Mathildenhöhe Darmstadt – Rundgang im UNESCO-Welterbe

Mathildenhöhe Darmstadt: BLick nordostwärts auf mit Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Russische Kapelle und Lilienbecken

Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang. Überblick

Der Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang führt zu Sehenswürdigkeiten im UNESCO-Welterbe. Die Mathildenhöhe erhebt sich östlich des Zentrums der südhessischen Großstadt Darmstadt (160.000 Einw.). Zum Welterbe zählen vier Bereiche:

  • das Ensemble auf der Mathildenhöhe bildet die Kernzone: Hierzu zählen der Platanenhain; das Lilienbecken und die Russische Kapelle sowie die Ausstellungshalle und der Hochzeitsturm.
  • Die Künstlerkolonie besteht aus mehreren Wohnhäusern. Sie liegt teils in der Kernzone, teils in der umgebenden Pufferzone.
  • In der Pufferzone liegen auch
    • Großer Woog (ein See südlich der Künstlerkolonie),
    • im Osten der Park Rosenhöhe mit dem Rosendom. 

Die Mathildenhöhe wurde im Jahr 2021 – entgegen den Empfehlungen des ICOMOS-Gutachtens – in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die Expert*innen bemängelten den Standort eines Besuchszentrums und die Verkehrsbelastung innerhalb der Welterbestätte.

  • Start- und Endpunkt: Bahnhof Darmstadt Ost
  • Weglänge: ca. 3,6 km 
  • maximaler Höhenunterschied: ca. 30 m (Bahnhof Darmstadt Ost: 159 m ü. NN.; Rosenhöhe 189 m ü. NN)

Karte Darmstadt Mathildenhöhe

Darmstadt-Bahnhof-Ost2

Bahnhof Darmstadt Ost

Der Bahnhof Darmstadt Ost (erbaut 1869) grenzt direkt an das Welterbe an. Hier halten Regionalzüge und Busse.

Vom Bahnhof folgen wir ein Stück der stark befahrenen B 26 stadteinwärts nach Westen. Der Mathildenhöhe Rundweg führt dann im Uhrzeigersinn um den Großen Woog. Die Wegstrecke gegen den Uhrzeigersinn ist kürzer, liegt aber in der Nähe der Bundesstraße. In beiden Fällen erreicht man die Kreuzung Landgraf-Georg-Straße/Beckstraße an der Nordwestecke des Sees.

Großer Woog

Grosser Woog Darmstadt (UNESCO-Weltkulturerbe)

Südlich von Darmstadt fließt der Darmbach entlang. 1567 staute man einen Löschteich an, genannt (Großer) Woog. Er ist 5,7 ha groß und maximal 3,3 m tief. Das Foto zeigt den Großen Woog von der Südwestecke mit Blick nordostwärts:

Künstlerkolonie Darmstadt

Wir laufen die Beckstraße nordwärts bergauf. Links erstreckt sich ein Klinikgelände (St. Elisabethstift). Die meisten Gebäude der Künstlerkolonie wurden für vier Ausstellungen errichtet:

  • Erste Ausstellung 1901: Ernst-Ludwig-Haus, Haus Olbrich, Haus Christiansen und andere
  • Zweite Ausstellung 1904: Dreihäusergruppe
  • Dritte Ausstellung 1908: Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude u. a.
  • Vierte Ausstellung 1914: Platanenhain u. a. 

Zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Ausstellung fand 1951 die Ausstellung „Mensch und Raum“ statt. Dabei wurden 11 Entwürfe für die sogenannten Darmstädter Meisterbauten präsentiert, von denen fünf realisiert und einer auf der Mathildenhöhe steht: das Ledigenwohnheim von Ernst Neufert.

Nach der Kreuzung der Beckstraße mit der Erbacher Straße liegt rechts der Vortexgarten, der Haus Martinus umgibt (das Privatgrundstück ist öffentlich zugänglich).

Vortexgarten (Mathildenhöhe Darmstadt)

Vortexgarten & Haus Martinus

„Vortex“ bezeichnet einen Luft- oder Wasserwirbel. 1997 kaufte der Millionen-Erbe Henry Nold das Grundstück, legte den Vortexgarten an und benannte Haus Hubertus um in „Martinus Haus“ (Prinz-Christans-Weg 13). Die Villa wurde 1921 nach Pänen von Jan Hubert Pinand erbaut. Von ihm stammt auch die Fassade der alten Zeppelinhalle in der Landwehrstraße (dient heute als Parkhaus).

An der nächsten Kreuzung (Eugen-Bracht-Weg/Prinz-Christians-Weg) führt der Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang links Richtung Westen. Nächste Station ist die Dreihäusergruppe am Westende des Prinz-Christans-Weges.

Mathildenhöhe Dreihäusergruppe Nordteil 2017

Dreihäusergruppe

Die Dreihäusergruppe besteht aus dem Eckhaus sowie dem Blauen Haus (benannt nach den blauen Ziegeln) und dem Grauen Haus. Architekt war Josef Olbrich. Das Ensemble wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später verändert wiederaufgebaut. An der Einmündung des Prinz-Christans-Weges in die Stiftstraße biegen wir rechts nach Norden ab.

  • Entweder biegen wir dann erneut rechts in den Alexandraweg.
  • Oder wir machen einen Abstecher zum Ledigenhaus und zum Residenzschloss. Dieser Abstecher führt auch in Richtung Hauptbahnhof Darmstadt.

Residenzschloss Darmstadt (Abstecher)

Ernst Neufert Haus Darmstadt II

Ledigenwohnheim

Nach ein paar Metern erreichen wir links das Ledigenwohnheim. Es bildet einen markanten Gegensatz zu den Villen der Künstlerkolonie: ein riesiger Klotz, erbaut für ledige Arbeiter (nicht für Künstler und Wohlsituierte); geprägt durch die Wiederholung gleicher Formen und ein Flachdach. Das Ledigenwohnheim bestand ursprünglich aus 156 Kleinwohnungen auf sechs Etagen. 2002 sanierte man das Gebäude; größere Wohnungen entstanden. Die Pläne hierfür lieferte Ramona Buxbaum.

Ernst Neufert, der Architekt des Ledigenwohnheims, war auch an der Entstehung des Welterbes „Fagus-Werk“ in Alfeld beteiligt. Seine „Bauentwurfslehre“ (EA 1936, kurz: „der Neufert“) enthält zahlreiche Musterpläne und zählt zu den meistverkauften Architekturbüchern weltweit.

Paula-Ludwig-Platz-Brunnen - Mathildenhöhe - Darmstadt, Germany

Erich-Ollenhauer-Promenade

Der Paula-Ludwig-Platz liegt schräg gegenüber des Ledigenhauses. Dort stehen zwei Brunnen, die Josef Maria Olbrich schuf. Sie standen ursprünglich bei der Orangerie Darmstadt (südlich der Altstadt). Paula Ludwig (1900–1974) war eine österreichische Schriftstellerin, die in Darmstadt verstarb. 

Vom Paula-Ludwig-Platz führt die Erich-Ollenhauer-Promenade westwärts ins Stadtzentrum. (Die Pützerstraße bildet die Westgrenze der Pufferzone.)

Darmstadt Darmstadtium 4

Darmstadtium

Nach dem Hiroschima-Nagasaki-Park liegt rechts (im Norden) das Kongresszentrum Darmstadtium (eröffnet 2007; Architekt: Talik Chalabi). Der Name leitet sich ab vom Element Darmstadtium (Ordnungszahl 110). Es wurde 1994 erstmals in Darmstadt hergestellt – bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung. 10 Jahre zuvor entstand dort das Hassium (Ordnungszahl: 108), benannt nach dem Bundesland Hessen.

Darmstadt ist die einzige Stadt Deutschlands, nach der ein Element benannt ist. Weltweit gibt es mindestens sechs weitere Städte (Strontian, Paris, Kopenhagen, Berkeley, Moskau und Livermore), von denen zwei (Paris, Moskau) Standort mindestens eines Welterbes sind.

Luftbild Darmstadt. Blick westwärts auf das Residenzschloss (Bildmitte), rechts davon das Haus der Geschichte im ehemaligen Theater (gelbe fassade); links der Turm der Stadtkirche.

Aerial photograph of Darmstadt 1944 3

Hauptbahnhof Darmstadt.

Darmstadt Zentrum

Das Stadtbild Darmstadts ist durch Nachkriegsbauten (Rekonstruktionen und Neubauten) geprägt. Während des 2. Weltkriegs wurde die Altstadt zu 99 %, gesamt Darmstadt zu 78 % zerstört; rund 13.000 Menschen starben. Das Foto oben zeigt das Zentrum Darmstadts mit Blick nach Westen; das Foto links Darmstadt im Jahr 1944 mit Blick nach Osten.

  • Das Residenzschloss (Foto oben: Bildmitte; Foto links: obere Bildmitte) besteht aus einem Renaissance-Ensemble im Norden (16. Jh.) und einem L-förmigen Barocktrakt im Süden (1715–26; Louis Rémy de la Fosse) an der Stelle einer Wasserburg (13. Jh.) der Grafen von Katzenelnbogen. Webseite: http://www.schlossmuseum-darmstadt.de/museum.html. Im und am Schlossgraben findet jährlich im Mai eines der größten Openair-Festivals Deutschlands statt, das Schlossgrabenfestival (http://www.schlossgrabenfest.de/).
  • Nördlich stehen das Haus der Geschichte im Alten Theater (erbaut 1817, Georg Moller). Es beherbergt u. a. Archive der Universität, der Stadt Darmstadt und des Landes Hessen (http://www.haus-der-geschichte.com/).
  • Südlich des Schlosses steht die gotische Stadtkirche. Sie dient u. a. als Grablege der Landgrafen; die Gräber der Großherzöge befinden sich im Park Rosenhöhe. Der Turm und die Grüfte sind an einigen Tagen zugänglich (http://www.stadtkirche-darmstadt.de/).

Künstlerkolonie Darmstadt (Fortsetzung)

Durch den Alexandraweg laufen wir ostwärts. Sehenswert ist links Haus Kaiser (Nr. 6; erbaut 1903 für den Kaufmann Georg Kaiser. Architekt war Heinrich Metzendorf). Wir überqueren den Eugen-Bracht-Weg und erreichen Haus Behrens.

Blick auf die Nordfassade von Haus Behrens (UNESCO-Weltkulturerbe Mathildenhoehe Darmstadt)

Haus Behrens

Das Foto zeigt (mit Blick nach Süden) die Straßenseite von Haus Behrens (im Rücken steht die Russische Kapelle). Der Architekt und Maler Peter Behrens (1868–1940) ist v. a. bekannt als Chefdesigner für die AEG. Die von ihm und Karl Bernhard entworfene AEG-Turbinenhalle in Berlin-Moabit (1908–09) kandidierte von 1993–96 für das UNESCO-Welterbe. 

Der Rundgang führt weiter ostwärts – rechts  stehen Großes Haus Glückert und Kleines Haus Glückert; links der Ernst-Ludwig-Brunnen.

Ernst-Ludwig-Haus: Blick auf die Südseite mit Haupteingang und Mann und Weib (UNESCO-Welterbe Mathildenhoehe Darmstadt)

Museum Künstlerkolonie: Blick auf das Modell der Mathildenhöhe Darmstadt im Bereich Ernst-Ludwig-Haus. La maquette de la colonie dartistes en 1914 (Darmstadt)

Ernst-Ludwig-Haus

Das Ernst-Ludwig-Haus wurde 1900 nach Plänen von Olbrich erbaut. Es diente als Atelier- und Festhaus. Den Eingang flankieren „Mann und Weib“ von Ludwig Habich.

Der ursprüngliche Zustand der Mathildenhöhe ist durch Kriegszerstörung und Umbauten nicht mehr erhalten. Das Foto links zeigt einen Ausschnitt des Modells, das den Zustand der Mathildenhöhe im Jahr 1914 darstellt. Links Haus Christiansen (türkisfarbenes Dach), in der Mitte das Ernst-Ludwig-Haus, rechts das Olbrich-Haus (siehe nächstes Foto). Im Hintergrund links das Ausstellungsgebäude, rechts der Miethshauskomplex (graues Dach; zerstört) mit Ateliergebäude. Das Modell steht im Museum Künstlerkolonie, das sich im Ernst-Ludwig-Haus befindet. Webseite: https://www.mathildenhoehe.eu/information/oeffnungszeiten-and-eintrittspreise/

Blick nordostwärts auf Haus Olbrich (ALexandraweg 28; Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang)

Haus Olbrich

Das Haus Olbrich (Alexandraweg 28) sieht heute anders aus als 1914. Das Haus wurde für die erste Austellung 1901 errichtet. Eine Freitreppe führte vom Alexandraweg ins Obergeschoss; das Dach bestand aus zwei Pultdächern mit einem Walmdach. 1950–51 wurde Haus Olbrich nach schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut: die Freitreppe ist verschwunden; das Dachgeschoss wurde zu einem Vollgeschoss (ohne Dachschrägen) ausgebaut; Anzahl und Form der Fenster sind verschieden; kurz: das eher ländlich anmutende Haus Olbrich mutierte zu einer Stadtvilla.

DA-Arbeiterhaus Metzendorf1

Arbeiterhaus

Auf der Mathildenhöhe wurden nicht nur prächtige Villen erbaut, sondern auch Wohnhäuser für Arbeiter. Im Unterschied zu den Villen hat man diese aber zum großen Teil abgerissen. Ein Beispiel sind die drei Arbeiterhäuser, die für die 3. Austellung 1908 nach Plänen von Ludwig Mahr, Georg Metzendorf und Arthur Wienkoop errichtet wurden. Man hat sie nach Ausstellungsende abgerissen und südlich vom Park Rosenhöhe wiederaufgebaut (an der Erbacher Straße beim Hofgut Eberfeld).

Mathildenhöhe Darmstadt

Platanenhain (Darmstadt) 9229564661 3035784b91 o
Bacchusbrunnen Mathildenhöhe. Links oben der Turmstumpf des Hochzeitsturms. (UNESCO-Weltkulturerbe in Darmstadt, Germany)

Platanenhain

Der Platanenhain ist rund 125 m lang und 40 m breit. Er wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert angelegt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden die zahlreichen Skulpturen von Bernhard Hoetger: z. B. die zwei Eingangspfeiler (Leopard, die Nacht tragend; Silberlöwe, den Tag tragend). In den vier Ecken stehen Reliefgruppen, an der Nordseite befinden sich die Brunnengruppe und die sieben Krugträgerinnen; Der Bacchusbrunnen (Joseph Maria Olbrich; Ludwig Habich, Daniel Greiner) an der Ostseite wurde bereit 1904 erbaut. Im Hain stehen außerdem mehrere Pflanzkübel mit Löwenköpfen.

Südlich des Platanenhains befinden sich das Lilienbecken und die Russische Kapelle.

Russische Kapelle mit Platanenhain

Mathildenhöhe Darmstadt: Russische Kapelle Innenraum (UNESCO-Welterbe in Hessen)

Russische Kapelle

Die russische Kapelle Heilige Maria Magdalena steht südlich des Platanenhains. Sie wurde 1897–99 auf russischer Erde erbaut (Architekt: Leonti Nikolajewitsch Benois), damit der russische Zar Nikolaus II. an einem Gottesdienst nach russisch-orthodoxem Ritus teilnehmen konnte. Das Foto oben zeigt (mit Blick Richtung Westen) die Rückseite der Russischen Kapelle; rechts befindet sich der Platanenhain; im Hintergrund liegt das Zentrum von Darmstadt. Südlich der Kapelle steht der runde Schwanentempel (1914; Albin Müller).

Mathildenhöhe Darmstadt: Blick nordostwärts auf Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude

Blick vom Hochzeitsturm auf den Platanenhain und Darmstadt

Hochzeitsturm & Ausstellungsgebäude

Das Ausstellungsgebäude und der Hochzeitsturm wurden für die Dritte Ausstellung 1908 erbaut. Auf dem Dachfirst des Ausstellungsgebäudes balanciert seit 1999 eine 280 cm große Aluminium-Figur: „Zwischen den Zeiten“ von Hubertus von der Goltz (https://www.hubertus-von-der-goltz.de/de).

Einen guten Ausblick auf Darmstadt bietet der 48,5 m hohe Hochzeitsturm (1907–08; Josef Maria Olbrich). Sein Name erinnert an die Hochzeit des Großherzog-Paars Ernst Ludwig und Eleonore im Jahr 1905. Die zwei um die Ecke geführten Fensterbänder markieren das Fürstenzimmer (unten) und das Hochzeitszimmer (oben).

Das Hochzeitszimmer (Zimmer der Großherzogin), dient dem Standesamt für Trauungen (siehe Foto unten rechts).

Vom Aussichtsraum im obersten Geschoss bietet sich ein guter Ausblick auf die Umgebung (die fünf Balkone sind nicht öffentlich zugänglich). Das Foto links zeigt den Ausblick auf den Platanenhain.

An der Südseite befindet sich eine Sonnenuhr (1914, Entwurf: Friedrich Kleuken), an der Nordseite eine mechanische Turmuhr (1914, Entwurf: Albin Müller). Webseite: http://hochzeitsturm-darmstadt.eu/

 

Blick in das Fürstenzimmer (Zimmer des Großherzogs) im Hochzeitsturm der Mathildenhöhe Darmstadt

Blick in das Hochzeitszimmer (Zimmer der Großherzogin) im Hochzeitsturm der Mathildenhöhe Darmstadt

Wasserspeicher

Darmstädter Katakomben

Unter der Mathildenhöhe erstrecken sich die sogenannten „Darmstädter Katakomben“: ehemalige Bierkeller sowie der rund 2,5 km lange Brauereitunnel und ein Wasserspeicher (1877–80; Otto Lueger).

Darmstadt-Olbrichweg8

Ateliergebäude

Wir umrunden den Hochzeitssturm im Uhrzeigersinn und folgen dem Olbrichweg. Östlich des Ausstellungsgebäudes steht das Ateliergebäude (Olbrichweg 8). Albin Müller entwarf das Gebäude zusammen mit einem großen Mietshauskomplex für die Ausstellung von 1914. Das Foto zeigt – mit Blick vom Olbrichweg – die Südfassade. Dunkle Klinkerstreifen bilden oberhalb des Erdgeschosses ein Raster, das durch quadratische Fenster, weiße Putz- und braune Ziegelflächen ausgefüllt wird. An der Nordseite gibt es drei Etagen für die Ateliers.

Das Mietshaus wurde 1944 durch Bomben zerstört. An seiner Stelle errichtete man ein Gebäude für die Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung (https://h-da.de/). Von der Straße aus nicht erkennbar: das Flachdach ist wie die Südfassade des Ateliergebäudes in helle und dunkle Rechtecke aufgeteilt.

Der Mathildenhöhe Rundgang führt durch die Olbrichstraße ostwärts. Wir überqueren den Fliederweg, biegen am Spessartring rechts und überqueren links auf der Seiterswegbrücke die Bahngleise. 

Park Rosenhöhe

Löwentor Rosenhöhe

 

Löwentor

Direkt nach der Brücke bietet sich schräg rechts am Bernhard-Sälzer-Platz der Blick auf das (zweite) Löwentor (1927; Albin Müller). Das erste Löwentor wurde für die 4. Ausstellung 1914 erbaut. Es stand beim Lilienbecken und diente als Haupteingang zum Ausstellungsgelände. Die Löwen stand beim ersten Tor auf Doppelsäulen (Siehe: https://media.coinstamps.de/i/7658.jpg).

Der baumgesäumte Ludwig-Engel-Weg führt ostwärts. Südlich des Wegs entstand zwischen 1954–67 sieben Wohnäuser der Neuen Künstlerkolonie (Architekten: Bert Seidel und Heribert Hausmann). Bis heute leben und arbeiten dort Künstler*innen.

Der Park Rosenhöhe entstand ab 1810. Wilhelmine von Baden ließ ihn von Michael Zeyher als Landschaftspark anlegen. Aus dieser Zeit stammt das Teehäuschen.

Teehäuschen auf der Rosenhöhe Darmstadt (UNESCO-Welterbe Mathldenhöhe Darmstadt)

Teehäuschen

Wir halten uns links und laufen direkt auf das würfelförmige Teehäuschen zu. Es wurde um 1825 für Wilhelmine von Baden erbaut – zusammen mit einem zweiten Teehäuschen, das einige Meter westlich stand. Beide standen am selben Weg (westliche Fortführung des Georg-Hensel-Wegs). Das westliche Teehaus ist nur noch teilweise erhalten und steht auf dem Privatgrundstück Seitersweg 17b.

Vom Teehäuschen führt der Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang ostwärts zum Neuen und Alten Mausoleum.

Neues Mausoleum (Park Rosenhöhe Darmstadt). - new mausoleum

Neues Mausoleum

Der Ludwig-Engels-Weg führt direkt auf das Neue Mausoleum (1905–10; Architekt: Karl Hofmann) zu.

Ursprünglich lagen die Gräber der Landgrafen und Großherzöge in der Stadtkirche. Ernst Ludwig ließ das Neue Mausoleum erbauen und alle Großherzöge auf der Rosenhöhe bestatten: Seine Angehörigen im Neuen Mausoleum, die Vorgänger im Alten Mausoleum; die Landgrafen blieben in der Gruft der Stadtkirche.

 

Italie, Ravenne, Mausolée de Galla Placidia (48087047373)

Vorbild für das Neue Mausoluem war wohl das Mausoleum der Galla Placidia in Ravenna (erbaut 425–30). Dieses zählt – mit anderen Bauten – zum UNESCO-Welterbe „Frühchristliche Baudenkmäler und Mosaike von Ravenna“ (https://whc.unesco.org/en/list/788).

Altes Mausoleum Rosenhöhe Darmstadt

Altes Mausoleum

Östlich des Neuen steht das Alte Mausoleum. Es entstand in zwei Bauphasen:

  • 1826 ließ Wilhelmine Luise den Mittelbau als Grab für ihre früh verstorbene Tochter Elisabeth (1821–26) errichten. Wilhelmine wurde dort auch bestattet. Architekt war Georg Moller.
  • 1869–70 kamen die zwei Anbauten hinzu – für die vierjährige Marie und deren Mutter (Architekt: Heinrich Wagner).

Östlich des Alten Mausoleum erstreckt sich eine große Wiese mit Obstbäumen.

Vom Neuen Mausoleum führt der Keyserlingweg nach Süden zum Rosarium, das in der Mitte des Parks liegt.

Park Rosenhöhe Darmstadt (UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe Darmstadt)

Im Park Rosenhöhe blühen über 200 verschiedene Rosenarten, vor allem im Rosarium.  Das Foto zeigt das Rosarium mit Blick nach Südosten zur Kuppel des Rosendoms. Karte: http://www.park-rosenhoehe.info/Park_Plan.html

Blick vom Thießweg westwärts auf das Portal des ehemaligen Palais Rosenhöhe. Welterbe Mathildenhöhe Darmstadt

Palais Rosenhöhe

Vom Rosarium gelangt man über den Thießweg zum Bahnhof Darmstadt Ost an der Erbacher Straße. Auf dem Weg passiert man rechts ein Portal. Hier stand das Palais Rosenhöhe. Die Umrisse sind durch die Hecken markiert. Es wurde 1944 bei der Bombardierung Darmstadts zerstört und die Ruine später abgetragen. Erhalten hat sich hingegen das Pförtnerhäuschen.

Pfördnerhäuschen Rosenhöhe

Pförtnerhäuschen

Am Pförtnerhäuschen verlassen wir den Park Rosenhöhe. Wer will, kann die Mathildenhöhe – oder auch nur den Park – in umgekehrter Reihenfolge besuchen. Dann beginnt der Mathildenhöhe Darmstadt Rundgang am Eingang am Thießweg.

Mathildenhöhe Darmstadt besuchen

UNESCO-Welterbe in der Nähe der Mathildenhöhe Darmstadt

Die Mathildenhöhe Darmstadt zählt zum:

Das nächstgelegene Welterbe in Hessen ist die Grube Messel. Sie ist eine von nur drei Weltnaturerbestätten in Deutschland.

Welterbestätten gibt es auch in den Nachbarbundesländern:

Weitere Stadtrundgänge zu UNESCO-Welterbestätten

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