Welterbe am Saar-Radweg

Große Saarschleife vom Aussichtspunkt Cloef (Saarland)

Zum Welterbe am Saar-Radweg zählt die Völklinger Hütte, Weltkulturerbe seit 1994 und umgeben von Sehenswürdigkeiten am Saarufer, die es zu entdecken lohnt: beeindruckende Flusslandschaften wie die Saarlandschleife, mächtige Burgen und barocke Schlösser. Der Saar-Radweg passiert auch alte Kirchen, französische Festungen, malerische Altstädte und geht über in den Mosel-Radweg, der weiter zum Welterbe in Trier führt.

Stationen, Bundesländer

  • Länge: 111 km
  • Welterbe: Völklinger Hütte
  • Empfehlenswerter Abschnitt: Merzig bis Konz
  • ADFC-Zertifizierung: 4 von 5 Sternen
  • Stationen (von Süd nach Nord): Saargemünd – Saarbrücken – Völklinger Hütte (Welterbe) – Saarlouis – Merzig – Mettlach – Saarburg – Konz (Saarmündung)
  • Großstädte: Saarbrücken
  • Bundesländer: Saarland, Rheinland-Pfalz

Sehenswürdigkeiten am Saar-Radweg

Saargemünd, Sarreguemines; ACH 7193 7 (c) Sarreguemines Tourisme

Saargemünd (frz.: Sarreguemines)

Startpunkt ist die französische Kleinstadt Saargemünd an der deutsch-französischen Grenze. Hier mündet die Blies in die Saar. Die Saarquellen liegen weiter südlich: Die Rote Saar entspringt bei Alberschweiler (frz. Abreschviller), die Weiße Saar bei Grandfontaine (dt. Michelbrunn). Beide Flüsse sind rund 26 km lang. Südlich vom französischen Saarburg fließen Rote und Weiße Saar zusammen und erreichen Saargemünd nach rund 120 km. Nicht nur der der Saar-Radweg, sondern auch die D-Route 5 (Saar-Mosel-Main) startet in Saargemünd. Der Verlauf beider Radwege entlang der Saar ist gleich.

Ludwigskirche Saarbruecken

Saarbrücken

Nächstes Ziel ist Saarbrücken, die Hauptstadt des Saarlandes. Sehenswert sind Schloss Saarbrücken (1739-48) und der Ludwigsplatz, der auf der Kandidatenliste des Welterbes stand. Beide Anlagen sind das Hauptwerk des Architekten  Friedrich Joachim Stengel. Den modernen Mittelpavillon des Schlosses entwarf der Pritzker-Preisträger* Gottfried Böhm, von dem auch die Kirche St. Albert in Saarbrücken-Rodenhof stammt. (* Der Pritzker-Preis ist eine Art Nobelpreis für Architekt*innen.)

Station am Saar-Radweg: Hütte Völklingen, am Abend mit Beleuchtung

Völklinger Hütte

Schon nach rund 12 Kilometern taucht unübersehbar das Welterbe am Saar-Radweg auf: die Völklinger Hütte. Sie war im 20. Jahrhundert das größte Stahlwerk Europas, heute finden hier Veranstaltungen und Ausstellungen statt. 1994 erklärte die UNESCO das Industriedenkmal zum Weltkulturerbe. Der Radweg führt am Südufer entlang, die Völklinger Hütte liegt am Nordufer, schräg gegenüber vom Bahnhof Völklingen.

Dillinger Hütte Litermont (Saarland)

Zwischen Völklingen und Merzig

Zwischen Völklingen und Merzig führt der Saar-Radweg auf einer Strecke von rund 50 km zwischen der Saar und der Autobahn A8 am Ufer entlang, vorbei an Industrieanlagen (Stahlwerk Bous, Kraftwerk Ensdorf oder Saarhafen). Sie sind – wie die Völklinger Hütte – Teil der Industriegeschichte und der Kultur des Saarlandes und noch in Betrieb. Alternativ kann man mit der Bahn ab Völklingen Bahnhof bis Merzig fahren. Ein interessanter Zwischenstop ist Saarlouis:

Vauban Festung Saarlouis. Station am Saar-Radweg

Saarlouis

1680 ließ der französische König Ludwig XIV. eine Festung am Saarufer errichten, die seinen Namen trug: Sarre-Louis. Reste der Festungsmauer haben sich am Altarm der Saar erhalten; die Vauban-Insel erinnert an den Baumeister der Festung, Sébastien Vauban (1633-1707), dessen Werk die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt hat. (Saarlouis zählt nicht dazu.) Hinter der neogotischen Fassade von St. Ludwig (1883-85, Vincent Statz) verbirgt sich eine sehenswerte Betonhalle von Gottfried Böhm. Der Saar-Radweg führt in einem großen Bogen entlang der Kapuzineraue an der Stadt und der Autobahn vorbei.

B-Werk Besseringen Eingangshof, Bunker des Atlantikwalls an der Saar

Merzig

Von der Barock-Festung Saarlouis ist es nicht weit zu den Bunker-Anlagen bei Merzig. Das B-Werk Besseringen ist das einzig erhaltene B-Werk des Westwalls (1938-40), der sich auf 630 km von von der niederländischen bis zur schweizerischen Grenze zog (Webseite: www.merzig.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/b-werk-besseringen). In Merzig steht die größte romanische Kirche des Saarlands, St. Peter (13. Jh.). Die Autobahn A 8  wendet sich bei Merzig nach Westen, während der Saar-Radweg dem Flussufer folgt. Nun beginnt der vielleicht schönste Abschnitt am Saar-Radweg:

Große Saarschleife. Blick vom Aussichtspunkt Cloef in Richtung Montclair (Saarland). Station am Saar-Radweg

Große Saarschleife

Eine Naturschönheit und ein Wahrzeichen des Saarlandes ist der Bogen der (Großen) Saarschleife. Einen guten Ausblick auf die Flusschleife hat man vom Aussichtspunkt Cloef beim Kurort Orscholz. Auf dem Berg, den die Saar umfließt, liegt die Ruine der Burg Neu-Montclair, (15. Jh.; Burgmuseum und Burgeschenke. Webseite: www.burg-montclair.de). Zur Burg gelangt man mit der „Welles“, der letzten Saar-Fähre (Infos zur Fähre: www.tourist-info.mettlach.de/de/saarschleife.html).

Alter Turm und Mosaik (Weltkarte des Lebens) im Park von Villeroy & Boch in Mettlach an der Saar

Mettlach

Direkt am Saarufer residiert der Keramikproduzent Villeroy & Boch; in dem barocken Klostergebäude (1728-80) der ehemaligen Abtei Mettlach lohnt das Erlebniszentrum Villeroy & Boch einen Besuch. Im benachbarten Park steht der sogenannte „Alte Turm“ (990-94), der zu den bedeutendsten Bauwerken des Saarlandes zählt. Die achteckige Grabkirche für den Heiligen Liutwin wurde 990-94 errichtet und hat  den Aachener Dom zum Vorbild. Daneben das Mosaik „Weltkarte des Lebens“ (Stefan Szczesny) und der 14 m hohe Erdgeist (André Heller). Die St. Joseph-Kapelle (1864) ist eine kleine Kopie der Sainte-Chapelle, die Teil des Weltkulturerbes „Seineufer von Paris“ ist. Bei Saarhölzbach überschreitet oder überfahrt man die Grenze vom Saarland nach Rheinland-Pfalz.

Kleine Saarschleife bei Hamm. Station am Saar-Radweg. Foto: SaarHunsrück02

Kleine Saarschleife

15 km weiter folgt die Kleine Saarschleife bei Hamm. Dieses Hamm ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hamm weiter saarabwärts am Wiltinger Saarbogen.

Saarburg (Station am Saar-Radweg). Ansicht vom östlichen Ufer der Saar

Saarburg

Der Ort Saarburg (7.400 Einw.) wird überragt von der Ruine der Saarburg, die bereits 964 erstmal erwähnt wurde. Vom runden Bergfried hat man eine gute Aussicht auf das Saartal. Die Oberstadt gruppiert sich um den Buttermarkt, die Unterstadt am Saar-Ufer. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der 18 m hohe Wasserfall in der Altstadt und die Kirche St. Laurentius (1854-56).

Wiltinger Saarbogen

Wiltinger Saarbogen. Sehenswürdigkeit in der Nähe vom Saar-Radweg

Weitere 12 km erstreckt sich das 167 ha große Natuschutzgebiet Wiltinger Saarbogen. 1980 kürzte man zwischen Schoden und Hamm die Saarschleife durch einen Kanal ab. Der Ort Kanzem (Foto rechts) liegt nun auf einer Insel. Der Saar-Radweg führt am Kanal entlang, nicht am alten Ufer der Saar. Die Wiltinger Weinlage „Schwarzhofberg“ gilt als einer der bedeutendsten Weinberge Deutschlands. Auf 28,1 ha wächst Riesling; einen Teil lässt die „Hohe Domkirche“ (= Trierer Dom) bewirtschaften, die zum Weltkulturerbe zählt.

Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof. Hunsrueckdorf

Konz: Saarmündung

Bei Konz mündet die Saar in die Mosel. Hier fand man 1959 die Reste der sogenannten Kaiservilla (4. Jh.). Jüngeren Datums ist der Bunker Gartenlaube (1937), in dem das Westwallmuseum Konz untergebracht ist (Webseite: www.westwallmuseum-konz.de). Sehenswert ist das Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof (Webseite: www.roscheiderhof.de). Im 22 ha großen Freilichtbereich stehen Häuser aus Hunsrück, Saar und Mosel mit Bauerngärten und einem Rosengarten.

Welterbe in der Nähe des Saar-Radwegs

Der Saar-Radweg trifft an der Saarmündung auf den Mosel-Radweg. Nach Westen gelangt man zur Mosel-Quelle, vorbei am ehemaligen Welterbe-Kandidaten Villa Nennig oder – noch weiter westwärts – zum Weltkulturerbe „Altstadtviertel und Festungen von Luxemburg“. Ostwärts der Saarmündung  liegt Trier mit den UNESCO-Weltkulturerbe „Römische Baudenkmäler, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier“.

Villa Nennig Mosaik

Römische Villa Nennig

Die Villa Nennig (1. – 4. Jh. n. Chr.) war ein römischer Gutshof zwei Kilometer östlich des Moselufers; heute bildet der Fluss die Westgrenze zu Luxemburg. In Nennig befindet sich eines der besterhaltenes Mosaike aus römischer Zeit. Das Mosaik (3. Jh.) ist 15,65 m x 10,30 m groß und zeigt Kampfszenen in einer Arena. Von dem Gutshof sind Grundmauern erhalten, der Schutzbau über dem Mosaik ist neuzeitlich. Von 1993 – 96 stand die Villa auf der Tentativliste für das Weltkulturerbe.

Festung Luxemburg. Luxembourg Fortress from Adolphe Bridge 02 c67

Festung Luxemburg

Im kleinen Staat Luxemburg liegt eine Welterbestätte: Die Altstadt Luxemburg zählt mit den Festungsmauern, Forts und den Kasematten, die in den Fels geschlagen sind, seit 1994 zum Weltkulturerbe. Sie erinnern an das „Gibraltar des Nordens“, wie die Festung auch genannt wurde. Von den Gängen mit einer Länge von einst 23 km kann man einige Abschnitte besichtigen. Der französische Festungsbaumeister Vauban war auch für diese Festung tätig.

Trier Porta Nigra outside

Trier: Römische Baudenkmäler

In Trier zählen mehrere römische Bauwerke zum Weltkulturerbe, außerdem der Dom St. Peter und die gotische Liebfrauenkirche. Außerhalb, gegenüber der Saarmündung, steht die Igeler Säule, die ebenfalls Teil des Weltkulturerbes ist.

Mehr erfahren zum Weltkulturerbe „Römische Baudenkmäler, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier“.

Anreise zum Welterbe am Saar-Radweg

  • Bahnhof beim Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Bahnhof Völklingen
    • RE 1 (verkehrt zwischen Koblenz und Mannheim, Stationen u. a. in Trier und Saarbrücken),
    • RB 70, 71 (Saartal-Bahn)
  • ICE-Bahnhof: Saarbrücken, Homburg (Saar)
  • Autobahn: A1, A6, A8
  • Anschließende Radfernwege:
    • Mosel-Radweg
    • D-Route 5 (Saar-Mosel-Main)
  • Flughafen: Saarbrücken-Ensheim (in der Nähe des Saarlands: Zweibrücken und Hahn)