Dänemark Rundreise zum Welterbe

Blick vom Dom zu Ribe nach Südosten über die Altstadt zur Klosterkirche St. Katharinen (Sehenswürdigkeit der Dänemark Rundreise)

Dänemark Rundreise - Überblick

Die Dänemark Rundreise führt zum UNESCO-Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) im europäischen Dänemark. Stationen sind:

  • die sieben Welterbestätten (5 Kultur, 2 Natur),
  • die aktuellen und ehemaligen Kandidaten für das Welterbe und
  • Kopenhagen, wo fast das gesamte Weltdokumentenerbe Dänemarks lagert, sowie
  • eine kleine Auswahl von weiteren Sehenswürdigkeiten.

Nicht auf der Route liegen die drei dänischen Welterbestätten auf Grönland (2 Kultur, 1 Natur).

Ausgangspunkt ist die deutsch-dänische Grenze bei Niebüll in Schleswig-Holstein; Endpunkt ist die ehemalige Wikingersiedlung Haithabu mit dem Danewerk (UNESCO-Welterbe). Die Dänemark Rundreise führt im Uhrzeigersinn über Dänemarks Inseln und Belte:

Karte Kattegat

Dänemarks Inseln und Belte

Die drei Meeresengen Kleiner Belt, Großer Belt und Öresund sind die einzigen natürlichen Verbindung zwischen Ostsee (im Süden) und Kattegat (im Norden). Über den Skagerrak gelangt man dann in die Nordsee. (Erst seit 1895 bietet der Nord-Ostsee-Kanal in Deutschland eine künstliche Alternative, die rund 460 km kürzer ist.)

Diese Türsteher-Funktion Dänemarks war militärisch bedeutsam und wirtschaftlich ertragreich; gut abzulesen an den zahlreichen Burgen, Festungen und Bunkern sowie wohlhabenden Städten mit prächtigen Kirchen und Schlössern. Einige wenige waren oder sind Kandidaten, nur ein Bruchteil wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die Welterbestätten Kontinental-Dänemarks liegen auf den beiden größten Inseln:

  • Jylland/Jütland (23.872 km²) ist der nördliche Teil der kambrischen Halbinsel. Er reicht von der deutsch-dänischen Grenze bis zur Landspitze bei Skagen. Auf Jütland gibt es drei Welterbestätten und zwei ehemalige sowie zwei aktuelle Kandidaten.
  • Sjælland/Seeland (7.031 km²) liegt zwischen Großem Belt und Öresund. Auf Seeland befinden sich vier Welterbestätten, mehrere Kandidaten sowie das Weltdokumentenerbe in Kopenhagen.

Vom Startpunkt Niebüll in Deutschland fahren wir nordwärts, überqueren die deutsch-dänische Grenze und erreichen die Kleinstadt und Hochzeitsmetropole Tønder/Tondern (7.500 Einw.), in der jährlich in der letzten Augustwoche das größte Folkfestival Europas stattfindet (Tønder Festival; http://tf.dk/de/). Wir biegen in Tønder nach Westen ab. Der Weg führt vorbei an der kurzzeitigen Königsresidenz Schloss Schackenburg (erbaut 1662-66) am Ostrand des Dorfes Mögeltondern (800 Einw.).

Schlossstraße 2 Mögeltondern (Møgeltønder - Slotgade 2)

Slotsgaden in Møgeltønder/Schlossstraße in Mögeltonder

Mögeltonder ist bekannt für die kerzengerade Schlossstraße (Slotsgaden). Diese wurde 1680 angelegt und war von 1993-96 Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe. Die Allee ist von traufständigen ziegel- und reetdachgedeckten Wohnhäusern flankiert. Am Westende der Schlossstraße steht die kleine Dorfkirche (13. Jh.; mehrfach verändert) mit sehenswerter Ausstattung, darunter die älteste Kirchenorgel Dänemarks (1679), die noch funktioniert. Dänische Webseite: https://www.toender.dk/din-kommune/kort-fakta-og-nogletal/vores-landsbyer-og-byer/mogeltonder/

Das westliche Nachbardorf Højer/Hoyer liegt bereits am UNESCO-Weltnaturerbe „Dänisches Wattenmeer“:

Insel Mandoe Daenemark Koresand Sandbank Ebbe
Kiteflyer Treffen am Strand von Fanø (UNESCO-Welterbe Dänisches Wattenmeer). Vue de la plage Teil des Atlantikwalls: Bunker auf der Wattenmeerinsel Rømø (Dänemark). Tysk Bunker Rømø

Dänisches Wattenmeer

Das dänische Wattenmeer (Nationalpark Vadehavet) grenzt direkt an das Deutsche Wattenmeer an. Beide bilden mit dem Niederländischen Wattenmeer ein gemeinsames UNESCO-Weltnaturerbe. Im dänischen Wattenmeer liegen vier Wattenmeerinsel (von Süden nach Norden):

  • Rømø/Röm (129 km², 560 Einw.) hat den größten Sandstrand Nordeuropas und ist von Sylt per Fähre erreichbar. Man darf mit dem PKW auf dem Strand entlangfahren, im September findet das Rømø Motor Festival statt: ein Autorennen mit Oldtimern, die über den Strand knattern. Im Norden üben Militärflugzeuge u. a. das Landen auf dem Strand. Webseite: https://www.roemoe.de
  • Koresand (20 km²) ist die größte Sandbank des Wattenmeers.
  • Mandø (7,6 km², 33 Einw.) ist eine vom Massentourismus verschonte Gezeiteninsel.
  • Fanø (56 km², 3450 Einw.). Am Strand von Fanø findet jährlich im Juni das weltgrößte Kiteflyer-Treffen statt – auch hier bequem mit dem Auto erreichbar.

Zu den Besonderheiten der Inseln Röm und Fanø zählen die zahlreichen Bunkeranlagen, die Teil des Atlantikwalls waren. Von den 52 Bunkern auf Röm ist u. a. der „Mammutbunker“ gut erhaltenen.

Blick vom Dom zu Ribe nach Südosten über die ALtstadt zur Klosterkirche St. Katharinen (Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Dänemark).

Ribe/Ripen

Lohnenswert ist ein Besuch in Ribe (8.300 Einw.), fünf Kilometer  landeinwärts gelegen. Ribe ist die älteste Stadt Skandinaviens (erstmals erwähnt 854). Die gut erhaltene Altstadt war von 1993-96 Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelalter war Ribe der wichtigste Nordseehafen Dänemarks.

Das Foto zeigt den Blick vom Dom zu Ribe (Ribe Domkirke) nach Südosten. Die zweitälteste Kirche Nordeuropas (nach der Kirche in der Wikingersiedlung Haithabu) wurde um 860 erbaut; der heutige Dom entstand ab 1176. Rund zwei Kilometer südlich von Ribe liegt das Freilichtmuseum Ribe VikingeCenter (https://www.ribevikingecenter.dk/de/startseite.aspx).

Von Ribe fahren wir  ostwärts nach Haderslev/Hadersleben (22.000 Einw.) und von dort nordwärts. Auf halber Strecke zwischen Hadersleben und Kolding liegt die nächste Station der Dänemark Rundreise: das UNESCO-Weltkulturerbe Christiansfeld.

Christiansfeld: Ecke Kongensgade/Lindegade. Brødremenighedens Hotel i Christiansfeld 3
Brudergemeinde-Kirche innen; Kirkesalen i Brødremenighedens Kirke (Christiansfeld; UNESCO-Welterbe in Dänemark)

Herrnhuter-Siedlung Christiansfeld

Christiansfeld (3000 Einw.) liegt 64 km nördlich von Flensburg. Die Herrnhuter Brüdergemeinde ist benannt nach dem sächsischen Ort Herrnhut in der Nähe von Görlitz. Der dänische König lud mehrere Herrnhuter nach Dänemark ein, wo sie 1773 den Ort Christiansfeld gründeten. An der lindengesäumten Hauptstraße (Lindegade) stehen schlichte Wohnhäuser aus hellem Backstein. Das Foto oben zeigt den östlichen Abschnitts der Lindegade an der Ecke Kongensgade/Lindegade.

Im westlichen Abschnitt liegt die Brudergemeinde-Kirche (Brødremenighedens Kirke). Das Innere der Kirche ist ganz in Weiß gehalten und wird bis heute nur von Kerzen erleuchtet (siehe Foto links). Webseite: https://www.christiansfeldcentret.dk/da/?lang=de

Von Christiansfeld fahren wir weiter nordwärts. Ab Kolding können wir den Zug nehmen, der mit einem großen Umweg über Fredericia (40.800 Einw.) und Vejle (58.800 Einw.) nach Jelling fährt.

Blick vom Museum Kongernes Jelling nach Osten auf die Kirche und den nördlichen Grabhügel Thyras (UNESCO-Welterbe in Dänemark). View from the top of the Kongernes Jelling, northern mound and the church, July 2015
Kleiner und Großer Jellingstein (UNESCO-Welterbe an der Route der Dänemark Rundreise). Jelling rune stones.1.ajb

Grabhügel, Runen und Kirche von Jelling

Jelling (3.600 Einw.) liegt in Mitteljütland. Zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen die zwei Grabhügel (Gorms Høj‎ im Süden und Thyras Høj im Norden), die zwischen ihnen stehende Kirche (erbaut ca. 1100) und die zwei Runensteine aus dem 10. Jh.: Kleiner Jellingstein (139 cm aus dem Boden emporragend) und Großer Jellingstein (243 cm emporragend). Das Foto oben zeigt die Kirche von der Aussichtsterrasse des Museums Kongernes Jelling. Das Foto links zeigt Kleinen und Großen Jellingstein in ihren Schutzbauten; im Hintergrund die Kirche. Harald Blauzahn, der den Großen Runenstein errichten ließ, gilt als erster König Dänemarks; unter seiner Herrschaft begann die Christianisierung Skandinaviens. Haralds Residenz befand sich an der Stelle der Kirche von Jelling. Webseite: https://natmus.dk/museer-og-slotte/kongernes-jelling/praktisk-information/erlebniscenter-kongernes-jelling/

Welterbe-Kandidaten in Nordjütland (Abstecher)

Ejerslev - Lagune mit Moler-Steilhängen auf der Insel Mors

Molerlandschaft des Limfjord

An der Nordwestspitze von Jütland erstreckt sich der 1.500 km² große Limfjord. Die „Molerlandschaft des Limfjord“ steht seit 2010 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltnaturerbe in Dänemark (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/5474). Moler ist ein Sedimentgestein. Es entstand vor 55 Millionen Jahren aus Mineralien und Kieselalgen-Skeletten und enthält zahlreiche Fossilien. Moler gibt es auf den Fjordinseln Fur (22,3 km²) und Mors (363 km²). Das Foto zeigt Moler-Steilhänge am See von Ejerslev an der Nordostküste der Insel Mors.

Festung Hanstholm: Auf dem Drehkranz bewegte sich ein 38-cm-Geschütz der II. Batterie Hanstholm Bunker museum (Dänemark Rundreise)

Westlich des Fjords, an der Nordseeküste, liegt der Nationalpark Thy (243,7 km²; http://www.danmarksnationalparker.dk/Deutsch/Thy/). An dessen Nordende, bei Hanstholm, ließ die Wehrmacht 1940-43 die größte Bunkerfestung Nordeuropas errichten. Vier 38 cm-Geschütze sollten mit vieren der Batterie Vara in Norwegen und Seeminen die Einfahrt in den Skagerrak sichern  (http://www.museumscenterhanstholm.dk/).

Wikingerburgen Aggersborg und Fyrkat

Am Nordufer des Limfjords – westlich der Aggersundbrücke – liegt Aggersborg (siehe Foto). Die kreisrunde Anlage ist mit einem Außendurchmesser 288 m die größte Wikingerburg Dänemarks. Sie bestand aus Wall, Graben, vier Toren und 12 Häusern. Aggersborg kandidiert mit vier anderen „Ringfestungen des Wikingerzeitalters“ seit 2018 für das Welterbe (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/6284).

Die nächstgelegene dieser Wikingerburgen ist Fyrkat bei Hobro (12.000 Einw.). Fyrkat ist mit 120 m Durchmesser deutlich kleiner, wurde um 980 erbaut und nur kurze Zeit bewohnt. Rekonstruiert hat man ein Wikingerhaus und einen Hof. http://www.fyrkat.dk/

Storebaeltsbroen2-06-2006

Großer-Belt-Brücke (Storebæltsbro)

Von Jütland führt die Dänemark Rundreise nun ostwärts. Südlich von Fredericia überqueren wir den Kleinen Belt und erreichen die Insel Fünen mit der Inselhauptstadt Odense. Zwischen Nyborg (17.400 Einw.) und Korsør erstreckt sich ein Meisterwerk der Brückenbaukunst: die Großer-Belt-Brücke (Storebæltsbro), die aus einer westlichen Balkenbrückenkonstruktion und der östlichen Hängebrücke besteht; beide sind je über 6 km lang. Die Straße führt über beide Brücken; die Gleise nur über die westliche und dann durch einen Tunnel unter dem Meeresboden. Bei Korsør (14.500 Einw.) erreichen wir Seeland.

Kathedrale von Roskilde (UNESCO-Welterbe in Dänemark). Roskilde Cathedral
Kathedrale von Roskilde Innenraum. Blick von der Chorempore westwärts: Königsgräber (Vordergrund), Hochaltar, Chorgestühl (Hintergrund). Roskilde domkirke indefra 2

Kathedrale von Roskilde

Rosklide (52.000 Einw.) liegt am Südufer des Roskilde-Fjords und war bis 1443 die Hauptstadt Dänemarks. Eine erste Kirche ließ Harald Blauzahn 985 errichten. Im 13. Jh. begann man mit dem Bau der Kathedrale von Roskilde. Sie ist der älteste Backsteinbau Skandinaviens und ein Bindeglied zwischen dem Kathedralbau Mitteleuropas und Skandinaviens. Die Kirche ist UNESCO-Weltkulturerbe und Grablege von 21 dänischen Königen, darunter Harald Blauzahn (910-85/87), der u. a. den Großen Runenstein in Jelling aufstellen ließ. Webseite: https://roskildedomkirke.dk/deutsch/

Hinweis: Jährlich im Sommer strömen über 100.000 Besucher*innen zum Roskilde Festival (https://www.roskilde-festival.dk/). Erholung findet man im nahen „Nationalpark Skjoldungernes Land“ am Roskilde-Fjord (https://eng.nationalparkskjoldungernesland.dk/).

Kopenhagen

In Kopenhagen (638.000 Einw.), der Hauptstadt Dänemarks, befindet sich (noch) kein UNESCO-Welterbe. Allerdings gibt es hier einen aktuellen Kandidaten, zwei ehemaligen Kandidaten sowie fast das gesamte dänische Weltdokumentenerbe. Dazu zählt auch der Nachlass des seinerzeit stadt-, inzwischen weltbekannten Sören Kierkegaard (1813-55), der in Kopenhagen lebte und litt.

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Plan Amalienborg (Kopenhagen; Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Dänemark); Map of the Amalienborg Palace

Schloss Amalienborg

Schloss Amalienborg ist eine der Residenzen des dänischen Königshauses. Das Schloss besteht aus vier Palais, die um einen achteckigen Platz gruppiert sind. Benannt sind sie nach den Adelsfamilien, die sie ab 1750 nach Plänen von Nicoliai Eigtved (1701-54) erbauen ließen. Als 1794 Schloss Christiansborg abbrannte, kaufte die Königsfamilie die vier Paläste und nutzt sie bis heute als Residenzen. Besichtigen kann man die Palais Moltke und Levetzau (Museum). Webseite: https://www.kongehuset.dk/en/palaces/amalienborg

Zwei Straßen führen von Amalienborg zu weiteren Sehenswürdigkeiten. Die Amaliegade führt zur Festung Kastellet (erbaut ab 1626); die Frederiksgade führt vom Nordufer über den Amaliehaven zur Frederikskirche (Marmorkirche), die Jahrzehnte lang eine Bauruine war (Grunsteinlegung: 1749; Vollendung 1894). Webseite: http://www.marmorkirken.dk/

Seit 1993 stehen Schloss Amalienborg und Umgebung auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/179).

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Blick nach Süden auf den Turm der Erlöserkirche, Christianshaven und den Stadtgraben von Kopenhagen. Copenhagen Drone (177644275)

Schloss Rosenborg & Erlöserkirche

In Kopenhagen gibt es zwei ehemalige Kandidaten für das UNESCO-Welterbe:

Beide Gebäude standen von 1993-96 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe.

Dragor, Häuser in der Altstadt. Amager Dragör Dänemark

Dragør/Dragor (Abstecher)

Der Südteil Kopenhagens liegt auf der Insel Amager. An deren Südostküste liegt die Kleinstadt Dragør (12.000 Einw). Die hübsche Altstadt und der Hafen stehen seit 2019 auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/6375). Webseite: https://www.dragoer.dk/

Vom Hauptbahnhof Kopenhagen fahren wir nordwärts; zunächst durch die Vororte, dann durch weite Landschaft: Rechts erstreckt sich der Öresund (am anderen Ufer liegt Schweden). Links blickt man auf das königliche Jagdgebiet Jægersborg Dyrehave:

Jægersborg Dyrehave - Hermitage Pavilion and deer (UNESCO-Welterbe in Dänemark)

Parforcejagdlandschaft in Nordseeland (I): Jægersborg

Im Norden der Ostseeinsel Seeland erstrecken sich drei Jagdgebiete: der Hirschpark Jægersborg Dyrehave, der Wald Gribskov und der Hirschpark Store Dyrehave. Sie bilden das UNESCO-Weltkulturerbe „Parforcejagdlandschaften in Nordseeland“. Jægersborg Dyrehave ist ein rund 11 km² großes Jagdgebiet nördlich von Kopenhagen. Dort leben rund 2000 Hirsche; in der Mitte steht das Jagdschloss Eremitage (Eremitageslottet). Die zwei anderen Jagdgebiete erreichen wir später. Zuerst führt die Dänemark Rundreise an der Küste weiter zu Schloss Kronborg.

Vogelsperspektive auf Schloss Kronborg bei Helsingør (UNESCO-Weltkulturerbe in Dänemark).
King's Chamber Kronborg (UNESCO-Welterbe in Dänemark)

Schloss Kronborg bei Helsingør

Die Stadt Helsingør (48.000 Einw.) liegt im Nordosten der Insel Seeland an einer Engstelle des Öresund. An diesem strategisch wichtigen Ort wurde Schloss Kronborg 1574-85 nach Plänen von Hans van Paeschen erbaut. Nach einem Brand folgten Auf- und Umbauten. Die Vierflügelanlage ist umgeben von einem inneren und äußeren Festungswall mit vorgelagerten Ravelins. Schloss Kronborg diente als Zollstation und Königsresidenz. Der Sundzoll war für den dänischen König von 1426-1857 eine wichtige Einnahmequelle und Anlass für Kriege (Sundzollkrieg 1426). Schloss Kronborg zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, das ab 1497 geführte Sundzoll-Register zum Weltdokumentenerbe. Über 1,7 Millionen Schiffspassagen sind dokumentiert.

Schloss Kronborg war bis 1785 königliche Residenz, danach Kaserne; Shakespeares Hamlet spielt in den königlichen Gemächern. Webseite: https://kongeligeslotte.dk/en/palaces-and-gardens/kronborg-castle.html

Schloss Frederiksborg Slot i sol (Dänemark Rundreise)
Gribskov (Wald auf der Insel Seeland in Dänemark; Welterbe in Dänemark). Grib skov

Parforcejagdlandschaft in Nordseeland (II): Gribskov und Store Dyrehave

Von Helsingør fährt man entweder an der Küste gegen den Uhrzeigersinn bis Gilleleje (6.500 Einw.), wo Kierkegaard Erholung suchte, und biegt dann nach Süden ab. Oder man fährt von Helsingør westwärts, vorbei an Schloss Fredensborg und am 17,3 km² großen Esromsee (zweitgrößter See Dänemarks). In beiden Fällen erreicht man den 56 km² großen Wald Gribskov. Durch den Eichen- und Buchenwald führt die Gribskov-Eisenbahn (Gribskovbanen). Sie verkehrt in Nord-Süd-Richtung zwischen Gilleleje und Kopenhagen.

Lohnenswert ist ein Zwischenhalt bei der Stadt Hillerød (33.700 Einw.): Schloss Frederiksborg ist das größte Renaissanceschloss Nordeuropas und beherbergt das Dänische Nationalhistorische Museum (https://dnm.dk/de/willkommen/). Südlich von Hillerød liegt das Waldgebiet Store Dyrehave (14,2 km²).

Wir fahren nun weiter nach Süden. Über Kopenhagen führt die Dänemark Rundreise zur Südküste der Insel Seeland.

Stevens Klint and Højerup Old Church aerial

Blick von der Ostsee auf Stevns Klint (UNESCO-Welterbe in Dänemark). Der rote Pfeil markiert die Kreide-Paläogen-Grenze)

Stevns Klint

Stevns Klint ist ein 15 km langes und bis zu 41 m hohes Kliff. Es erstreckt sich im Südosten der Ostseeinsel Seeland und ist UNESCO-Weltnaturerbe. Das Besondere ist die dunkle Schicht in dem hellen Kreidefelsen: Es handelt sich um Ascheschicht, die vor 66 Millionen Jahren beim Aufprall eines Asteroiden entstand. Der wohl 14 km große Himmelskörper schlug in Südamerika und führt zu einem weltweiten Massensterben (u.a. der Saurier). Diese Schicht markiert die Grenze zwischen zwei Erdzeitaltern: das Ende der Kreidezeit und den Beginn des Paläogen (siehe Foto). Bei der Kirche von Højerup (13. Jh.) kann man zur Steilküste hinabsteigen. Webseite: https://www.stevnsklint.com/de/front/

Stevnsfort, Innenraum (Bunkeranlage am Stevns Klint)

Nördlich der Kirche steht der Leuchtturm Stevns Fyr (Foto links); südlich liegt Stevnsfort: eine ab 1951 in den Kalkfelsen erbaute Bunkeranlage (siehe Foto), u.a. mit zwei 15 cm-Geschütztürmen des deutschen Schlachtschiffs Gneisenau (Webseite: https://www.oesm.dk/stevnsfort-museum-uber-den-kalten-krieg/).

Kreidefelsen der Ostseeinsel Møn (Møns Klint); UNESCO-Biosphärenreservat in Dänemark
Schloss Liselund mit Landschaftspark auf der Ostseeinsel Mön

Møn

Die Ostsee-Insel Møn (218 km²; 9200 Einw.) liegt südöstlich der Insel Seeland. Sie ähnelt mit den hohen Kreidefelsen der deutschen Insel Rügen nicht nur äußerlich, sondern ist erdgeschichtlich mit dieser verwandt: beide sind gleichzeitig entstanden und Überreste einer aufgestiegenen Landmasse. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf Møn zählt u. a. der ehemalige Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe „Schloss Liselund, Park und Pavillons“ (18. Jh., Kandidatur von 1993-96).

Weitere Sehenswürdigkeiten sind mehrere steinzeitliche Megalithanlagen, die Kirche von Elmelunde (1085 mit Fresken des Elemunde-Meisters (um 1500)) oder der Urwald von Ulvshale. In diesem steht das Ferienhaus von Günther Grass, der dort den Roman „Der Butt“ (1977) schrieb. Hauptort der Insel ist Stege (1.175 Einw.), der zur Gemeinde Vordingborg gehört (Webseite:  http://www.visitmoen.dk/vordingborg/mon-sydsjaelland)

Knuthenborg Safaripark Eland giraf baggrund (Dänemark Rundreise)

Lolland

Von Mön führt die Dänemark Rundreise südwärts nach Lolland (1.243 km²). Zu den Sehenwürdigkeiten zählt u. a. das Mittelalter-Zentrum Nykøbing, wo Ritterturniere oder Belagerungen dargestellt werden (Middelaldercentret Nykøbing, https://middelaldercentret.dk/?lang=de). Mit der Museumsbahn Marobi-Bandholm (http://www.museumsbanen.dk/) erreicht man den Safaripark Knuthenborg. Er liegt südöstlich von Bandholm und ist mit 6 km² der größte Safaripark Europas (Webseite: http://www.knuthenborg.dk/de).

Über den Fehmarnbelt führt die Dänemark Rundreise zurück nach Deutschland auf die Insel Fehmarn. Bislang gibt es eine Fährverbindung, 2021 begann man mit dem Bau des 18,1 km langen Fehmarnbelttunnels, der 2029 fertigestellt sein soll. Über Kiel und Eckernförde erreichen wir bei Schleswig das UNESCO-Welterbe Haithabu mit dem Danewerk. Dort endet die Dänemark Rundreise.

Dänemark Anreise

UNESCO-Welterbe in der Nähe von Dänemark