Hamburg Sehenswürdigkeiten (Übersicht & Empfehlung)


Es ist einfach, in Hamburg Sehenswürdigkeiten für den eigenen Geschmack und Geldbeutel zu finden: Hamburg ist mit bedeutenden Bauwerken, zahlreichen Museen, Theatern und Straßenkunst reich gesegnet. Wer Hamburg besucht, sollte folgende Highlights nicht verpassen:

  • das UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus,
  • den größten Hafen Deutschlands: den Hamburger Hafen,
  • eine der wichtigsten Straßen Hamburgs: Mönckebergstraße, Spitalerstraße (Haupteinkaufsstraßen), Jungfernstieg, Hafenstraße Ballindamm (Uferstraßen),
  • die Alster mit den Alsterschwänen,
  • die Hamburger Streetart,
  • einen der größeren Plätze: Rathausplatz, Burchardplatz, Gerhard-Hauptmann-Platz,
  • eine der Hauptkirchen: St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai oder St. Petri. Vom Turm der St. Nikolai-Kirche hat man einen guten Ausblick auf Hamburg.,
  • mehrere Fleete und Brücken (Hamburg ist Brückenhauptstadt Europas!),
  • eines der Museen (je nach Interesse), z. B. das Speicherstadtmuseum,
  • eine der Grünanlagen: Planten un Blomen, Alter Elbpark oder Alsterpark,
  • eine der Erlebnis-Attraktionen: z. B. Miniatur Wunderland Hamburg, ein Musical oder Hamburg Dungeon,
  • eines der zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurants, um die Hamburger Küche zu probieren, z. B. Labskaus, Hamburger Aalsuppe, Scholle Finkenwerder Art oder Franzbrötchen,
  • einen Eindruck von Lebensart und Sprache gewinnen. 

Die Welterbetour Speicherstadt & Kontorhausviertel führt in kurzer Zeit zu vielen Sehenswürdigkeiten, die in der Liste aufgeführt sind.


 

UNESCO-Welterbe in der Nähe Hamburgs

Luebeck Holstentor 30

Altstadt Lübeck – Mutter der Hanse

 Die Altstadt von Lübeck ist berühmt für das Holstentor, das Budenbrookhaus oder die Kirchen – Meisterwerke der Backsteingotik.

Das Rathaus (8587659004)

Rathaus und Roland in Bremen

Als Meisterwerk der Weserrenaissance gilt das Bremer Rathaus. Der Roland ist die größte freistehende Statue des Mittelalters.

Henry Sloman: der Mann aus der Wüste

Vom kühlen Hamburg in die heiße Atacama-Wüste und zurück: Der Bauherr des Chilehauses, der Hamburger Unternehmer und Bankier Henry Brarens Sloman (1848 bis 1931), war in jungen Jahren weit herumgekommen.

Wasser und Wüste: Iquique

Aufgewachsen in England, machte Henry eine Schlosserlehre in Hamburg, wo seine Verwandten die Sloman Reederei führten, Deutschlands älteste Reederei. 1869 wanderte Sloman nach Bolivien aus. Die nächsten Jahr arbeitete er dort für einen seiner Freunde, Hermann Fölsch, der in der Hafenstadt Iquique am Pazifik ein Salpeter-Unternehmen besaß.

Pazifik-Küste bei Iquique.- panoramio - Jorge Manriquez P. (2)

Salpeter - das weiße Gold

Man bezeichnete Salpeter als das „weiße Gold“, denn er war im 19. Jahrhundert ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Düngemitteln, Sprengstoffen oder Farben. Die deutsche Landwirtschaft war einer der größten Abnehmer von Salpeter. Südamerikanische Staaten und europäische Investoren gierten nach den wertvollen Minen. 1879 entflammte zwischen Chile, Peru und Bolivien der Salpeterkrieg, aus dem Chile  – mit britischer Unterstützung – 1884 als Sieger hervorging. Die Salpeterminen um Iquique, bislang in Boliviens Süden, lagen nun in Chiles Norden.

Sinking_of_the_Esmeralda_during_the_battle_of_Iquique (2000 x 1163)

Sloman in der Atacama-Wüste

Sloman machte sich 1892 weiter im Landesinneren, bei Tocopilla, mit mehreren Salpeterwerken selbständig: Buena Esperanza, Rica Aventura, Prosperidad, Grutas und Empresa (übersetzt: Gute Hoffnung, Reiches Abenteuer, Wohlstand, Grotten und Betrieb). 1905 – 1911 wurde mitten in der Wüste ein Stausee angelegt, der Tranque Sloman, der die Minen mit billigem Strom versorgte. 

Anfiteatro, Valle de la Luna, San Pedro de Atacama, Chile, 2016-02-01, DD 149

Atacama - die Wüste

In den Minen arbeiteten tausende Männer unter Extrembedingungen, denn die Vorkommen befinden sich mitten in der Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Von den ehemals über hundert Minen (Liste) zählen zwei zum Weltkulturerbe: die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke.

Humberstone-Salpeterwerk aus Vogelperspektive; UNESCO-Weltkulturerbe in ChileOfficina salitrera Humberstone 03

Haber und Bosch - der Niedergang

Eine Erfindung im fernen Deutschland führte zum Niedergang der Salpeter-Industrie: Die Chemiker Fritz Haber und Carl Bosch meldeten 1910 ein Verfahren zur künstlichen Salpeter-Herstellung als Patent an. Die Folgen waren einerseits der Chemie-Nobelpreis für Haber (1918) und Bosch (1931) und andererseits eine Krise für die Salpeterproduktion in Chile. Inzwischen sind die meisten Minen verlassen. Die beiden Weltkulturerbestätten Humberstone und Santa Laura zerfallen und stehen auf der Roten Liste des bedrohten Welterbes. An die zahlreichen Minenarbeiter erinnert heute wenig.

Baracken im Humberstone-Salpeterwerk. 2005.11.14 26 Humberstone Chile

Sloman in Mecklenburg-Vorpommern

1898 kehrte Sloman nach Hamburg zurück. Er gründete eine Bank und erwarb 1910 als Altersruhesitz das abgelegene Schloss Bellin. Es liegt südlich von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. In dem Park befindet sich auch das Mausoleum, das Sloman für sich und seine Frau erbauen ließ. Nach der Wende kauften die Nachkommen Slomans das Anwesen auf und richteten dort ein Hotel ein.

Slomans Alterssitz: Schloss Bellin bei Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. 180 DSC0151

Hamburg: Chilehaus

Im fortgeschrittenen Alter, mit 74 Jahren, wagte sich Sloman an ein ambitioniertes Unternehmen: den Bau des größten Kontorhauses Hamburgs mitten in der Wirtschaftskrise der 20er Jahre. Da es in Hamburg bereits ein Slomanhaus gab, erhielt das Gebäude nicht den Namen des Bauherren. Sloman benannte das Haus nach dem Staat, dessen Naturschätzen und Menschen er viel zu verdanken hatte: Chile, symbolisiert durch den steinernen Kondor an der Spitze des Chilehauses.

Chilehaus (Hamburg-Altstadt).Blick von Osten.3.29132.ajb

Hamburger Rathaus – im Zeichen des Phönix

Wie Phönix aus der Asche erhob sich Hamburg aus Glut und Rauch des Großen Stadtbrandes von 1842. Das bedeutendste Wiederaufbauprojekt war das Hamburger Rathaus: politisches Machtzentrum, prächtiger Stadtpalast und Veranstaltungsort des ältesten Festmahls der Welt. Von der Stadtgeschichte erzählen nicht nur zahllose Statuen von Kaisern, Heiligen und Persönlichkeiten, sondern auch ein Vogel der griechischen Mythologie: Phönix, der aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wurde, – ein Symbol für die Wiedergeburt Hamburgs nach dem Großen Brand.


Entstehung

Das Rathaus wurde 1886 bis 1897 nach den Entwürfen des sogenannten „Rathausbaumeisterbundes“ (eine Gruppe mehrerer Architekten unter der Führung Martin Hallers) erbaut. Haller war fast zeitgleich auch für die Planung eines wirtschaftlichen Großprojektes verantwortlich: der Dovenhof, Hamburgs erstes Kontorhaus.

Der Bau des Hamburger Rathauses war notwendig geworden, da der Stadtbrand von 1842 das mittelalterliche Rathaus an der Trostbrücke zerstört hatte. Dem Vogel Phönix begegnet man am Hamburger Rathaus außen und innen:


Das Hamburger Rathaus von außen

Hamburger Rathaus mit Rathausmarkt

Das Hamburger Rathaus nimmt mit seinem 111 Meter langen, viergeschossigen Baukörper fast die gesamte Länge des Rathausplatzes (3D) ein. An der Rathaus-Rückseite schließt sich ein vierseitig umschlossener Innenhof (3D) mit dem Hygieia-Brunnen an.


Die Fassade

Die Fassadenfiguren in den Nischen zwischen den Fenstern stellen deutsche Kaiser dar, die Büsten auf den Fenstergiebeln repräsentieren Berufe, z. B. Fischer, Schiffer und Kaufmann (die ersten drei Büsten von links nach rechts). Die Figuren auf dem Dach sind Schutzheilige Hamburger Kirchen. Die sechs Figuren in den Nischen am Innenhof stellen Bischöfe und Herrscher dar, die für Hamburgs Geschichte bedeutend waren, u. a. den heiligen Ansgar, Hamburgs erster Bischof. Giebelbekrönte Risalte betonen die Gebäudeecken, die Mitte wird hervorgehoben durch den 112 Meter hohen Rathausturm.


Der Rathausturm

Rathaus und Rathausturm in BrüggeAnders als bei den Rathäusern der benachbarten Hansestädte, Bremen und Lübeck, überragt ein hoher Turm das Hamburger Rathaus. Häufig anzutreffen sind solche Rathaustürme bei belgischen und nordfranzösischen Rathäusern, von denen  gut 50 zum Weltkulturerbes zählen, u. a. Brügge. Der Rathausturm dominiert die Stadt in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist der hohe Turm weithin sichtbar, er prägt zusammen mit den Kirchtürmen das Stadtbild. Die politische Macht – und die finanzielle Potenz der Bürger – finden in dem Rathausturm allerdings nicht nur ihren sichtbaren Ausdruck. Viele Rathaustürme besitzen ein weithin hörbares Glockenspiel (Carillon; siehe Nikolaikirche). Auch im Hamburger Rathausturm ist eine Glockenstube (3D) eingerichtet. Allerdings war beim Bau des Rathausturms die Geräuschkulisse der Stadt eine andere als bei den meist mittelalterlichen Türmen Belgiens und Nordfrankreichs. Typisch für Hamburgs Klangbild waren und sind die Hafengeräusche, vor allem seit die Schiffe mit dem 1851 erfundenen Nebelhorn ausgestattet waren.


Verkündigungsbalkon

Der Turm nimmt im Erdgeschoss den Haupteingang auf, darüber befindet sich der Verkündigungsbalkon (3D). Solche Balkone sind bei Rathäusern in ganz Deutschland anzutreffen, sie ermöglichten in Zeiten, als es noch kein Radio oder Internet gab, zu den Bürgern zu sprechen. Die erhöhte Position und die Rathauswand erleichterten die Schallausbreitung. Inzwischen ist die akustische Funktion in den Hintergrund getreten, Verkündigungsbalkone dienen nun bei besonderen Anlässen dem Zur-Schau-Stellen von Personen oder auch der Beflaggung (Siehe unten.). Oberhalb des Balkons das Mosaik der Hammonia, die Allegorie der Stadt Hamburg.


Phönixlaube

Darüber ragt ein kleinerer Balkon hervor: die Phönixlaube, gut erkennbar an dem Vogel, der auf dem Segmentbogen oberhalb der Balkontür seine Schwingen ausbreitet. Der Phönix ist ein Werk von Aloys Denoth, der auch die Figuren oberhalb der Fenster im Hauptgeschoss entworfen hat. Im Unterschied zum Balkon dient die Phönix-Laube vor allem der visuellen Kommunikation, nämlich dem Flagge-Zeigen. Speziell für das Hamburger Rathaus sieht das Protokoll der Bundesregierung folgende Beflaggungsregel vor:

Bei Beflaggung wird aus der Laube des Rathauses die Staatsflagge, vom Balkon die Europaflagge gesetzt. (Link)

Mit „Laube“ ist die Phönix-Laube, mit „Balkon“ der Verkündigungsbalkon gemeint. Die Flaggen verkünden durch Voll- oder Halbmast – tatsächliche oder inszenierte – Freude und Trauer, aber auch besondere Anlässe, z. B. Wahltage.

Phönix-Laube am Hamburger Rathaus.


Turmuhr und Glockenstube

Die folgenden Geschosse dienen der zeitlichen Orientierung. Die Zeiger der Turmuhr geben die Uhrzeit minutengenau an, die Glocken verkünden die Uhrzeit lediglich viertel- bzw. halbstündlich. Außerdem ergänzten die Glocken die Beflaggung, denn zu feierlichen Anlässen oder in Notzeiten wurden auch Glocken geläutet.


Das Hamburger Rathaus im Inneren

Tritt man vom Rathausplatz durch das Portal, gelangt man in eine dreischiffige Halle (3D) mit 16 Rundpfeilern, die ein Sterngewölbe tragen. An den Schmalseiten schließt sich links die Bürgerschaftstreppe und rechts die Senatstreppe an, die in das Obergeschoss führen. (Werfen Sie auch einen Blick in die Skulpturenkammer im sonst unzugänglichen Keller: (3D).)

Diele im Hamburger Rathaus

Im Obergeschoss befinden sich unter anderem die Räume für die politischen Institutionen (Bürgermeistersaal, Plenarsaal, Ratsstube) sowie der große Festsaal. Er hat einen Rathaussaal in einer Weltkulturerbestätte zum Vorbild: die Sala del Maggior Consiglio in Venedigs Dogenpalast. Einmal jährlich, am 24. Februar, findet im Festsaal die Matthiae-Mahlzeit statt, das älteste Festmahl der Welt, zu dem zahlreiche ausländische Gäste eingeladen werden. Der Phönixsaal (3D) ist ein kleiner Saal zwischen Turm und Nordrisalit. An den großen Brand erinnern zwei zusammengeschmolzene Silberbarren; eine Karte, die das Brandgebiet zeigt, und Phönix, der über dem Hammona-Gemälde thront. In dem Phönix-Saal finden einmal monatlich Trauungen statt.


Zentrum der Politik

Das Hamburger Rathaus ist politisches Zentrum der Freien und Hansestadt Hamburg und eines der Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude ist Sitz der Bürgerschaft und des Hamburger Senats. Bis 1996 war die Bürgerschaft ein Kuriosum unter den Landesparlamenten: Das Abgeordnetenmandat galt als reines Ehrenamt (seitdem als Nebentätigkeit).

Plenarsaal Hamburgische Bürgerschaft im Hamburger Rathaus


Hygieia-Brunnen

Einen anderen Klang erzeugt der Hygieia-Brunnen, der den Innenhof des Rathauses im Sommer mit einem kontinuierlichen Rauschen erfüllt; ein Geräusch, das so natürlich wie ein Wellenrauschen klingt, obwohl der Ursprung (Brunnen und Wasserpumpe) genauso künstlich ist wie das Glockengeläut. Es handelt sich um einen Dreischalenbrunnen aus Granit, den Joseph von Kramer 1896 entwarf. Auf dem Brunnenstock steht Hygieia, die griechische Göttin der Gesundheit. Zu ihren Füßen ein Drache, der die überwundene Cholera symbolisiert. Der Brunnen erinnert an die Cholera-Epidemie, die 1892 in Hamburg wütete. Nachdem die Cholera erfolgreich bekämpft worden war, entschloss man sich zu städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen und zur Errichtung dieses Brunnens. Die Gitter im Brunnensockel verschließen die Ansaugrohre der Klimaanlage des Rathauses. Durch das Brunnenwasser wird die Luft im Sommer befeuchtet und gekühlt.


Informationen zum Hamburger Rathaus

  • 3D-Tour durch das Hamburger Rathaus (www.rathaus-3d.hamburg.de)
  • Barrierefreier Rundgang durch die Altstadt mit Zwischenstation Rathaus (www.barrierefreieshamburg.de/rundgang/altstadt.html)

Besuch

    • Adresse: Landesbetrieb RathausService, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg
    • Internet: www.hamburg.de/rathaus
    • Telefon040 42831-2010
    • Fax: 040 42831-5008
  • Mail: rathausservice@sk.hamburg.de
  • Öffnungszeiten:
    • Montag – Freitag: 07.00 – 19.00 Uhr;
    • Samstag: 10.00 – 18.00 Uhr;
    • Sonntag: 10.00 –  17.00 Uhr
  • Führungen: Das Hamburger Rathaus und der Innenhof sind frei zugänglich. Es werden halbstündlich Führungen angeboten; für die monatlich staffindenden Führungen in plattdeutscher Sprache ist eine telefonische Anmeldung erforderlich: (040) 428 31-2064 (von 9.00 bis 17.00 Uhr).
  • Anfahrt:
  • Haltestelle Rathaus:
    • U3
    • Busse 3/4/5/6/31/34/35/36/37/109


Beitragsbild: Urheber: Carmelo Bayarcal, LIzenz: [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Alter Elbpark und Bismarck-Denkmal

Kleiner Park mit großem Denkmal: Die Rede ist von der Grünanlage Alter Elbpark und dem Bismarck-Denkmal. Der 4,2 Hektar große Park liegt zwischen den Landungsbrücken im Süden und dem Park Planten un Blomen im Norden. Wer also einen Spaziergang im Grünen machen möchte, kann von der Elbe bis fast zur Binnenalster schlendern, weitgehend abseits des Straßenlärms.

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Alter Elbpark mit Bismarck-Denkmal

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Alter Elbpark mit Bismarck-Denkmal 53.548854, 9.972035

Bismarck-Denkmal

Auf einer Anhöhe, ein Überrest der Bastion Casparus, steht das größe Bismarck-Denkmal der Welt. Schon am Todestag Bismarcks, der am 31. Juli 1898 in der Nähe Hamburgs verstarb, kam dem Bankier Max von Schinckel die Idee zu einem Denkmal. Nach einer mäßig erfolgreichen Spendenaktion und einem Wettbewerb wurde das Denkmal 1901 bis 1906 erbaut. Die Entwürfe stammen von Hugo Lederer (Bildhauer) und Johann Emil Schaudt (Architekt). 1908 ergänzte man die Anlage um die acht Figuren, die die Stämme Germaniens symbolisieren. Auf dem unterkellerten Unterbau erhebt sich ein runder, mit acht Figuren besetzter Aufbau, auf dessen Sockel die 14,8 Meter hohe Bismarck-Figur steht. Insgesamt ist das Denkmal 34,4 Meter hoch. Vielleicht erinnert Bismarck mit Rüstung, Mantel, Schild und Schwert manche Betrachter*innen an den Bremer Roland (Weltkulturerbe mit dem Bremer Rathaus ). Zur Verwendung kam Schwarzwälder Granit.

Bismarck-Denkmal (Hamburg, Alter Elbpark)

Jugendherberge Auf dem Stintfang

Alter Mann und junge Leute – auch das ist der Alte Elbpark. Auf der ehemaligen Bastion Albertus, südlich des Denkmals gelegen, wurde nämlich die Jugendherberge Auf dem Stintfang errichtet (1952-55; Architekt: Hermann Schöne). Der Paula-Karpinski-Platz erinnert an Hamburgs erste Senatorin (1897-2005), die mit 108 Jahren auch zu den ältesten Deutschen zählt. Sie setzte sich dafür ein, dass auf dem sehr gut gelegenen Grundstück eine Jugendherberge erbaut wurde – und nicht ein Luxushotel, wie vom Bürgermeister geplant. Karpinskis Engagement ist es zu verdanken, dass die Jugendherberge einen besseren Ausblick auf den Hamburger Hafen bietet als die meisten Luxushotels. 

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Zuvor befand sich an der Stelle der Jugendherberge von 1881 bis 1955 ein meteorologisches Institut, die Deutsche Seewarte, an die der Name der „Seewartenstraße“ erinnert, die den Park durchschneidet. Die Straße führt über die denkmalgeschützte Kersten-Miles-Brücke (1895-1898), benannt nach einem Hamburger Bürgermeister. Die vier Figuren auf den Brückenpfeilern zeigen Bürgermeister (darunter Kersten Miles) und Admiräle Hamburgs.

Kersten-Miles-Bruecke 1900

Besuch

Die Grünanlage Alter Elbpark ist jederzeit frei zugänglich.

Anfahrt: Die nächstgelegene U-Bahn- und Bus-Haltestelle ist St. Pauli im Norden; die nächstgelegene S-Bahn-Haltestelle ist Landungsbrücke.

 

Haltestelle St. Pauli (im NORDEN) 
U-BahnU3
Bus6, 36, 37, 112, 607, 608
Haltestelle Landungsbrücke (im SÜDEN) 
U-BahnU3
S-BahnS 1, 2, 3
Bus111, 608

Beitragsbild: Urheber: Gunnar Ries, Lizenz:  [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Hamburg 1527: links Nikolaikirche

Mahnmal St. Nikolai (Nikolaikirche Hamburg)

Nicofleet und St.Nikolai - panoramio

Das Mahnmal St. Nikolai ist eine Ruine, die viel bietet: ein hörenswertes Carillon, sehenswerte Skulpturen und ein interessantes Museum. Und nicht zuletzt bietet der einst höchste Kirchturm der Welt eine prächtige Aussicht auf Hamburg.

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Mahnmal St. Nikolai

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Mahnmal St. Nikolai 53.547559, 9.990687

Geschichte der St. Nikolaikirche

Gegenüber der alten Bischofsstadt um die Petrikirche, am anderen Ufer der Alster, ließ Graf Adolf III von Schauenburg 1189 eine neue Stadt erbauen. 1195 erhielten die Bürger der Neustadt eine eigene Kirche. Man weihte sie dem heiligen Nikolaus, der als Schutzheiliger der Seefahrer gilt. Die Kapelle wurde zweimal erweitert (1240-50; 1384-1400).

Nikolai-hallenkirche
Hamburg 1891-1893, Strumper & Co, S. 21 Die St. Nicolai Kirche
Hamburg St.Nicolai

1589 zerstörte ein Blitzschlag den Turm. Der wiederaufgebaute Turm stürzte aber 1644 ein. Erneut baute man den Turm auf, der 1657 fertiggestellt war. Er fiel schließlich mitsamt der Kirche dem Großen Brand von 1842 zum Opfer. Das Bild links zeigt die Nikolaikirche um 1835 (Peter Suhr (1788-1857)).

Nach Plänen des englischen Architekten George Gilbert Scott errichtete man von 1846 bis 1874 einen Neubau. Der 147 m hohe Turm war allerdings erst 1882 fertig. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nach dem Krieg hat man die Überreste – mit Ausnahme des Turms – abgerissen. Mit einem Fahrstuhl gelangt man zur Aussichtsplattform in 76 Meter Höhe. 

Mahnmal St. Nikolai

St-nikolai-dokumentationszentrum

Die Ruine erinnert heute als Mahnmal St. Nikolai an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945. In den Kellerräumen ist ein Museum eingerichtet. Es informiert über folgenden Themen: Geschichte der St. Nikolaikirche, Hamburg in den Jahren 1933 bis 1943, Operation Gomorrha, der Hamburger Feuersturm.

Die drei Skulpturen hat übrigens die Hamburger Bildhauerin Edith Breckwoldt entworfen. Eine der Figuren trägt den Namen „Die Prüfung“ (2004). Sie hockt auf Ziegelsteinen aus dem Gefangenenlager X-B bei Sandbostel.

Prüfung von Edith Breckwoldt (Hamburg) msu2018-1393

Das Glockenspiel von St. Nikolai

Im Turm von St. Nikolai befindet sich ein sogenanntes Carillon. Es handelt sich dabei um ein Glockenspiel, das man wie bei einer Orgel über eine Klaviatur bedient. Allerdings drückt man die einzelne Taste nicht mit einem einzelnen Finger nieder, sondern mit dem Handballen. Die Klaviatur ist nämlich durch Seilzüge mit den Klöppeln verbunden und erfordert daher einen höheren Kraftaufwand.

Das alte Glockenspiel

Die Nikolaikirche besaß seit 1665 ein Carillon, das aus 25 Glocken bestand. 1696 pries der Hamburger Historiker Wolfgang Heinrich Adelungk das alte Glockenspiel mit den Worten:

„In St. Nicolai Thurm ist ebenfalls ein köstliches Glocken= Spiel/ damit allerhand Geistliche Lieder mit mancherley Veränderungen zwey= und Dreystimmig gespielet werden/ und klingt solches gar lieblich/ weit über und in die Stadt hinein.“ (zitiert nach Dorothea Schröder, 2014. Link)

Der Barock-Komponist Georg Friedrich Telemann verewigte die Glockenspiele der Stadt im vierten Satz der Alster-Ouvertüre (1725). Er ist  mit „Die Hamburgischen Glockenspiele“ überschrieben:

Das neue Glockenspiel

Das alte Carillon existiert nicht mehr. Das heutige Geläut wurde von der Königlichen Glockengießerei Eijsbouts (Niederlande) angefertigt und 1993 geweiht. Es besteht aus 51 Glocken und ist somit eines der größten Glockenspiele Deutschlands. Der Tonumfang reicht über vier Oktaven. Das Gesamtgewicht der Glocken liegt bei rund 13 Tonnen.

Informationen


Adresse: Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg