UNESCO-Welterbe in Kärnten

Burg Hochosterwitz (Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Kärnten)

Überblick über das UNESCO-Welterbe in Kärnten

Das UNESCO-Welterbe in Kärnten umfasst bislang eine Welterbestätte (Stand 2021):

  • Zum UNESCO-Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ zählen die Funde einer rund 6000 Jahre alten Siedlung im Keutschacher See.

Kandidaten für das UNESCO-Welterbe in Kärnten sind Burg Hochosterwitz, der Dom zu Gurk, der Nationalpark Hohe Tauern und die Großglockner-Hochalpenstraße.

Kärnten hat mit den Nockbergen Anteil an einem UNESCO-Biosphärenpark.

Das immaterielle Kulturerbe in Kärnten zählt elf Kulturformen.

UNESCO-Weltkulturerbe in Kärnten

Blick vom Pyramidenkogel auf den Keutschacher See Strandbad Osthaelfte

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Südlich des Wörther Sees liegt der 1,3 km² kleine Keutschacher See (slowenisch: Hodiško Jezero). In der Mitte des Sees, der im Mittel 10,3 m tief ist, befindet sich eine Untiefe. Dort gab es vor rund 6000 Jahren eine Pfahlbausiedlung, die aus Blockhäusern und Fachwerkhäusern bestand (damals war das Wasserniveau niedriger). Entdeckt wurde sie 1864 durch den Tsunami-Forscher Ferdinand von Hochstetter (1829-84).

Im westlich gelegenen Hafnersee (0,15 km² Fläche, mittlere Tiefe: 5 m) entdeckte man 1974 eine zweite Pfahlbausiedlung. Auch sie befand sich an der Stelle einer Untiefe. Im Unterschied zur Siedlung des Keutschacher Sees zählt sie nicht zum Welterbe, steht aber unter Denkmalschutz.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Keutschach am See zählen außerdem der Aussichtsturm Pyramidenkogel (von dem das Foto oben aufgenommen wurde) sowie die Pfarrkirche St. Georg (ersterwähnt 1237) mit der ältesten Totenleuchte Österreichs (13. Jh.) sowie das Keutschacher Moor.

UNESCO-Biosphärenreservat in Kärnten

Königsstuhl, Nockberge
Map  Nationalpark Nockberge Karte

Kärnter Nockberge

Zwischen Gurk im Süden und Mur im Orden liegen die Gurktaler Alpen. Den westlichsten Teil bilden die Nockberge. Sie liegen in Kärnten, im Salzburger Land und in der Steiermark. Höchste Erhebung ist der Eisenhut (2441 m) in der Steiermark. Die Kärnter Nockberge bilden seit 2012 zusammen mit dem Salzburger Lungau ein 1490 km² großes UNESCO-Biosphärenreservat. Durch das Gebiet führt die Nockalkmstraße. Webseite Kärnten: http://biosphaerenparknockberge.at/. Webseite Salzburger Land: http://www.biosphaerenpark.com/de/

Kandidaten für das UNESCO-Welterbe in Kärnten

Festung Hohenosterwitz, Kärnten (8169782872) MZK 05 - 1860 Hochosterwitz in Kärnthen (Scheiger) Tafel VIIb Hochosterwitz Gesamtanlage Aufriss

Burg Hochosterwitz

Burg Hochosterwitz thront auf einem steilen Bergkegel nordöstlich von Klagenfurt. Die Burg wurde bereits 860 erstmals erwähnt. Sie war im Besitz der Salzburger Bischöfe, 1571 kaufte sie der Kärntener Landeshauptmann Khevenhüller und baute sie zum Schutz gegen die Türkeneinfälle aus: 14 Torbauten entstanden zwischen 1570-82. Das Foto zeigt (mit Blick nach Osten), das Reisertor, die Burgkapelle St. Johann Nepomuk und die Kernburg. Dort befindet sich ein Burgmuseum und die Burgkapelle St. Nikolaus. Webseite der Burg: http://www.burg-hochosterwitz.com/

Seit 1994 steht die Burg auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe. Webseite: http://whc.unesco.org/en/tentativelists/31

Dom zu Gurk (Domplatz 1) Hochaltar und Seitenaltäre
Dom zu Gurk, Domstift mit Befestigungsanlagen Sued-Ansicht (Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Kärnten)

Dom zu Gurk

Der Dom zu Gurk wurde 1140-1200 erbaut und ist eine der besterhaltenen romanischen Kirchen Österreichs. Sehenswert sind u.a. die Vorhalle (mit wertvollen Wandmalereien (um 1340) und Westportal), die Bischofskapelle mit Fresken im Zackenstil (13 Jh.) und der 16 m hohe und vergoldete Hochaltar (Michael Hönel, 1625-32). Er wird in der Fastenzeit von dem größten Fastentuch Österreichs verhüllt: Es ist 9 x 9 m groß und zeigt 99 Szenen (1458, Konrad von Friesach) In der 20 x 20 m großen hundertsäuligen  Krypta ruht seit 1174 die heilige Hemma. Das Foto zeigt den Gurker Dom, davor die Todesangst-Christi-Kapelle und einen Turm der Wehrmauer; im Hintergrund die Stiftsgebäude (mit der Schatzkammer Gurk). Webseite: http://www.dom-zu-gurk.at/

Seit 1994 steht der Dom zu Gurk auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Welterbe (Webseite: http://whc.unesco.org/en/tentativelists/32)

Kandidat für das UNESCO-Welterbe in Kärnten: Nationalpark Hohe Tauern. Großglockner vom Fuscherkarkopf
Nationalpark hohe tauern

Nationalpark Hohe Tauern

Der 1856 km² große Nationalpark Hohe Tauern liegt in drei Bundesländern. Der südöstliche Teil, rund 440 km², liegt in Kärnten. Der Großglockner (3798 m)  befindet sich auf der Grenze zwischen Kärnten und Tirol. Er ist der höchste Berg Österreichs. Jedes Bundesland ist mit einem eigenen Besucherzentrum vertreten, Kärnten mit dem Besucherzentrum Mallnitz (Webseite: http://www.besucherzentrum-mallnitz.at/). Webseite: http://www.hohetauern.at/

Seit 2003 kandidiert der Nationalpark für das UNESCO-Weltnaturerbe (Webseite: http://whc.unesco.org/en/tentativelists/1645). 

Grossglockner road 1997a

Großglockner-Hochalpenstraße

Durch den Nationalpark Hohe Tauern führt die Großglockner-Hochalpenstraße. Sie erstreckt sich in den zwei Bundesländern Salzburger Land und Kärnten. Die Straße wurde 1930-35 erbaut. Seit 2016 steht die Großglockner-Hochalpenstraße auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe (Webseite: http://whc.unesco.org/en/tentativelists/6074)

Immaterielles Kulturerbe in Kärnten

At carinthia mountain ranges

Die Karte links zeigt die naturräumliche Gliederung Kärntens:

  • Oberkärnten liegt im Westen (Hohe Tauern, Lienzer Dolomiten, Gailtaler Alpen, Karnische Alpen, Gurktaler Alpen),
  • Unterkärnten nimmt den östlichen Teil ein.

Diese Einteilung ist nich trennscharf, sie wird gelegentlich ergänzt durch Mittelkärnten und Südkärnten.

Stellvertretend für das immaterielle Kulturerbe in Ober- und Unterkärnten seien zwei Kulturformen kurz etwas näher vorgestellt:

  • Oberkärnten: Wissen um die Flößerei auf der Oberen Drau
  • Unterkärnten: Slowenische Flur- und Hofnamen in Kärnten
Saw industry storage place, municipality Sachsenburg, Carinthia, Austria

Wissen um die Flösserei auf der Oberen Drau (2014)

Die Drau entspringt in Südtirol und fließt von West nach Ost im Süden von Kärnten. Das Drautal  trennt die Gailtaler Alpen im Süden von den Hohen Tauern und den Gurktaler Alpen im Orden. Nördlich von Oberdrauburg passiert die Drau die Grenzen zwischen Osttirol und Kärnten. Die Obere Drau reicht in Kärnten von der Grenze bis Möllbrücke. Die Ost-West-Fließrichtung bot sich an für den Holztransport auf dem Wasser. Er ist 1209 erstmals urkundllich erwähnt. Inzwischen pflegen noch sechs Gemeinde die Tradition: einmal jährlich organisieren sie einen Floßfahrt auf der Drau. https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/oesterreichisches-verzeichnis/detail/article/wissen-um-die-floesserei-auf-der-oberen-drau)

Map at carinthia municipalities (Slovenes) Gebiete mit slowenischer Bevölkerung: 5–10 % 10–20 % 20–30 % > 30 %

Slowenische Flur- und Hofnamen in Kärnten (2010)

Die Karte zeigt den Anteil der slowenischsprachiger Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung Kärntens. Er ist im Südosten am höchsten (dort grenzt Kärnten an Slowenien). In dem Gebiet südlich der blauen Linie wird zweisprachiger Unterricht angeboten. Webseite: https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/oesterreichisches-verzeichnis/detail/article/slowenische-flur-und-hofnamen-in-kaernten

Das immaterielle Kulturerbe in Kärnten umfasst folgende Kulturformen:

UNESCO-Welterbe in Kärnten besuchen

Bundesland Kärnten Flagge. Flag of Carinthia (state)
Bundesland Kärnten Karte (Austria)

Kärnten entdecken:

Das Bundesland gliedert sich in Oberkärnten im Westen und Unterkärnten im Osten. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen u. a. das Freilichtmuseum Maria Saal (http://www.freilichtmuseum-mariasaal.at/information.htm), das Landesmuseum Kärnten in Klagenfurt (http://www.landesmuseum.ktn.gv.at/) oder der Archäologische Park Magdalensberg  mit den Ruinen einer Keltenstadt (https://www.kaernten.at/sehenswertes/museen/archaeologischer-park/). Kärnten hat u.a. bedeutende Schriftsteller*innen hervorgebracht: Robert Musil, Ingeborg Bachmann oder Peter Handke, der 2019 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Kurzinfo Kärnten

  • Einwohner*innen: 561.000
  • Fläche: 9536 km²
  • Landeshauptstadt: Klagenfurt am Wörthersee
  • Größte Städte: Klagenfurt am Wörthersee (101.000 Einw.); Villach (63.000), Wolfsberg (25.000), Spittal an der Drau (15.300), Feldkirchen in Kärnten (14.300), Sankt Veit an der Glan (12.400), Völkermarkt (10.900)
  • Nachbarländer: Salzburger Land, Steiermark, Tirol (Osttirol); Slowenien, Italien
  • Höchster Berg: Zugspitze (2962 m)
  • Hauptgewässer: Drau, Gurk, Möll, Gail; Wörthersee (19,4 km²), Millstätter See (13,3 km²)
  • Schulferien Kärnten

Kärnten Anreise

  • Fern-Bahnhof: Klagenfurt Hauptbahnhof, Villach Hauptbahnhof, Bahnhof St. Veit an der Glan, Faak am See, Pörtschach am Wörthersee
  • Autobahn: Süd Autobahn A 2, Tauern Autobahn A 10, Karawanken Autobahn A 11
  • Radfernweg:

(Infos zu den Radwegen in Kärnten: https://www.kaernten.at/tipps/fahrradwege-oesterreich/radwege-kaernten/)

  • Flughafen: Flughafen Klagenfurt

UNESCO-Welterbe in der Nähe von Kärnten