Messel Sehenswürdigkeiten (Übersicht und Empfehlung)

Messel, im Jahr 800 erstmals erwähnt, liegt in einem großen Waldgebiet in Südhessen. Zur Großstadt Darmstadt sind es nur neun Kilometer. Wer gerne im Wald spazieren geht oder fährt, kann bei Messel Sehenswürdigkeiten besuchen, ohne den Wald zu verlassen. Vor allem im Sommer eine schattige und kühle Alternative zur Hitze unter glühender Sonne. 

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen:

  • UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel und das Fossilienmuseum
  • UNESCO-Global Geopark „Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald„. Messel liegt am Nordrand des Geoparks. Empfehlenswert ist ein Besuch im Jagdschloss Kranichstein (Siehe unten.).
  • Gemeinde: Hessen, 4.000 Einw.; Hahnwiesenbach; Odenwald, Spessart, Taunus; 169 m; www.messel.de
  • Anfahrt: (L3097, L3317 /RB75/-)
  • Nächste Großstadt: Darmstadt (9 km)
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Sehenswürdigkeiten Messel (Umgebung)

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Jagdschloss Kranichstein: 49.900037, 8.697438
Grube Prinz von Messel: 49.899745, 8.733873
Mainzer Berg: 49.903569, 8.769729
Scheftheimer Wiesen: 49.881497, 8.722372
Silzwiesen von Darmstadt-Arheiligen: 49.920780, 8.713918
Im Mörsbacher Grund von Darmstadt-Arheiligen: 49.937733, 8.729625
Hegbachaue bei Messel: 49.951741, 8.708553
Neuwiese und Wald nordöstlich von Messel: 49.942873, 8.783569
Muenster Ammo Depot: 49.932463, 8.812666
Einsiedel: 49.906391, 8.745627
Rekonstruktion Alte Landwehr: 49.891386, 8.737693
Eichengalerie: 49.909097, 8.746533
Menhiranlage Hirtenwiese: 49.872599, 8.728241
Grube Messel: 49.920086, 8.759537

Messel Sehenswürdigkeiten (Übersicht)

  • Fossilien- und Heimatmuseum; Relikte der Gruben-Industrie (z. B. Grubenbahn)
  • Ortstypische Bebauung: Fachwerkhäuser, z.T. mit Holzschindelverkleidung  (Fränkische Hofanlage)
  • Öffentliche Gebäude: Rathaus; Kirchen St. Bonifatius, Evangelische Kirche; Schulgebäude, Forsthäuser (Messeler Falltorhaus)
  • Besondere Gebäude: Arheiliger Pforte 
  • Hauptstraßen: Bahnhofstraße und Hanauer Straße durchziehen den Ort von Süd nach Norden; die Darmstädter Straße war die wichtigste Straße nach Westen zur benachbarten Großstadt.
  • Hauptplätze: Rathausplatz.
  • UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel (u. a. Grube, Besucherzentrum)
  • Gewässer:
    • Fließgewässer: Fluß Silz, Hahnenwiesenbach;
    • Stehende Gewässer: Grube Prinz von Preußen (Badesee), Ernst-Ludwig-Teich (aufgestauter Waldsee)
  • Flora: Wald um Messel (FFH-Gebiet „Kranichsteiner Wald“ westlich von Messel), Waldlichtungen (Waldwiesen: Silzwiesen, Scheftheimer Wiesen, Neuwiese)
  • Landschaften: Messeler Hügelland (höchste Erhebung: Mainzer Berg)
  • Wild, Fisch aus dem Wald bei Messel.

Zu den hessischen Spezialitäten mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) oder geschützer Ursprungsbezeichnung (g.U.) zählen:

  • Speisen:
    • Käse: Hessischer Handkäse g.g.A.; Odenwälder Frühstückskäse g.g.A.
    • Frankfurter Grüne Sauce: Kalte Kräutersauce zu Kartoffeln und Fleisch oder Fisch.
  • Getränke:
    • Hessischer Apfelwein: Wein aus Äpfeln.
    • Die nächstgelegene Weinanbaugebieten sind Hessische Bergstraße (südlich von Darmstadt) und Franken (östlich).

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Messel führt die Welterbetour Messel.

Sehenswürdigkeiten, die nicht auf der Route liegen, sind im Folgenden aufgeführt. Sie sind nicht weniger sehenswürdig, sondern liegen lediglich weiter außerhalb. 

Sehenswürdigkeiten bei Messel

Es ist einfach, auch außerhalb von Messel Sehenswürdigkeiten zu entdecken: Südwestlich von Messel liegt Darmstadt mit dem Jugenstilensemble Mathildenhöhe oder dem Hessischen Landesmuseum. Auf dem Weg dorthin passiert man das Jagdschloss Kranichstein.

Jagdschloss Kranichstein

Jagdschloss Kranichstein HDR2

Nordöstlich von Darmstadt liegt am Waldrand das Jagdschloss Kranichstein, erbaut 1578-80. Auftraggeber war Landgraf Georg I., der Baumeister hieß Jakob Kesselhuth. Das Renaissance-Schloss ist ein frühes und gut erhaltenes Beispiel einer Dreiflügelanlage. Sehenswert ist der Park mit mehreren Parkbauten.

  • Hotel Jagdschloss Kranichstein ist ein exklusives 4-Sterne-Hotel in ruhiger Lage.
  • Gut essen kann man im Restaurant Café Kavaliersbau; laut Michelin „eine Küche mit guter Qualität.“ (Quelle: viamichelin.de)
  • Das Museum Jagdschloss Kranichstein informiert über das Schloss und die Jagd. Außerdem finden zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene zum Thema Wald statt, z. B. eine Falknervorführung oder Workshops.
  • Das Bioversum Kranichstein im 112 Meter langen Jagdzeughaus ist ein Naturmuseum, das u. a. über Buchenwald informiert und Führungen in den Wald anbietet.

Adresse: Jagdschloss Kranichstein, Kranichsteiner Straße 261, 64289 Darmstadt
Telefon: 06151 971118-88
Fax: 06151 971118-89
E-Mail: anfrage@jagdschloss-kranichstein.de
Webseite: jagdschloss-kranichstein.de

Waldwiesen

07-Scheftheimer Wiesen, Blick Richtung Osten, mittig vom parallelen Waldweg

Im Wald um Messel gibt es mehrere größere und kleinere Waldwiesen (Einige liegen außerhalb der Gemarkung.). Zu den größeren Wiesen zählen (im Uhrzeigersinn):

  • Naturschutzgebiet „Scheftheimer Wiesen“ (166 ha, südwestlich von Messel). Am Südrand befindet sich die Menhiranlage „Hirtenwiese“ (bzw. Menhiranlage von Darmstadt). 14 Felsbrocken bilden eine Steinkreisanlage, die in der Jungsteinzeit angelegt wurde (Siehe Foto unten links.).
  • Naturschutzgebiet „Silzwiesen von Darmstadt-Arheiligen“ (66 ha, westlich).
  • Naturschutzgebiet „Im Mörsbacher Grund von Darmstadt-Arheiligen“ (68 ha, westlich)
  • Naturschutzgebiet „Hegbachaue bei Messel“ (228 ha, nordwestlich). im Schutzgebiet liegt ein Waldsee, der Ernst-Ludwig-Teich (1,5 ha), benannt nach dem hessischen Landgrafen (Siehe Foto unten rechts.).
  • Neuwiese und Wald nordöstlich von Messel“ (mit Wald: 308 ha, östlich)

Mehr Informationen bietet das Regierungspräsidium auf der Webseite rpda.de.

Menhire 1 (2015)
Ernst Ludwigsteich Bild II

Mainzer Berg (Moret)

Mainzer Berg (Dieburg)

Der Mainzer Berg ist mit 227 Metern die höchste Erhebung im Messeler Hügelland. Er liegt bereits auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Dieburg.

Auf dem Mainzer Berg befindet sich das Naturfreundehaus „Moret“, das neben der Gastwirtschaft auch Übernachtungen anbietet (Mehr Infos unter naturfreunde-dieburg.de). Westlich des Natufreundehauses liegt der Steinbruch „Mainzer Berg“. Nordöstlich steht ein 90,5 m hoher Funkturm. Die Lichtung im Norden ist ein Ski- und Rodelhang, der von 1972-84 sogar einen Liftbetrieb hatte.

Grube Prinz von Hessen (Waldbadesee)

Grube Prinz von Hessen 1924

Die Grube Messel ist nicht die einzige Grube im Wald bei Messel. Südwestlich liegt die Grube Prinz von Hessen. Sie wurde 1909 bis 1924 ausgebeutet (Siehe Foto.). Sie ist inzwischen geflutet und dient im Sommer als Badesee mit FKK-Bereich, ansonsten als Fischteich. Die Wasserqualität ist sehr gut. Mehr Infos (u. a. Fotos, aktuelle Wasserqualität) bietet das Hessische Landesamt für Naturschutz unter (badeseen.hlnug.de. Weitere Infos unter www.seen.de).

Anfahrt (Auto: Parkplatz „Grube Prinz von Hessen“. Bus: Haltestelle: „Grube Prinz von Hessen“)

Muenster Ammo Depot (Munitionsdepot Breitefeld)

Es gibt im Wald östlich von Messel Sehenswürdigkeiten der besonderen Art, nämlich das Munitionsdepot Breitefeld. Es besteht aus zwei Bereichen:

  • das Munitionsdepot, ein 280 Hektar großes Waldstück mit zahlreichen Einzelbunkern.
  • dem Kasernenbereich im Osten (20 ha).

Die Luftwaffe gründete hier die „Lufthauptmunitionsanstalt Dieburg“, die aus zahlreichen Bunkern sowie Wohngebäuden bestand. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die US-Army das Gelände. Im „Muenster Ammo Depot“ lagerten bis 1991 Sonderwaffen – nämlich Atomsprengköpfe. Zu Beginn der 80er Jahre richtete man innerhalb des Depots ein Special Wepaons Depot ein, das besonders gesichert war.

Große Teile des Geländes sind munitionsverseucht und nicht zugänglich. 2014 erklärte man das Waldstück zum Naturschutzgebiet „Laubwälder am Mun-Depot“. Hier lebt die Fledermausart Großes Mausohr.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Darmstadt-Gaststätte-Einsiedel

Südlich der Grube Messel erstreckt sich an der Dieburger Straße ein stattliches Gebäude. Es wurde 1908 als Hotel errichtet.(1) Heute dient es als Eventlocation für Geburtstage, Hochzeiten oder Seminare (Adresse: Dieburger Str. 263, 64287 Darmstadt. Webseite: www.einsiedel-events.de)

Darmstadt war, wie viele andere Städte auch, von einer Landwehr umgeben. Im 14. Jahrhundert legten die Grafen von Katzenelnbogen die Landwehr an.

  • Rekonstruktion Alte Landwehr. Südlich der Grube Prinz von Hessen rekonstruierte man 1987 einen Abschnitt der denkmalgeschützten „Alten Landwehr“ Darmstadt. Die Rekonstruktion besteht aus Wall und Graben.
  • Eichengalerie. Dieses Naturdenkmal besteht u. a. aus Eichenbäumen, die man vor rund 300 Jahren entlang der Darmstädter Gemarkung angepflanzt hat (Siehe Foto.).

Darmstadt-Eichengalerie

(1): Quelle: https://www.darmstadt-stadtlexikon.de/h/hotels.html. Im Wikipedia-Artikel heißt es, das Gebäude sei 1910 durch Großherzog Ernst Ludwig errichtet worden.

Rundgang Speyer: durch die Altstadt zum Speyerer Dom

Welterbetour Speyer

Durch die Altstadt zum Speyerer Dom

Dom zu Speyer Portalansicht

Welterbetour Speyer – Beschreibung
Der Rundgang führt zum UNESCO-Weltkulturerbe Speyerer Dom und durch die gut erhaltene Altstadt. Start- und Zielpunkt ist der Hauptbahnhof Speyer. Für die reine Wegstrecke von rund vier Kilometern benötigt man mindestens eine Stunde, nicht eingerechnet sind Besichtigungen oder Pausen. Die Welterbetour führt zu folgenden Stationen (Liste der Sehenswürdigkeiten in Speyer):

  • UNESCO-Weltkulturerbe Kaiserdom (größte romanische Kirche der Welt) mit Domgarten
  • Maximiliansstraße (Haupteinkaufsstraße und ehemalige Via triumphalis; 3D)
  • Altpörtel (einer der höchsten Tortürme Deutschlands mit guter Aussicht), Heidenturm, Reste der Stadtmauer
  • bedeutende Bauten christlichen und jüdischen Glaubens (u. a. Dreifaltigkeitskirche, Ölberg; Mikwe, Synagoge Beith-Schalom)
  • Altstadtviertel mit Gässchen und Märkten (Fischmarkt, Holzmarkt)
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Welterbetour Speyer

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Hauptbahnhof Speyer: 49.324062, 8.428456
Adenauerpark: 49.323034, 8.430312
Hirschgraben: 49.322475, 8.431401
Wormser Warte: 49.339728, 8.429563
Friedenskirche St. Bernhard: 49.323118, 8.431642
Synagoge Beith-Schalom: 49.322065, 8.431902
Willy-Brandt-Platz: 49.319838, 8.432962
Altpörtel: 49.317473, 8.432409
Alte Münze: 49.317493, 8.437441
Historisches Rathaus Speyer: 49.317218, 8.438616
Dreifaltigkeitskirche: 49.317808, 8.439434
Judenhof mit Mikwe​: 49.316302, 8.439520
Bischofspalais​: 49.316892, 8.440762
Ölberg: 49.316889, 8.442253
Heidentürmchen: 49.317223, 8.444307
Antikenhalle: 49.318002, 8.443052
St. Magdalen: 49.319989, 8.443036
Riegel: 49.321115, 8.437318

Nördliche Altstadt

Der erste Tourabschnitt führt vom Hauptbahnhof nach Süden zum Torturm „Altpörtel“. Die Altstadt reicht bis zum Bahnhof.

Speyer Hauptbahnhof


Die Station heißt „Speyer Hauptbahnhof“, obwohl Speyer nur diesen einen Bahnhof hat. Es gab allerdings eine Bahnlinie nach Heidelberg, die nach Kriegszerstörung stillgelegt wurde. Dort stand der Bahnhof „Speyer Rheinbahnhof„. Eine Schiffsbrücke und später eine feste Brücke überquerte den Rhein. 

Das erste Empfangsgebäude von 1847 wurde im Krieg zerstört, dann abgerissen und durch den Neubau ersetzt. Südlich davon haben sich Bahnhofsgebäude des 19. Jahrhunderts erhalten.

Östlich des Bahnhofs verlief bereits die Stadtmauer. Vom Bahnhof geht es durch die Bahnhofsstraße zum Adenauerpark.

Die Stadtmauern von Speyer

Karte Stadtbefestigung Speyer

 Die Karte zeigt rot eingezeichnet die Stadtmauern (Grundlage ist der Stadtplan von Schwaab, 1730.). Man erkennt

  • die alte Stadtmauer der Kernstadt (erstmals 946, danach ausgebaut, u. a. um 1100 die Hirschgrabenmauer),
  • im Westen die Gilgenvorstadt (ummauert ca. 1324-26),
  • im Süden die St.-Markus-Vorstadt (ummauert um 1365),
  • im Osten die Vorstadt überm Hasenpfuhl (ummauert um 1335) und
  • im Norden die Vorstadt Altspeyer (um 1380 ummauert).

Adenauerpark

Adenauerpark in Speyer. AnRo0002 [CC0]
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Der Adenauerpark liegt auf dem Gelände des alten Friedhofs Speyer, der von 1502 bis 1881 genutzt wurde. Umgeben von Grabsteinen (18. – 19. Jh.) und alten Bäumen steht die Kapelle „Unserer Lieben Frau“ (1515-1516), eine spätgotische Saalkirche mit 5/8-Chorschluss. Schräg durch den Park oder an der Bahnhofsstraße entlang und dann links in die Straße Hirschgraben.

Hirschgraben & Wormser Straße

Hirschgraben 8 Speyer
Warturm

Die Straße „Hirschgraben“ folgt dem zugeschütteten Graben, der vor der Stadtmauer (1. Hälfte 13. Jh.) lag. Auf der rechten Seite nach dem Fußgängerweg hat man einen Mauerrest in eine Hauswand integriert. Weit außerhalb, am Ende der Wormser Landstraße, steht die Wormser Warte, ein mittelalterlicher Wartturm (1451). Die Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine betreibt dort ein Museum.

Friedenskirche St. Bernhard & Synagoge Beith-Schalom

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An der Friedenskirche St. Bernhard (1953-1954, August Josef Peter und Ludwig Ihm) mit dem freistehenden Glockenturm biegen wir rechts in die Wormser Landstraße. Rechterhand öffnet sich die Straße zu einer zweiten Grünanlage, genannt „Weidenberg“. Das elliptische Gebäude in der Nordwestecke ist die 2011 eröffnete Synagoge Beith-Schalom (Architekt: Alfred Jacoby). An der Weggabelung der Wormser Straße (rechts) folgen.

Willy-Brandt-Platz

Wormser Strasse 41-43 Speyer
SpeyerAugustiner01

Der Name der nahen Augustinergasse erinnert daran, dass den Platz bis 1866 ein Augustinerkloster einnahm. Heute steht dort ein Sparkassen-Gebäude und davor der Goldwäscherin-Brunnen (1994): Eine hockende Frau hält in ihren Händen eine Goldpfanne. Die Skulptur ist ein Zweitguß; auch im Skulpturenpark Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein geht die Goldwäscherin ihrer Arbeit nach. In der Maximilianstraße werden wir einem weiteren Werk des Bildhauers Martin Mayer begegnen; es ist der  Jakobspilger.

Die Südseite des Platzes nimmt das Amtsgericht Speyer ein. Es wurde 1900-1902 nach Plänen des Architekten Otto Bär im Renaissancestil erbaut. Zwischen Sparkasse und Gericht hindurch gelangt man zum Kreuzgang des Augustinerklosters. Er entging der Spitzhacke und wurde hierher versetzt.

An der Weggabel beim Gericht führt der Rundweg in die Gutenbergstraße zum Altpörtel. (Abstecher: westliche Parallelstraße mit Stadtmauerresten und Villa Körbling)

Altpörtel

Altpörtel in Speyer. Dickelbers [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], bearbeitet.

Das Altpörtel (1. Hälfte 13. Jh.) ist eines der höchsten Stadttore Deutschlands. Im 1. Obergeschoss informiert eine Ausstellung über das Reichskammergericht, das in Speyer von 1527 bis 1689 tagte. Nach 159 Stufen hat man die Aussichtsplattform erreicht, die einen guten Ausblick auf Speyer und das Umland bietet. Passiert man das Tor, gelangt man zum Postplatz. Nach Westen erstreckt sich die Gilgenvorstadt. Neben dem Altpörtel stand bis ins 18. Jahrhundert eine Wassermühle. Was man nicht sieht, ist der Speyerbach. Er durchquert das Viertel und fließt unterirdisch neben dem Altpörtel vorbei, folgt der Maximilianstraße ein Stück und biegt dann nach Norden ab, wo er in den Woogbach mündet.

Am Postplatz vor dem Tor befindet sich die ehemalige Oberpostdirektion, die zu einem Einkaufszentrum umfunktioniert wurde und „Postgalerie“ heißt.  (Abstecher:  Gilgenstraße (Gedächtniskirche der Protestation (1893 bis 1904, Architekten Julius Flügge und Carl Nordmann; „Protestantischer Dom“), gegenüber Archäologisches Schaufenster und katholischer Konkurrenzbau  St. Joseph (1912-19014, Architekt Ludwig Becker),  Feuerbach-Haus (Geburtshaus des Malers Anselm Feuerbach)).

Postgalerie Speyer (Oberpostdirektion), AnRo0002 [CC0][/caption]

In der Gilgenvorstadt haben sich einige Reste der Stadtmauer erhalten, z. B. an der Hildegardstraße der Trum zum Bock und der Turm zur Taube.
SpeyerCityWallHilgardstrasse

Maximilianstraße. Via Triumphalis zwischen Altpörtel und Dom

Der zweite Tourabschnitt führt durch die Maximilianstraße vom Altpörtel zum Dom, von Westen nach Osten. Vom Altpörtel geht entweder geradeaus durch die breite Maximilianstraße oder man biegt links in die schmale Korngasse. Beide laufen parallel zueinander und vereinigen sich am St. Georgsbrunnen.

Kaiserdom-07-Aussicht

Die Maximilianstraße ist die Hauptstraße Speyers mit zahlreichen Geschäften. Blickt man vom Dom nach Westen, sieht man am Ende der Straße den Turm Altpörtel. Die Maximilianstraße war ursprünglich so breit wie im Bereich zwischen Dom und Alter Münze. Durch den Bau einer Häuserzeile entstand die Korngasse.

Im Vordergrund links der Bischofspalais (ehemals Vikarienhof), rechts das Stadthaus. Rechts die Dreifaltigkeitskirche; deren Dachreiter verdeckt den Glockenturm von St. Georg; dieser verdeckt wiederum das Dach der Heiliggeistkirche. Gut erkennbar ist der Chor von St. Ludwig (neben der Baumgruppe). Die doppeltürmige Kirche ist St. Joseph; links davon die Gedächtniskirche der Protestation. Im Hintergrund  zeichen sich sich die Berge des Pfälzerwalds ab.

Korngasse

An der Korngasse liegt St. Ludwig, der wiederaufgebaute Chor der ehemaligen Dominikanerkirche. Das Kloster wurde 1260 gegründet. Der Chor, 1308 geweiht, schließt mit einem 7/10-Scheitel. Der sog. „Boßweiler Altar“ stand bis 1960 im Speyerer Dom.
Wer Zeit hat, macht einen Abstecher zum Purrmann-Haus. Es ist benannt nach dem Maler Hans Purrmann (1880-1966), der hier zur Welt kam. Die evangelische Heiliggeistkirche (Anfang 18. Jh.) ist eine kleine Saalkirche mit Dachreiter und Empore.

Alte Münze

Speyer - Maximilanstraße - Alte Münze - Ansicht von SO

Am St. Georgsbrunnen zwischen Maximilianstraße und Korngasse steht die Alte Münze (ehemaliges Kaufhaus von 1748 nach Plänen von Sigismund Zeller). Südlich davon befindet sich der Kulturhof Flachsgasse. Er beherbergt Städtische Galerie, Kunstverein und Winkeldruckerey); Im Süden schließt sich das Johann-Joachim-Becher-Haus an; es erinnert an den bedeutendsten deutscher Merkantilisten.

Historisches Rathaus Speyer

Rathaus - Maximilianstraße - Speyer - Germany 2017

Der elfachsige Barockbau Nr. 12 ist das Rathaus (1712-24, Pläne vom Hofbaumeister Johann Adam Breunig). Im 1. Obergeschoss befindet sich ein großer Sitzungssaal mit erhaltener Stuckdecke, im kleinen Sitzungssaal ist das Deckengemälde von Johann Georg Dathan (1725) sehenswert.

Dreifaltigkeitskirche

Speyer Dreifaltigkeitskirche Innenansicht
Frankfurt Katharinenkirche 1683.jpg Katharinenkirche (Frankfurt am Main) Gemeinfrei, Link

Ein paar Schritte weiter öffnet sich links das Geschirrplätzel, das einen Durchblick zur Dreifaltigkeitskirche (1701-1717, Johann Philipp Danner, seit 1710 Christian Dathan) erlaubt, laut Dehio „eine der beachtenswerten Leistungen des protestantischen Kirchenbaues.“ (S. 841) Sehenswert ist auch die erhaltene Ausstattung, v. a. dreiseitige Empore mit zwei Rängen. Vorbild war die Katharinenkirche in Frankfurt am Main, wohin viele Bürger*Innen nach der Zerstörung Speyers 1689 geflüchtet waren.

Die Katharinenkirche wurde 1678-81 erbaut, 1944 zerstört und 1950-54 vereinfacht wiederaufgebaut. Die Abbildung von Johann Ulrich Kraus zeigt den Zustand im Jahr 1683. Die Kirche diente auch als Vorbild für die Dreifaltigkeitskirche in Worms (erbaut 1709-25), die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls zerstört wurde.

Vor dem Platz der Jakobspilger (Bronze-Statue von Martin Mayer); nach Osten das Hohenfeldsche Haus (Nr. 99; um 1700), das an die Schriftstellerin Sophie La Roche (Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitschrift) erinnert. Daneben das Stadthaus (Nr. 100; 1902-1903 für Kreisversicherungsanstalt nach Plänen von Franz Schöberl), dahinter lag der Sitz des Reichskammergerichts (Lageplan). Geradeaus zum Domplatz.

Judenhof mit Mikwe

Jewish Courtyard 2 Speyer

Lohnenswert ist ein Abstecher zum Museum SchPIRA und Judenhof mit der Mikwe.

In Speyer lebte im Mittelalter eine große jüdische Gemeinde mit bedeutenden Rabbinern. An die jüdische Kultur des Mittelalters erinnert die gut erhaltene Mikwe (um 1100), die größte Anlage in Deutschland. Eine Treppe führt innerhalb des rechteckigen Badeschachts zehn Meter unter das Bodenniveau bis zur grundwasserführenden Schicht.

Speyerer Dom und Umgebung

Gegen den Uhrzeigersinn einmal um den Kaiserdom herum. Von hier aus kann man Abstecher zu mehreren Museen und Sehenswürdigkeiten unternehmen. Eine virtuelle Domführung bietet kaiserdom-virtuell.de.

Die steinere Schale auf dem Domplatz (3D) ist der Domnapf (1490), der die Grenze zwischen Reichsstadt und Stiftsbezirk markierte. Ist ein neuer Bischof gewählt, wird der Napf mit Wein gefüllt. Vor uns das UNESCO-Weltkulturerbe Speyerer Dom.

Bischofspalais

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Die buchstabenförmigen Maueranker verraten die ehemalige Nutzung: „VICARIORVM AEDES“ bedeutet „Vikariatshaus“. Die Dreiflügelanlage wurde um 1704 erbaut und 1821 erweitert. Den Balkon über dem Portal schmückt das Bischofswappen.

Speyerer Dom (St. Maria und St. Stephan)

Speyer Dom pano

Das heutige Erscheinungsbild des Kaiserdoms ist das Ergebnis von Umbauten, Zerstörung und Wiederaufbau: Der erste Dom (Speyer I), wurde von 1027 bis 1061 im Auftrag Konrads II. erbaut. Sein Enkel Heinrich IV. ließ Teile abreißen und einen größeren Dom (Speyer II) mit einer bahnbrechenden Neuerung erbauen: Statt einer Flachdecke wagte man eine Überwölbung des Kirchenschiffs mit einem Kreuzgratgewölbe (vollendet 1106).  1689 wurde der Speyerer Dom während des Pfälzischen Erbfolgekrieges schwer beschädigt. 1772-1778 rekonstruierte Franz Neumann (Sohn von Balthasar Neumann) die zerstörten Teile. Den Zweiten Weltkrieg überstanden Dom und Stadt fast unbeschadet. Nach dem Verlassen den Dom gegen den Uhrzeigersinn im Domgarten umrunden.

Dom zu Speyer Hauptschiff

In der Kaisergruft (3D) liegen die Sarkophage mehrerer deutscher Kaiser.

Krypta des Doms zu Speyer

Domgarten

Erholung findet man im Domgarten: Bäume spenden Schatten, Vögel zwitschern und eine Wasserfontaine rauscht. Der Kaiserdom ist umringt von einigen Sehenswürdigkeiten (gegen den Uhrzeigersinn):

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An der Südseite steht der Ölberg (1505-11, 3D). Er markiert die Mitte des 1437-44 erbauten und 1820 abgerissenen Kreuzgangs. Die Originalfiguren sind ein Werk der Gebrüder Hans und Lienhard Syfer und stehen heute im Historischen Museum. Im Inneren des Gehäuses (Lorenz Lechler) befindet sich eine Michaelkapelle.

SpeyerHeidenturm1

Östlich des Domchors hat sich ein Teil des ersten Stadtmauerrings erhalten, das Heidentürmchen mit Zinnenkranz und Ecktürmchen (Ende 13. Jh.).

Antikenhalle Speyer 1

Nördlich des Speyerer Doms steht die klassizistische Antikenhalle (1826, Johann P. Mattlener). In der offenen dreibogigen Arkadenhalle stellte man erst Bodenfunde aus, später (nach 1871) französisch Beutekanonen aus. Gegenwärtig erinnert sie an die Opfer der beiden Weltkriege.

Der Edith-Stein-Platz an der Nordseite des Doms erinnert an die Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein (1891-1942). Die vom Juden- zum Christentum Konvertierte wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet. 1998 erfolgte ihre Heiligsprechung. Sie unterrichtete 1923 – 1931 an der nahegelegenen Klosterschule von St. Magdalena.

Nach rechts in die Stuhlbrudergasse. In den kleinen Häuschen (Nr. 1 – 4) lebten die Stuhlbrüder (Bis 1400 gab es auch Stuhlschwestern.), die täglich für die verstorbenen Kaiser beten sollten, um sie im Gedächtnis zu bewahren. Rechts befinden sich die Gebäude des Domkapitels.

Historisches Museum der Pfalz

Historisches Museum der Pfalz

Die Stadtmauer führt nach Süden zum Historischen Museum der Pfalz (Di-So 10-18; eingeweiht: 1910, Gabriel von Seidl). Diverse Sammlungen (Urgeschichte, Römer, Domschatz, Luther), das Weinmuseum, Sonderausstellungen zur Weltgeschichte und das Junge Museum für Kinder machen das Museum zu einem Publikumsmagneten der Stadt.

Hasenpfuhl

Die Gasse biegt ab in die Trankgasse. An deren Ende führt die zweibogige Sonnenbrücke (erbaut vor 1242) mit einer Nikolaus-Statue über den Speyerbach in den Stadtteil Hasenpfuhl. Von der Stadtbefestigung (14. Jh.) haben sich fast auf der gesamten Länge niedrige Mauerreste, Turmstümpfe und der Graben erhalten.

Einen großen Bereich des Stadtteils nimmt das im 13. Jh. gegründete Dominikanerkloster St. Magdalena ein. Die schlichte Kirche mit dem Dachreiter wurde um 1700 erbaut. Von der 1689 zerstörten Vorgängerkirche (13 Jh.) haben sich nur Teile des Rechteckchors erhalten.

Die erste Straße links in die Pistoreigasse, die in den verwinkelten Holzmarkt mündet (Am Ende der Pistoreigasse kann man rechts einen kurzen Abstecher zur Brücke über den Speyerbach machen, der sich hier mit dem Woogbach vereint.). Die St. Velten- und die St. Margarethengasse enden an der Ruine des gotischen Patrizierhauses Retscher (13. Jhd.). Durch die St. Veltengasse zurück und geradeaus zum Fischmarkt.

Hasenpfuhl (Speyer Sundar1 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], bearbeitet

Fischmarkt

Speyer - Fischmarkt mit Kutscherhaus

Der Stelzenfisch-Brunnen des Landauer Bildhauers Stefan Forler vor dem (2015 durch Brand geschädigten) Kutscherhaus und der Villa Wellensiek. (Wohnhaus eines Tabakfabrikanten. Speyer war Umschlagplatz für Tabak, der um Speyer herum angebaut wurde.) Den Fischmarkt passieren, am Ende geradeaus in die Lauergasse, von der mehrere schmale Gässchen rechts abzweigen. Am Ende nach der Linkskurve direkt rechts in die Straße Halbes Dach. An deren Ende rechts durch die Mörschgasse.

Woogbach

SpeyerRiegel

Vor uns fließt der Woogbach. Rechterhand sind Teile der Stadtmauer zu erkennen: u. a. der „Riegel“, ein Durchlassbogen, der den Woogbach überspannt. Links abbiegen: entweder vor der Brücke (Am Nonnenbach) oder danach (Eselsdamm). In beiden Fällen an der nächsten Straße (Petschengasse) links abbiegen. Dann geradeaus. An der Kreuzung entweder wie beim Hinweg über den Adenauerpark oder alternativ rechts in die Wormser Straße und dann die erste Straße links in die Luitpoldstraße, die direkt auf den Hauptbahnhof Speyer zuführt.

Rundgang zum Fossilienmuseum und zur Grube Messel

Welterbetour Messel

Rundgang zum Fossilienmuseum und zur Grube Messel

Messelc

Messel liegt in einem Waldgebiet bei Darmstadt in Hessen. Der Bahnhof befindet sich zwischen der Gemeinde im Norden und der Grube Messel im Süden. Der Rundgang führt vom Bahnhof

  • durch den Ort Messel. Dort befindet sich das Fossilien- und Heimatmuseum Messel.
  • dann zurück zum Bahnhof und weiter nach Süden zur Grube Messel.

Gemeinde Messel

Kohlweg 15
64409 Messel
www.messel.de
Telefon: 06159 7157-0
Telefax: 06159 7157-13

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Welterbetour Messel

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Fossilienmuseum: 49.939292, 8.741432
Ludwig-Glock-Schule: 49.937743, 8.742371
Evangelische Kirche & Altes Schulhaus: 49.939330, 8.741990
Arheiliger Pforte: 49.938140, 8.740633
Burgstelle Messel, Trinkbornquelle: 49.938424, 8.736320
Messeler Falltorhaus​​ und Forstamt Kranichstein: 49.934095, 8.733594
St. Antonius Kapelle: 49.920429, 8.748709

Bahnhof Messel

Bahnhof Messel Empfangsgebaeude 2015

1858 eröffnete man an der Bahnstrecke zwischen Darmstadt und Aschaffenburg den Bahnhof Messel. Das Empfangsgebäude wurde erst 1870 errichtet. Der Bahnhof lag näher an der Grube als am Dorf, da er v. a. für den Gütertransport von der Grube diente. Die Gemeinde besitzt, gemessen an der Einwohnerzahl, einen großen Bahnhof mit mehreren Rangiergleisen. 

Auf dem Weg zum Fossilien- und Heimatmuseum Messel

Vom Bahnhof nach Norden der Rößdorfer Straße folgen. Rechts in die Bahnhofstraße einbiegen und ihr folgen. An der Ecke Adelungstraße steht die katholische Kirche St. Bonifatius (1957). Der Bahnhofstraße weiter folgen bis zur Kreuzung mit der Wilhelm-Leuschner-Straße (links) und Kohlweg (rechts). Wir biegen rechts in den Kohlweg und erreichen den Rathausplatz mit dem Rathaus. Wir laufen schräg über die Spielwiese. Ein schmaler Fußweg führt links (nach Westen) zur Ludwig-Glock-Schule. Wir nehmen den Fußweg nach Norden und gelangen in eine Abzweigung der Holzhäusergasse. An der Einmündung biegen wir links ab. Auf dem Grundstück Nr. 20 stand eine Synagoge mit Mikwe in einem Fachwerkhaus, das in den 1970er Jahren abgerissen wurde. An der Mündung in die Hanauer Straße biegen wir rechts ab und laufen auf das Heimatmuseum Messel zu.

Fossilien- und Heimatmuseum Messel

Messel Langgasse 2

In dem Fachwerkhaus (1785) ist das Fossilienmuseum untergebracht; früher befand sich hier die erste Schule. Im Erdgeschoss erhält man Einblick in die Geschichte des Ölschieferabbaus; in einem Anbau kann man sich über die Erdgeschichte informieren. Z. B. ist dort ein Modell der Grube Messel ausgestellt. Im Museumshof ist ein Förderwagen der Grubenbahn aufgestellt, ein sogenannter „Grubenhunt“.

 

Adresse: Fossilien- und Heimatmuseum, Langgasse 2, 64409 Messel

Webseite: www.messelmuseum.de

Öffnungszeiten

  • April – Oktober: täglich, 11:00  -17:00 Uhr
  • November – März: samstags, sonn- und feiertags: 11:00 – 17:00 Uhr

Eintritt

Der Eintritt ist kostenlos.

Das Museum Messel bietet Führungen an:

  • Museum: 2,- € pro Person; mindestens 40,- €. Schulklassen zahlen die Hälfte.
  • Museum und Grube: 9,- € pro Person; mindestens 90,- €. Schulklassen (mindestens Oberstufe) zahlen 85,- €. Führungen durch die Grube erfolgen nur von April bis Oktober.

 

Adelshof

Messel Hanauer Str 16

Das traufseitige Wohnhaus  gegenüber des Heimatmuseums wurde 1618 erbaut. Das Anwesen Hanauer Straße 16 ist ein ehemaliger Adelshof. Den Wohlstand verraten das unterkellerte Erdgeschoss, das in Stein – und nicht in Fachwerk – ausgeführt ist, das Zierfachwerk und nicht zuletzt die Gebäudegröße.  

Evangelische Kirche & Altes Schulhaus

Messel Langgasse 6 ev Kirche

Von der Kirche aus dem 15. Jahrhundert hat sich der Kirchturm mit Spitzbogenfenstern erhalten. 1812-13 baute man das Kirchenschiff nach Plänen des Landbaumeisters Michael Spieß. Zur Ausstattung zählt eine Wegmannorgel von 1762. Die Kirche umgab ein Friedhof, von dem sich zwei Grabsteine erhalten haben. Der eine wird „Mordstein“ genannt. Er erinnert an einen 18-Jährigen, der 1752 Opfer eines Jagdunfalls wurde (Mehr Infos unter suehnekreuz.de.).

Altes Schulhaus, Pfarrhaus & noch ein Schulhaus

Messel Langgasse 5 ehem Schulhaus
Messel Hanauer Str 19 Pfarrhaus Strassenseite
Messel Bahnhofstr 10 ehem Schule

Hinter der Kirche steht das Alte Schulhaus (Langgasse 5; links). Das würfelförmige Gebäude mit den Rundbogenfenstern ist wie die Kirche ein Werk des Klassizismus (erbaut 1835-36). Der Vergleich mit dem benachbarten Fachwerkhaus zeigt die „riesigen“ Dimensionen der Schule: Beide sind zweigeschossig, aber das Schulhaus ist fast doppelt so hoch.

Von ähnlichen Proportionen sind zwei weitere Gebäude: das Pfarrhaus in der Hanauer Straße 19 (ca. 1840 nach Plänen von Georg Moller; Mitte) und das Schulhaus (Bahnhofstraße 10; rechts). Beide sind mit einem ortsuntypischen Zeltdach bedeckt. Verschieden sind u. a. die Fensterformen und das Baumaterial. Vom Heimatmuseum gehen wir südwärts die Hanauer Straße entlang.

Arheiliger Pforte

Messel Bahnhofstr 2 Arheiliger Pforte von Norden

Kurz vor der Weggabelung steht das Alte Rathaus, das man auch als Gericht und Gastwirtschaft nutzte. Die Gaststätte Laumann ist seit 2018 geschlossen. Das Fachwerkhaus wurde um einen Anbau erweitert, den man über die Straße baute. 1609 wird erstmals die Arlheiliger Pforte erwähnt. An der Weggabelung biegen wir rechts in die Darmstädter Straße. Wer seinen Füßen etwas Gutes tun will, kann einen Abstecher machen zur Kneippanlage. Rechts in den Bornweg, an dessen Ende biegt man rechts ab in die Straße „Am Steinernen Kreuz“. 

Burg Messel, Trinkbornquelle

Burgstall Messel 05

Zwischen 1088 und 1101 wurde eine Wasserburg errichtet, wahrscheinlich durch das Kloster Lorsch. Von der Burg sind nur noch geringe Reste der Motte (= Burghügel) und des Wassergrabens erhalten. Im Hintergrund  (vor dem Schutzdach) befindet sich eine Kneippanlage und die Trinkbornquelle. Anschließend wenden wir uns erneut nach Süden, bis wir auf die Darmstädter Straße stoßen. Wir biegen rechts ab.

Messeler Falltorhaus​

Messeler Falltorhaus 01
Forstamt Kranichstein - Messel, Darmstädter Straße 63 - Forsthaus

Der kleine Ort besitzt zwei (ehemalige) Forsthäuser. An der Nordseite der Darmstädter Straße (Nr. 61) steht das Falltorhaus. Erstmals 1630 erwähnt, diente es zunächst als Zollstation und nach 1710 als Försterhaus. 1890 errichtete man das aktuelle Gebäude.

Auf der gegenüberliegenden Südseite (Nr. 63)  ließ Landgraf Ernst Ludwig zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Forstamt Kranichstein erbauen, benannt nach dem Ort Kranichstein bei Darmstadt. 1785 erweiterte man das Gebäude um ein zusätzliches Geschoss.

Von dort laufen wir zurück in Richtung Bahnhof. Wir können  der L 3317 folgen oder spazieren über die Wiesen zur Rößdorfer Straße. Nachdem wir die Gleise überquert haben, biegen wir links in die Marktstraße.

St. Antonius Kapelle

Messel St Antoniuskapelle vorn

Das Gebäude der katholischen St. Antonius-Kapelle wurde 1910 als Spritzenhaus erbaut. Statt der Kapellentür gab es zwei Tore. Ein Kapellenverein bemühte sich 30 Jahre lang erfolglos um den Bau einer Kapelle. Erst 1945 wurde das umgebaute Spritzenhaus als Kapelle geweiht. Mit dem Bau der katholischen Bonifatiuskirche (1957) verlor die Kapelle an Bedeutung. Es finden aber immer noch gelegentlich Gottesdienste statt – und zwar katholische und evangelische Gottesdienste (Marktstraße 37, 64009 Messel; mehr Infos unter antoniuskapelle.de).

Neben der Kapelle befindet sich die Außenstelle des Senckenberg Forschungsinstituts (Marktstraße 35, 64009 Messel).

Grube Messel

MesselFossilPit081310

Durch den Wald führt der Weg bis zur Bus-Haltestelle Grube Messel/Besucherzentrum Abzweig. Von der Aussichtsplattform am Grubenrand hat man einen Ausblick auf die ehemalige Ölschiefergrube. 

Welterbetour Lorsch: Rundgang zum Kloster Lorsch

Welterbetour Lorsch

Kloster Lorsch und mehr. Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Lorsch

Die Welterbetour Lorsch führt zum UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch und Altenmünster sowie zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt Lorsch.

Der Rundgang hat eine Länge von etwa 4,2 Kilometern und dauert etwas mehr als eine Stunde (bei einer Gehgeschwindigkeit von 4 km/h). Der Besuch von Museen, Cafés etc. ist nicht eingerechnet. Das Gelände ist flach, das Kloster Lorsch liegt allerdings auf einem Hügel.

Bahnhof Lorsch

Die Welterbetour Lorsch startet an einem Denkmal: dem Lorscher Bahnhof, der 1869 eröffnet wurde und Haltestelle der Nibelungenbahn war. Wir verlassen den Bahnhof und biegen links (nach Osten) ab. Am Ende der Lindenstraße biegen wir rechts in die Bahnhofstraße.

Bahnhof Lorsch, Start- und Endpunkt der Welterbetour Lorsch

Bahnhofsstraße

Mehrere Häuser stehen unter Denkmalschutz (Nr. 1, 4, 11, 13, 18, 25, 30, 41 und 48).

Nr. 18. Der Oberforstmeister Freiherr von Hausen ließ 1775 das Palais von Hausen erbauen  (Bahnhofsstraße 18). Das Gebäude wurde durch Ludwig Auler von 1868 bis 1921 als Zigarrenfabrik genutzt. Heute gehört das Palais der Stadt Lorsch.

Lorsch Bahnhofstrasse 18 Frontansicht
  • Auf dem Grundstück Bahnhofstraße 10 stand bis 1938 die Lorscher Synagoge.
  • Nr. 1. Das barocke Fachwerkhaus am Marktplatz wurde 1711 erbaut und beherbergt das Wirtshaus „Im weißen Kreuz„. Der Vorgängerbau war im Besitz des Klosters und diente als Wirtshaus und Herberge. Im Anbau im Hof befand sich früher eine Zigarrenfabrik.
Ehemalige Zigarrenfabrik, Bahnhofsstraße 1, Lorsch Weisses Kreuz Lorsch 02

Dem Straßenverlauf nach Süden rund 600 Meter folgen. Die Bahnhofstraße führt direkt zum Alten Rathaus.

Altes Rathaus und Marktplatz

Lorsch Rathaus 01
Heppenheim bergstr town hall wv ds 09 2007

Das ehemalige Rathaus wurde 1714-1715 erbaut  (Grundriss Rathaus Lorsch). Seit 1989 erklingt um 11.00, 12.00 und 17.00 Uhr ein 23-stimmiges Glockenspiel (Audio-Aufnahme) mit jeweils anderer Melodie (Übersicht der Melodien). Als Vorbild für das Lorscher Rathaus (links) diente das Rathaus im benachbarten Heppenheim an der Bergstraße (Foto rechts); erbaut nach 1693.

Tabakbrunnen

Tabakbrunnen auf dem Marktplatz von Lorsch (Bildhauer: Siegfried Speckhardt)

Der Tabakbrunnen (1991) vor dem Rathaus ist ein Werk des Bildhauers Siegfried Speckhardt. Dargestellt ist eine Tabaknäherin bei der Arbeit: Die geernteten Tabakblätter werden mit einer großen Nadel aufgefädelt. Die Schnüre hängt man dann in Tabakschuppen zum Trocknen auf.

Der Tabakanbau hatte im klimatisch begünstigten Oberrheintal eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert reichte. Auch linksrheinisch bei Speyer baute man Tabak an. Er bot auch auf einer kleinen Anbaufläche ein relativ gutes Einkommen. Der Tabakanbau war nämlich viel arbeitsintensiver als z. B. Getreideanbau.

Nibelungenstraße

Der Rundgang führt links in die Nibelungenstraße, vorbei an dem beachtenswerten Eckgebäude der Kloster Apotheke. Der Straßenname erinnert an die Beziehung zwischen Kloster Lorsch und den Nibelungen: In einer der drei Handschriften des Nibelungenliedes ist die Rede davon, dass Ute, die Mutter von Krimhild und Gunther, das Kloster Lorsch gegründet haben soll. Wer mag, kann einen Zwischenstopp einlegen:

Museumszentrum

In dem Gebäude der ehemaligen Marmeladenfabrik Bechthold befindet sich das Museumszentrum. Die klostergeschichtliche Abteilung informiert über die glanzvolle Geschichte des Klosters, vor allem über die Klosterbibliothek, für die das Kloster Lorsch berühmt war. Zu besichtigen ist beispielsweise der Nachbau eines Skriptoriums. Außerdem kann man hier Tickets für den Besuch des Freilichtlabors Laurensham kaufen; eine zweite Verkaufsstelle befindet sich im Besucherinformationszentrum neben dem Freilichtlabor.

Konzerthalle - panoramio (2)
Lorsch, Nibelungenstraße 23 20170609 002

(Abstecher: Neben dem Zentrum führt ein Weg zum Stephan-Jäger-Pavillon (1930), der ursprünglich auf dem Gelände des Hotels Jäger (Bahnhofsstraße) stand. Oberhalb des Pfingstrosengartens steht die evangelische Pfarrkirche.). Wir gehen weiter zur sogenannten Torhalle; sie ist das Prunkstück im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch.

Torhalle Kloster Lorsch

Das um 774 errichtete Gebäude, auch Königshalle genannt, gibt Rätsel auf: Es ist nicht geklärt, ob das Bauwerk überhaupt als Torhalle diente. Archäologische Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass die Königshalle hinter dem Westtor frei in einem langen Hof stand (Lageplan des Klosters Lorsch). Denkbar ist vielmehr eine Funktion als Gerichtshalle oder als Bibliothek. Das äußere Erscheinungsbild hat sich seit über 1000 Jahren wenig geändert. Lediglich das Dach ist steiler, außerdem musste der nördliche Treppenturm wiederaufgebaut werden. Das Obergeschoss ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Durch die Halle können wir geradeaus zum Kirchenfragment der Klosterkirche gehen (Grundriss, Querschnitt).

Torhalle Lorsch (Kloster Lorsch)

Kirchenfragment

Von der Klosterkirche hat sich oberirdisch lediglich dieses Fragment erhalten, das als Vorkirche diente (Längsschnitt, Bilder mit zugemauerten Bögen). Im Westen schloss sich eine Zweiturm-Anlage an, im Osten folgten Westwerk, Hauptkirche und Gruftkapelle. Südlich der Hauptkirche lag ein Kreuzgang (Grundriss). Die Umrisse der Gebäude sind im Boden nachgezeichnet.

Ehemalige Vorkirche (Kloster Lorsch)

Klostergelände

Auf dem Klostergelände stehen drei Gebäude aus nachklösterlicher Zeit: Das barocke Wohngebäude ist das ehemalige kurfürstliche Jagdhaus, das der Mainzer Bischof Lothar Franz von Schönborn 1701-1725 erbauen ließ  (Grundriss, Bilder). Seit der Sanierung heißt das Gebäude Adalherhaus, hier hat das Kuratorium UNESCO Welterbe Kloster Lorsch seinen Sitz. Das zweite Gebäude dient als Wohnhaus. Das kleine Steinhaus war früher ein Schweinestall. 

Lorsch, Kloster, Niebelungenstraße 32 20170609 002
Lorsch, Nibelungenstraße 38
Lorsch, Kloster, Nebengebäude o. HNr. 20170609 002

Vom Klostergelände gelangt man zurück zur Nibelungenstraße, die wir stadtauswärts gehen. An der Weggabelung biegen wir links. Links sehen wir das Freilichtlabor Laurensham.

Freilichtlabor Lauresham

Die Anlage ist nur im Sommer zugänglich (Drohnen-Video Deutsche Welle). Weiter westwärts liegt das Besucherinformationszentrum. Die benachbarte Brücke führt über die Weschnitz. Vor der Brücke rechts abbiegen und dem Flußlauf bis zum Altenmünster folgen.

Freilichtlabor Lauresham (UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch)

Altenmünster

An der Stelle des Altenmünsters befand sich vor 764 ein Kloster, das auf einer kleinen Insel lag. 764 schenkten Graf Cancor und seine Mutter Williswinda das Kloster einem Verwandten, dem  Bischof Chrodegang aus Metz. Ab 767 errichtete man auf einer Sanddüne das Kloster Lorsch, dessen Kirche 774 geweiht wurde (Grundriss). Erdaufschüttungen und Aufmauerungen markieren die Umrisse der Anlage. Es gab in Lorsch übrigens noch ein drittes Kloster, das Kloster Hagen am Seehof (Grundriss). Der Rundweg führt von der Weschnitz weg, auf der sogenannten Kulturachse gehen wir zurück in Richtung Kloster. Vor uns auf der rechten Seite steht ein langes hölzernes Gebäude: ein Tabakschuppen.

Altenmünster (UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch)

Tabakschuppen

In einem Tabakschuppen hängt man nach der Ernte die aufgefädelten Tabakblätter zum Trocknen an ein Holzgerüst auf. Um den Luftzug und somit das Raumklima zu kontrollieren, besitzt der Tabakschuppen an den Längsseiten viele Klappen, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden. Die Trocknung dauert je nach Witterung und Blättern einige Wochen. Der Tabakschuppen wurde um 1850 errichtet. Wir setzen den Spaziergang fort und folgen der Kulturachse, überqueren die Odenwaldallee und gehen zur Klostermauer.

Tabakschuppen in Lorsch

Klostermauer

Von der um 774 erbauten Klostermauer hat sich ein etwa 500 m langer Abschnitt erhalten. Das Wort „Kloster“ leitet sich von dem lateinischen „claustrum“ ab, das einen abgeschlossenen Ort bezeichnet. Wir folgen der Klostermauer im Uhrzeigersinn. Der Weg biegt schließlich links ab, wir wenden uns aber nacht rechts und betreten erneut das Klostergelände. Schräg links liegen der Kräutergarten und die Zehntscheune.

Lorsch, Kloster, Klostermauer 20170609 001

Kräutergarten und Zehntscheune

Im Kräutergarten wachsen Pflanzen, die im Lorscher Arzneibuch erwähnt werden. Im Schaudepot Zehntscheune, um 1590 erbaut, werden u. a. Ausgrabungsfunde ausgestellt – auf Beschriftungen hat man verzichtet. Das Gebäude ist im Rahmen einer Führung zugänglich. Die große Platane vor der Zehntscheune ist eines von vier Naturdenkmälern in Lorsch (Liste).

Abtei und Altenmuenster 06

Schillerstraße

Wir überqueren den Markplatz, gehen die Nibelungenstraße bis zur Einmündung in die Kirchstraße, wo wir scharf rechts abbiegen (Vor dem Fachwerkhaus Nibelungenstraße 56 erinnern mehrere Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus (Liste der Lorscher Stolpersteine).). Dann nehmen wir die erste Straße links (Schillerstraße) und die erste Straße rechts (Alexanderstraße).

Lorsch, Nibelungenstraße 56 20170609 002

Alexanderstraße

Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung parallel zur Bahnhofsstraße, das Straßenbild ist aber ein anderes: Hier stehen keine barocken Fachwerkhäuser, sondern Wohnhäuser des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter villenartige Einfamilienhäuser, aber auch Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser. Die Häuser Nr. 17, 21, 24 und 29 sind denkmalgeschützt. Am Ende der Alexanderstraße links in die Rheinstraße abbiegen. Dann in die zweite Straße rechts, die Klarastraße, biegen und an deren Ende rechts in die Lindenstraße biegen. Am Bahnhof schräg links ist die Welterbetour Lorsch zu Ende.

Alexanderstrasse 17 Lorsch (2)

Lorsch Sehenswürdigkeiten (Überblick und Empfehlungen)

Wer in Lorsch Sehenswürdigkeiten sucht, erhält hier einen Überblick und Empfehlungen – für Urlaub, Tagesauflug oder Zwischenstopp.

Auf halber Strecke zwischen Heidelberg und Darmstadt liegt die Kleinstadt Lorsch. Im Westen fließt der Rhein, im Osten erstrecken sich Weinberge vor der burgenbekrönten Silhouette des Odenwalds. Rundherum eine an Naturschönheiten und Kulturdenkmälern reiche Landschaft. Man findet aber nicht nur in der Umgebung von Lorsch Sehenswürdigkeiten – auch in Lorsch gibt es einiges zu entdecken.

Lorsch

  • Stadt: Hessen, 13.500 Einw.; Weschnitz; Odenwald; 98 m; www.lorsch.de
  • Reise: A5, A67, B47/RB63/R9
  • Nächste Großstädte: Mannheim und Ludwigshafen (20 km, südlich), Darmstadt (25 km, nördlich), Heidelberg (29 km südlich)

Sehenswürdigkeiten in Lorsch

  • UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch und Altenmünster (u. a. mit Torhalle, Klostermauern, Kirchenfragment, Freiluftlabor Laurensham und Museumszentrum)
  • Relikte der einst ortsbildprägenden Tabakkultur: Tabakscheune; ehemalige Tabakfabriken, Tabakmuseum,
  • Marktplatz mit Altem Rathaus und Tabakbrunnen,
  • eine der Hauptstraßen: Die Nibelungenstraße durchzieht den Ortskern von Westen nach Osten; Bahnhofsstraße, Römerstraße sowie Hügelstraße bzw. Hirschstraße bilden die Nord-Süd-Achse.
  • das wichtigste Gewässer: der Fluß Weschnitz,
  • eine der Grünflächen: Kräutergarten, Klostergelände, Klosterpark oder das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel,
  • Spezialitäten der regionalen Küche, z. B. das Lorscher Welschbrot oder einen Wein aus einem der Winzerorte.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt die Welterbetour Lorsch.

Sehenswürdigkeiten bei Lorsch

Es ist einfach, auch außerhalb von Lorsch Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Südlich von Lorsch liegen nämlich zwei Städte, die sich für das Weltkulturerbe beworben haben:

Heidelberg

Heidelberg Schloss Alte Brücke 20100626

Heidelberg zählt zu den wenigen Großstädten in Deutschland, die vom Zweiten Weltkrieg und dem autofreundlichen Stadtumbau weitgehend verschont geblieben sind. Die barocke Altstadt ist so gut erhalten, dass sie mit dem Heidelberger Schloss von 1999 bis 2014 für das UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen wurde, allerdings vergeblich. Heidelberg ist ein Touristenmagnet und entsprechend gut besucht.

Einen guten Ausblick auf Stadt und Neckar hat man von der Ruine des Heidelberger Schlosses. Es war die Residenz eines der sieben Kurfürsten, des Pfalzgrafen bei Rhein. Die Heidelberger Universität wurde 1386 gegründet und ist die älteste Deutschlands. 

Mit der Bergbahn kann man zur Molkenkur (Café) und weiter zum Berg Königsstuhl fahren. Dort liegt das Märchenparadies Heidelberg, ein Freizeitpark für Kinder. 

Schwetzingen

Schwetzingen Schlosspark Eingangsbereich Luftbild

Im Städtchen Schwetzingen liegt die ehemalige Sommerresidenz der pfälzischen Kurfürsten, das Schwetzinger Schloss. Sehenswert ist vor allem der Schlosspark Schwetzingen, der einen Barockgarten (Foto) und einen großen Landschaftspark vereint. Von 1999 bis 2014 stand Schwetzingen auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe unter dem Titel: „Schwetzingen: Eine Kurpfälzische Sommerresidenz – Gartendesign und freimaurerische Anspielungen“.

Hiho141102-018
Das malerische Neckartal mit zahlreichen Burgen erstreckt sich im Süden und Osten von Lorsch und ist ebenfalls eine Reise wert. Direkt am Nekar liegt das Städtchen Hirschhorn. Eine gut erhaltene Stadtmauer umgibt die Altstadt und führt hinauf zur Burg Hischhorn. Sie wurde um 1260 erbaut und später erweitert.

Der Friedrichsplatz und der Wasserturm

Im Westen liegt Mannheim an der Mündung des Neckars in den Rhein. Die Altstadt ist in Quadrate eingeteilt; die Straßen haben keinen Namen, sondern eine Kombination aus Buchstaben und Nummern. Mannheim war für die US-Hauptstadt Washington eines der Vorbilder. Der Wasserturm am Friedrichsplatz ist das Wahrzeichen der Stadt.

Die Nachbarstadt Ludwigshafen auf der pfälzischen Rheinseite ist eine Industriestadt, bekannt als Standort der BASF.

Beide Städte weisen wenig alte Bausubstanz auf: Mannheim wurde im 18., Ludwigshafen im 19. Jahrhundert gegründet. Beide Städte erlitten schwere Kriegsschäden.

Welterbe in der Nähe

170716-Speyer-05

Speyerer Dom (29 km)

Auf der linken Rheinseite, direkt am Rheinufer, steht der Speyerer Dom. Er ist die größte romanische Kirche der Welt. Sehenswert sind die Speyerer Altstadt und das Technik-Museum Speyer.

Hassiacosuchus haupti

Grube Messel (32 km)

Die nächstgelegene Weltnaturerbestätte ist die Grube Messel nördlich von Lorsch. Sie ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstellen der Welt.