Alte Buchenwälder Deutschlands

Weltnaturerbe in Deutschland: Von Hessen bis Rügen

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Die Buchenwälder Deutschlands sind Teil des transnationalen Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Das Welterbe verteilt sich auf 12 Länder mit einer Gesamtfläche von über 90.000 Hektar. Ein Drittel der Fläche liegt in der Ukraine. Es handelt sich bei den Wäldern des deutschen UNESCO-Welterbes um naturnahe Buchenwälder. In der Ukraine stehen hingegen Buchenurwälder.

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Alte Buchenwälder in Deutschland

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Nationalpark Jasmund: 54.534629, 13.642273
Grumsiner Forst: 52.987614, 13.901997
Nationalpark Hainich: 51.026713, 10.435638
Serrahner Buchenwald: 53.341098, 13.200417
Nationalpark Kellerwald-Edersee: 51.149794, 8.974628

Alte Buchenwälder Deutschlands

Das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands“ besteht aus fünf Waldgebieten in Mittel- und Nordostdeutschland. Zusammen bilden sie eine Fläche von rund 4.400 Hektar (oder 44 km²). Zum Vergleich: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist mit 4.410 km² rund 100 mal größer. Zum Weltnaturerbe zählen folgende Buchenwälder: 

  • Grumsiner Forst (Brandenburg)
  • Nationalpark Jasmund auf Rügen
  • Serrahner Buchenwald (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Buchenwald im Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)
  • Nationalpark Hainich (Thüringen)

Buchenwälder in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Grumsiner Forst (Brandenburg)

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Das Waldgebiet liegt ca. 60 km nordöstlich von Berlin. Es ist Teil des Naturschutzgebietes Grumsiner Forst/Redernswalde (6100 ha). Der Grumsiner Forst umfasst 590 ha Wald. In Altkünkendorf bei Angermünde befindet sich ein Informationszentrum mit Ausstellungen zum Grumsiner Forst (Infopunkt Altenkünkendorf). Link: www.weltnaturerbe-grumsin.de

Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)

Kreidefelsen auf Rügen (29040693666)

Der Nationalpark Jasmund (3070 ha) erstreckt sich auf der Insel Rügen und reicht bis zu den Kreidefelsen an der Ostsee. 493 ha Buchenwald zählen zum Weltnaturerbe. Das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl informiert über den Park und die Buchenwälder Rügens. Es bietet Kurzführungen und Wanderungen an. Link: www.koenigsstuhl.com

Serrahner Buchenwald (Mecklenburg-Vorpommern)

NP Müritz Teilgebiet Serrahn-2

Der Müritz-Nationalpark ist mit 32.200 ha der größte deutsche Nationalpark an Land. 268 ha Buchenwald bei Serrahn sind Weltnaturerbe. Das Jugendwaldheim Steinmühle liegt mitten im Wald am Südufer des Grünower Sees. Die Bildungsstätte bietet Projektwochen, Führungen und Übernachtungsmöglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene an. Link: www.mueritz-nationalpark.de/Lernen-&-Begreifen/Jugendwaldheim-Steinmuehle/

Buchenwälder in Hessen und Thüringen

Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)

Buchen im Hutewald Halloh

Der Nationalpark (5.738 ha) liegt südlich des Edersees bei Kassel. Das Welterbe umfasst 1.467 ha Wald. In der Nähe (ca. 30 km) liegt der Bergpark Wilhelmshöhe. Das Nationalparkzentrum Kellerwald bei Vöhl-Herzhausen informiert über „Geheimnisse der Buchenwälder“ und „Urschätze der Wildnis“. Im 4D-Kino kann man Filme sehen, hören und fühlen. Am Edersee steht der Baumkronenweg TreeTopWalk. Er ist 250 m lang und führt durch die Baumwipfel. Link: www.nationalparkzentrum-kellerwald.de

Nationalpark Hainich (Thüringen)

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich (8)

Nördlich von Eisenach – in Sichtweite der Wartburg – liegt der Nationalpark Hainich (7500 ha). 1.573 ha Buchenwald zählen zum Weltnaturerbe. Vom gewinkelten Baumkronenpfad (530 m) hat man einen guten Blick in und über den Wald. Die Tickets für den Pfad erhält man im Nationalparkzentrum Thiemsburg. Ausstellungen und Filme bieten Einblick in das Waldleben; Kinder können basteln oder in der Wurzelhöhle die Geheimnisse des Waldbodens entdecken. Link: www.nationalpark-hainich.de/de/ausflugsziele/nationalparkzentrum.html

Weltnaturerbe Alte Buchenwälder

Buchenwälder und ihre Nutzung

Ohne die Einwirkung des Menschen wäre der größte Teil Mitteleuropas mit Buchenmischwäldern bedeckt. Buchen sind Laubbäume, die ein Alter von 300 Jahren erreichen können. In dieser Zeit erreichen sie eine Höhe von bis zu 30 m. Durch Photosynthese gewinnt die Buche Energie für die Holzproduktion. Im Laufe der Jahrhunderte wurden große Waldgebiete gerodet, um Land für Ackerflächen, Weiden oder Siedlungen zu gewinnen. Buchenwälder sind aber keineswegs nutzlose Naturgebiete, sondern werden von Menschen auf vielfältige Weise genutzt:

Buchenwälder als Weide

Buche CH Maienfeld 300Jahre CCby conradamber at

Früher trieb man Vieh in den Wald, das u. a. die jungen Triebe und die Früchte der Buche (Bucheckern) fraß. Die Weidenutzung hatte Auswirkungen auf den Wald: Es entstanden lichte, parkähnliche Wälder. Sie waren ein Biotop für lichtbedürftige Pflanzen, die den Waldboden besiedelten. 

Buchenwälder als Erholungsgebiete​

Kellerwald-Edersee 02

Wälder bieten nicht nur dem Vieh Nahrung, sondern auch dem Menschen Erholung. Durch zahlreiche Wälder führen Wanderwege. Neben der körperlichen Betätigung tut ein Waldbesuch auch der Seele gut: Die Ruhe und die natürlichen Waldgeräusche entspannen; im Sommer bieten das Laubdach Schutz vor der Sonne.

Buchenwälder als Holzproduzenten ​

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Buchenholz ist hart, aber fäulnisanfällig. Man verwendet es für Möbel und Parkett, als Brennholz oder zum Räuchern. Früher nutzte man Buchenasche auch für die Glasherstellung; z. B. für die Fenster des Kölner Doms. Für ein Kilogramm Glas brauchte man etwa einen Kubikmeter Holz.

Buchenwälder als Sauerstoffproduzenten

Kellerwald Ringelsberg 001

Eine 100-jährige Buche produziert pro Stunde etwa 1,7 kg Sauerstoff. Damit kann ein Baum den Sauerstoffbedarf von 50 Personen decken. Außerdem tragen Buchen und andere Bäume zur Kühlung und Befeuchtung der Luft bei. Ein Waldspaziergang ist also gesund.

Buchenwälder und andere Welterbestätten

Buchenwälder sind als Holzproduzenten Teil des Wirtschaftsystems. Sie stehen auch in Beziehung zu anderen UNESCO-Welterbestätten. Zwei Beispiele aus Deutschland sind das Fagus-Werk und die Zeche Zollverein.

Fagus-Werk

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Das Weltkulturerbe „Fagus-Werk“ in Alfeld (Niedersachsen) ist nach dem Hauptwerkstoff benannt. Der lateinische Gattungsname der Buche ist „fagus“. In der Fabrik stellt man aus Buchenholz Schuhleisten her (Foto oben.).

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein Schacht 12 Luftaufnahme 2014

Der Holzverbrauch war im 19. Jahrhundert so groß, dass Buchenholz knapp wurde. Die Waldweide verhinderte außerdem die Verjüngung des Waldes. Steinkohle löste Holz als Energieträger ab. Das größte deutsche Steinkohlebergwerk war die Zeche Zollverein in Essen.