UNESCO-Welterbe in Baden-Württemberg

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Das UNESCO-Welterbe in Baden-Württemberg besteht aus fünf Welterbestätten:

  • Obergermanisch-Raetischer Limes
  • Kloster Maulbronn
  • Klosterinsel Reichenau
  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
  • Das architektonische Werk Le Corbusiers – zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart
  • Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura

Das UNESCO-Weltdokumentenerbe in Baden-Württemberg umfasst drei Dokumente.

UNESCO-Weltkulturerbe in Baden-Württemberg

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Obergermanisch-Raetischer Limes

Mit den drei benachbarten Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern teilt sich Baden-Württemberg das Weltkulturerbe „Obergermanisch-Rätischer Limes„. An einigen Stellen hat man Wachttürme oder Kastelle rekonstruiert, ein Beispiel ist das Ostkastell Welzheim (Siehe Foto). Dem Limes folgt der Deutsche Limes-Radweg bzw. -Wanderweg.

Kreuzgang und Brunnenhaus im Weltkulturerbe Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn in der Nähe von Pforzheim gilt als eine der besterhaltenen Klosteranlagen in Europa. Hinter der turmbewehrten Mauer geben Wirtschaftsgebäude und Klausur Einblick in das Leben in einem Zisterzienserkloster. Maulbronn ist auch bekannt durch den Klosterschüler und späteren Nobelpreisträger Hermann Hesse (1877-1962), der mit der Erzählung „Narziß und Goldmund“ (1930) ebenfalls Einblick in (s)ein Leben in Maulbronn bietet. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe „Kloster Maulbronn„.

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Klosterinsel Reichenau (Bodensee)

Im Bodensee liegt die  Klosterinsel Reichenau, die im frühen Mittelalter ein kulturelles Zentrum des Abendlandes war. Das Kloster ist berühmt für die „Reichenauer Handschriften„, von denen zehn zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählen. Sie gelten als Meisterwerke der ottonischen Buchmalerei und lagern in  Bibliotheken außerhalb der Insel Reichenau. Genauso meisterhaft (und auf der Insel zu besichtigen) sind die ottonischen Wandmalereien in der St. Georgs-Kirche. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe „Klosterinsel Reichenau„.
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Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

 Das Welterbe besteht aus 111 Fundstellen (u. a. in Deutschland, Schweiz und Österreich), von denen viele unscheinbar oder nicht sichtbar sind. Lohnenswert ist ein Besuch im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am Bodensee (Siehe Foto.) Dort hat man mehrere der Pfahlbauten rekonstruktiert. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe  „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.“

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Zwei Häuser der Weißenhofsiedlung

In der Weißenhofsiedlung in Stuttgart stehen zwei Häuser von Le Corbusier, die Teil einer transnationalen Welterbestätte sind. In einem der Häuser ist das Weissenhofmuseum untergebracht, in einem anderen hat man die Inneneinrichtung rekonstruiert. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe „Das architektonische Werk Le Corbusiers – zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart“ 

Blick aus der Bocksteinhöhle ins Lonetal

Höhlen & Eiszeitkunst im Jura

In den Höhlen bei Ulm lebte eine Steinzeitkultur, die vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer Spuren hinterlassen hat. Manche der kleinen Höhlen sind frei zugänglich. Fundstücke, darunter die ältesten Musikinstrumente der Menschheit, sind in Museen (Tübingen, Blaubeuren) ausgestellt. Mehr zum UNESCO-Weltkulturerbe „Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura

UNESCO-Weltdokumentenerbe in Baden-Württemberg

Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Baden-Württemberg zählen:

  • das Trierer Exemplar der „Goldenen Bulle“ (2013). Die Goldene Bulle (1356) war quasi das „Grundgesetz“ des Heiligen Römischen Reichs und regelte u. a. die Wahl des deutschen Kaisers. Die goldenen Siegel gaben dem Dokument den Namen. Insgesamt gibt es sieben Abschriften, die alle  zum Weltdokumentenerbe zählen. Das im Hauptstaatsarchiv Stuttgart aufbewahrte Exemplar war für den Trierer Erzbischof bestimmt. (Digitalisat)
  • das Weltdokumenterbe „Nibelungenlied“ (2009) ist in drei Handschriften  A, B und C überliefert. Die Handschrift C („Donaueschinger Handschrift“) befindet sich in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe). (Digitalisat)
  • das „Benz-Patent von 1886“ (2011, Daimler-Benz-Archiv). Carl Benz gilt als der Erfinder des ersten  motorisierten Automobils der Welt. Digitalisat

UNESCO-Weltnaturerbe in Baden-Württemberg

Es gibt bislang kein UNESCO-Weltnaturerbe in Baden-Württemberg. Das Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst“ ist keine Weltnatur- und keine gemischte Welterbestätte. Es gibt in Baden-Württemberg stattdessen zwei UNESCO-Biosphärenreservate, die man hier aber „Biosphärengebiet“ nennt.

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UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb

Das 852 km² große Biosphärengebiet Schwäbische Alb (2009) erstreckt sich bei Reutlingen vom Mittleren Albvorland bis zur Donau. Die Landschaft ist geprägt durch Streuobstwiesen, Schluchtwälder oder Wacholderheiden.  (Webseite: www.biosphaerengebiet-alb.de/)

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UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald

Im Südschwarzwald – in der Nähe der Stadt Freiburg – liegt das rund 632 km² große Biosphärengebiet Schwarzwald. (2016; Webseite: www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de) Dieses Gebiet ist nicht identisch mit dem Nationalpark Schwarzwald, der kleiner (100,62 km²) ist und weiter nördlich liegt.

Ehemalige Kandidaten für das UNESCO-Welterbe in Baden-Württemberg

Freiburg im Breisgau - Freiburg Minster - 20200914125311

Freiburger Münster (1984-96)

Um 1200 begann der Bau des Freiburger Münsters. Geplant war eine romanische Kirche mit zwei Türmen wie beim Vorbild des Basler Münsters. Um 1230 nahm man sich das Straßburger Münster zum Vorbild: eine frühgotische Kirche mit nur einem Turm. Er wurde um 1330 vollendet und war mit 116 m Höhe eines der höchsten Gebäude der Welt. Münster und Turm überstanden die Zerstörung Freiburgs 1944 unversehrt. Zu den Sehenswürdigkeiten des Freiburger Münsters zählen die Portalvorhalle mit reichem Figurenschmuck (um 1300) und der Hochaltar (1512-16), den der schwäbische Renaissance-Künstler Hans Baldung schuf. 

Während der Fastenzeit verhüllt Europas größtes Fastentuch (1612) den Altar. Es ist rund 10 m mal 12 m groß. Die ältesten Glasfenster stammen aus dem 13. Jhd. Im Freiburger Münster erklingen eine der größten Orgelanlagen und Geläute Deutschlands. Webseite: https://www.freiburgermuenster.info/

Basilika Weingarten St. Martin Mai 2020

Abtei Weingarten (1984-96)

In der schwäbischen Stadt Weingarten, nordöstlich vom Bodensee, steht die 1056 gegründete Abtei Weingarten. Die Klosterkirche St. Martin (1714-24; Franz Beer) ist mit 108 m Länge die größte Barockkirche Deutschlands. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die farbenfrohen Fresken (Cosmas Damian Asam) und die Welfengruft. St. Martin war Grabstätte der Welfen, die Herzöge in Bayern, Sachsen und Braunschweig stellten. Im Innenhof erinnert eine Kopie des Braunschweiger Löwen an den Welfen Heinrich den Löwe (Das Original war Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe 1984-96.). Die große Gabler-Orgel (1737-50) ist bedeutendes Zeugnis des Welterbes „Orgelbau und Orgelmusik“. Webseite: https://www.weingarten-online.de/,Lde/Startseite/Tourismus/Klosteranlage.html

Weingarten Blutritt 2007

Weingartener Blutritt

Ein (gescheiterter) Kandidat für das immaterielle UNESCO-Welterbe ist der 1529 erstmals erwähnte Weingartener Blutritt: Die Heilig-Blut-Reliquie wird am Blutfreitag in Begleitung von tausenden Reitern durch Weingarten und Umland getragen; der Blutritt ist die größte Reiterprozession Europas. Grund für die Ablehnung war, dass Frauen zur Reiterprozession nicht  zugelassen waren. Webseite: https://www.blutfreitagsgemeinschaft-weingarten.de/

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Hölderlinturm in Tübingen (1993-96)

Der Hölderlinturm steht am nördlichen Neckarufer in der Tübinger Altstadt. Er wurde als Turm der Stadtbefestigung erbaut, später baut man ein Wohnhaus an. Im Obergeschoss des Turms verbrachte der geistig umnachtete Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843) von 1807 an die letzten 36 Jahre seines Lebens, gepflegt von der Tischler-Familie Zimmer. Hölderlin schrieb u. a. Gedichte und den Briefroman Hyperion (1797-99). Nach einem Brand 1874 baute man den Hölderlinturm verändert wieder auf: Der alte Turm besaß kein rundes, sondern ein achteckiges Obergeschoss. Webseite: https://www.tuebingen.de/hoelderlinturm

Reiseziel Baden-Württemberg

Kurzinfo Baden-Württemberg

  • Einwohner*innen: 11.070.000
  • Landeshauptstadt: Stuttgart
  • Großstädte: Stuttgart (635.000); Karlsruhe (313.000), Mannheim (310.000), Freiburg (230.000), Heidelberg (160.000), Ulm (126.000), Heilbronn (125.000), Pforzheim (125.000 Reutlingen (116.000)
  • Nachbarländer: Schweiz, Frankreich; Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern
  • Höchster Berg: Feldberg (1493 m)
  • Hauptgewässer: Rhein, Donau, Neckar

Baden-Württemberg Anreise

  • ICE-Bahnhof (Auswahl): Freiburg (im Breisgau), Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Stuttgart, Ulm
  • Autobahn: A5, A 6, A 7, A 8; A 81
  • Radfernweg: D-Route 6 (Donauroute), D-Route 8 (Rhein-Route), D-Route 9 (Weser-Alpen)
  • Flughafen: Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden (in der Nähe Baden-Württembergs: Basel-Mühlhausen, Straßburg, Zürich)

UNESCO-Welterbe in der Nähe von Baden-Württemberg