Kölner Dom. Geschichte (kurz)

Die vermutlich längste Bauzeit der Welt

Kölner Dom von Südosten. Chor mit Turmstumpf, dazwischen Langhaus als Baustelle (um  1855)

Die Baugeschichte des Kölner Doms lässt sich in vier Abschnitte unterteilen:

  1. Baubeginn und Errichtung erster Bauteile: 1248 bis etwa 1560 (312 Jahre)
  2. Einstellung der Bauarbeiten und Unterbrechung: 1560 bis 1842 (282 Jahre)
  3. Wiederaufnahme der Bauarbeiten und Fertigstellung: 1842 bis 1880 (38 Jahre)
  4. Erhaltungsmaßnahmen: ab 1880 (offener Zeitraum)

Mit über sechshundert Jahren zwischen Grundsteinlegung und Vollendung und 310 Jahren reiner Bauzeit zählt der Kölner Dom weltweit zu den Gebäuden mit der längsten Bauzeit. Ein Überblick über die wichtigsten Daten der Baugeschichte:

873

Weihe des Vorgängerdoms (Alter Dom, Hildebold-Dom)

1164

Nach der Eroberung Mailands schenkt Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Kanzler, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Sie werden im Alten Dom, dem Vorgängerbau des heutigen Doms, ausgestellt. Köln wird zu einem bedeutenden europäischen Pilgerzentrum.

1248

Am 15. August 1248 legt Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den Dom. Er soll nach den Plänen von Meister Gerhard die größte Kirche Europas werden. Vorbild für den Grundriss ist die Kathedrale von Amiens. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden.

1322

Der fertiggestellte Chor wird am 27. September 1322 geweiht. Eine große Wand schließt den Chor nach Westen ab. In den Folgejahren baut man an den Seitenschiffen und dem Südturm.

ab 1527

Die Unzufriedenheit mit der Kirche lässt die Spendenbereitschaft sinken, sodass die Bauarbeiten eingestellt werden müssen. Der Baukran auf dem Südturm wird zum Symbol der Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten.

1842

Gründung des Zentral-Dombau-Vereins, der sich um die Finanzierung der Bauarbeiten kümmert. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgt am 4. September 1842. Auch der der (protestantische) preußische König beteiligt sich an der Finanzierung.

1880

Am 15. Oktober 1880 feiert man die Fertigstellung des Doms in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. Viele Katholiken – Domkapitel und Kölner Bürger – bleiben fern.

1943-45

Über 70 Bomben treffen den Dom: 13 Gewölbe stürzen ein, der Nordturm droht zu kollabieren. In der Nachkriegszeit beseitigt man die Schäden, u. a. baut man eine Ziegelsteinplombe am Nordturm ein, die 2005 gegen Bedenken der Denkmalbehörden ersetzt wird.

1996

Die UNESCO erklärt den Kölner Dom zum Weltkulturerbe. 2008 erfolgte eine geringfügige Erweiterung.

2004-06

Als Reaktion auf ein geplantes Hochhausviertel am gegenüberliegenden rechten Rheinufer setzt die UNESCO den Kölner Dom auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Nach Änderung der Bebauungspläne nimmt die UNESCO den Dom 2006 von der Liste.