Flügel der Bernwardstür gießen. Sie sind 4,72 m hoch und wiegen jeweils etwa 1,85 t. Der linke Flügel zeigt acht Szenen aus dem 1. Buch Mose (Genesis), z. B. die Vertreibung aus dem Paradies. Der rechte Flügel zeigt acht Szenen aus dem Leben Jesu, z. B. die Kreuzigung. 

Außerdem veranlasste Bernward um 1000 den Bau der St. Michaelskirche. Für sie war die Christussäule bestimmt, die im südlichen Querhaus des Doms steht.

Heziloleuchter und Thietmarleuchter

Hildesheimer Dom, Heziloleuchter, 20171201

Das Foto zeigt im Vordergrund den Heziloleuchter (Ende 11. Jh.) und im Hintergrund den Thietmarleuchter (1. Hälfte 11. Jh.). Sie zählen zu den vier erhaltenen romanischen Radleuchtern Deutschlands (neben dem Barbarossaleuchter im Aachener Dom und dem Hartwigleuchter auf der Comburg in Schwäbisch Hall). Der Heziloleuchter ist mit sechs Metern Durchmesser der größte; der Thietmarleuchter ist der älteste dieser Radleuchter. Er wurde von Bischof Thietmar gestiftet, der 1038-44 in Hildesheim wirkte. Beide Leuchter bestehen aus einem Metallreif (vergoldetes Kupfer) mit 12 Toren und 12 Türmchen. Sie symbolisieren das Himmlische Jerusalem, das 12 Tore hat (aber keinen runden, sondern quadratischen Grundriss haben soll).

Wenn wir durch das Hauptschiff ostwärts gehen, gelangen wir zur Krypta, die sich unter dem Chor befindet.

Domkrypta des Hildesheimer Doms Domkrypta des Hildesheimer Doms 02

Krypta

Nördlich und südlich des Chors führen zwei Treppen in die 251 m² große Krypta. Sie wurde 872 errichtet und ist eine der ältesten Krypten Deutschlands. Steigt man die nördliche Treppe hinab und wendet sich nach links, hat man folgenden Anblick:

  • Das Foto oben zeigt die Krypta mit Blick nach Osten. Vor dem Fenster steht die Marienstatue. Hinter dem Fenster – im Kreuzgang – wächst der Tausendjährige Rosenstock. In diesem Ostteil der Krypta ruht das Gewölbe auf (runden) Säulen, die auf Plinthen stehen und ein Würfelkapitell tragen.
  • Das untere Foto zeigt die Krypta mit Blick nach Westen. Dort stehen Pfeiler (quadratischer Grundriss). Links der linken Säule erkennt man die untersten Stufen der Südtreppe. Ihr gegenüber liegt die nördliche Treppe.  Zu den Sehenswürdigkeiten in der Krypta zählt der Godehardschrein (ca. 1140). Er enthält die Gebeine des Heiligen Godehard (960-1038). Er war als Hildesheimer Bischof der Nachfolger von Bernward. Bekannt ist Godehard als Namenspatron des Gotthardpasses.

Von der Krypta gelangt man in die Bischofsgruft.

Hildesheimer Dom, Bischofsgruft 01

Gruft

Die Bischofsgruft wurde erst vor Kurzem (2010-14) angelegt. Von den 24 Grabplätzen sind daher noch 21 frei. In der Mitte steht das Hildwin-Grab. Nach ihm ist die Stadt Hildesheim benannt. Unklar ist, wer dieser Hildwin war:

  • Hilduin von Saint-Denis. Er war 830-40 Abt von Kloster Saint-Denis bei Paris, das als Grablege fast aller französischen Könige diente.
  • Hilduin, der  842-48 Erzbischof von Köln war. Möglicherweise handelt es sich um ein und dieselbe Person.

Von der Gruft gehen wir zurück in die Krypta und verlassen diese auf der Südseite. Vor uns steht die Christussäule.

Christussäule

Hildesheim Christussäule
Hildesheim-Christussäule-Detail-001-Hildesia

Die Christussäule ist ein weiteres Meisterwerk der Bronzeplastik. Die Säule ist 3,79 m hoch und rund 60 cm breit. Um den Säulenschaft sind spiralförmig Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt. Das Foto links zeigt (mit Blick nach Nordosten) im Vordergrund die Christussäule, im Hintergrund die Südtreppe, die aus der Krypta führt. Die Figur (Foto rechts) kniet am Fuße der Säule.

Vom südlichen Querhaus gelangt man zum Kreuzgang mit dem Tausenjährigen Rosenstock.

Kreuzgang (südflügel),  Hildesheimer Dom

Kreuzgang

Östlich des Doms erstreckt sich der Kreuzgang. Er ist ein seltenes Beispiel eines zweigeschossigen Kreuzgangs. Verlässt man den Dom im Süden blickt man den südlichen Gang entlang (siehe Foto), der am Ende links nach Norden abbiegt. Breite Rundbogenarkaden öffnen sich im Erdgeschoss; im Obergeschoss sind je drei Rundbogenfenster zu einem Triforium zusammengefasst. Es ergibt sich eine Abfolge (zwei Säulen, ein Pfeiler) wie beim Stützenwechsel im Kircheninneren. 

Tausendjähriger Rosenstock & Annenkapelle

Hildesheim-Dom-St.Annenkapelle 01.JPG
St. Annenkapelle. Foto: Thangmar, Gemeinfrei, Link

Domhof, Dom, 1000 jähriger Rosenstock Hildesheim 20171201 001
  • Das Foto links ist im Südflügel des Kreuzgangs aufgenommen. Man blickt nordostwärts in den Innenhof. Dort befindet sich der Annenfriedhof und die gotische Annenkirche (errichtet 1231). 
  • Wenn man aus der Annenkapelle tritt, blickt man westwärts auf die Apsis des Doms (siehe Foto rechts). Dort wächst der Tausendjährige Rosenstock, der mindestens 400 Jahre alt ist. Das genaue Alter ist unbekannt. Angeblich habe Kaiser Ludwig der Fromme 815 ein Reliquiar an einem Rosenstock aufgehängt – und vergessen. Als er das Reliquar holen wollte, ließ es sich nicht von den Rosen lösen. Für den frommen Kaiser ein Zeichen, hier eine Marien-Kapelle zu errichten. (Die Rose gilt als Marien-Symbol.)
Hildesheim, das Dommuseum

Dommuseum Hildesheim

Das Dommuseum befindet sich im nördlichen Teil des Kreuzgangs. Im Museum ist der Hildesheimer Domschatz verwahrt, der Teil des UNESCO-Welterbes ist. Zu den Sehenswürdigkeiten im Museum zählt u. a. das Kostbare Bernwardevangeliar (wertvolller Prachteinband, 232 Blätter, z. T. mit Buchmalerei), das Große Bernwardskreuz, (48 cm Höhe, nicht zu  Bernwards Zeit entstanden, sondern um 1130), der Domlettner (vollendet 1546 durch Johann Brabender) oder die acht Artemisia-Gobelins (um 1620, Paris). Webseite: http://www.dommuseum-hildesheim.de/

Hildesheim Bernwardevangeliar Widmungsbild
Hildesheimer Dom 20

Weltkulturerbe Hildesheimer Dom

Hildesheimer Dom: Informationen für Besucher*innen

Öffnungszeiten

Monat Tag Uhrzeit
Januar – Dezember Montag – Freitag 10.00 – 18.00 Uhr
Januar – Dezember Samstag 10.00 – 16.30 Uhr
Januar – Dezember Sonntag 12.00 – 17.30 Uhr

Eintritt

Der Eintritt in den Hildesheimer Dom ist kostenlos.

Führungen

Termine

Monat Tag Uhrzeit
November – März Freitag – Sonntag 15.00 Uhr
April – Oktober Dienstag – Sonntag, feiertags 15.00 Uhr

 

Preise

Erwachsene 4,00 €
ermäßigt 3,00 €
Schüler, Studenten 3,00 €
Kinder unter 6 Jahren 0,00 €
Gruppen (bis zu 25 Personen, regulär) 90,00 €
Gruppen (bis zu 25 Personen;ermäßigt, Schüler- und Studentengruppen) 70,00 €

Mehr Informationen zu den Führungen unter: http://www.dom-hildesheim.de/de/content/domf%C3%BChrungen.

Bedeutende Kirchen in Hildesheim

In Hildesheim sind zwei Kirchen besonders sehenswert:

  • die Michaeliskirche im Norden, die mit dem Hildesheimer Dom ein Weltkulturerbe bildet,
  • St. Godehard im Süden.

St. Michael (Michaeliskirche) Hildesheim

Hildesheim Michaeliskirche 23

Hildesheim Michaeliskirche 06

Die romanische Michaelskirche besitzt eine monumentale Holzdecke. Sie ist 27,6 m x 8,7 m groß und besteht aus rund 1300 Eichenbalken. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass die Eichen zwischen 1190 und 1220 gefällt wurden. Aus dieser Zeit haben sich in Europa nur zwei Holzdecken erhalten (St. Martin in Zillis (Schweiz) und Alte Kirche in Dädesjö (Schweden), die aber viel kleiner sind.

Hildesheim St. Godehard Hildesheim St Godehard innen

St. Godehard

Südlich der Straße Godehardsplatz erstreckt sich ein Ensemble aus Kloster und Gefängnis: St. Godehard wurde im Süden der Hildesheimer Altstadt 1133-72 errichtet. Sie diente als Klosterkirche der Benediktiner; Auftraggeber war Bischof Bernward. Die Godehardkirche hat den Zweiten Weltkrieg als einzige Kirche Hildesheims fast unbeschadet überstanden. Webseite: https://www.st-godehard-hildesheim.de/gemeinde/orte/kirchen/detail/adr/basilika-st-godehard-hildesheim-1560/) Südlich der Kirche befindet sich der Kreuzgang mit den Klostergebäuden. Die Räume nutzt die Norddeutsche Hochschule für Rechtspflege. Neben dem Kreuzgang steht die Justizvollzugsanstalt Hildesheim, ein Untersuchungsgefängnis für Frauen (Webseite: https://www.jva-fuer-frauen.niedersachsen.de/wir_ueber_uns/abteilung_hildesheim/die-jva-fuer-frauen-abteilung-hildesheim-83175.html).

Das Ensemble liegt im kleinen Fachwerkviertel. Zahlreiche Fachwerkhäuser säumen die Straßen des Viertels, das den Zweiten Weltkrieg überstand.