UNESCO-Welterbe in Portugal (Liste)

Hieronymitenkloster in Lissabon (UNESCO-Welterbe in Portugal): Zweigeschossiger Kreuzgang. Mosteiro dos Jerónimos 2009-08-26

UNESCO-Welterbe in Portugal (Liste) - Überblick

Das UNESCO-Welterbe in Portugal umfasst 17 Welterbestätten (Stand 2021):

  • Zum Weltkulturerbe in Portugal zählen 16 Stätten: fünf Altstädte, mehrere Klöster, aber auch zwei Weinanbaugebiete.
  • Das Weltnaturerbe in Portugal zählt (bislang) nur eine Stätte: den Lorbeerwald auf Madeira. 

14 Welterbestätten liegen auf der iberischen Halbinsel, zwei auf den Azoren und eine auf Madeira.

Das immaterielle Kulturerbe ist mit sechs Kulturformen vertreten; davon vier, die es nur in Portugal gibt.

UNESCO-Weltkulturerbe in Portugal

Vista sobre Angra do Heroismo (cropped)

Stadtzentrum von Angra do Heroísmo auf den Azoren

Die Hafenstadt Angra do Heroísmo (35.000 Einw.) liegt an der Südküste der Azoren-Insel Terceira. Überragt wird die Altstadt von der Kathedrale (16. Jh.) und dem Festungsberg Monte Brasil. Angra war ein wichtiger Hafen zwischen Portugal und Brasilien. Webseite: https://www.visitazores.com/de/the-azores/places-to-visit/historic-center-of-angra-do-heroismo

Hieronymus-Kloster kirche innen
Turm von Belém (Lissabon), Lisboa Lisbon Lissabon

Hieronymitenkloster und Turm von Belém in Lissabon

In Lissabon (500.000 Einw.) stehen der Turm von Belém (am Ufer des Tejo) und das Hieronymitenkloster. Beide Bauten sind Meisterwerke des Emanuelstils (16. Jh.), benannt nach König Emanuel (1469-1521). Damals wurde Portugal mit der Entdeckung Amerikas zur reichen Weltmacht.

Der Turm von Belém bewachte den Tejo und diente als Leuchtturm. Webseite: http://www.torrebelem.gov.pt/

Das Hiernoymitenkloster ist Grablege mehrerer Könige und weltbekannter Portugiesen, z. B. des Seefahrers Vasco da Gama. Webseite: http://www.mosteirojeronimos.pt/

Christus-Kloster in Tomar (UNESCO-Welterbe in Portugal)

Christus-Kloster in Tomar

Das Christus-Kloster in Tomar (41.000 Einw.) ist eine Templerordensburg, die ab dem 15. Jh. zu einem Kloster ausgebaut wurde – im prächtigen Emanuelstil. Webseite: http://www.conventocristo.gov.pt/en/

Batalha Klosterkirche (UNESCO-Welterbe in Portugal)

Kloster Batalha

Das Dominikanerkloster in der Stadt Batalha (8.500 Einw.) ist Grablege der portugiesischen Königsdynastie Avis. „Batalha“ bedeutet Schlacht; das Kloster erinnert an den Sieg Portugals gegen Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota (1385). Webseite: http://www.mosteirobatalha.gov.pt

Evora, Praca do Giraldo (49328681482)

Historisches Zentrum von Évora

Évora (57.000 Einw.) liegt östlich von Lissabon. Zu den Sehenswürdigkeiten der Altstadt zählen Römerbauten (Aquädukt, Tempel), die Stadtmauer und zahlreiche Kirchen (u.a.  Kathedrale von Évora; Kirche da Graça). Bei Évora liegen zahlreiche  Megalithanlagen, darunter die größte Portugals (Anta Grande do Zambujeiro). Webseite: http://www.cm-evora.pt/

Kloster Alcobaça (UNESCO-Weltkulturerbe in Portugal). Mosteiro de Santa Maria de Alcobaça

Kloster Alcobaça

In Alcobaça (5.700 Einw.) steht eines der größten Klöster Portugals. Kloster Alcobaça war geistig-spirituelles Zentrum des Landes. Webseite: http://www.mosteiroalcobaca.pt/

Nationalpalast Pena (Kulturlandschaft Sintra; UNESCO-Welterbe in Portugal). Pena National Palace - Sintra - Palácio Nacional da Pena

Kulturlandschaft Sintra

In Sintra (9.300 Einw.), 25 km westlich von Lissabon, befinden sich mehrere Paläste und Parks, z. B. der Nationalpalast Pena. 1839-49 erbaut vom Hessen Ludwig von Eschwege, war er ein Vorbild für Schloss Neuschwanstein. Webseite: http://www.parquesdesintra.pt/en/

Blick nordwärts auf die Luis I Brücke (Vordergrund) und die Altstadt von Porto (Hintergrund). Ponte Luís I

Historisches Zentrum von Porto, Luis I Brücke und Kloster Serra do Pilar

Die nordportugiesische Hafenstadt Porto (238.000 Einw.) liegt an der Mündung des Douro in den Atlantik. Am Nordufer liegt die barocke Altstadt, am Südufer das Kloster Serra do Pilar; beide verbindet die Luis I Brücke. Webseite: http://www.cm-porto.pt/

Blick auf das Côa-Ufer kurz vor der Einmündung in den Douro. Envolvente Canada do Inferno 2

Prähistorische Felszeichnungen im Vale do Côa

Am Fluss Côa (bei der Stadt Vila Nova de Foz Côa (3.300 Einw.)) gibt es 25.000 Jahre alte  Tierzeichnungen, die man in den Schieferstein ritzte. Zum Welterbe zählen auch Funde im spanischen Siega Verda. Webseite: http://www.patrimoniocultural.gov.pt/en/patrimonio/patrimonio-mundial/portugal/sitios-pre-historicos-de-arte-rupestre-do-vale-do-rio-coa-e-de-siega-verde/

Centro Histórico de Guimarães (UNESCO-Welterbe in Portugal)

Historisches Zentrum von Guimarães

Guimarães (158.000 Einw.) war die erste Hauptstadt Portugals (von 1139-43). Zu den Sehenswürdigkeiten zählen neben der Altstadt im Tal der heilige Hügel (mit Castelo, Kirche, Kloster und Paço Ducal). Webseite: https://www.visitportugal.com/de/content/guimaraes

Blick auf die Weinterrassen im UNESCO-Welterbe Weinregion Alto Douro. Douro Wineyard Terraces

Weinregion Alto Douro

Die 260 km² große Weinregion Alto Douro liegt am Fluss Duro bei der nordportugiesischen Stadt Peso da Régua (17.000 Einw.). Im weltweit ältesten Weinbaugebiet mit geschützter Herkunft (seit 1756) baut man seit 2000 Jahren Wein an. Er ist als Portwein weltbekannt. Webseite: https://www.visitportugal.com/de/search/site/douro

Weinbaukulturlandschaft der Insel Pico. Vineyards (UNESCO-Welterbe der Azoren; Portugal)

Weinbaukulturlandschaft der Insel Pico

Auf der Azoreninsel Pico (447 km²) baut man Wein auf Lavagestein an (der Vulkan Pico ist mit 2352 m Höhe Portugals höchster Berg). Typisch sind die Steinmauern als Windschutz. Webseite: https://www.visitportugal.com/de/content/azoren-pico

Vogelperspektive auf Fort von Santa Luiza (Elvas, Portugal) Fuerte de Nuestra Señora de Gracia, en Elvas

Grenz- und Garnisonsstadt Elvas mit ihren Befestigungen

Die Stadt Elvas (23.000 Einw.) ist umgeben von dem weltweit größten Festungswall mit Bastionen. Vor dem Wall liegen mehrere Festungen (siehe Foto links). Zum Welterbe zählt auch der 7,5 km lange Amoreira-Aquädukt. Webseite: https://www.visitportugal.com/de/node/73788

Biblioteca Joanina, Innenraum (Universität Coimbra, Portugal). Biblioteca Universitária de Coimbra

Universität Coimbra – Alta und Sofia

Die Universitätsstadt Coimbra (143.000 Einw.) war die zweite Hauptstadt Portugals (1143-1256).

Die Universität im Stadtteil Alta ist eine der ältesten Europas (1290 gegründet). Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Biblioteca Joanina (siehe Foto) oder der Botanische Garten (der älteste Portugals). In der Straße Rua da Sofia stehen mehrere Kollegien. Webseite: https://www.visitportugal.com/de/node/73754

Nationalpalast von Mafra (Blick auf die Hauptfassade im Westen). UNESCO-Welterbe in Portugal

Königliche Gebäude von Mafra - Palast, Basilika, Konvent, Cerco Garten und Jagdgebiet (Tapada)

Der Nationalpalast von Mafra (77.000 Einw.) ist Portugals größte Schloss- und Klosteranlage. Im Osten schließen sich der Cerco Garten und das Jagdgebiet Tapada (8 km²) an. Architekt war der Schwabe Johann Friedrich Ludwig, der auch den Turm der Universität Coimbra entwarf (siehe oben). Webseite: http://www.palaciomafra.gov.pt/en-GB/Visit%20us/ContentList.aspx

Blick auf die Treppenanlage am Fuße der Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte. UNESCO-Welterbe in Portugal

Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Bei Braga (182.000 Einw.) steht die barocke Wallfahrtskirche Bom Jesus. Der Aufstieg erfolgt über die monumentale Treppenanlage. Webseite: https://bomjesus.pt/

UNESCO-Weltnaturerbe in Portugal

Blick vom Aussichtspunkt Miradouro dos Balcões (bei Ribeiro Frio) auf das Gebirge mit Lorbeerwaldflächen von Madeira.Floresta Laurissilva

Lorbeerwald von Madeira

Auf der Atlantikinsel Madeira haben sich 150 km² Lorbeerwald (Laurisilva) erhalten. Im Norden reicht der feuchte Wald bis in eine Höhe von 1300 m. Infos: https://www.madeira-reisetipps.com/lorbeerwald/

Immaterielles Kulturerbe in Portugal

Zum immateriellen Kulturerbe in Portugal zählen sechs Kulturformen.

Als ein Beispiel des immateriellen Kulturerbes in Portugal sei der Fado vorgestellt:

Amália Rodriguez mit Musikern (1969)

Fado

„Fado“ bedeutet Schicksal und in den melancholischen Gesängen spielen kleine und große Schicksalsschläge eine Rolle. Der Fado ist wohl in Lissabons Hafen- und Arbeitervierteln entstanden. Der Sänger oder die Sängerin wird begleitet von Musikern (u.a. mit portugiesischer Gitarre). Den Fado machten Ercília Costa (1902-85) und später Amália Rodriguez (1020-99) über Portugals Grenzen hinaus bekannt. Von den Hafenkneipen trat der Fado seinen Siegeszug an – in die Konzertsäle und die Herzen der Tourist*innen. Über den Fado informiert das Fado-Museum in Lissabon (http://www.museudofado.pt/).

Fado do Coimbra: Fado-Gruppe Rapsódia (2010)

Ein zweites Zentrum des Fado ist die Universitätsstadt Coimbra. Der Fado do Coimbra wurde nur von (männlichen) Studenten gesungen; zur Begleitung zählt u.a. die Guitarra de Coimbra; Aufführungsorte sind u. a. das Portal der Kathedrale von Coimbra oder das Fado ao Centro (Webseite: http://www.fadoaocentro.com/)

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Karte Kontinentalportugal: Regionen und Distrikte. Portugal Regionen Subregionen

Portugal Kurzinfo

  • Einwohner*innen: 10.350.000
  • Fläche: 92.212 km²
  • Hauptstadt: Lissabon
  • Großstädte: Lissabon (500.000 Einw.), Porto (238.000), Braga (189.000), Vila Nova de Gaia (186.000), Amadora (175.000), Coimbra (143.000), Funchal (111.000)
  • Nachbarländer: Spanien
  • Höchster Berg: Pico (2351 m; Azoren), Torre (1993, Festland)
  • Hauptgewässer: Tajo, Douro, Mondego; Alqueva-Stausee (250 km²:, davon 187 km² in Portugal),
  • Schulferien Portugal

Portugal Gliederung

Portugal gliedert sich in das Festland (Europa) und die mehrere hundert Kilometer entfernten Atlantikinseln:

  • Kontinentalportugal besteht aus 18 Distrikten, zusammengefasst zu fünf Regionen (Norte, Centro, Lisboa, Alentejo und Algarve). Nord- und Mittelportugal sind im Landesinneren gebirgig; an der Küste flacher; die südlichen Regionen sind meist flach bis hügelig, außerdem wärmer und trockener.
  • Zwei Autonome Regionen: die Atlantikinseln der Azoren und Madeira. Auf den gebirgigen Vulkaninseln herrscht ein subtropisches und tropisches Klima.