Das ehemalige Kloster Lorsch galt als eines der bedeutendsten Klöster des Reiches, berühmt für seine Bibliothek und für das architektonische Kleinod, die Torhalle. Ein kolorierter Stich von Matthias Merian zeigt das „Closter Lorsch“ um das Jahr 1615. Ganz links Kirche und Häuser der Gemeinde Lorsch. Sie lag vor der Klostermauer, die sich bis heute erhalten hat. Das zweite Türmchen, das über die Baumwipfel ragt, ist der Dachreiter der Torhalle. Auch sie ist erhalten. Die große Klosterkirche (rechts im Bild) ist weitgehend zerstört. Von der ehemals dichten Bebauung innerhalb der Klostermauern hat sich nur noch wenig erhalten.

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Das Wichtigste


Adresse

Kloster Lorsch, Nibelungenstraße 32, 64653 Lorsch
Internet: www.kloster-lorsch.de
Telefon: 0 62 51-5 14 46
Fax: 062 51-58 71 40


Öffnungszeiten

  • Klostergelände (Kloster Lorsch mit Kräutergarten und Klostermauer sowie Altenmünster): jederzeit zugänglich.
  • Museumszentrum: Dienstags – Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr.
  • Torhalle: zugänglich nur im Rahmen von Führungen.
  • Schaudepot Zehntscheune: zugänglich nur im Rahmen von Führungen.
  • Freiluftlabor Laurensham: zugänglich nur im Rahmen von Führungen. Geöffnet von Ostern bis Ende Oktober, im Winter geschlossen. Mitnahme von Hunden nicht erlaubt.
  • mehr Informationen: Link

Anfahrt

  • Bahn: Bahnhof Lorsch
  • Auto & Motorrad: Autobahn A 67 (Abfahrt Lorsch) oder A 5 (Abfahrt Bensheim oder Heppenheim)
  • Fahrrad: Welterbe-Radweg (Maulbronn – Speyer – Lorsch); Radfernweg R 9

Sehenswürdigkeiten und Rundgang

  • Sehenswürdigkeiten Lorsch: Überblick über die Sehenswürdigkeiten sowie Empfehlungen zur Auswahl
  • Welterbetour Lorsch: Vorschlag für einen Rundgang durch Lorsch zum UNESCO-Weltkulturerbe und zahlreichen Sehesnwürdigkeiten

Hotel

Hotel und Unterkunft in Lorsch: Überblick und Empfehlungen


Kurzinfos

Offizieller Flyer mit den wichtigsten Informationen zum Kloster und zur Stadt Lorsch.


Lage

Stadt Lorsch

Die Stadt Lorsch liegt im Landkreis Bergstraße und im südwestlichen Bereich des Bundeslandes Hessen. Lorsch befindet sich in der östlichen Hälfte des Oberrheingrabens. Es schließen sich an:

  • nach Westen: ein sich in Nord-Süd-Richtung erstreckender Waldstreifen auf einer langen Düne, die Rheinniederung mit alten Rheinarmen und der Rhein,
  • nach Osten: der in den Rhein mündende Fluß Weschnitz in einem ehemals versumpften Gebiet, weinstockbedeckte Hügel und die Berge des Odenwaldes.

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Kloster Lorsch

Das Kloster Lorsch liegt nordöstlich der Ortsmitte auf einer Sanddüne. Das Klostergelände grenzt im Westen an den Marktplatz an, der am Kreunzgspunkt zweier Achsen liegt:

  • Die Nordsüdachse bilden Bahnhofsstraße (im Norden) sowie Römerstraße und Hirschstraße (Süden).
  • Von Westen nach Osten führt die Nibelungenstraße zum Marktplatz, von dort aus durchschneidet sie das Klostergelände in einen kleineren nördlichen Teil, der nicht zum Weltkulturerbe zählt, und den größeren südlichen Teil. Die Straße führte weiter nach Bensheim. Südlich des Klostergeländes verlief eine Römerstraße in West-Ost-Richtung, die von Worms zum Odenwald führte.
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Altenmünster

Das Altenmünster lag ursprünglich ost-nordöstlich des Klosters Lorsch auf einer Insel. Die kürzeste Entfernung zwischen Klostermauer und Klostermauer betrug etwa 570 Meter. Die Insellage ist nicht mehr erkennbar, die Weschnitz fließt heute kanalisiert östlich des Altenmünsters. Rund 100 Meter nördlich des Kloster verlief eine Straße, die von Worms nach Bensheim führte. Reste einer Steinbrücke und zweier übereinander liegender Straßen wurden ergraben (Vgl. Behn, 1934, S. 17-20.)

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Altenmünster: Auf der Karte die rote Markierung rechts oben.


Geschichte Kloster Lorsch

JahrBauhistorisches EreignisSonstige Ereignisse
764 Gründung des Klosters durch den Grafen Cancor und seine Mutter Williswinth.
767Cancor und Williswinth schenken das Kloster einem Verwandten, dem Metzer Erzbischof Chrodegang.
771Das Kloster wird zum Reichskloster erhoben.
774Weihe der Nazariusbasilika in Anwesenheit Karls des Großen.
784-804Bau der "ecclesia triplex", gemeint ist wohl das Westwerk.
804Bau der Klostermauer.
um 850Bau der Torhalle.
876 Kloster Lorsch wird Grablege für König Ludwig den Deutschen und weitere Könige.
1090Die Kirche brennt durch Unachtsamkeit ab.
1130Weihe des Neubaus: Langhaus mit zwei Westtürmen.
1141-1148Bau der Vorkirche.
1170-1175Entstehung des Lorscher Codex.
1232Das Kloster Lorsch verliert seinen Status als Reichskloster; es gelangt in den Besitz des Mainzer Erzbischofs. Die Benediktiner verlassen das Kloster, Zisterzienser und ab 1248 Prämonstratenser übernehmen die Anlage
1358Nach Blitzeinschlag werden die Westtürme abgebrochen.
1461Der Mainzer Bischof verpfändet das Kloster an die Kurpfalz.
1555Auflösung des Konvents, danach Überführung der Lorscher Bibliothek nach Heidelberg.
um 1590Bau der Zehntscheune.
1621Spanische Truppen brennen das Kloster nieder. Tilly schenkt die Lorscher Bibliothek 1622 dem Vatikan.
1697Umbau der Torhalle: u. a. Entfernung der Zwischendecke.
1890Archäologische Ausgrabungen durch Rudolf Adamy.
1927-1928 und 1934-1937Archäologische Ausgrabungen durch Friedrich Behn.
1991Die UNESCO erklärt Kloster Lorsch und Altenmünster zum Weltkulturerbe.


Kloster Lorsch als UNESCO-Weltkulturerbe

Erfüllte Aufnahmekriterien

Seit 1991 zählen die Überreste der Klosteranlage zum UNESCO-Weltkulturerbe „Abtei und Altenmünster Lorsch“. Voraussetzung für die Aufnahme in die Welterbe-Liste ist, dass mindestens eines von zehn Aufnahmekriterien erfüllt ist. Das UNESCO-Welterbekomitee kam zu dem Schluss, dass im Falle von Abtei und Altenmünster Lorsch die Kriterien (iii) und (iv) erfüllt seien. Kloster Lorsch  zählt zu den Welterbstätten, die: 

  • „(iii) ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur darstellen;
  • (iv) ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften darstellen, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheits-Geschichte versinnbildlichen“ (Quelle: www.unesco.de).

Das UNESCO-Welterbkomitee konkretisierte die allgemeinen Aussagen folgendermaßen:

  • „Kriterium (iii): Der religiöse Komplex, den das ehemalige Kloster Lorsch mit seiner 1200 Jahre alten Torhalle auf einzigartige und außergewöhnliche Weise darstellt, umfasst ein seltenes architektonisches Zeugnis der Karolingerzeit mit Skulpturen und Malereien dieser Epoche, die beindruckend gut erhalten sind.
  • „Kriterium (iv): Das Kloster Lorsch mit seiner Karolingischen Torhalle ist ein architektonisches Sinnbild, wie im Westen unter dem ersten König und Kaiser, Karl dem Großen, der Geist des Früh- und Hochmittelalters erwachte.“ (Quelle: uwww.unesco.org)

Links (englisch):

Beschreibung

Dokumente


Kernzone und Pufferzone

Das Lorscher Weltkulturerbe umfasst zwei Zonen:

  • die Welterbestätte Abtei Lorsch („world heritage site Lorsch Abbay“) und
  • die Welterbestätte Altenmünster („world heritage site Altenmünster“).
    Beide Areale zählen zur Kernzone, die insgesamt 3,34 ha groß ist. Eine nachträglich eingerichtete Pufferzone (29,65 ha) umgibt die Welterbestätten und verbindet sie (Lageplan).

Welterbestätte Abtei Lorsch

Die Welterbestätte wird im Norden durch die Nibelungenstraße, im Westen, Süden und Osten durch die Klostermauer begrenzt. Zum Klostergelände zählen folgende Bauwerke:

  • die sogenannte Torhalle bzw. Königshalle,
  • das Kirchenfragment der St. Nazarius-Basilika,
  • die Klostermauer,
  • die Zehntscheune,
  • drei Gebäude, u. a. ein kurfürstliches Jagdhaus.

Eigentümer des Grundstücks sind das Land Hessen und die Stadt Lorsch.


Welterbestätte Altenmünster

Die Welterbestätte ist ein viereckiges Gelände, dessen Grenzen den Grundstücksgrenzen entsprechen. Die im Bodenprofil rekonstruierten Umrisse des ehemaligen Klosters liegen teilweise außerhalb der Kernzone. Eigentümer des Grundstücks ist die Stadt Lorsch.


Pufferzone

Außerhalb der Kernzone, aber innerhalb der Pufferzone der Welterbestätten, liegen
– der Nordteil des ehemaligen Klostergeländes mit dem Museumszentrum,
– das Freiluftlabor Laurensham,
– der Tabakschuppen,
– der Marktplatz mit Rathaus und angrenzenden Gebäuden,
– Wohngebäude südlich der Klostermauer und Ackerflächen zwischen den Kernzonen.

Die Grundstücke sind im öffentlichen und privaten Besitz.


Die zuständige untere Denkmalschutzbehörde für Lorsch ist der Landkreis Bergstraße, die oberste Denkmalschutzbehörde ist das Landesamt für Denkmalpflege Hessen.


Links

Videos



http://www.1730live.de/forschungsprojekt-im-kloster-lorsch/


Stadt Lorsch

  • Stadt Lorsch: http://www.lorsch.de/

UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch

  • UNESCO: http://whc.unesco.org/en/list/515/ (englisch)
  • UNESCO Deutschland: https://www.unesco.de/kultur/welterbe/welterbe-deutschland/lorsch.html (deutsch)
  • Investitionsprogramm Nationale UNESCO Welterbestätten: http://www.welterbeprogramm.de/INUW/DE/Projekte/Kommune/Lorsch/lorsch_website.html
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen: http://www.denkmalpflege-hessen.de/LFDH4_UNESCO/Lorsch/lorsch.html
  • Staatliche Schlösser und Gärten Hessen: https://www.schloesser-hessen.de/lorsch.html
  • Welterbstätte Kloster Lorsch: http://www.kloster-lorsch.de/
  • Kuratorium UNESCO Welterbe Kloster Lorsch: http://www.kuratorium-weltkulturdenkmal.de/
  • Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch: http://www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de/
  • Interview von Jürgen Tietz mit dem Architekten Peter Sichau und dem Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen, Karl Weber: http://www.db-bauzeitung.de/aktuell/diskurs/lorscher-fragmente/

 


Beitragsbild: Kuebi – Armin Kübelbeck – own work, made with 55 single shots (Lens: 1:1.8 85 mm; 1:5.6; 1/800s; ISO 100; manual focus and manual exposure) made by stitching with Hugin. Original output size 20,000×15,000. Size reduced to 16,000×12,400., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6499594