Altstadt Quedlinburg

UNESCO-Weltkulturerbe am Harz

Quedlinburg - Stiftskirche St. Servatius - 2016

Das UNESCO-Weltkulturerbe „Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg“ liegt nordöstlich des Harz-Gebirges in Sachsen-Anhalt. Die UNESCO erklärt 1994 drei Bereiche von Quedlinburg zum Weltkulturerbe:

  • das ehemalige Damenstift (Stiftskirche und Schloss) auf dem Schlossberg (Mitte),
  • die Altstadt von Quedlinburg nordöstlich des Schlossberg (oberes Bilddrittel),
  • drei weitere Bereiche (Münzenberg (am linken Bildrand geschnitten), St. Wiperti (links unten außerhalb des Bildes) und Gröpern (Viertel vor der Stadtmauer).

Der Bahnhof ist am rechten oberen Bildrand.

Quedlinburg 005
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Quedlinburg

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Stiftskirche St. Servatius: 51.786022, 11.136628
Altstadt von Quedlinburg: 51.789416, 11.141604
St. Wiperti: 51.784957, 11.130408
Münzenberg: 51.787777, 11.133345
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Stiftskirche St. Servatius
Quedlinburg Sachsen-Anhalt, Deutschland
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Altstadt von Quedlinburg
Quedlinburg Sachsen-Anhalt, Deutschland
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St. Wiperti
Quedlinburg Sachsen-Anhalt, Deutschland
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Münzenberg
Quedlinburg Sachsen-Anhalt, Deutschland

In der Quedlinburger Altstadt haben sich über 1300 Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten erhalten. In einem der ältesten (1346/47) befindet sich das Fachwerkmuseum. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten zählen das Rathaus (14. Jh., Renaissance-Fassade von 1615/16) mit dem Roland; die gotischen Kirchen St. Aegidien (13. Jh.) und St. Nikolai (13. Jh.), das Klopstockhaus, die Lyonel-Feininger-Galerie oder Teile der Stadtmauer.

Quedlinburg Bahnhof (Empfangsgebäude), railway station

Bahnhof Quedlinburg

Vom Bahnhof Quedlinburg (erbaut 1862) geradeaus über die Bahnhofsbrücke, die den Fluß Bode überquert. Westlich der Bahnhofsstraße liegt der Aulnoye-Aumerie-Platz, östlich der Friedrich-Ebert-Park.  Zwischen den Häusern Bahnhofstraße 2 und 3 führt ein Weg in die Altstadt Quedlinburgs.

Altstadt Quedlinburg

Quedlinburg-1647-Merian.jpg
Quedlinburg von Osten. Matthias Merian 1647. Public Domain, Link

Der Stich von Matthias Merian zeigt Quedlinburg mit Blick nach Nordwesten. Der Standpunkt ist etwa dort, wo heute der Bahnhof steht. Gut zu erkennen ist der Fluß mit der Brücke. Links ist der Schlossberg mit der Stiftskirche dargestellt; rechts davon der Münzenberg; in der Bildmitte die Marktkirche St. Benedikti. Schon damals hatten die Türme unterschiedliche Turmhelme. Der Rundgang führt zu der Kirche, die ganz rechts abbildet ist: St. Nikolai. Die Straße „Konvent“ führt zum quadratischen „Neustädter Kirchhof“, in dessen Mitte St. Nikolai steht.

141019 am Neustädter Kirchhof Quedlinburg

Barocker Hochaltar St. Nikolai, Quedlinburg

Die doppeltürmige Kirche St. Nikolai bildet das Zentrum der Quedlinburger Neustadt, die man im 12. Jahrhundert vor den Toren der „damaligen“ Altstadt gegründet. Die dreischiffige Hallenkirche wurde im 13. und 14. im damaligen Neubaugebiet errichtet. Die Türme sind bis zur Turmspitze rund 72 m hoch. Zu den Sehenswürdigkeiten im Inneren der evangelische Pfarrkirche zählen der barocke Hochaltar (1712, Jobst Heinrich Lessen), die Kanzel (1731). Die mit Glockenritzzeichnungen versehene Große Glocke wurde 1333 gegossen und ist die älteste Glocke Quedlinburgs. Webseite: www.kirchequedlinburg.de/qlb/tourismus/kirchen/nikolaikirche.php

Steinweg (Quedlinburg). Blick nach Norden auf Mathildenbrunnen, dahinter Gasthaus zur Goldenen Sonne

Steinweg

Der Steinweg führt durch die Quedlinburger Neustadt über den Mühlgraben zur Bockstraße, die an der Marktkirche endet. Die Kreuzung Steinweg/Pölkenstraße bildet einen dreieckigen Platz, auf dem der Mathildenbrunnen steht. An der Nordseite erhebt sich das Gasthaus „Zur Goldenen Sonne“ (Steinweg 11/12, erbaut 1621) Sehenswerte Einzelbauten sind das Haus zum Steinernen Gast (für das Augustinerkloster als ummauerter Hof im 13. Jh. erbaut; 1797 erneuert ; Steinweg 21), die Alte Börse (erbaut 1683, Eckhaus mit Eckerker; Steinweg 23) oder das fünfstöckige Kochsche Haus mit zwei Fensterbändern (1716, Steinweg 33),

Haus zum Steinernen Gast (Steinweg 21, Quedlinburg)

Quedlinburg, Steinweg 23, Alte Börse

Steinweg 33 (Quedlinburg)

Marktkirche St. Benedikti

Marktkirche St. Benedikti, Innenraum, Blick zum Chor (Altstadt Quedlinburg)

Marktkirche St. Benedikti Quedlinburg

Die Marktkirche St. Benedikti (ersterwähnt 1233) ist eine gotische Hallenkirche mit Resten einer romanischen Krypta und spätgotischem Chor (15. Jh.). Sehenswert ist die Ausstattung im Chor, darunter der Hochaltar (1700), den der Architekturtheoretiker Leonhard Christoph Sturm entwarf, sowie die Kanzel (1595), der marmorne Taufstein (1648) oder das Bortfeldsche Epitaph (1576).

Seit einem Brand ist das Südturmdach niedriger. Die ehemalige Türmerwohnung im Südturm kann man besuchen. Man hat von dort einen guten Ausblick auf die Altstadt Quedlinburg. Der Dachstuhl ist ein geschützter Lebensraum für Fledermäuse. Webseite: www.kirchequedlinburg.de)

Rathaus Quedlinburg, Markt 1

Rathaus Qedlinburg

An der Nordseite des Marktes steht das efeubewachsene Rathaus. An der Südwestecke hebt ein steinerer Roland sein Schwert. Das Fachwerkhaus (1591) hat die Adresse Hoken 1. Im Hoken betrieben Kleinhändler ihr Geschäft mit Waren, die sie „verhökerten“ (Link). Im Hintergrund der Kirchturm der Marktkirche St. Benedikti.

Fachwerkhaus in Altstadt Quedlinburg, Markt. IMG 1241WI

Markt

Die Westseite des Marktes wird vom ehemaligen Gildehaus der Lohgerber überragt. Das rot verputze Fachwerkhaus besitzt einen zweigeschossigen Erker und wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Inzwischen reihen sich hier drei Cafés aneinander (von links): Baumkuchen Café, Schäfer’s und Café-Konditorei Gelbke. Am Baumkuchen Café rechts in die Blasiistraße einbiegen. Nächste Station ist die Kirche St. Blasii.

Innenraum der Kirche St. Blasii in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

St. Blasii

Die Kirche St. Blasii wurde 1222 erstmal erwähnt. Ein gotischer Neubau von 1267 wurde 1711-15  erneuert. Aus dieser Zeit haben sich die hölzernen Emporen und das Kirchengestühl erhalten. Der Quedlinburger Orgelbauer  Ernst Röver hat 1905 für das Barockgehäuse die Orgel erbaut. Von Röver stammen auch Orgeln in anderen Quedlinburger Kirchen sowie im UNESCO-Welterbe Wismar. Heute dient die entweihte Kirche für Konzerte oder Lesungen (Webseite: www.blasiikirche.de). Von der Kirche führt ein kurzer Abstecher durch die Wordgasse zum Fachwerkmuseum:

Fachwerkmuseum im Ständerbau. Wordgasse 3, Quedlinburg.

Fachwerkmuseum im Ständerbau

Im ältesten Fachwerkhaus Quedlinburgs (1346) ist das deutschlandweit einzige Fachwerkmuseum untergebracht – auf 48 m². Nach einer Sanierung haben die Fenster wieder die ursprüngliche Größe (Adresse: Wordgasse 3, Webseite: https://www.quedlinburg-info.de/sehenswert/museen/details/fachwerkmuseum-im-staenderbau.html). Die Bauweise von Haus Wordgasse 3 ist noch altertümlich:

Vergleich Ständerbau Rähmbau

  • Beim älteren Ständerbau sind die Holzstützen traufenhoch, gut zu erkennen auf dem Foto. Die Etagen nennt man „Geschosse“, da die Deckenbalken in die Ständer einschießen.
  • Beim jüngeren Rähmbau sind die Holzstützen nur jeweils ein Stockwerk hoch. So kann man auch kurzes Holz verwenden. Die meisten Fachwerkhäuser in Quedlinburg sind in Rähmbauweise errichtet.

Vom Fachwerkmuseum zurück zur Blasiistraße und links abbiegen. Neben der Blasii-Kirche befindet sich das Mitteldeutsche Eisenbahn- und Spielzeugmuseum, das auf rund 500 m² Modelleisenbahnen, einige Puppen sowie Blechspielzeug ausstellt (Adresse: Blasiistraße 22; Webseite: www.eisenbahn-spielzeug-museum.de/home.php).

Die Blasiistraße mündet in die Hohe Straße. Links abbiegen. Man verlässt die Altstadt Quedlinburg: Links sind Reste der Stadtmauer zu erkennen. Durch die Lange Gasse geradeaus bis zur Weggabelung und rechts in den Finkenherd biegen.

Eingangsbereich der Lyonel Feininger Galerie

Lyonel-Feininger-Galerie

Vom Finkenherd führt eine Sackgasse rechts zur Lyonel-Feininger-Galerie. Feininger (1871-1956) hat ab 1919 als Maler für das Bauhaus in Weimar gearbeitet. Sein Schaffen galt den Nazis als „Entartete Kunst“. Feiningers Werke gelangten nach Quedlinburg, da ein Bauhausschüler, der Quedlinburger Hermann Klumpp, Feiningers Kunstwerke vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet hatte. (Webseite: www.feininger-galerie.de). Ein Durchgang führt zum Kloppstockhaus.

Klopstockhaus am Schlossberg

Finkenherd (Quedlinburg). Blickrichtung nach Nordwesten zum Altstadt-Zentrum. Links das Klopstock-Haus.

Vor dem Schlossberg erstreckt sich ein fast quadratischer Platz. Er heißt Schlossberg – wie auch der Innenhof oben im Schloss. Das Fachwerkhaus (1570) mit den zwei Säulen ist das Klopstockhaus, benannt nach dem Dichter Friedrich Gottlob Klopstock, der hier 1724 geboren wurde. Webseite: www.quedlinburg.de/de/museen/klopstockhaus.html

Schlossberg mit Stiftskirche und Schloss

Quedlinburg-Schlossberg ReiKi

Auf dem Schlossberg gründete König Otto I.  936 ein Damenstift als Wohngemeinschaft für unverheiratete Adelsdamen. Das Stift sollte die Erinnerung an Ottos Vater Heinrich I. aufrechterhalten. Heinrichs Witwe, die heilige Mathilde leitete das Stift von 936 bis zu ihrem Tod 968. Die romanische Stiftskirche St. Servatii (1070-1129) wurde im 14. Jahrhundert um einen gotischen Chor ergänzt. In der Domschatzkammer ist einer der wertvollsten Kirchenschätze des Mittelalters aufbewahrt: der Quedlinburger Domschatz. Webseite: www.domschatzquedlinburg.de

Vom Schloss gelangt man an der Westseite – vorbei an den Schlossbergklippen – zur Mühlenstraße. Diese rechts abbiegen und am Kreisel geradeaus in die Langenbergstraße. Auf der rechten Seite führt eine Treppe hinauf zum Münzberg; alternativ kann man zwei Aufstiegen weiter nördlich folgen (Per Auto erfolgt die Zufahrt über die Straße Zwergkuhle.).

Münzenberg

Münzenberg (Quedlinburg) 001

Auf dem benachbarten Münzenberg gründete die Schwester von Kaiser Otto II., Mathilde*, 986 das Nonnenkloster. Die Anlage wurde während des Bauernkriegs 1525 zerstört; Handwerker und Musikanten siedelten sich ab 1576 auf dem Berg an. Von der Kirche St. Marien haben sich u. a. Wst- und Ostkrypta erhalten. Das Portal der Kirche hat man zweitverwendet für die St. Wiperti-Kirche. Das Münzenberg-Museum informiert über die Geschichte des Viertels (Adresse: Münzenberg 16. Eingang über Haus Münzenberg 4. Webseite: www.klosterkirche-muenzenberg.de). Vom Kreisel am Fuße des Münzbergs führt die Wipertistraße (K1360) zur südwestlich gelegenen Wipertikirche.

* Diese Mathilde (955-999) ist nicht zu verwechseln mit ihrer Großmutter, der heiligen Mathilde (896-968). Erstere war Äbtin, aber keine Heilige, letzte heilig, aber keine Äbtin, wenngleich sie dem Frauenstift auf dem Schlossberg vorstand.

St. Wiperti

St.-Wiperti-Kirche Quedlinburg (1)

Zum Weltkulturerbe zählt auch die Kirche  St. Wiperti (südlich des Schlossbergs), eine Kirche mit Krypta aus dem 10./11. Jahrhundert. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert schwer beschädigt und diente ab etwa 1550 als Pfarrkirche, ab 1812 als Scheune. 1955 bis 1959 rekonstruierte man die Kirche und baute das Portal der Marien-Kirche vom Münzberg ein. Webseite: www.wiperti.de) Westlich der Kirche erstreckt sich der Wipertifriedhof mit 55 Felsgrüften. Von der Kirch nach Süden auf die Wipertistraße, die den Mühlgraben und den Holländergraben überquert. An der Kreuzung mit der Straße „Am Abteigarten“ geradeaus in die Brühlstraße. Links liegt der Abteigarten, rechts das Waldstück Brühl.  

St. Wiperti (Quedlinburg), Krypta im Mittelschiff

St. Wiperti (Quedlinburg). Hauptschiff, BLick nach Osten

Abteigarten und Brühl

Abteigarten mit Blick auf das Waldstück Brühl (Quedlinburg)

Vom Abteigarten in die Abteigasse, die in die Kaiser-Otto-Straße mündet. Rechts abbiegen, dann links in die Straße „Winkel“, die zur Wassertorstraße führt. Rechts abbiegen, dann links in die Straße „Im Wasserwinkel“.

Im Wasserwinkel 4 (Quedlinburg)

Wordgarten

Das Fachwerkhaus (1699) war früher eine Wassermühle und dient heute als Restaurant (Webseite: http://www.restaurant-wordhaus.de). Von dort durch die Grünanlage Wordgartengarten nordwärts zur Carl-Ritter-Straße. Rechts abbiegen und zur Straße „Steinbrücke“ gehen. Dann rechts durch die Heiligegeistkirche bis zur Bahnhofstraße, die zurück zum Bahnhof führt.

Tourist-Information Quedlinburg

Aktuell besitzt Quedlinburg noch kein Besucherzentrum. Es gibt aber ein Tourismusinformationsbüro:

Kontakt

Adresse Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH
  Markt 4
  06484 Quedlinburg
E-Mail qtm@quedlinburg.de
Telefon 03946-905-624
Fax 03946-905-629

Öffnungszeiten

Monat Tag Uhrzeit
April – Oktober Montag – Samstag 09:30 – 18:00
  Sonntag 10:00 – 15:00
November – März Montag – Donnerstag 09:30 – 17:00
  Freitag – Sonntag 09:30 – 18:00

Abweichende Öffnungszeiten im Advent und an bestimmten Sonn- und Feiertagen.