Welterbetour Kölner Dom

Rundgang vom Bahnhof um den Kölner Dom

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Der kurze Rundgang um den Kölner Dom führt zu drei Plätzen und zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten in Köln. Der Weg ist ca. 0,8 km lang. Der Höhenunterschied von maximal 5 Metern wird durch Treppen überwunden.

Man kann den Rundgang kombinieren mit einem Besuch des Kölner Doms, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Kölner Dom von oben

Kölner Dom Luftbild - cologne cathedral aerial (25234317422)

Das Foto zeigt  – aus der Vogelperspektive – den Kölner Dom (Bildmitte). Der Rhein im Westen fließt links knapp außerhalb des Bildrandes. Über die Hohenzollernbrücke führen Gleise im Bogen zum Kölner Hauptbahnhof (Bildviertel links unten). Dort startet der Rundgang. Er führt gegen den Uhrzeigersinn um den Dom herum und endet wieder am Hauptbahnhof. Drei Plätze umgeben den Dom und zählen  zu den belebtesten – und wohl auch beliebtesten – Orten Kölns:

  • der dreieckige Bahnhofsvorplatz im Norden des Doms,
  • die „Domplatte“ (offiziell: Domkloster) und Kardinal-Höffner-Platz im Westen,
  • der Roncalliplatz im Süden.

Bahnhofsvorplatz

Bahnhofvorplatz Köln Hauptbahnhof

Der dreieckige Bahnhofsvorplatz wird von mehreren Bauwerken begrenzt:

  • im Westen: Deichmannhaus, Rolex-Haus (früher ABC-Haus) und St. Mariä Himmelfahrt,
  • im Nordosten: Hauptbahnhof mit Hotelflügel, Empfangshalle und Restaurant-Flügel,
  • im Süden: Domplatte.
KOLN HAUPTBAHNHOF GERMANY JULY 2012 (7687101342)

Die drei Gebäude des Hauptbahnhofs wurden 1952 bis 1957 nach den Plänen von H. Brunner, O. Schmitt und H. Waltenberg errichtet. Die im Krieg beschädigten Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert riss man ab. Die Empfangshalle wird zur Stadt hin durch eine große Glasfassade abgeschlossen, die vom Boden bis zur gewölbten Stahlbetondecke reicht.

Deichmannhaus Köln-0069

Das Deichmannhaus (erbaut 1913-1914, Architekt: Heinrich Müller-Erkelenz) ist nach der Deichmann-Bank benannt, die das Gebäude als Verwaltungssitz erbauen ließ und 1931 in Konkurs ging. An der dem Dom zugewandten Ecke erinnert eine von Christian Bauer entworfene Gedenkstele an Freya von Moltke, geborene Deichmann (1911-2010). Sie war Mitglied in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis.

Alter Wartesaal Köln Hauptbahnhof - Wartesaal am Dom-9694

Der Alte Wartesaal wurde 1915 für die Reisenden der ersten Klasse erbaut. Die zwei Jugendstilsäle dienen heute als Restaurant und Festsaal. Die Schwelle der Erinnerung wurde von der Initiative „Die Bahn erinnern“ 2006 aufgestellt. In Erinnerung bleiben soll die Rolle der Reichsbahn bei der Deportation von Menschen in die Vernichtungslager.

Büro- und Geschäftshaus Dompropst-Ketzer-Str. 1-9 und St. Mariä Himmelfahrt Ostturm Köln-5400

ABC-Haus

Der Architekt Joachim Schürmann entwarf das 1973-1975 für die ABC-Bank errichtete ABC-Haus. Heute beherbergt das Gebäude in den Obergeschossen die Deutschlandzentrale des Luxusuhrenherstellers Rolex. Es ist daher auch als „Rolex-Haus“ bekannt. Uhren werden dort nicht verkauft. Rechts im Bild die Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Die spitzbogigen Maßwerkfenster an Chor und Langhaus zitieren Formen der Gotik; die Rundbogenfenster am Turm solche der Romanik. Diese Bauzitate erinnern an die vorreformatorische Zeit, aus Sicht der katholischen Kirche die Zeit vor der Krise. 

Köln St. Maria Himmelfahrt Innen 2

St. Mariä Himmelfahrt

Die dreischiffige Emporenbasilika zählte bis zur Vollendung des Doms zu den größten Kirchen Kölns. Sie ist eine der wenigen Barockkirchen der Stadt: 1618 legte man den Grundstein, 1678 erfolgte die Schlussweihe. Sehenswert ist die prächtige Barock-Ausstattung: Valentin Boltz schuf den über 20 Meter hohen Hochaltar (1628), den Kurfürst Ferdinand von Bayern gestiftet hatte. aus der Werkstatt von Jeremias Geisselbrunn stammen Kanzel (1634), und die Pfeilerfiguren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt.

Koeln Altstadt-Nord St Andreas Andreaskloster 3 Denkmal 849

St. Andreas

St. Andreas ist eine der 12 romanischen Kirchen Kölns. Aus romanischer Zeit hat sich der Vierungsturm erhalten; Chor und südliches Querhaus wurden Endes des 15. Jahrhunderts im gotischem Stil errichtet.

In der Krypta ruhen die Gebeine des Heiligen Albertus Magnus (ca. 1200-1280). Er war u. a. Bischof von Regensburg und gilt als einer der bedeutendsten Naturforscher seiner Zeit. Papst Pius XII. ernannte ihn  1941 zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler.

Domplatte

Kölner Dom - Domplatte-1407

Nach ein paar Schritten öffnet sich links die Domplatte. Das Foto zeigt die Westfassade des Doms (rechts), den Vorplatz, die Spitze der Kreuzblume (links unten) und den Eingang zur U-Bahn-Haltestelle Dom/ Hauptbahnhof (links). Vor den neun Bäumen steht ein Torbogen des römischen Nordtors. Die Gebäude hinter den Bäumen sind (von links) das Hotel Excelsior, das Deichmannhaus und im Hintergrund der Hauptbahnhof.

Meist weht am Domvorplatz ein kräftiger Wind, da die Türme den Luftzug blockieren. Vor allem pulsiert hier das Touristenleben: Tourist*innen knipsen Selfies mit dem Dom – und Passanten im Hintergrund. Müde Schulklassen sitzen herum. Zugreisende eilen zum Bahnhof. Straßenkünstler*innen hoffen auf  Münzen der Schaulustigen. 

Römisches Nordtor

Roemisches Nordtor Koeln2007
Römisches Nordtor Köln mf1

An der Nordwestecke, wo Bänke stehen und mehrere Bäume Schatten spenden, hat man eines der zwei Fußgängerportale des römischen Nordtors aufgestellt. Das große Tor (ca. 50 n. Chr.) befand sich etwa an der Stelle, wo heute das Portal steht. Die Torfundamente haben sich erhalten; das Portal wurde aber um einige Meter nach oben auf die Domplatte versetzt.

Domforum-Köln

Domforum

Das Domforum (1953, Fritz Schaller) steht gegenüber des Kölner Doms. Es ist das Besucherzentrum des Doms und dient als Veranstaltungsraum z.B. für Konzerte. (Webseite: http://www.domforum.de)

Vom Domvorplatz führen ein paar Stufen hinab zum Kardinal-Höffner-Platz. In dem 50-Jahre-Gebäude an der Nordwestecke hält das Tourismusbüro Informationen bereit. Im südwestlichen Eckhaus mit dem Erker und der großen Terrasse bietet das Café Reichard eine große Kuchen- und Tortenauswahl.

Taubenbrunnen

Kardinal-Höffner-Platz

Auf dem Kardinal-Höffner-Platz stehen zwei Kunstwerke: Kreuzblume und Taubenbrunnen. Die Kreuzblume entspricht in Form und Größe der Kreuzblume des Südturms. Sie ist rund 9,5 m hoch, besteht aus gefärbtem Stahlbeton und wiegt „nur“ 35 Tonnen. Die steinerne Originalkreuzblume wiegt mehr als das Doppelte. Neben der Kreuzblume plätschert der Taubenbrunnen (193, Mataré). Wer Zeit hat, geht die Straße „Burgmauer“ entlang. Von dort kommt die riesige, 7100 m² große Westfassade besser zur Geltung. Die Größe der Türme kann man vom Domvorplatz nur erahnen.

Unter der Domplatte: Anno-Stollen

Köln - Parkhaus am Dom 02 ies
Köln - Parkhaus am Dom - Annostollen 08 ies

Wenn man im Uhrzeigersinn am Nordportal und Eingang zur U-Bahnstation herumläuft, endet das Geländer des Treppenaufgangs neben einer unscheinbaren Tür. Öffnet man sie und steigt ein paar Treppenstufen hinab, stößt man auf Mauerfundamente und den Anno-Stollen, der Bischof Anno als Fluchtweg diente. Bei schlechtem Wetter kann man die Tiefgarage nutzen, um trocken zum Dom-Hotel oder bis zum Kurt-Hackenberg-Platz zu gelangen.

Zugang zum Südturm

Kölner Dom - Eingang zum Südturm auf der Domplatte (0479)
Köln - Dom in - Bohrung 01 ies

Über Jahrhunderte erfolgte der Zugang zum Südturm vom Inneren des Doms. 2009 errichtete man das Zugangsbauwerk an der Südwestecke des Doms. Wer hoch hinaus will, muss zunächst hinab in einen Kellerhof – per Treppe oder Aufzug. Man passiert dann einen mehrere Meter langen Stollen, den man durch das Fundament des Südturms bohrte.

Zwischen Domplatte und Roncalliplatz: Blau-Gold-Haus

Blau-Gold-Haus, Roncalliplatz-1428
Brunnen Domfontäne auf der Domplatte Köln-0062

In der Südostecke geht der Domvorplatz in den Roncalliplatz über. Das Foto zeigt die Südseite des Domvorplatzes mit dem denkmalgeschützten 4711-Haus bzw. Blau-Gold-Haus (1952, Wilhelm und Rudolf Koep). Bauherr war die 4711 Muehlens AG. An sie erinnert die mittlere gelbe Tafel unterhalb der Dachtraufe. Sie zeigt ein Schiff und den Namen „Muehlens“. Im Erdgeschoss befinden sich Luxusgeschäfte, die oberen Etagen dienten als Hotelzimmer des benachbarten Dom-Hotels. Beide Gebäude gehören der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden.

Auf dem Platz davor der Zugang zur Tiefgarage und die Domfontäne (1973). Mehrere Fontänchen sprudeln aus dem oberen Becken.

Roncalliplatz

Köln, Roncalliplatz. Links Himmelssäule (Columne pro caelo, Stiftung Lions Club)

Auf dem Roncalliplatz finden manchmla Veranstaltungen statt, z. B. im Winter ein Weihnachtsmarkt. Deruf 9,8 m hoher Granitblock ist die „Columne pro Caelo“ (Säule für den Himmel, 1984) von Heinz Mack. Die Skulptur wurde gestiftet vom Lions Club. Den Platz rahmen vier Gebäuden:

  • Im Westen steht das Dom-Hotel, das zur Zeit (2020) umgebaut wird.
  • Im Norden erhebt sich der Dom.
  • Im Osten das Römisch-Germanische Museum (im Foto rechts).

Nicht im Bild ist das Nachbargebäude des Museums: das Kurienhaus (Architekten: Rotterdam, Weyres, 1961).

Dom-Hotel Köln, Abbrucharbeiten zur Entkernung-7732

Dom-Hotel

Das Dom-Hotel (1893, Kayser und von Großheim) besaß ursprünglich eine abwechslungsreiche Dachsilhouette mit drei Turmhelmen (Das Foto rechts zeigt das Gebäude im Jahr 1910.). Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg begnügte man sich mit einem flachen Dach. Das Luxushotel wird zur Zeit (2020) saniert; Übernachtungen sind nicht möglich.

Römisch-Germanisches Museum

Dionysos mosaik Köln

Das Römisch-Germanische Museum (1967-74; Architekten: Röcke, Renner) ist zur Zeit (2020) geschlossen. Vom Roncalliplatz kann man durch die Glasfenster auf zwei Hauptattraktionen des Museums blicken: Das 70m² Dionysosmosaik (ca. 220 n. Chr.) besteht aus 1,5 Millionen Mosaiksteinchen und war der Boden eines Esszimmers. Das 14, 7 m hohe Grabmal des Poblicius (ca. 40 n. Chr.) wurde erst 1965 von Jugendlichen am Chlodwigplatz entdeckt und ausgegraben.

Zwischen Dom und Römisch-Germanischem Museum gelangt man zum Museum Ludwig (1980-86, Busmann, Haberer), das Werke der Moderne zeigt. Zur Linken blickt man hinab in den Hof der Dombauhütte mit Werkstattgebäuden. Seit 2018 ist das Bauhüttenwesen eingetragen in das „Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“. Der Chor des Kölner Doms ist umgeben vom Domherrenfriedhof (die Grünfläche mit Baum im Foto unten).

Östlich des Kölner Doms

Am Domhof und neu gestaltete östliche Domumgebung, Köln-8324

An der Ostseite teilt sich der Stadtraum auf zwei Ebenen, die auf vielfältige Weise verbunden und voneinander getrennt sind.

Obere Ebene: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz

Museum Ludwig 001

Zwischen Ausstellungs- (rechts) und Werkstättengebäude (links) des Museums führt der Weg zum Heinrich-Böll-Platz (im Bild die rote Fläche mit dem hellen Viertelkreis). Auf dem Platz steht die treppenförmige Skulptur Ma’alot (hebräisch für „Stufe“; 1982-86). Die 10,8 m hohe Skulptur ist zusammen mit dem Platz das Werk des israelischen Land-Art-Künstlers Dani Karavan. Unterhalb des Platzes befindet sich der Konzertsaal der Kölner Philharmonie. Um Trittschall-Lärm zu vermeiden, dürfen Passanten bei Konzertaufführungen den Platz nicht betreten.

Untere Ebene: Baptisterium, Pilharmonie

Östliche Domumgebung Am Domhof, nach Umgestaltung-5691
Östliche Domumgebung Am Domhof, nach Umgestaltung-5696

Wenn man dem geschwungenen Lauf der Treppe hinab folgt, blickt man in eine Unterführung, die unter dem Museum Ludwig in das Touristenviertel „Altstadt“ und zum Eingang der Kölner Philharmonie führt. Rechts, hinter einem großen Gitter, befindet sich das alte Baptisterium. Vor dem Eingang steht der Dionysosbrunnen (1973) von Hans Karl Burgeff. Ursprünglich stand neben dem Bapisterium die Kirche St. Maria ad gradus (um 1062 vollendet, 1817 abgerissen). Die Unterführung ist bei Dunkelheit hell ausgeleuchtet. In großen Schaukästen kann man sich über die Geschichte der Dombauhütte informieren.

Neu gestaltete östliche Domumgebung, Köln und Chargesheimerplatz-8352

Zurück zum Bahnhof

Das Bild zeigt die Nordseite des Doms mit dem Bahnhofsvorplatz. Auf der oberen Ebene umrundet man den Dom; die untere verbindet Bahnhofsvorplatz und Altstadt. Die breite Freitreppe verbindet beide Ebenen und führt zurück zum Kölner Hauptbahnhof.