Obergermanisch-Raetischer Limes

Grenzbefestigung der Römer zwischen Rhein und Donau

Saalburg Main Gate (Porta Praetoria)

Der Obergermanisch-Raetische Limes war eine Grenzbefestigung zwischen Rhein und Donau, die das Römische Reich ab 120 n. Chr. errichtet hat. Er ist seit 2005 die zweite Welterbestätte des UNESCO-Weltkulturerbes „Grenzanlagen des Römischen Reichs“. Die erste Welterbestätte ist der Hadrianswall in Groß-Britannien.

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Obergermanisch-Raetischer Limes

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Kastell Saalburg: 50.271832, 8.566589
Limestor Dalkingen, Kastell Buch (Limes-Park Rainau): 48.910150, 10.145670
Limestor Dalkingen: 48.926975, 10.155576
Erlebnismuseum RömerWelt (Limesinformationszentrum des Landes Rheinland-Pfalz): 50.511119, 7.326725
Turm WP 1/1 (Nordende des Obergermanischen Limes ): 50.503633, 7.317943
Kastell Großkrotzenburg (Südende Obergermanischer Limes): 50.080097, 8.979207
Römerturm Zugmantel (Limesturm (WP 3/15) mit Palisade): 50.193258, 8.202410

Verlauf des Limes

Agri decumates Karte

Der Obergermanisch-Raetische Limes besteht aus zwei Abschnitten:

  • Der Raetische Limes als Grenze der römischen Provinz Raetien. Er reicht vom Main zur Donau.
  • Der Obergermanische Limes, benannt nach der Provinz Germania superior, erstreckt sich vom Rhein zum Main.

Der Main verbindet beide Abschnitte.

Grenzanlagen

Limes GR47

Der Limes bestand aus (gerodetem) Vorfeld, Graben, Wall und Palisaden bzw. Steinmauer. Dahinter standen hölzerne Wachtürme, die die Römer später durch steinerne ersetzten. Einige dieser Wachtürme hat man rekonstruiert. Allerdings sind manche Rekonstruktionen umstritten, da fraglich ist, wie groß die Übereinstimmung mit dem Original ist.

Durchlässe im Limes erlaubten den Personen- und Warenverkehr zwischen dem Römischen Reich und Germanien. Das Limestor Dalkingen (Foto unten) ist im unteren Teil erhalten und im oberen rekonstruiert.

Ein gut ausgebautes Straßennetz verband Wachtürme, Kastelle und Siedlungen. Sichtbare Reste der Römer sind oftmals die Verläufe des Grabens und der Straßen.

Der Limes ist nicht die einzige Grenzbefestigung in Deutschland, die zum Weltkulturerbe zählt. Die Dänen schützten sich vor den Germanen durch das Danewerk, das sich bei Schleswig quer über die Jütlandinsel zieht.

Römerturm (Gaulskopf)-01

Dalkinger Tor neu 1.jpg
Von Am Altenberg – eigenes Bild, CC BY-SA 3.0, Link

Kastelle des Obergermanischen Limes

Im Hinterland des Limes lagen einige Legionslager (castrum) und eine Vielzahl kleinerer Kastelle. Zwei Beispiele sind das Kastell Saalburg bei Bad Homburg und das Kastell Boppard, das am Rhein liegt.

Saalburg: Rekonstruktion eines Kastells

The Porta Praetoria (Main Gate), Saalburg Roman Fort, Limes Germanicus, Germania (Germany) (33895401094)

Die Saalburg bei Bad Homburg (Hessen) ist die Rekonstruktion eines römischen Kastells, das zwischen 160 bis 260 n. Chr. errichtet wurde. Die Befestigung misst 147 m x 221 m. 

Der Grundriss (rechts) zeigt das rekonstruierte Kastell. In seinem Inneren fand man Überreste des Vorgängerkastells, das deutlich kleiner war und einen quadratischen Grundriss hatte. In der Mitte der Saalburg befindet sich das Prätorium, das von Unterkünften, Ställen und Wirtschaftsgebäuden umgeben war.

In der Saalburg informiert das  Saalburgmuseum über die Geschichtes des Kastells und die Römerzeit.

Saalburg castellum plan

Boppard: Reste eines Kastells

Kastell Boppard Lageplan

Turm 9 des römischen Kastells Boppard 2

In Boppard am oberen Mittelrhein (Weltkulturerbe) war eine römische Katapult-Einheit stationiert. Das Kastell Boppard wurde im 4. Jahrhundert errichtet und ist relativ gut erhalten. Es handelt sich um eine Befestigung auf rechteckigem Grundriss (308 m x 154 m) mit 28 Rundtürmen. Das Foto rechts zeigt die Überreste von Turm 9. 

Legionslager am Obergermanisch-Raetischen Limes

Zu den Legionslagern zählen Köln (von lateinisch „Colonia“) und Regensburg („Castra Regina“). Köln war Hauptstadt der Provinz Niedergermanien (Germania inferior). Regensburg war zwar militärisches Zentrum der Provinz Raetia, nicht aber deren Hauptstadt, das war Augsburg (benannt nach  dem Kaiser Augustus).

Roman Cologne, reconstruction

Die Rekonstruktionszeichnung oben zeigt das linksrheinische Köln mit Blick nach Nordwesten. Ein rechtwinkliges Straßennetz durchzieht die Stadt. Die große Straße parallel zum Rhein entspricht dem Verlauf der Hohen Straße. (Im Bereich der Nordostecke, in der Nähe des Nordtors, steht heute der Kölner Dom.) Eine Brücke führt über den Rhein zu einem Kastell.

In Köln informiert das Römisch-Germanische Museum (Website) über das Leben in der Antike. Teile der Stadtmauer haben sich erhalten, darunter Teile des Nordtors und der Römerturm. Auch in der UNESCO-Welterbestätte Regensburg trifft man auf Überreste der Römerzeit, z. B. das Stadttor „Porta Praetoria“ (Foto rechts).

Regensburg "Porta Praetoria"

Trier und andere Limes-Abschnitte

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist nicht die einzige Welterbestätte mit Bezug zu den Römern. Einen Besuch wert ist auch die Römerstadt Trier. In Zukunft könnte in Deutschland eine weitere Welterbestätte aus der Römerzeit hinzu kommen: die Nachbarabschnitte des Obergermanisch-Raetischen Limes im Norden und Süden.

Niedergermanischer Limes und Donaulimes

Limes1

Es ist geplant, alle Abschnitte der römischen Grenzbefestigung in das UNESCO-Weltkulturerbe aufzunehmen. Zwei wichtige Abschnitte, die den Obergermanisch-Raetischen Limes ergänzen, stehen noch aus: Im Norden schließt sich der Niedergermanische Limes entlang des Rheins an. Wall und Graben waren daher verzichtbar. Im Südosten folgt der Donaulimes dem Flusslauf der Donau. Beide Abschnitte waren durch Legionslager und  Kastelle gesichert.

Trier: Römische Baudenkmäler

Trier BW 2014-05-19 08-19-34

Trier war in der Spätantike eine der Hauptstädte des Römischen Reichs und die größte Stadt nördlich der Alpen. Zum Weltkulturerbe Römische Baudenkmäler zählen u.a.: Porta Nigra, Römerbrücke, Konstantinbasilika, die Kaiser- und Barbara-Thermen und eine Arena.