Henry Sloman: der Mann aus der Wüste

Vom kühlen Hamburg in die heiße Atacama-Wüste und zurück: Der Bauherr des Chilehauses, der Hamburger Unternehmer und Bankier Henry Brarens Sloman (1848 bis 1931), war in jungen Jahren weit herumgekommen.

Wasser und Wüste: Iquique

Aufgewachsen in England, machte Henry eine Schlosserlehre in Hamburg, wo seine Verwandten die Sloman Reederei führten, Deutschlands älteste Reederei. 1869 wanderte Sloman nach Bolivien aus. Die nächsten Jahr arbeitete er dort für einen seiner Freunde, Hermann Fölsch, der in der Hafenstadt Iquique am Pazifik ein Salpeter-Unternehmen besaß.

Pazifik-Küste bei Iquique.- panoramio - Jorge Manriquez P. (2)

Salpeter - das weiße Gold

Man bezeichnete Salpeter als das „weiße Gold“, denn er war im 19. Jahrhundert ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Düngemitteln, Sprengstoffen oder Farben. Die deutsche Landwirtschaft war einer der größten Abnehmer von Salpeter. Südamerikanische Staaten und europäische Investoren gierten nach den wertvollen Minen. 1879 entflammte zwischen Chile, Peru und Bolivien der Salpeterkrieg, aus dem Chile  – mit britischer Unterstützung – 1884 als Sieger hervorging. Die Salpeterminen um Iquique, bislang in Boliviens Süden, lagen nun in Chiles Norden.

Sinking_of_the_Esmeralda_during_the_battle_of_Iquique (2000 x 1163)

Sloman in der Atacama-Wüste

Sloman machte sich 1892 weiter im Landesinneren, bei Tocopilla, mit mehreren Salpeterwerken selbständig: Buena Esperanza, Rica Aventura, Prosperidad, Grutas und Empresa (übersetzt: Gute Hoffnung, Reiches Abenteuer, Wohlstand, Grotten und Betrieb). 1905 – 1911 wurde mitten in der Wüste ein Stausee angelegt, der Tranque Sloman, der die Minen mit billigem Strom versorgte. 

Anfiteatro, Valle de la Luna, San Pedro de Atacama, Chile, 2016-02-01, DD 149

Atacama - die Wüste

In den Minen arbeiteten tausende Männer unter Extrembedingungen, denn die Vorkommen befinden sich mitten in der Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Von den ehemals über hundert Minen (Liste) zählen zwei zum Weltkulturerbe: die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke.

Humberstone-Salpeterwerk aus Vogelperspektive; UNESCO-Weltkulturerbe in ChileOfficina salitrera Humberstone 03

Haber und Bosch - der Niedergang

Eine Erfindung im fernen Deutschland führte zum Niedergang der Salpeter-Industrie: Die Chemiker Fritz Haber und Carl Bosch meldeten 1910 ein Verfahren zur künstlichen Salpeter-Herstellung als Patent an. Die Folgen waren einerseits der Chemie-Nobelpreis für Haber (1918) und Bosch (1931) und andererseits eine Krise für die Salpeterproduktion in Chile. Inzwischen sind die meisten Minen verlassen. Die beiden Weltkulturerbestätten Humberstone und Santa Laura zerfallen und stehen auf der Roten Liste des bedrohten Welterbes. An die zahlreichen Minenarbeiter erinnert heute wenig.

Baracken im Humberstone-Salpeterwerk. 2005.11.14 26 Humberstone Chile

Sloman in Mecklenburg-Vorpommern

1898 kehrte Sloman nach Hamburg zurück. Er gründete eine Bank und erwarb 1910 als Altersruhesitz das abgelegene Schloss Bellin. Es liegt südlich von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. In dem Park befindet sich auch das Mausoleum, das Sloman für sich und seine Frau erbauen ließ. Nach der Wende kauften die Nachkommen Slomans das Anwesen auf und richteten dort ein Hotel ein.

Slomans Alterssitz: Schloss Bellin bei Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. 180 DSC0151

Hamburg: Chilehaus

Im fortgeschrittenen Alter, mit 74 Jahren, wagte sich Sloman an ein ambitioniertes Unternehmen: den Bau des größten Kontorhauses Hamburgs mitten in der Wirtschaftskrise der 20er Jahre. Da es in Hamburg bereits ein Slomanhaus gab, erhielt das Gebäude nicht den Namen des Bauherren. Sloman benannte das Haus nach dem Staat, dessen Naturschätzen und Menschen er viel zu verdanken hatte: Chile, symbolisiert durch den steinernen Kondor an der Spitze des Chilehauses.

Chilehaus (Hamburg-Altstadt).Blick von Osten.3.29132.ajb
Stadtansicht Hamburg, um 1587 (Georg Braun; Franz Hogenberg)

Hamburg Geschichte (kurz, Schwerpunkt Welterbe)

Welches sind die wichtigsten Daten der Hamburger Geschichte? Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburgs – mit dem Schwerpunkt auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt und Kontorhausviertel.

8. Jahrhundert - Gründung Hamburgs

Errichtung der Hammaburg an der Stelle des heutigen Domplatzes. Der erste Hafen erstreckte sich auf dem Gebiet der heutigen Großen und Kleinen Reichenstraße (westlich des Chilehauses).

7. Mai 1189 - Geburtstag des Hamburger Hafens

Ein Freibrief von Kaiser Friedrich I. Barbarossa gewährt Hamburg angeblich die Zollfreiheit – die Forschung entlarvte die Urkunde allerdings als Fälschung des 13. Jahrhunderts. Barbarossa hat in mehreren Weltkulturerbestätten Spuren hinterlassen, z. B. spendete er dem Aachener Dom einen großen Radleuchter oder schenkte dem Kölner Erzbischof die Reliquien der Heiligen Drei Könige, die im Kölner Dom und in Hildesheim zu sehen sind.

1300 bis 1310 - Turmbau im Wattenmeer

Turm Neuwerk im Hamburger Wattenmeer

Hamburg errichtet einen großen Wach- und Leuchtturm auf der Insel Neuwerk, rund 100 Kilometer nordwestlich von Hamburg gelegen. Der Turm ist der älteste erhaltene Leuchtturm Europas. Die Insel liegt im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, das seit 2011 zum Weltnaturerbe zählt. Video: „Mission Welterbe: Wattenmeer“ (Link)

1356 - Erster Hansetag

Hamburg nimmt am ersten Hansetag 1356 teil. Ungewöhnlich viele Hansestädte stehen auf der Liste des Weltkulturerbes, z. B. Lübeck, die „Mutter der Hanse“, Bremen sowie die Altstädte von Stralsund und Wismar; im Ausland Bryygen (Bergen), Krakau, Nowgorod, Riga, Tallinn, Thorn, Vilnius und Visby. Nach dem Niedergang der Hanse übernimmt Hamburg von Lübeck die Rolle als führende Handelsstadt Nordeuropas.

1616 bis 1625 - Bau des Stadtwalls

Abbildung der Stadt Hamburg im Jahr 1651

Nach den Plänen des niederländischen Festungsbaumeisters Johan van Valckenbergh erhält Hamburg moderne Wallanlagen.  Sie lagen teilweise auf dem Gebiet der Speicherstadt. An der Stelle der westlichen Wallanlagen wurde im 19. Jahrhundert der Park Planten un Blomen angelegt.  Namen wie „Sandtorhafen“, „Millerntor“ oder „Ericusbrücke“ erinnern an  die Tore und Bastionen der Festung. Van Valckenbergh prägte auch das Stadtbild der Welterbestätten Lübeck und Bremen, die nach seinen Entwürfen befestigt wurden.

1842 - Der große Brand

Der Große Brand wütet vom 5. bis 8. Mai. 20.000 Menschen werden obdachlos. Neben 1700 Häusern, zahlreichen öffentlichen Gebäuden sind auch 102 Speicher zerstört.

1883 bis 1912 - Bau der Speicherstadt


Bau der Speicherstadt im Freihafen mit den Lagerhäusern und den Brücken. Zuvor Abriss der Wohnhäuser auf Kehrwieder, Wandrahm und Holländisch Brook; rund 20.000 Bewohner verlieren ihr Zuhause und drängen in die unversehrten Wohnviertel. Die hygienischen Verhältnisse verschlechtern sich und begünstigen den Ausbruch der Choleraepidemie von 1892, der über 8600 Menschen zum Opfer fallen.

1922 bis 1943 - Bau des Kantorhausviertels

Chilehaus Hamburg 1

Bau der vier Gebäude des Kantorhausviertels, die zum Weltkulturerbe zählen: Chilehaus (1922 bis 1924, Architekt Fritz Höger) Meßberghof (1922 bis 1924, Architekten Hans und Oskar Gerson), Montanhof (1924 bis 1926, Architekten Hermann Distel und August Grubitz), Sprinkenhof (1927 bis 1943, Architekten Hans und Oskar Gerson, Fritz Höger).

1944 bis 1945 - Zerstörung

Rund drei Viertel der Speicherstadt werden durch Bomben zerstört. In den Nachkriegsjahren erfolgen der Wiederaufbau und die Verlagerung des Hafens.

2015 - UNESCO-Weltkulturerbe

Die UNESCO nimmt vier Gebäude im Kantorhausviertel und die Speicherstadt in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Ericusbrücke, Shanghaibrücke und ein Tisch

Eine Reise wert ist das Gebiet am Brooktorkai eigentlich wegen eines Tisches, aber auch die Ericusbrücke und die Shanghaibrücke sind sehenswert. Die eine Brücke ist ein technisches Denkmal, die andere preisgekrönt. Und einer der bestausgezeichneten Köche Deutschlands bittet in der Nähe zu Tisch – nämlich in „The Table“.

Ericusbrücke

Die Ericusbrücke ist eine Drehbrücke, die vom Brooktorkai /Ericus zum Lohsepark führt. Sie wurde 1870 erbaut und gilt als eine der ältesten erhaltenen Drehbrücken Deutschlands. Die Stahlbrücke mit unterschiedlich langen Armen (Nordarm: 17,7 m; Südarm: 18,0 m) dreht sich auf einem Steinpfeiler im Ericusgraben und ermöglichte die Einfahrt von Schiffen. Benannt ist die Brücke nach der Bastion Ericus, die Teil der ehemaligen Stadtbefestigung war. (Die Ericusbrücke vermittelt kein Bild der abgetragenen Drehbrücke am Niederbaum, denn diese war als Stabbogenbrücke konzipiert, das heißt, die Fahrbahn trug einen Bogen.)

Ericusbrücke (Hamburg-HafenCity).3.14151.ajb

Shanghaibrücke

Zum Bauwerk des Jahres 2006 hat der Hamburger Architekten- und Ingenieurverein die Shanghaibrücke gekürt. Sie ist eine breite Rahmenbrücke für Fußgänger und Straßenverkehr. Der Architekt Dietmar Feichtinger hat Erfahrung mit der Planung für UNESCO-Welterbestätten: Er entwarf eine 1841 m lange Brücke zum Mont Saint-Michel (Weltkulturerbe seit 1979) und die Passerelle Simone-de-Beauvoir über die Seine in Paris (Die Pariser Seine-Ufer zählen zum Weltkulturerbe seit 1991.). Auf den Seiten des Vereins heißt es:

„Die Shanghaibrücke trägt den Weg über das Wasser in der Eleganz ausgewogener Proportionen und wird so zum ästhetischen Merkpunkt, zur Landmarke. Fußgänger wie Autofahrer erleben die Brücke als eigenständigen Ort, von dem aus sich das Flair einer mit Fleeten und Kanälen durchzogenen Stadt am Wasser in besonderer Weise erschließt.“ (Link)

Das Google-Streetview-Bild unten zeigt die Brücke aus einer erhöhten Autofahrer-Perspektive. Der ästhetische Merkpunkt fällt kaum auf. Ist es nicht übertrieben, die Brücke als „Landmarke“ zu bezeichnen? Landmarke: Ein Begriff, der auf die sich auftürmende Elbphilharmonie, die weitgespannte Köhlbrandbrücke oder den 280 m hohen Heinrich-Hertz-Turm zutrifft, – aber auch auf die Shanghaibrücke, deren höchstes Element das Brückengeländer ist? Erleben die Autofahrer, die über die Brücke rauschen, diese tatsächlich als „eigenständigen Ort“? Kein Wort auch zu den vier Fahrbahnen Verkehrslärm, die dem Hörgenuss abträglich sind, wenn man das erwähnte Flair genießen möchte. Dafür und für die städtebaulichen Rahmenbedingungen kann freilich der Architekt nichts, der wahrscheinlich das Beste aus der Situation gemacht hat.

The Table

Eine kulinarische Landmarke ist übrigens das nahegelegene Restaurant „The Table“: Kevin Fehlings kulinarische Kreationen sind den Feinschmeckern des Guide Michelin drei Sterne wert. Das ist die höchste Auszeichnung, mit der sich deutschlandweit nur rund ein Dutzend Restaurants schmücken dürfen. Drei Sterne bedeuten laut Michelin-Definition: „eine Reise wert!“ (Adresse: The Table, Shanghaiallee 15, 20457 Hamburg, www.thetable-hamburg.de).

Fehling kochte zuvor in einer Welterbestätte, nämlich im Restaurant Wullenwever, das in der Lübecker Altstadt steht.

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Ericusbrücke

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Ericusbrücke: 53.544588, 10.003159
Shanghaibrücke: 53.544244, 10.001636
The Table Hamburg: 53.542670, 10.003079

Brücken am Zollkanal: vor der Speicherstadt

Acht Brücken führen von der nördlich gelegenen Altstadt über den Zollkanal in die Speicherstadt. Die älteren Brücken sind aufwändig und repräsentativ, die neueren Brücken schlichter. So oder so: Die Brücken sind Zeugen vom Kommen und Gehen der vielen Hamburger, die in der Speicherstadt arbeiteten, und das Werk namhafter oder in Vergessenheit geratener Architekten und Bildhauer. Von Westen nach Osten führen folgende Brücken in die Speicherstadt:

 

Niederbaumbrücken

Niederbaumbrücke (Hamburg).ajb
Die Niederbaumbrücken sind zwei nebeneinanderliegende Bogenbrücken zwischen Baumwall und Kehrwieder. Die östliche Brücke wurde 1957 errichtet. Die westliche Brücke (1978) befindet sich an der Stelle einer 1878 bis 1880 errichteten Drehbrücke, die von 1911 bis 1912 zu einer festen Brücke umgebaut wurde. Namensgeber ist der Niederbaum, eine schwimmende Holzkonstruktion, die die westliche Hafeneinfahrt versperrte (Vgl. Oberbaumbrücke.).

 

Kehrwiedersteg

1157 Hamburg
Der Kehrwiedersteg führt als Fußgängerweg über zwei Brücken: eine Schrägseilbrücke überspannt zwischen Altstadt und Kehrwieder den Zollkanal. Zwischen Kehrwieder und Am Sandtorkai führt dann eine Bogenbrücke über die Kehrwiederfleet.

 

Brooksbrücke

Die Brooksbrücke über den Zollkanal (c.1895)
Die 1887 zwischen Cremon und Brook errichtete Brooksbrücke ist eine ca. 50 m lange Bogenbrücke auf Steinstützen. Diese tragen vier von J. J. Darboven gestiftete Bronze-Statuen, die Jörg Plickat zwischen 2001 und 2006 anstelle kriegszerstörter Skulpturen erstellt hat. Nordseite: Hammonia (Schutzgöttin Hamburgs) und Europa (anstelle der Germania); Südseite: St. Ansgar (erster Erzbischof Hamburgs) und Barbarossa (gewährte Hamburg 1189 Zoll- und Handelsfreiheit).

 

Kibbelstegbrücken

Hamburg, Speicherstadt, Kibbelstegbrücke -- 2016 -- 3007
Kibbelstegbrücken: Der 2001 bis 2002 nach den Plänen von von Gerkan, Marg und Partner errichtete Fußgängersteg führt über eine große und zwei kleine Bogenbrücken: Große doppelstöckige Bogenbrücke auf Betonstützen zwischen Cremon und Wandrahm, doppelstöckige Bogenbrücke über Brooksfleet zum Großen Grasbrook, dort überspannt die dritte Bogenbrücke die Straße Am Sandtorkai. Die Gesamtlänge beträgt rund 220 Meter.

 

Jungfernbrücke

Jungfernbrücke (Hamburg).Detail.ajb
Nicht zu verwechseln mit dem Jungfernstieg, die westliche Uferstraße entlang der Binnenalster, ist die Jungfernbrücke: eine 1887 bis 1888 errichtete 41 m lange Bogenbrücke zwischen Grimm und Wandrahm, reserviert für Fußgänger.

 

Kornhausbrücke

Kornhausbrücke in Speichstadt, Hamburg, by night
Die 1886 bis 1888 zwischen Grimm und Wandrahm errichtete Kornhausbrücke ist eine Sichelbogenbrücke auf steinernen Auflagern mit abgehängter Fahrbahn. Auf den Auflagern erheben sich Statuen von 1903 (Nordseite: Christoph Kolumbus (Bildhauer: Carl Börner) und Vasco da Gama (Bildhauer: Hermann Hosaeus); Südseite: Ferdinand Magellan und James Cook (beide nicht mehr vorhanden). Benannt ist die Brücke nach dem abgerissenen Kornhaus.

 

Wandrahmsteg

Hamburg - Zollkanal, Wandrahmsteg
Vom Kontorhausviertel zur Speicherstadt führt der 1960 bis 1962 erbaute Wandrahmsteg, eine schlichte Balkenbrücke für Fußgänger. Dahinter erhebt sich das  2002 vollendete Deichtor-Center, ein zehnstöckiger Bürobau von Hadi Teherani.

Oberbaumbrücke

Oberbaumbrücke (Hamburg-Altstadt).ajb

Die benachbarte Oberbaumbrücke ist benannt nach dem Oberbaum, der die östliche Hafeneinfahrt blockierte (Vgl. Niederbaumbrücke.). Die Balkenbrücke zwischen Deichtorplatz und Wandrahm wurde 1960 bis 1962 in der Nähe der ehemaligen „Gross Ericusbrücke“ errichtet. Sie ist die östlichste Brücke, die über den Zollkanal in die Speicherstadt führt.

Die Poggenmühlenbrücke & die Brücken der Speicherstadt

Die Brücken in der Speicherstadt

Die Brücken innerhalb der Speicherstadt, die die einzelnen Inseln verbinden, sind einander ähnlich: kürzer, niedriger und weniger aufwändig als die Brücken über den Zollkanal.

Poggenmühlenbrücke

Den vielleicht schönsten Blick auf die Speicherstadt hat man von der dreibogigen Poggenmühlenbrücke, die ganz im Osten liegt: Das Wasserschloss thront auf der Inselspitze, wo Wandrahmfleet und Holländischbrookfleet zusammenfließen, eingerahmt von den langen Reihen der Speichergebäude. Der Ausblick ist beeindruckend, besonders nachts, wenn der Verein Lichtkunst Speicherstadt die Backsteinfassaden der Speicher effektvoll ausleuchtet (www.lichtkunst-speicherstadt.de).

Poggenmühle, Hamburg, Germany (Unsplash)

Nüchtern & funktional

Bei einigen Brücken im Osten der Speicherstadt liegen die Verkehrsflächen für Fußgänger und Fahrzeuge vereint zwischen den Brückenbögen. Die Geländer sind schlicht, sie bestehen aus drei Reihen horizontaler Stahlstangen (Wandrahmsfleetbrücke, Holländisch-Brookfleet-Brücke).

Hamburg Speicherstadt Hollaendischbrookfleetbruecke 02

Schöne Geländer

Die Brücken in der Mitte der Speicherstadt weisen eine andere Konstruktion auf. Bei ihnen sind die Verkehrsflächen für Fußgänger und Straßenverkehr getrennt: Zwischen den zwei Brückenbögen befindet sich die Fahrbahn, während an den Außenseiten der Bögen jeweils ein schmaler Gehweg zur Verfügung steht. Schöne schmiedeeiserne Geländer begleiten den Gehweg (u. a. Kannengießerbrücke, Kannengießerortbrücke, Pickhubenbrücke). Ein Beispiel ist die Sandbrücke.

Sandbrücke übers Brooksfleet

Steinerner Teppich: Die Wilhelminenbrücke

Beachtenswert ist der 27 m lange Steinerne Orientteppich (2005) von Frank Raendchen auf der Wilhelminenbrücke am westlichen Zipfel der Speicherstadt.

Wilhelminen-Brücke Mosaik Steinerner Orientteppich (3)