Würzburger Residenz

Barocke Pracht am Main

Wurzburgo, palacio 03

Die Würzburger Residenz gilt als ein Höhepunkt barocker Schlossarchitektur. Zahlreiche Künstler, darunter der Architekt Balthasar Neumann und der Maler Giovanni Tiepolo, schufen von 1720-81 am Rande der Würzburger Altstadt ein Gesamtkunstwerk von beeindruckenden Ausmaßen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Residenz schwer getroffen, aber das Treppenhaus mit dem weltgrößten Deckenfresko blieb wie durch ein Wunder unversehrt. Seit 1981 zählt die Würzburger Residenz mit Residenzplatz und Hofgarten zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Würzburger Residenz

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Würzburger Residenz 49.792800, 9.938800

Residenzplatz

Residenzplatz mit Frankonia-Brunnen vor der Würzburger Residenz. Blick nach Osten. West facade of the Wurzburg Residence 08

Wer von der Stadt kommt, betritt den Residenzplatz mit dem Frankoniabrunnen. Der Ehrenhof war ursprünglich durch ein Gitter  abgetrennt, das man 1821 entfernt hat. Es war das Meisterwerk des Kunstschmieds Johann G. Oegg. Der Brunnen wurde 1894 aufgestellt und hieß zunächst Prinzregent-Luitpold-Brunnen. Die Frankonia (Allegorie Frankens) ist umgeben von drei Franken: Tilman Riemenschneider (Holzschnitzer), Walther von der Vogelweide (Dichter) und Matthias Grünewald (Maler).

Würzburger Residenz

Würzburger Residenz, Gartenfront

Das Foto zeigt die Gartenfront (= Ostseite). Ihr entspricht die Zimmerflucht am oberen Rand des Grundrisses. 

Grundriss der Würzburger Residenz

 Würzburger Residenz Grundriss

Die Würzburger Residenz ist eine erweiterte Dreiflügelanlage. Den Ehrenhof im Westen umgeben Nordtrakt (links) und Südtrakt (rechts). Beide bilden jeweils zwei Höfe, die von außen nicht wahrnehmbar sind.

Vom Ehrenhof tritt man in das Vestibül (mit den gestrichelten Kreisen). Links davon das berühmte Treppenhaus. Im Osten ragt der Gartensaal (mit gestrichelten Ellipsen; in der Beletage darüber der Kaisersaal) aus der Gebäudeflucht hinaus in Richtung Hofgarten (oberer Rand des Grundrisses). Rechts unten die Hofkirche, in die man vom Residenzplatz gelangt.

Der Weg führte die Gäste des Fürstbischofs vom Ehrenhof geradeaus in das Vestibül und dann linkerhand in das Treppenhaus.

Treppenhaus der Würzburger Residenz

Treppenhaus der Residenz Würzburg; Weltkulturerbe in Bayern (2)

Zu den bedeutendsten Räumen der Residenz zählt das große Treppenhaus. Es ist so groß, weil man sich nicht mit einer möglichst platzsparenden Treppe begnügen wollte. Statt dessen baute man eine sechsläufige E-förmige Treppe, die bequem und repräsentativ ist: Die mittlere Treppe ist durch ein Zwischenpodest in zwei Läufe unterteilt. Dort kann man innehalten, um die Kunst zu bestaunen. Auch die zwei äußeren Treppenarme haben je ein Zwischenpodest. Die Treppe ist nicht steil, sondern flach und somit bequem.

Das Foto links wurde vom mittleren Podest aufgenommen. Man blickt nach Süden; im Erdgeschoss das Vestibül, links der Gartensaal, rechts der Eingang. Im 1. OG der Weiße Saal, links davon liegt der Kaisersaal.

Neues Schloss Schleißheim, Treppenhaus (Enrico Zuccalli)

Neumanns Meisterwerk hat einen Vorgänger. Das Foto zeigt das Treppenhaus im Neuen Schloss Schleißheim (Bayern), das ab 1701 nach Plänen von Enrico Zuccalli (1642-1724) erbaut wurde. Es gibt Übereinstimmungen, aber auch Unterschiede, z. B. unterbrochene versus durchlaufende Treppenarme, d. h. mit versus ohne Podest.

Residenz Würzburg, Treppenhaus, Nord-Süd-Längsschnitt

Wenn man die Treppe in der Mitte schneiden würde, erhielte man folgenden Längsschnitt. Das steinerne Gewölbe war so flach, dass Neumanns Kollege, Johann von Hildebrandt, dessen Einsturz befürchtete. Tatsächlich war es aber so stabil, dass es sich – im Unterschied zu anderen Räumen – bis in die Gegenwart erhalten hat. Das Treppenhaus wird von einem riesigen Deckengemälde überspannt.

Deckengemälde im Treppenhaus

Deckengemälde im Treppenhaus der Würzburger Residenz

Das Deckengemälde zeigt die vier Erdteile Afrika, Amerika, Asien und Europa. Es ist mit einer Fläche von 580 m² das größte Deckenfresko der Welt und das Hauptwerk des Malers Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770).

Giovanni Tiepolo und Balthasar Neumann

Giovanni Battista Tiepolo 060

Das Deckengemalde zeigt auch die beiden Hauptkünstler: Giovanni Battista Tiepolo (oben, 1696-1770) und Balthasar Neumann (1687-1753), der ehemalige Artillerieoffizier, auf einer Kanone sitzend (rechts). Der Mann, der rechts oberhalb von Neumann steht, ist der Stuckateur Antonio Bossi (1699-1764). Er war verantwortlich für die Ausstuckierung, z. B. im Gartensaal, in der Hofkirche und im Weißen Saal.

Balthasar Neumann painted by Giovanni Battista Tiepolo

Weitere Architekten

Mehrere Architekten trugen mit Ideen zur Gesamtkonzeption bei, aber nicht alle sind auf dem Deckenfresko verewigt:

  • Erste Entwürfe präsentierten 1720 die Mainzer Architekten Maximilian von Welsch (1671-1745) und Philipp von Erthal (1689-1741). Welsch war ein bedeutender Architekt, der bei mehreren Projekten durch Balthasar Neumann verdrängt wurde: Welsch lieferte erste Entwürfe, die Neumann überarbeitete – und den Ruhm für das Gesamtwerk einheimste. Mehr Infos unter: https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/s-z/Welsch_Maximilian.html)
  • Ab 1723 wurden auch die französischen Architekten Robert de Cotte und Germain Boffrand an den Planungen beteiligt.
  • Ab 1730 lieferte der Wiener Architekt Johann Lucas von Hildebrandt (1668-1745) Ideen, z. B. zur Gestaltung der Schlosskirche. Hildebrandt plante bedeutende Bauten im UNESCO-Welterbe „Historisches Zentrum von Wien“.

GermainBoffrandPortrait

Robert de Cotte

Johann Lucas von Hildebrandt

Weißer Saal

Würzburger Residenz: Weißer Saal mit Stuckdecke

Vom Treppenhaus gelangt man in den Weißen Saal. Dort war die Wache stationiert. Stuck, Wand- und Deckenflächen sind weiß gehalten, um dem Auge nach dem Treppenhaus eine „Verschaufpause“ zu gönnen. Das Foto zeigt den Weißen Saal mit Blick nach Nordosten: Die drei Rundbogenfenster links gehen zum Ehrenhof hinaus; durch die zwei Türen rechts blickt man in das Treppenhaus.  Zur Rechten gelangt man in den Kaisersaal.

Kaisersaal (Würzburger Residenz)

Kaisersaal Würzburger Residenz

Der Kaisersaal der Würzburger Residenz (1737-53) folgt auf den Weißen Saal. Ganz rechts erkennt man eine von drei Türen, die beide Räume verbinden. Einen Kaisersaal gibt es in etlichen deutschen Schlössern, Klöstern (z. B. Kloster Corvey) und Rathäusern (z. B. Frankfurter Römer). Er sollte einen würdigen Empfang bieten, falls der Kaiser zu Besuch kommen sollte. 

Tiepolo hat den Kaisersaal farbenfroh ausgemalt. An den Kaisersaal schließen sich die Nördlichen Kaiserzimmer und die Südlichen Kaiserzimmer an. Zusammen nehmen sie die gesamte Gartenseite ein. Vom Kaisersaal, der auf der Mittelachse des Schlosses liegt, hat man einen guten Blick in den Hofgarten. Das Foto zeigt die Südseite des Kaisersaals. Durch die Tür gelangt man in die Südlichen Kaiserzimmer, und zwar in das Vorzimmer. Es folgen Audienzzimmer, Venezianisches Zimmer, das berühmte Spiegelkabinett sowie als Abschluss die Galerie in der Südostecke.

Hofgarten

Residenz, Würzburg, 22 Aug 2010 - panoramio - anagh (5)
Residenz Würzburg Plan

Drei Gärten umgeben die Würzburger Residenz (Auf der Karte ist Norden unten!):

  • Rosenbachpark im Norden
  • Ostgarten zwischen Residenz und Bastion (Siehe Foto oben.) und
  • Südgarten mit Orangerie und Küchengarten (siehe Foto unten.).

Die verwinkelte Form des Gartens ist Folge des gewählten Bauplatzes: Die Würzbürger Residenz wurde in der Nähe der Stadtbefestigung erbaut. In einer Bastion befindet sich der Ostgarten; in einer anderen die Gärtnerei.

Würzburg-residenz-hofgarten-kirschblütenallee
Orangerie im Südgarten der Wuerzburger Residenz

Hofkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit

Hofkirche der Würzburger Residenz

Die Hofkirche (1732-43) befindet sich im Südtrakt der Würzburger Residenz. Zahlreiche Säulen und eine Empore gliedern den Innenraum. Die Pläne für die Kirche stammen von Neumann, auf die Johann Lucas von Hildebrandt Einfluss nahm. Die Seitenaltäre sind das Werk Tiepolos (Norden: Erzengelaltar; Süden: Mariä-Himmelfahrt-Altar). Die Hofkirche ist ein Beispiel für die Vielfalt der Ideen, die die Architekten einbrachten. Als Standort schlugen vor: Neumann die Nordostecke der Residenz, Welsch den nördlichen Mittelrisalt, Boffrand den Querbau zwischen den nördlichen Innenhöfen und  Bischof Friedrich Carl den Südwest-Pavillon am Ehrenhof.

Oegg - Hofgartentor an der Hofpromenade 01

Schmiedekunst von Johann G. Oegg

Der Kunstschmied Johann Georg Oegg (1703-82) schuf für die Würzburger Residenz wertvolles Schmiedewerk:

  • Oeggtor (zwischen Rosenheimpalais und Residenz) und Hofgartentor (zwischen Gesandtenbau und Residenz)
  • Greiffenclau-Tor (Nordostecke der Residenz, dort das Oegg-Denkmal) und das Tor an der Balthasar-Neumann-Promenade (Foto).

Rosenbachpalais

Rosenbachpalais, Residenzplatz 3, Residenz Wuerzburg

Nördlich der Würzburger Residenz steht der Rosenbachpalais (1701-04), benannt nach Fürstbischof Johann Hartmann von Rosenbach (1609-75). Die Pläne lieferte wohl Antonio Petrini, der in Würzburg bedeutende Bauten schuf (u. a. Reuererkirche, Stift Haug). Die Ausführung lag bei Joseph Greissing. Die Durchfahrt führt in den Rosenbachpark. Heute residiert im Rosenbachpalais die Staatliche Hofkellerei.

Weinkeller der Würzburger Residenz

Würzburger Residenz. Staatlicher Hofkeller (Weinkeller) Grundriss

Grundriss Weinkeller

Die „Staatliche Hofkellerei“ wurde 1128 gegründet und ist eines der ältesten Weingüter der Welt und das drittgrößte Deutschlands. Probieren kann man die Weine in der Vinothek im Rosenbachpalais – oder in den Kellergewölben der Würzburger Residenz. Der Hofkeller organisiert außerdem regelmäßig Kellerführungen (im Keller ist es mit 15 – 18° C (un)angenehm kühl). Webseite: www.hofkeller.de

Stückfasskeller (Würzburger Residenz)

Stückfasskeller

In den Kellergewölben der Würzburger Residenz lagern rund 300 Holzfässer. Vom Rondellkeller gelangt man in den östlichen Stückfasskeller, der 160 Personen und 100 Fässern Platz bietet. Jedes Stückfaß hat rund 1200 l Volumen. Der westliche Kammerkeller (Wein für den Bischof) führt zum Beamtenfasskeller (Wein für die Beamten). Im Geschichtstunnel geht’s unter dem Ehrenhof zum Südtrakt mit Rotwein- und Eiskeller. Wärmer ist es im Martin von Wagner Museum:

Martin von Wagner Museum. Antikensammlung Wuerzburg

Martin von Wagner Museum

Im Südflügel der Würzburger Residenz ist das Martin von Wagner Museum untergebracht (Webseite: www.martinvonwagner-museum.com). Das Museum hat drei Schwerpunkte:

  • Antikensammlung (griechisch, römisch) mit der drittgrößten Vasensammlung Deutschlands.
  • Gemäldegalerie (deutsche, niederländische und italienische Malerei; Werke von Tilman Riemenschneider).
  • Graphische Sammlung (u. a. Tiepolo, Dürer).

Codex Laureshamensis Initial-D.jpg
Gemeinfrei, Link

Staatsarchiv Würzburg

Im Nordflügel der Würzburger Residenz befindet sich das Staatsarchiv Würzburg. Der Zutritt zum Archiv ist nur nach Voranmeldung möglich. Jederzeit zugänglich sind die Digitalisate, darunter ein Werk aus dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch: Der Lorscher Codex ist ein Kopialbuch (1170-95), das über 3800 ältere Urkunden überliefert. (Digitalisat) (Webseite: www.gda.bayern.de/wuerzburg)

Warum ist die Würzburger Residenz UNESCO-Weltkulturerbe?

Die UNESCO hat die Würzburger Residenz zum Weltkulturerbe erklärt, weil zwei (von zehn) Welterbe-Kriterien erfüllt sind (Übersetzung durch das Auswärtige Amt):

„Kriterium (i): Unter den barocken Palästen ist die Würzburger Residenz zugleich der homogenste und der außergewöhnlichste. […] Die Residenz stellt aufgrund ihres ehrgeizigen Programms, ihrer Originalität und des internationalen Charakters ihrer Werkstatt eine einzigartige künstlerische Leistung dar. […]

Kriterium (iv): Die Residenz ist ein Zeugnis europäischer Kultur. Das Gebäude ist eine Gemeinschaftsleistung der bedeutendsten europäischen Architekten, Bildhauer und Maler des 18. Jahrhunderts aus Frankreich (insbesondere Paris), Italien (insbesondere Venedig), Österreich (insbesondere Wien) und Deutschland.“ (Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2355016/f4a9e6e2378611fe106e49871c51c6bf/03-wuerzbuger-residenz-data.pdf)

Würzburger Residenz: Informationen für Besucher*innen

Öffnungszeiten Würzburger Residenz

MonatTagUhrzeit
April – Oktobertäglich*09.00 – 18.00 Uhr (letzter Eintritt: 17.30 Uhr)
November – Märztäglich*10.00 – 16.30 Uhr (letzter Eintritt: 16.00 Uhr)

* Geschlossen: 01. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember

Öffnungszeiten Hofgarten

MonatTagUhrzeit
Januar – DezembertäglichSchließung bei Eintritt der Dunkelheit, spätestens um 20.00 Uhr

Mehr Informationen unter: http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/all_tarif.htm

Eintritt Würzburger Residenz

Einzelperson9,00 €
ermäßigt8,00 €
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre0,00 €
Schüler*Innen über 18 Jahre (a)0,00 €

(a) Gilt nicht für Schüler*Innen von Schulen des Zweiten Bildungsweges und Sprachschüler*Innen.

Eintritt Hofgarten und Hofkapelle

Der Eintritt ist kostenlos.

Führungen Würzburger Residenz

Der Eintritt berechtigt zur Teilnahme an einer Führung:

Deutschsprachig

MonatTagUhrzeit
April – Oktobertäglich*etwa alle 20 Minuten
November – Märztäglich*zur vollen und zur halben Stunde (Letzte Führung: 1 Stunde vor Schließung)

Englischsprachig

MonatTagUhrzeit
April – Oktobertäglich*11:00, 13:30, 15:00, 16:30 Uhr
November – Märztäglich*11:00, 15:00 Uhr

Rundgang zu Werken von Balthasar Neumann

Balthasar Neumann war in Süd- und Westdeutschland tätig. Im Folgenden seien nur einige Bauten in Würzburg und Umgebung vorgestellt.

Nave, Käppelle, Würzburg 20140804

Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung (Käppele)

Wenn man von der Würzburger Residenz südwärts den Ringpark durch- und den Main überquert, hat man fast das nächste Werk Balthasar Neumanns erreicht: das Käppele auf dem Nikolausberg. Zwischen Nikolausstraße und Käppele erstreckt sich ein  Kreuzweg (1761-78) mit 14 Stationen, die auf mehreren Terrassen verteilt sind. Vor eine bestehende Wallfahrtskapelle ließ Balthasar Neumann  1748-50 eine Kirche erbauen. Deren Doppelturmfassade erinnert an die von Stift Haug in der Altstadt Würzburg. Webseite: http://www.kaeppele-wuerzburg.de/

Vom Käppele hat man einen guten Blick auf die Festung Marienberg auf dem nördlichen gelegenen Marienberg. Dort befindet sich das nächste Bauwerk Neumanns: der runde Maschikuliturm.

Würzburg, Festung Marienberg, Maschikuliturm (18. Jhdt.) (29215720698)

Maschikuliturm (Festung Marienberg)

An der Südseite des Schlossbergs, inmitten der Weinreben, wurde 1724 der Maschikuliturm nach Plänen Balthasar Neumanns erbaut. Maschikuli sind Wurföffnungen zwischen Konsolen. Sie ermöglichen die vertikale Nahverteidigung gegen Angreifer am Fuße eines Bauwerks. Die horizontale Fernverteidigung erfolgt durch die runden Schießscharten. Webseite: http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/wu_fest.htm) Von der Festung Marienberg läuft man am Mainufer nordwärts, überquert die alte Mainbrücke und läuft durch die Domstraße auf den Kiliansdom zu. An dessen nördlichem Querhaus befindet sich die Schönbornkapelle.

Schönbornkapelle mit Domkirche St. Kilian (5)

Schönbornkapelle (Würzburger Dom)

Die Schönbornkapelle wurde 1721-24 erbaut. Der Entwurf stammt von Maximilian von Welsch, den Balthasar Neumann überarbeitete. Die Innenaustattung zog sich bis 1738 hin, beteiligt war der Stuckateur Antonio Giuseppe Bossi. Die Kapelle sollte als Grablege für die Familie Schönborn dienen, die mehrere Bischöfe stellte. Vom Dom führt die Schönbornstraße nordwärts. Am Dominikanerplatz steht rechts die ehemalige Dominikanerkirche.

Augustinerkirche, Würzburg, Nave 20150814 1

Augustinerkirche

1266-1308 entstand eine gotische Klosterkirche für den Dominikanerorden. 1743 ließ Neumann das Hauptschiff niederlegen und neu aufbauen. 1824 übernahmen Augustiner die Kirche. Die barocke Austattung fiel dem Bombardement vom 16. März 1945 zum Opfer. Nach den letzten Sanierung 2011 präsentiert sich das Kircheninnere als weißer, weitgehend schmuckloser Raum. Im Vergleich zur Hofkapelle oder zum Käpple wirkt der Innenraum weniger prächtig, aber zugleich monumentaler. Webseite: http://www.augustinerkirche-wuerzburg.de/ 

Gegenüber der Augustinerkirche mündet in den Dominikanerplatz die Bronnbacher Gasse. Dort steht der Fichtelsche Hof.

 

Fichtelscher Hof

Auf der Südseite, Bronnbacher Gasse 8a, erstreckt sich der Fichtelhof, benannt nach dem Hofkanzler Franz Ludwig von Fichtl (1678-1758) , der 1721 Neumanns Trauzeuge wurde. Balthasar Neumann ließ 1724 die Anlage erbauen, die sich um einen Innenhof gruppiert. Die Fassade entwarf wohl Johann Lucas von Hildebrandt. Auch dies Werk wurde im Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Mehr Informationen unter: https://wuerzburgwiki.de/wiki/Fichtelscher_Hof) Zurück zur Schönbornstraße biegt man nordwärts. Die Kaiserstraße führt zum Hauptbahnhof. Mit dem Zug (RE 54 oder R 55) gehts es zwei Stationen weiter zur letzten Station nach Veitshöchheim: 

Schlosses Veitshöchstheim und Hofgarten

Veitshöchheim innen: Treppe, summer palace - IMG 6655

Schloss Veitshöchheim mit Hofgarten

Wenige Kilometer nordwestlich von Würzburg befindet sich die ehemalige Sommerresidenz der Würzburger Bischöfe: Schloss Veitshöchheim, das direkt am Bahnhof steht. Das kleine Schloss ist vom Hofgarten Veitshöchheim umgeben.

Ein barockes Jagdschloss (Heinrich Zimmer; Pläne wohl von Antonio Petrini) umgab Neumann 1753 mit zwei Pavillons. Außerdem ließ er eine Treppe einbauen (siehe Foto unten). Sie ist deutlich kleiner und einfacher als die Treppe in der Würzburger Residenz, aber zugleich der Größe und Funktion von Schloss Veitshöchheim angemessen. Der Stuck stammt von Antonio Bossi; sehenswert ist der Rokokogarten. Webseite: http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/veitsho.htm)

UNESCO-Welterbe des Rokoko

Schloss Augustusburg, Ostseite

Schlösser Augustusburg und Falkenlust bei Brühl

Die Schlösser ließ der Kölner Erzbischof von Schönborn errichten. Balthasar Neumann plante das Treppenhaus. Der barocke Schlosspark ist teilrekonstruiert.

Wieskirche Germany - panoramio (8)

Wieskirche bei Steingaden

Die Wallfahrtskirche (1745-54)  ist das Hauptwerk der Gebrüder Dominikus und Johann Baptist Zimmermann. Sie steht in schöner Landschaft bei Steingaden.

Nächstgelegene UNESCO-Welterbestätten

Bamberg Neue Residenz

Altstadt Bamberg (69 km)

In der Altstadt an der Regnitz habe sich zahlreiche  Barockbauten erhalten, z. B. die Neue Residenz am Domplatz.

Hassiacosuchus haupti

Grube Messel (86 km)

Die nächstgelegene Weltnaturerbestätte ist die Grube Messel. Sie ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstellen der Welt.