Naumburger Dom

Welterbe im dritten Anlauf

Naumburger Dom Ostseite

Der viertürmige Dom St. Peter und Paul steht im Westen der Naumburger Altstadt (Sachsen-Anhalt). Die Brüder Ekkehard II. und Hermann gründeten eine Stiftskirche, die 1044 geweiht wurde. Zu einem Meisterwerk der Frühgotik machte ihn vor allem der Bau des Westchors mit den bedeutenden Stifterfiguren (um 1250).

1542 wurde im Dom mit Nikolaus von Armsdorf der weltweit erste protestantische Bischof geweiht – von Martin Luther, an den das Weltkulturerbe „Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg“ erinnert. Seit 2018, nach zwei gescheiterten Nominierungen, zählt auch der Naumburger Dom zum Weltkulturerbe.

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Naumburger Dom

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Naumburger Dom: 51.154707, 11.803699
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Naumburger Dom
Domplatz 16 Sachsen-Anhalt, Deutschland

Die Doppelchoranlage

Der Naumburger Dom ist eine Doppelchoranlage. Er hat zusätzlich zum Ostchor auch noch einen Westchor.

  • Etwa 1250-60 erbaute man den frühgotischen Westchor. Er ist bekannt für den Lettner und die Stifterfiguren und gilt als herausragendes Werk der Frühgotik.
  • Ab 1330 erneuterte man den Ostchor im Stil der Gotik.

Der Grundriss zeigt links den Westchor mit dem Lettner (grau). Der Ostchor (rechts) ist durch einen dreiseitigen Lettner (grau) abgetrennt.

Grundriss Naumburger Dom

Naumburger Dom Grundriss

Innenraum des Naumburger Doms

Naumburger Dom, Innenraum-20160529-028

Der Innenraum des Naumburger Doms: Der Blick geht durch das Hauptschiff nach Westen zum Westchor mit dem Lettner. Links und rechts blickt man durch die Arkaden in das nördliche und südliche Seitenschiff. Die Spitzbögen der Arkaden und Fenster sind ein Merkmal der Gotik. Der Innenraum ist nach oben durch ein vierteiliges Kreuzrippengewölbe abgeschlossen. Ganz links die Kanzel (1466), die Heilige unter Baldachinen zeigt.

Westchor

Der Naumburger Dom ist vor allem für den Westchor bekannt. Lettner und Stifterfiguren sind das Werk eines unbekannten Künstlers, den man „Naumburger Meisters“ nennt. Sein Name ist unbekannt. Wahrscheinlich erhielt er seine Ausbildung an den Kathdralen Frankreichs (Amiens, Reims). Zwischen 1230 und 1240 hielt er sich wohl in Mainz auf. Nächste Stationen waren Naumburg und Meißen. Die Stifterfiguren des Meißener Doms (um 1260) ähneln denen aus Naumburg.

Lettner

Lettner des Westchors im Naumburg Dom.

Der wertvolle Lettner trennt den Westchor vom Hauptschiff ab. Im Dreiecksgiebel ist Christus als Weltenrichter abgebildet; darunter sieht man Jesus am Kreuz hängen, flankiert von Maria und Johannes, die um ihn trauern. Der Türstock bildet zugleich den Kreuzstamm. Die Brüstung des Lettners schmückt ein Fries mit acht Szenen der Leidensgeschichte Jesu (von links nach rechts: Abendmahl – Auszahlung der Silberlinge an Judas – Gefangennahme Jesu – 1. Verleugnung. 2. Verleugnung – Jesus vor Pilatus – Geißelung – Kreuztragung.) Im Lettner führen zwei Wendeltreppen auf die Lettnerbühne, die der Predigt oder Lesung diente („Lettner“ von lat. „lectorium“: Lesepult).

Naumburg an der Saale, Dom, Westlettner-20160529-024
Naumburg an der Saale, Dom, Westlettner

Stifterfiguren

Uta von Naumburg und Markgraf Ekkehard II. Stifterfiguren im Westchor des Naumburger Doms.
Hermann I. von Meißen und Reglindis, Stifterfiguren im Westchor des Naumburger DOms
Thimo von Küstritz, Stifterfigur im Westchor des Naumburger Doms

In den Chor hat man 12 Stifterfiguren eingebaut. An der Nordseite sind Uta von Naumburg und Markgraf Ekkehard II. dargestellt (Foto links). Ihnen gegenüber, an der Südseite, stehen Hermann I. von Meißen und Reglindis (Mitte). Zu den anderen Stifterfiguren zählt z. B. Thimo von Küstritz (Foto rechts).  Die Figuren zeichnen sich durch Realismus und Ausdrucksstärke aus. Allerdings sind sie keine Porträts, denn die Stifter waren schon lange tot, als die Figuren entstanden.

Ostchor

Naumburg an der Saale, Dom, Ostchor-20160529-004

Im Ostchor hat man wertvolle Chorgestühle (links, rechts, hinten), hölzerne Pulte (Mitte) und Kreuze (vorne und hinten) aufgestellt. 

Ostchor-Lettner

Dom zu Naumburg 07

Der dreibogige Lettner des Ostchors entstand um 1230. In der Mitte der Kreuzaltar, vor dem die Laien beteten. Zwei Durchlässe links und rechts des Altars führen in den Ostchor.

Krypta​

Naumburg, Dom, Krypta-20160529-003

Unter dem Ostchor befand sich zunächst eine kleine Krypta, die man um 1160/1170 zu einer Hallenkrypta erweiterte.

Sehenswürdigkeiten im Naumburger Dom

20040503470DR Naumburg (Saale) Dom Marienretabel im Südquerhaus

Der Naumburger Dom besitzt eine kostbare Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten. Hierzu zählen die Glasfenster, das Chorgestühl, Kruzifixe, Grabsteine und Altäre. Links das Marienretabel (Marienaltar), das um 1500 entstand.

Neo Rauch entwarf für die Elisabethkapelle 2007 drei rot leuchtende Fenster (Foto siehe Domglas Naumburg). Dargestellt sind drei Szenen aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen, die auf der Wartburg (UNESCO-Weltkulturerbe) lebte.

Naumburger Dom als Weltkulturerbe

AdresseNaumburger Dom, Domschatzgewölbe und
KinderDomBauhütte
 Domplatz 16/17
 06618 Naumburg
E-Mailverwaltung@vereinigtedomstifter.de
Telefon03445 2301-0
Fax03445 2301-110

UNESCO-Weltkulturerbe in der Nähe des Naumburger Doms

Weimar Platz der Demokratie 1 Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek 22

Das Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“ umfasst mehrere Gebäude und Parks in Weimar und Umgebung.

6296 Dessau

Bauhausstätte in Weimar

Drei Gebäude in Weimar (Kunstschulgebäude, Kunstgewerbeschulbau, Musterhaus Am Horn) sind Teil des Weltkulturerbes „Bauhaustätten in Weimar, Dessau und Bernau„.